Condal

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Condal
Condal (Frankreich)
Condal
Region Bourgogne-Franche-Comté
Département Saône-et-Loire
Arrondissement Louhans
Kanton Cuiseaux
Gemeindeverband Bresse Louhannaise Intercom’
Koordinaten 46° 28′ N, 5° 17′ OKoordinaten: 46° 28′ N, 5° 17′ O
Höhe 187–230 m
Fläche 16,43 km2
Einwohner 432 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 26 Einw./km2
Postleitzahl 71480
INSEE-Code

Condal ist eine französische Gemeinde im Département Saône-et-Loire in der Region Bourgogne-Franche-Comté. Sie gehört zum Arrondissement Louhans und zum Kanton Cuiseaux. Die Gemeinde hat 432 Einwohner (Stand 1. Januar 2016), sie werden Condalois, resp. Condaloises genannt[1].

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dommartin-lès-CuiseauxJoudesBalanodSaint-AmourDomsureBeaupontVarennes-Saint-SauveurChampagnatCondal mit seinen Nachbarorten
Über dieses Bild

Condal liegt im Süden des Arrondissement Louhans und grenzt mit seiner Süd- und Ostgrenze an das Département Jura. Die Gemeinde wird in Ost-West-Richtung von der Departementsstraße D40 (Varennes-Saint-SauveurSaint-Amour) durchzogen, etwa ein Kilometer östlich des Ortes verläuft die Autobahn A39[2] in Nord-Süd-Richtung. Von Süden her mäandriert der Solnan[3] nach Norden durch das gesamte Gemeindegebiet, einige Hundert Meter westlich des Bourg mündet der Ruisseau Besançon[4]. Er durchfließt das südöstliche Gemeindegebiet und nimmt den Ruisseau du Bief d’Argent[5] auf. Im Westen der Gemeinde liegt der Étang de Servillat, sein Bief[6] führt das Wasser aus dem westlichen Gemeindegebiet in den Sevron. Die Gemeinde wird als sumpfig beschrieben und die Flüsse scheinen öfters Schäden infolge Überschwemmungen verursacht zu haben. Zur Gemeinde gehören die folgenden Weiler und Fluren: Badault, Beaulieu, Berthod, Besançon, Bief-d’Argent, Binan, Bois-Gilles, Bourg, Bucléon, Charlange, Charmille-de-Montgardon, Commune-de-l’Etang, Communes, Cour-Basse, Craies, Croix, Ferrière, Fossery, Grange-aux-Prêtres, Grange-Goyer, Grange-Sarrasin, Moissonnier, Molard, Montaguyon, Montarjet, Montgardon, Moulin-de-Saint-Sulpice, Moulin-Neuf, Mortier, Noblesse, Oule, Pies, Petit-Condal, Petite-Capète, Retis, Rippe, Rosières, Roujus, Saint-Sulpice, Seigneurie, Terroute, Varenne, Varignolles, Vernay, Villard-Chapelle, Voullot[7].

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Klima in Condal ist warm und gemäßigt. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die effektive Klimaklassifikation nach Köppen und Geiger ist Cfb. Die Temperatur liegt im Jahresdurchschnitt bei 11,1 °C. Innerhalb eines Jahres fallen 830 mm Niederschläge.

