Concours des villes et villages fleuris

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Concours des villes et villages fleuris
Klassifizierung 1 bis 4 „Blumen“ – Trophäen und Preise
Allg. Beschreibung Gemeinden sollen angeregt werden, ihre Ortschaft angenehm zu gestalten, damit sich Einwohner und Touristen wohlfühlen.
Organisation Conseil national de villes et villages fleuris
Land
Flag of France.svg
Frankreich
Gründung 1959
Webseite www.villes-et-villages-fleuris.com/

Der Concours des villes et villages fleuris (deutsch: Wettbewerb der blumengeschmückten Städte und Ortschaften) ist ein Wettbewerb, der 1959 in Frankreich ins Leben gerufen wurde, um die Gemeinden zur Entwicklung ihrer Grünflächen anzuregen. Am Anfang wurde der Wettbewerb direkt von den staatlichen Einrichtungen betrieben. Ab 1972 übernahm der Conseil national des villes et villages fleuris (ab 2001: Conseil National des Villes et Villages Fleuris) diese Aufgabe. Im ersten Jahr nahmen 600 Gemeinden an dem Wettbewerb teil; diese Zahl nahm schnell zu, von 5.300 im Jahr 1972, 10.000 im Jahr 1993 bis 12.000 in 2005. Allein 2010 konnten 3.842 Gemeinden mit dem Symbol ausgezeichnet werden und wie erhielten das Recht, am Ortseingang das Schild Villes et villages fleuris anzubringen; 211 von ihnen erhielten die höchste Auszeichnung mit „4 Blumen“. Die Trophäe «Fleur d'Or» (Goldene Blume) erhielten konnten einer kleinen Zahl von Gemeinden aus der Gruppe mit „4 Blumen“ zugeordnet werden.

Die Anerkennung geht also von 1 bis 4 Blumen. Die Gemeinden mit 1 bis 3 Blumen bestimmen dann über ein regionales Komitee, welcher Ort in die Kategorie „4 Blumen“ und zur „Fleur d'Or“ aufsteigen kann.

Kriterien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Laufe der Zeit haben sich die Kriterien weiterentwickelt; so werden Umweltaspekte (Biodiversität, wieweit Anbaumethoden Rücksicht auf die Umwelt nehmen, etc.) und die Nachhaltigkeit der Ausschmückung mit einbezogen. Das letzte Reglement gibt da genaue Anweisungen. Die Kandidaten können im Vorfeld einige Umweltzeichen erwerben (Verwendung von Holz mit dem FSC-Zeichen, Zertifizierung der Espace verts écologiques, Benutzung von biologischen oder alternativen Pestiziden, etc)

Die derzeitig gültigen Regeln sind: [1]

  • die Gemeinde muss motiviert sein, die Auszeichnung erhalten zu wollen;
  • die Gemeinde muss für ihr gesamtes Gebiet die Bewertung durch Végétal und Concours des villes et villages fleuris beantragen;
  • die Anstrengungen der Gemeinde zur Verbesserung des Tourismus und des Angebots auf diesem Gebiet muss von den Einwohnern unterstützt werden;
  • die Darbietung der gesamten Bepflanzung (Gärten und Blumenschmuck) wird beurteilt;
  • die Mittel, die zur Erhaltung des Kulturerbes zur Verfügung stehen, werden hinsichtlich ihrer biologischen Vielfalt und dem Schutz der natürlichen Ressourcen geprüft:
  • weitere Anstrengungen zur Verschönerung stehen auf der Liste: Unterhaltung der Straßen, der Fassaden, des Stadtmöbels, die allgemeine Sauberkeit;
  • die allgemeine Landschaftspflege und wie weit nimmt die Gemeinde darauf Einfluss.

Teilnehmende Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aix-les-Bains (73), ville fleurie ausgezeichnet mit 4 Blumen seit 1974.

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nationalrat der Blumenstädte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wettbewerbsorganisation wird vom Tourismusminister geleitet und vom Rat der Blumenstädte verwaltet, die eine Vereinigung nach dem Gesetz von 1901 ist. im Verwaltungsrat sitzen die Vertreter verschiedener Ministerien, der örtlichen Verbände, der Tourismusorganisationen, sowie weitere qualifizierte Personen (Gartenbau, Landschaftspflege, u. ä.).

