Concord (Rebsorte)

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Concord
Synonyme Ripatella – für weitere siehe Abschnitt Synonyme
Concord
Art Interspezifische Kreuzung
Beerenfarbe dunkelblau
Verwendung
Herkunft USA, Concord (Massachusetts)
bekannt seit 1854
Züchter Bull, Ephraim W.
Züchtungsjahr 1849
VIVC-Nr. 2801
Abstammung

Kreuzung aus
Catawba × Vitis labrusca

Liste von Rebsorten

Concord ist eine Rotweinsorte aus den USA. Sie ist eine "interspezifische Kreuzung" und ist eine Tafel- und Keltertraube. Die Weine haben eine hellrubinrote Farbe, sind astringent und haben einen beherrschenden künstlich anmutenden Erdbeergeschmack, den typischen Fuchston.

Abstammung, Herkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sorte ist eine interspezifische Kreuzung zwischen Catawba (Vitis labrusca x Semillon) x Vitis labrusca.[1]

Concord wurde 1849 durch Ephraim Wales Bull in der Stadt Concord (Massachusetts) entwickelt. Aus über 20.000 Sämlingen selektierte er die für ihn am besten geeigneten Pflanzen. Im Jahr 1853 gewann Bull einen Wettbewerb der Boston Horticultural Society Exhibition. Die Sorte wurde seit dem Jahr 1854 aufgrund des Erfolgs vermarktet.

Eine, im Zuge eines Rechtsstreits um die Anordnung der Rodung von Ripatella-Stöcken, vom Landesverwaltungsgericht Burgenland (Österreich) beim Julius Kühn-Institut in Auftrag gegebene DNA-Analyse ergab Anfang 2016, dass die Sorten Ripatella und Concord identisch sind. Wie auch die Sorten Delaware und Elvira handelt es sich um eine Kreuzung aus Vitis vinifera und anderen Arten der Gattung Vitis.[2][3]

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weltweit gibt es eine Anbaufläche von 12.238 ha.[4] Hauptproduzenten sind die Bundesstaaten Washington (→ Weinbau in Washington) und New York (→ Weinbau in New York), also nördliche Regionen.

Weiter weitere wichtige Anbaugebiete sind Kanada, Brasilien, Uruguay und früher, nach der Reblauskatastrophe, auch Europa. In der EU ist sie nur in Ausnahmefällen, beispielsweise im Uhudler, zugelassen und darf kaum mehr kommerziell vermarktet werden. Daher ist sie in Westeuropa fast verschwunden. Lediglich im Osten Europas, in Moldawien, spielt sie noch eine Rolle.

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Rebsorte ist starkwüchsig und bring hohe Erträge. Sie bevorzugt sandige Böden. Die Resistenz gegen den Echten und Falschen Mehltau und Winterfröste ist hoch. Sie besitzt zwittrige Blüten und ist somit selbstfruchtend.

Wein, sonstige Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sorte wird in den USA intensiv sowohl als Tafeltraube als auch Rebe zur Herstellung von Wein genutzt. Die Weine haben eine hellrubinrote Farbe, sind astringent und haben einen beherrschenden künstlich anmutenden Erdbeergeschmack, den typischen Fuchston. Thomas Welch entwickelte 1869 den ersten Traubensaft aus der Rebsorte Concord, indem er den Saft durch Pasteurisierung haltbar machte und vor einer Spontangärung schützte. Welch bot den Saft auch der Kirche an, die das Produkt als nicht-alkoholische Alternative während der Eucharistie gerne annahm.

Ein wichtiges Erzeugnis aus Concord ist auch ein Trauben-Gelee.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Synonyme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bergerac, Bull'S Seedling, Concord Crni, Corin, Cornin, Dalmadin, Feherhatu, Fekete Noah, Furmin Noir, Gorin, Gurin, Jurka, Kek Olasz, Koncord, Konkord, Konkordi, Konkordia, Nyarfalevelue, Nyarlevelue, Olasz Kek, Ripadella, Ripatella, Ripertella, Ripotella.[5]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. F. Huber, F. Röckel, F. Schwander, E. Maul, R. Eibach, P. Cousins and R. Töpfer; Julius Kühn-Institute (JKI), Federal Research Centre for Cultivated Plants, Institute for Grapevine Breeding Geilweilerhof, Siebeldingen, Germany und E. & J. Gallo Winery, Modesto, California: A view into American grapevine history: Vitis vinifera cv. 'Sémillon' is an ancestor of 'Catawba' and 'Concord'; Vitis 55, 53–56 (2016)
  2. Wirtschaftsblatt: Wende in der Causa Uhudler – Gericht: Keine Rodungspflicht für Ripatella-Reben, 14. März 2016
  3. Schriftliche Mitteilung von Erika Maul vom Julius Kühn-Institut (JKI), Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen, Institut für Rebenzüchtung Geilweilerhof, D-76833 Siebeldingen
  4. K. Anderson, N. R. Aryal: Database of Regional, National and Global Winegrape Bearing Areas by Variety, 2000 and 2010, Wine Economics Research Centre, University of Adelaide, December 2013 (first revision April 2014) (second revision May 2014) (third revision July 2014).
  5. Concord (Rebsorte) in der Datenbank Vitis International Variety Catalogue des Instituts für Rebenzüchtung Geilweilerhof (englisch)