Condal
Klimadiagramm
JFMAMJJASOND
 
 
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Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: climate-data.org
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Condal
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 4,9 7,1 12,4 16,0 20,0 23,6 25,9 25,4 21,9 15,9 9,7 5,4 Ø 15,7
Min. Temperatur (°C) -1,1 -0,2 2,5 5,6 9,1 12,6 14,4 14,0 11,4 7,1 3,2 0,1 Ø 6,6
Temperatur (°C) 1,9 3,4 7,4 10,8 14,5 18,1 20,1 19,7 16,6 11,5 6,4 2,7 Ø 11,1
Niederschlag (mm) 61 60 60 60 79 79 60 79 80 68 79 65 Σ 830
T
e
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Toponymie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1078 wird in den Verzeichnissen des Klosters Cluny In Varinetis erwähnt, der heutige Weiler Varignolles. Condai, das heutige Condal wird erstmals 1211 erwähnt. Es ist anzunehmen, dass der Ortsname auf den keltischen Begriff Condate zurückgeht und sich auf den Zusammenfluss von Ruisseau de Besançon in den Solnan bezieht.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Condal war eine unabhängige Herrschaft, die bis 1693 zum Kloster Saint-Taurin de Gigny gehörte. Nach diesem Zeitpunkt behielten die Mönche lediglich den Zehnt und die Herrschaft über die Pfarrei. Die weltliche Herrschaft ging an die Familie Tribillet und 1759 an die Chaignon über, die ursprünglich aus dem Périgord stammten. Pierre de Chaignon wohnte wohl als Botschafter in Sion, in der Republik Wallis und war eng befreundet mit Jean-Jacques Rousseau. Maurice-Théodule-Pierre-Louis-Philippe-Marc-Georges de Chaignon, geboren 22. April 1762 starb am 22. März 1822 in Condal, er war während zwölf Jahren Offizier in der Schweiz, Ritter des Ordre royal et militaire de Saint-Louis und Maire von Condal vom Jahr IX der Revolution bis 1822. Zudem war er Generalrat von Saône-et-Loire von 1816 bis zu seinem Tode 1822.

Villard-Chapel war ein unabhängiges Lehen, dass 1780 Madame de Montessus gehörte. Saint-Sulpice war ebenfalls unabhängig und gehörte einer Familie dieses Namens, die dort eine Festung mit Türmen besaßen. Bekannt ist, dass ein Mitglied jener Familie an den Kreuzzügen teilnahm. 1809 wird Saint-Sulpice in die Gemeinde Condal eingegliedert.

Die Gemeinde liegt in einem recht heiklen Gebiet, indem sowohl der Ruisseau Besançon als auch der Solnan große Strecken des Jurafusses entwässern. Aus neuester Zeit werden folgende Naturkatastrophen vermerkt:

  • Sturmschäden vom 6. – 10. November 1982
  • Überschwemmungen und Murgang vom 8. – 31. Dezember 1982
  • Überschwemmungen und Murgang vom 12. – 13. Mai 1983
  • Überschwemmungen und Murgang vom 6. – 20. Mai 1985
  • Überschwemmungen und Murgang vom 24. – 26. Oktober 1999
  • Erdbewegungen als Folge der Trockenheit und anschließendem Wasserausgleich vom 1. Juli – 30. September 2003

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
(Quelle: [8])
Jahr 17931800182118311841185118611872187618811891190119111921193119461962197519821990199920062011
Einwohner 640708792840849867892902916872876867813748680601515392405392342411418
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Angebot zur Deckung der täglichen Bedürfnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

keine derartigen Einrichtungen, das nächstgelegene Angebot befindet sich in Varennes-Saint-Sauveur.

Zahl und Art von Betrieben und Ladengeschäften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde befinden sich nebst Mairie und Kirche 21 Landwirtschafts- und 22 sonstige Betriebe.

Landwirtschaftsbetriebe[9]
Betriebsbereich Anzahl davon davon
Landwirtschaft 21
Ackerbau und Forstwirtschaft 12
Getreide Hülsen- Ölfrüchte 2
Gemüsebau 2
Wurzel- und Knollengemüse 2
Futtermittel 5
Schnitt- und Zierblumen 1
Waldbewirtschaftung 1
Gartenpflege 2
Zucht- und Fischereibetriebe 13
Rinderzucht 7
Pferde, Maultiere, Esel 1
Aufzucht 4
Aquakultur 1
Übrige Betriebe[10]
Branche Anzahl
Bergbau Energie Wasser Abfall 1
Geräte- und Maschinenbau, IT 1
Herstellung Transportmaterial 1
Herstellung anderer Industrieprodukte 1
Bauhandwerk 5
Handel + Reparatur von Motorfahrzeugen 3
Hotellerie und Gastronomie 2
Finanzwesen + Versicherungen 1
Immobilienwirtschaft 1
Wissenschaft Verwaltung Beratung 3
Öffentliche Verwaltung, Bildung, Gesundheit 1
sonstige Dienstleistungen 2
Ladengeschäfte[11]
Art des Ladens Anzahl
Keine Ladengeschäfte

Geschützte Produkte in der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als AOC-Produkte sind in Condal Crème et beurre de Bresse[12][13] zugelassen, ferner Volaille de Bresse[14] und Dinde de Bresse[15].

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde besteht eine École élémentaire, die der Académie de Dijon[16] untersteht und von 22 Kindern besucht wird. Für die Schule gilt der Ferienplan der Zone A[17].

