CompuGroup Medical

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CompuGroup Medical SE

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Rechtsform Societas Europaea
ISIN DE0005437305
Gründung 1987
Sitz Koblenz, Deutschland
Leitung
Mitarbeiterzahl

4.600 (2017)[1]

Umsatz 582 Mio. (2017) [1]
Branche Gesundheitswesen
Website www.cgm.com
Stand: 29. März 2018

Die CompuGroup Medical SE (auch CGM) ist ein börsennotiertes Softwareunternehmen mit Sitz in Koblenz. Es produziert Anwendungssoftware zur Unterstützung ärztlicher und organisatorischer Tätigkeiten in Arztpraxen, Apotheken, medizinischen Laboratorien und Krankenhäusern.

Das Unternehmen beschäftigte 2017 rund 4.600 Mitarbeiter und hat nach eigenen Angaben über 1 Million Nutzer mit Produkten in 55 Ländern.[1] Seit dem 23. September 2013 ist die Aktie der CompuGroup Medical Bestandteil des Börsenindexes TecDAX.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1984 gründeten Jürgen Riebling, Peter Kirchdorfer, Ursula Spitta, Max-Georg Prahl und Walter Schäfer die Compudent GmbH, die sich 1986 in eine Aktiengesellschaft wandelte und als die damals erfolgreichste Neuemission galt. Als 1990 der Mitgründer und technische Leiter Walter Schäfer das Unternehmen verließ, stürzte der Aktienkurs dramatisch ab. 1992 übernahm Frank Gotthardt alle Stammaktien und fusionierte mit seiner Firma "Gotthardt Computer GmbH (Produkt: Zahnarztrechner)" in Koblenz, wobei der Name "Compudent AG" wegen seiner Marktführerschaft und der Aktiengesellschaft (Neuer Markt) beibehalten wurde.

Zunächst wurden Dentalinformationssysteme angeboten, 1993 kam Software für den Humanbereich hinzu. 1997 erfolgte die Umfirmierung in die CompuGROUP Holding AG.

Um Pläne für eine Internationalisierung realisieren zu können, entschloss sich der Eigentümer im Jahr 2007 zu Namensänderung von Compudent AG in CompuGroup AG, der um die Jahrtausendwende realisiert wurde. 2010 wurde die CompuGROUP Holding AG in CompuGroup Medical AG (CGM) umbenannt und mit in der Zwischenzeit entstandenen Tochterunternehmen unter dieser Dachmarke vereint. 2013 erfolgte die Aufnahme in den deutschen TecDax. Das Unternehmen hat heute (2017) rund 4.600 Mitarbeiter an Standorten in 19 Ländern weltweit: Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Italien, Malaysia, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Rumänien, Schweden, Schweiz, Slowakei, Spanien, Südafrika, Tschechien, Türkei und USA. [2] Es zählt zu den führenden internationalen Anbietern von Software für das Gesundheitswesen.

2004 erfolgte in Tschechien der Einstieg mit Arztinformationssystemen bei niedergelassenen Ärzten und Zahnärzten. Alsbald erfolgte in der Tschechischen Republik, in der Slowakei und in Polen der Einstieg in den Bereich der Krankenhausinformationssysteme. Ebenso erfolgte in Frankreich, Spanien und Italien der Einstieg bei Arztinformationssystemen. In Deutschland wurde das Leistungsportfolio gleich um mehrere Produkte ergänzt: Medizinische Archivierungslösungen, Krankenhausinformationssysteme, multimediale Kommunikationsdienste, Arzneimittelinformationssysteme, Labor Informationssystemen, ein Zuweiserportal und Verwaltungssoftware für Kostenträger. Außerdem wurden zwei strategische Entscheidungen getroffen: der Einstieg bei webbasierten Patientenakten und der Aufbau von Software Assisted Medicine (intelligente Assistenzsysteme für Ärzte).

Durch Zukäufe in Österreich wurde die Marktführung bei Krankenhausinformationssystemen und Informationssystemen für niedergelassene Ärzte sowie für Akut-, Reha- und Sozialeinrichtungen erreicht. Der türkische Markt wurde mit dem Einstieg bei Arzt-, Krankenhaus- und Krankenkassen-Software erschlossen. Im skandinavischen Raum, Afrika und Asien wurden Kunden in den Bereichen niedergelassene Ärzte, Krankenhäuser und Labore hinzugewonnen.

