Computerführerschein

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Computerführerschein, teils auch Computerpass und eher selten auch Computerdiplom, ist die Bezeichnung für einen Kenntnisnachweis im EDV-Bereich. Heute versteht man darunter im Allgemeinen den Nachweis für den Besuch eines Lehrgangs, der den Absolventen zur qualifizierten Verwendung eines Computers mit Anwendungsprogrammen befähigt. Dazu gehören grundlegende Kenntnisse über Hardware, die Verwendung eines Betriebssystems und die Arbeit mit Officeprogrammen, sowie meist auch Internetnutzung unter Verwendung von E-Mails.

Es existieren verschiedene Modelle von Computerführerscheinen, die sich vorwiegend an unerfahrene Computerbenutzer im Privatbereich richten, teils aber auch in Schule, Ausbildung und Arbeitswelt eine Rolle spielen.[1] Insbesondere beim professionellen Umgang mit Software findet dabei auch der Begriff Zertifizierung Verwendung.[1]

Der Begriff „Computerführerschein“ ist spätestens seit 1985 bekannt. Damals entwickelte ein Studentenverein in Bochum ein Konzept für einen Kurs mit 30 Doppelstunden für arbeitslose Jungakademiker. Das Ziel war die Vermittlung von Kenntnissen, die die Entwicklung von Algorithmen ermöglichen sollten, die sich in jede höhere Programmiersprache – beispielsweise Pascal – übersetzen lassen.[2] Es stand damit die Vermittlung von Grundlagenwissen im Vordergrund, nicht Anwenderwissen für Standardsoftware. Einen anderen Kurs (drei Monate Vollzeit oder Abendkurs) gab es zur selben Zeit in München. Das dreistufige Angebot für Sekretärinnen, Sachbearbeiter, Buchhalter und Mitarbeiter kleiner Unternehmen beinhaltete Basiswissen zu mehreren Betriebssystemen und Grundlagenwissen zu mehreren Standardanwendungen, wie z.B. WordStar, Lotus 1-2-3, Entwicklung von Anwendungen und Programmierung in BASIC.[3]

Angebote zur Qualifizierung im Anwenderbereich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die bekanntesten Computerführerscheine bzw. Zertifizierungen sind:

Die Übergänge zu professionellen Zertifizierungen, wie z. B. der frühere Microsoft Certified Systems Engineer (MCSE) und heutige Microsoft Certified Solutions Expert von Microsoft oder die Linux Professional Institute Certification (LPIC) beim freien Betriebssystem Linux, sind fließend.[1]

Niederschwellige Angebote für den Erwerb von Computer-Basiskenntnissen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Demgegenüber sind auch eine Reihe von niedrigschwelligen Kenntnisnachweisen anzutreffen, die sich gezielt an Anfänger bzw. jüngere Schüler wenden und die meist nur regional verbreitet sind oder teils nur von einzelnen Bildungseinrichtungen oder Medienzentren angeboten werden. Hierzu gehören beispielsweise das Computerführerschein-Projekt an der Ganztagsschule Andernacher Straße in Bremen,[4] der m.a.u.s.-P@ss an brandenburgischen Grund- und Förderschulen,[5] oder das Computermaus-Diplom beim Schweizer Bildungsprojekt www.computermaus.ch, das von der Pädagogischen Hochschule des Kantons St. Gallen entwickelt wurde.[6][7]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Vgl.: Rainer Hattenhauer: Informatik für Schule und Ausbildung. Pearson Schule, München u. a. 2010, ISBN 978-3-86894-901-8, S. 108–111 (Auszug bei Google Bücher).
  2. „Computerführerschein für Studenten“ vorgestellt: Als DV-Kursleiter nicht mehr arbeitslos. Channelpartner.de, 11. Oktober 1985, abgerufen am 9. Januar 2014.
  3. CDI-Qualifikation für Sachbearbeiter: Basiswissen mit DV-Führerschein. In: Computerwoche. 27. September 1985, abgerufen am 9. Januar 2014.
  4. Computerführerschein. Auf: Website der Ganztagsschule Andernacher Straße, Bremen; abgerufen am 23. April 2013.
  5. Medien: m.a.u.s.-P@ss. Beim: Bildungsserver Berlin-Brandenburg; abgerufen am 23. April 2013.
  6. Vgl.: Lernangebot für Kinder rund um den Computer → www.computermaus.ch. Beim: Bildungsserver Hessen; abgerufen am 23. April 2013.
  7. Onlineauftritt des Projekts Computermaus (www.computermaus.ch) der Pädagogischen Hochschule des Kantons St. Gallen, Schweiz; abgerufen am 23. April 2013.