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Claude Courtépée (1721–1781): Description historique et topographique du Duché de Bourgogne. Band 5. Chez Causse, Dijon 1780 (französisch, Google Books).
  • Lucien Guillemaut (1842–1917): Histoire de la Bresse Louhannaise. Bd. 1, Louhans 1897.
  • Lucien Guillemaut (1842–1917): Armoiries et familles nobles de la Bresse louhannaise: armoiries ouvrières, armoiries particulières et de familles. Vve L. Romand, Louhans 1909 (französisch, gallica).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Condal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Condal. auf INSEE. Institut national de la statistique et des études économiques, abgerufen am 18. Januar 2015 (französisch).
  • Condal. im Verzeichnis der Gemeinden Frankreichs. Abgerufen am 18. Januar 2015 (französisch).
  • Condal. in der Base Mérimée. Ministère de la Culture, abgerufen am 18. Januar 2015 (französisch).
  • Condal. in Archives départementales. Département Saône-et-Loire, abgerufen am 21. Januar 2016 (französisch).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Condal. auf habitants.fr. Abgerufen am 24. Januar 2016 (französisch).
  2. Autobahn A39 auf routes.wikia.com
  3. Le Solnan, Länge 61,6 km, Zufluss zur Seille, Quelle bei 46° 20′ 33″ N, 5° 21′ 31,3″ O in Verjon auf ca. 227 m, Mündung bei 46° 37′ 46,2″ N, 5° 13′ 5,5″ O in Louhans auf ca. 176 m, Le Solnan auf sandre.eaufrance.fr
  4. Ruisseau Besançon, Länge 14,4 km, Zufluss zu Le Solnan, Quelle bei 46° 27′ 22,7″ N, 5° 23′ 19,3″ O in Montagna-le-Reconduit auf ca. 353 m, Mündung bei 46° 27′ 38,9″ N, 5° 16′ 17″ O in Condal auf ca. 191 m, Ruisseau Besançon auf sandre.reaufrance.fr
  5. Ruisseau du Bief d’Argent, Länge 1,7 km, Zufluss zum Ruisseau Besançon, Quelle bei 46° 27′ 25,2″ N, 5° 19′ 44,4″ O in Balanod auf ca. 217 m, Mündung bei 46° 27′ 10,4″ N, 5° 18′ 33,1″ O in Condal auf ca. 201 m, Ruisseau du Bief d’Argent auf sandre.reaufrance.fr
  6. Bief du Servillat, Länge 1,2 km, Zufluss zum Sevron, Quelle bei 46° 27′ 21,6″ N, 5° 15′ 14,4″ O in Condal auf ca. 194 m, Mündung bei 46° 27′ 41″ N, 5° 14′ 29,4″ O in Condal auf ca. 187 m, Bief du Servillat auf sandre.reaufrance.fr
  7. Dictionnaire Topographique de Saône-et-Loire. (PDF) Comité des Travaux Historiques et Scientifiques, abgerufen am 16. April 2015 (französisch, Suchbegriff: Ctrl+F Condal).
  8. Einwohnerstatistik auf cassini.ehess.fr. Abgerufen am 13. Dezember 2014 (französisch).
  9. Unternehmen in Condal. Kompass.fr, abgerufen am 13. Februar 2016 (französisch).
  10. Unternehmen in Condal. Nombre d’établissements par secteur d’activité et par taille en 2014 (Téléchargement). INSEE.fr, abgerufen am 13. Februar 2016 (französisch).
  11. Unternehmen in Condal. Nombre d'équipements et de services dans le domaine du commerce en 2014 (Téléchargement). INSEE.fr, abgerufen am 13. Februar 2016 (französisch).
  12. Crème de Bresse. auf INAO L’Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 3. Juli 2015 (französisch).
  13. Beurre de Bresse. auf INAO L’Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 3. Juli 2015 (französisch).
  14. Poulet de Bresse. auf INAO, L’Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 26. Juni 2015 (französisch).
  15. Dinde de Bresse. auf INAO, L’Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 26. Juni 2015 (französisch).
  16. Homepage der Académie de Dijon. Abgerufen am 10. Januar 2016 (französisch).
  17. Ferien- und Feiertagsplan der Zone A. Condal. Abgerufen am 10. Januar 2016 (französisch).