Bewertung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fleur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bewertungsprozess findet in drei Etappen statt: [2]

  • Auf der Ebene der Départements sichtet eine Departement-Jury die von den Gemeinden vorgeschlagenen Kandidaten und wählt die aus, die prämiert werden könnten.
  • Auf der Ebene der Régions besucht eine Regions-Jury die gemeldeten Gemeinden, um ihnen eine, zwei oder drei „Blumen“ zu verleihen. Darüber hinaus wählt sie die Gemeinden aus, die für „4 Blumen“ in Frage kommen.
  • Auf nationaler Ebene (also für ganz Frankreich) ist eine Jury zuständig, die die 4. Blumen zuerkennen oder aberkennen kann. Diese Jury ist es auch, die einer Gemeinde eine besondere Anerkennung zugestehen kann, wenn sie schon auf dem höchsten Niveau, der „4. Blume“ angekommen ist.[2] Sie verleiht auch die Trophäe „Fleur d'Or“.

„Fleur d'Or“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fleur d'Or-Trophäe wird nur an eine kleine Zahl von Gemeinden mit „4 Blumen“ verliehen, die ein besonderes Maß an Blumenschmuck ausweisen.[3] Die Verleihung gilt zunächst für ein Jahr, kann von der Gemeinde aber alle 6 Jahre wieder angemeldet werden.[3] Diese Auszeichnung ist die höchste, die man in diesem Wettbewerb erreichen kann.[4] Im Übrigen ersetzt dieser Preis den Grand Prix National du Fleurissement.

Besondere Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt noch weitere Anerkennungen, die vergeben werden können: Preis für die Verbesserung des ländlichen Raums der Gemeinde, Preis für die Pflanzenvielfalt, Preis für die Pflege der Heimatgeschichte, nationaler Preis des Baumes, Preis für die private Teilnahme an der Gestaltung der Privatgärten, etc.[5]

Nationaler und europäischer Wettbewerb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entente florale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt einen europäischen Wettbewerb, die Entente florale, bei dem mehrere Länder (2015) teilnehmen: Deutschland, Österreich, Belgien, Kroatien, Ungarn, Irland, Italien, Niederlande, Tschechien, Großbritannien und Slowenien.[6] Frankreich nimmt an diesem Wettbewerb nicht mehr teil. Bei diesem Wettbewerb hat die kleine Gemeinde Felsberg an der deutsch-französischen Grenze (über die Gemeinde Überherrn) als erste deutsche Gemeinde 2004 das Schild „Ville Fleurie“ bekommen.

Nationale Konferenz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nationale Konferenzen werden normalerweise alle zwei Jahre abgehalten.[7] Die letzte Sitzung fand 2014 in Menton statt.[8] Die nächste Zusammenkunft ist für 2016 geplant.[9]

In Frankreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aix-les-Bains ist eine Stadt, die sowohl mit dem Preis „Grand Prix Européen du Fleurissement“,[4]als auch 1992 mit dem Preis „Capitale Européenne du Fleurissement“.[10]

Beim europäischen Wettbewerb 2004 hat Frankreich zwei Goldmedaillen: für Cahors in der Kategorie Stadt und für Cayriech in der Kategorie Dorf bekommen.

2003 bekam Frankreich je eine Goldmedaille für Hyères in der Kategorie Stadt und für Bormes-les-Mimosas in der Kategorie Dorf.

In der Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Schweiz wird ein ähnlicher Wettbewerb ausgeführt.[11]

Weitere Hinweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Artikel zum Thema[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wie eine Gemeinde vorzugehen hat, die sich bewerben will, steht auf der offiziellen Seite.
  2. a b Le Conseil National des Villes et Villages Fleuris | Direction Générale des Entreprises (DGE) auf der Seite www.entreprises.gouv.fr
  3. a b Courbvoie wird mit dem Preis „Fleur d'Or“ ausgezeichnet auf der Seite von www.leparisien.fr
  4. a b Aix-les-Bains wird als „Ville Fleurie“ ausgezeichnet auf der Seite von Aix-les-Bains (www.aixlesbains.fr)
  5. Concours Villes Prix speciaux (Spezielle Preise im Wettbewerb der Blumenstädte)
  6. (en) „Entente“ auf der Seite www.entente-florale.eu
  7. Assises Fleurissement France auf der Seite www.villes-villages-fleuris-de-france.fr. Es gelten die Grundsätze der DGE auf der Seite Villes et Villages Fleuris, une opportunité pour valoriser les destinations touristiques
  8. Valoriser les destinations touristiques
  9. Frédérique Hentz-Didier, « Communiqué de presse : Aix-les-Bains, ville quatre fleurs », Ville d’Aix-les-Bains, 11 mai 2015
  10. Tourisme à Aix-les-Bains, Information und Aktualität
  11. www.villesfleuries.ch