In den USA starteten die Aktivitäten bei Arztinformationssystemen und webbasierten Patientenakten; in den Niederlanden erfolgte der Markteintritt bei Arzt- und Apothekeninformationssystemen. Im Jahr 2016 erfolgte der Übergang von einer Aktiengesellschaft nach deutschem Recht zu einer Societas Europaea nach europäischem Recht. Insgesamt verfügt die CompuGroup Medical über Produkte in 55 Ländern.[3][4]

Standorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weltweit arbeiten 4.600 Mitarbeiter für das Unternehmen und seine Tochtergesellschaften. Stammsitz und Zentrale ist Koblenz am Rhein. Hier ist auch ein Großteil der zentralen Softwareentwicklung beheimatet. Weitere größere Standorte befinden sich unter anderem in Italien, Polen, den Niederlanden, den USA, Frankreich, der Tschechischen Republik, Rumänien und Schweden.

Öffentliche Wahrnehmung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In dem bundesweiten Infrastrukturprojekt Telematik-Infrastruktur[5] gehört das Unternehmen seit 2013 zu den beiden Konsortien[6], die die flächendeckende Versorgung mit einem eigens für die Gesundheitsversorgung zu schaffenden, logischen und sicheren Netz vorbereitet.[7] Zudem engagiert sich das Unternehmen mit fünf weiteren führenden Akteuren des Gesundheitswesens in einem vom Gesundheitsministerium NRW geförderten Projekt [8][9] zur Optimierung der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS). Darüber hinaus führte es mit der Software Assisted Medicine einen neuen Ansatz ein, der mit Hilfe von Informationstechnologie neues medizinisches Wissen schneller und umfassender in die tatsächliche Patientenversorgung überführt. Das Unternehmen engagiert sich in der Ausbildung junger Menschen und hat in Zusammenarbeit mit der Hochschule Koblenz[10] den Studiengang „Software Engineering im Gesundheitswesen“ initiiert. Weiterhin unterstützt das Unternehmen in einer Kooperation mit der Hochschule Niederrhein[11] mit beträchtlichen Mitteln den neu gegründeten dualen Studiengang.

Kritik an dem Unternehmen gab es in folgenden Bereichen:

  • Marktbeherrschende Stellung: Aufgrund seiner starken Mergers & Acquisitions Aktivitäten wurde dem Unternehmen eine aggressive Marktpolitik vorgeworfen, die dazu geeignet sei, monopolartige Preise für seine Produkte zu etablieren: Das Unternehmen verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass es mit über 180 Softwareanbietern innerhalb der Branche eine ausreichende Wahlmöglichkeit für Kunden gebe.
  • Technische Abschottung der eigenen Systeme: Um den Anwendern einen Wechsel der Software zu erschweren und eigene Entwicklungen schwer zugänglich zu machen, so der Vorwurf, würden proprietäre Schnittstellen geschaffen und die Systeme so quasi für Drittanbieter unzugänglich gemacht.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c CompuGroup Medical SE: Geschäftsbericht 2017. Abgerufen am 4. April 2018 (PDF).
  2. CompuGroup Medical SE: Faktenübersicht CompuGroup Medical SE. Abgerufen am 4. April 2018.
  3. Frank Gotthardt als Pionier der IT-Branche geehrt. In: www.rhein-zeitung.de. Abgerufen am 4. Mai 2016.
  4. Deutscher Ärzteverlag GmbH, Redaktion Deutsches Ärzteblatt: Deutsches Ärzteblatt: Verleihung. In: www.aerzteblatt.de. Abgerufen am 12. Mai 2016.
  5. BMG: E-Health. In: www.bmg.bund.de. Abgerufen am 4. Mai 2016.
  6. Telematik-Infrastruktur. In: www.gematik.de. Archiviert vom Original am 4. Mai 2016; abgerufen am 4. Mai 2016. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.gematik.de
  7. Rebekka Höhl: IT-Experte erklärt: Gröhes E-Health-Turbo könnte wirken. In: www.aerztezeitung.de. Abgerufen am 12. Mai 2016.
  8. Arzneimittelkonto NRW. In: https://www.arzneimittelkonto-nrw.de/. Abgerufen am 7. Juni 2017.
  9. Ärzte Zeitung: Arzneimittelkonto soll Pfleger und Apotheker einbinden. In: http://www.aerztezeitung.de/praxis_wirtschaft/rezepte/article/915017/nrw-arzneimittelkonto-soll-pfleger-apotheker-einbinden.html. Abgerufen am 7. Juni 2017.
  10. Neuer Studiengang „Software Engineering im Gesundheitswesen“. In: www.hs-koblenz.de. Abgerufen am 12. Mai 2016.
  11. Duales Studium eHealth - IT im Gesundheitswesen - Studium an der HS Niederrhein. In: www.hs-niederrhein.de. Abgerufen am 12. Mai 2016.