Condat-sur-Trincou

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Condat-sur-Trincou
Condat de Trencor
Condat-sur-Trincou (Frankreich)
Condat-sur-Trincou
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Dordogne
Arrondissement Nontron
Kanton Brantôme
Gemeindeverband Dronne et Belle
Koordinaten 45° 23′ N, 0° 43′ OKoordinaten: 45° 23′ N, 0° 43′ O
Höhe 104–208 m
Fläche 16,54 km2
Einwohner 474 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 29 Einw./km2
Postleitzahl 24530
INSEE-Code

Der auf einem Felsen liegende Ortskern von Condat-sur-Trincou

Condat-sur-Trincou, okzitanisch Condat de Trencor[1], ist eine französische Gemeinde mit 474 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Norden des Départements Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine.

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Condat leitet sich von der gallorömischen Bezeichnung condate ab – mit der Bedeutung Mündung, Zusammenfluss. Dies dürfte sowohl auf die Mündung des Trincou in die Côle als auch der Côle in die Dronne hinweisen, welche beide im Gemeindegebiet liegen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Condat-sur-Trincou liegt fünf Kilometer ostnordöstlich von Brantôme en Périgord und 16 Kilometer südsüdöstlich von Nontron (Luftlinie). Die Gemeinde wird von folgenden Nachbargemeinden umgeben:

Die Gemeinde setzt sich aus folgenden Weilern, Gehöften, Mühlen und Schlössern zusammen:

Aux Castillières, Aux Nodies, Chassepoule, Fouret, Grosse Borne, La Croix, La Croix de Péage, La Donie, Le Bourdau, Le Grand Maine, Le Grand Roc, Le Grillet, Le Moulin de la Croix, Le Moulin de Valade, Le Petit Champagnac, Le Petit Maine, Le Petit Roc, Le Pont de Verneuil, Le Vigneau, Les Carrières de Verneuil, Les Danes, Les Guillaumies, Les Jarthes, Les Piles, Les Vignes, Mombicout, Mon(t)plaisir, Pagnac, Puy Blanc, Puy Sec, Puyfayol, Saint-Laurent, Tuquet de l'Olivarie und Valade.

Der Ortskern liegt am Trincou, der von Villars im Nordosten kommend zur Côle hin abfließt. Die Côle durchzieht den Süden des Gemeindegebietes, um bei Saint-Laurent an der Südwestecke als linker Nebenfluss in die Dronne zu münden. Sie nimmt vor ihrer Mündung linksseitig noch mehrere Trockentäler auf, darunter die Täler bei Monplaisir und bei Valade. Die Dronne bildet auf den letzten eineinhalb Kilometern vor der Côlemündung die westliche Gemeindegrenze zu Champagnac-de-Belair und anschließend zu Brantôme.

Der topographisch niedrigste Punkt mit 104 Meter über dem Meeresspiegel liegt an der Côlemündung, die höchste Stelle mit 208 Meter befindet sich beim Weiler Le Grand Maine an der Südwestecke. Die absolute Höhendifferenz beträgt 104 Meter.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgeschlossen in der Gemeinde Condat-sur-Trincou sind ausschließlich flach liegende (Einfallswinkel bis maximal 12°, Streichrichtung Südost) Sedimente des nördlichen Aquitanischen Beckens sowie deren Alterationsprodukte. Das Schichtpaket setzt im Ligérien ein; dessen knolligflaserige bis plattige, weiße Kreidekalke sind am linken Dronneufer (Westrand der Gemeinde) bei les Carrières de Verneuil zu sehen. Über ihm folgt das Angoumien mit den massigen Rudistenkalken der Angoulême-Formation und dem weniger resistenten Lagen des Oberturons. Das Angoumien steht am linken Dronneufer, beiderseits des unteren Trincous und auch beidseitig der Côle an. Nächsthöheres Schichtglied ist das Coniacium mit seinen festen, kryptokristallinen Fossilkalken, sandigen Kalken, Sanden und Austernschillkalken. Es hat eine ziemlich weite Verbreitung und baut unter anderem den Felssporn des Ortskerns auf. Die Serie schließt mit dem Untersanton – graue, plattige, glaukonithaltige Mergelkalke. Das Untersanton findet sich im Ostteil der Gemeinde sowie auf den Höhenlagen im Süden.

Vereinzelt werden einige Höhenlagen von pleistozänem Kolluvium überdeckt, insbesondere die Rücken beiderseits der Côle. Würmeiszeitlicher Hangschutt verfüllt Tallagen im Trincoutal und im rechtsseitigen Côletal. Eine mindelzeitliche Hochterrasse findet sich am linken Talrand der Côle bei Le Grand Roc, risseiszeitliche Mittel- und Niederterrassen sind im Mündungsgebiet von Côle und Dronne häufig anzutreffen. Die Talauen der drei Flüsse werden von rezenten Sedimenten aufgebaut.

Durch das Gemeindegebiet von Condat-sur-Trincou quert der Ausläufer der Mareuil-Störung in ostsüdöstlicher Richtung. Diese Verwerfung hat zu einem Anheben des südlichen Schichtverbandes geführt. Der Versetzungsbetrag liegt bei ungefähr 20 Meter. Die Störung quert unmittelbar südlich des Ortskerns; mit Erreichen des Côletals verkompliziert sich das Geschehen und es lassen sich dann mehrere kleinere Seitenäste beobachten.

Das Angoumien wurde in mehreren Steinbrüchen als Baustein abgebaut, beispielsweise bei Les Carrières de Verneuil im Dronnetal, südlich des Ortskerns im Trincoutal und bei La Croix im Côletal.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Menhir in Fouret – etwas zweckentfremdet

Die Anwesenheit des Menschen lässt sich in Condat-sur-Trincou bis in die Megalithzeit zurückverfolgen. Beim Weiler Fouret steht der Dolmen von Peyrelevade, im Weiler selbst ist ein Menhir erhalten. Im Ortskern von Condat-sur-Trincou wurden Spuren aus der Keltenzeit und der gallorömischen Epoche gefunden. Am Fuß der Felswand liegt der so genannte Barbarenfriedhof mit Bestattung in aufrechter Position, wahrscheinlich aus der Zeit der Völkerwanderung. Im frühen Mittelalter bestand auf dem Felsen eine Nekropole. Darüber wurde dann im Zwölften Jahrhundert die romanische Ortskirche erbaut. Das Schloss von Condat (Château de Condat) stammt aus dem 13. Jahrhundert. Bertrand du Guesclin belagerte hier die Engländer im Jahr 1377. Das Schloss Château de Montplaisir geht ins 15. Jahrhundert zurück. Im 18. Jahrhundert wurde schließlich das Schloss Château des Castillères errichtet.

Auf der Cassini-Karte von 1756 bis 1789 wird der Ort noch als Condac angeführt. 1793 hieß er dann Condat de Drone, 1801 nur noch Condat und erst ab 1906 dann Condat-sur-Trincou.

Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister von Condat-sur-Trincou ist seit 2008 der parteilose Rentner François Thomas.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung in Condat-sur-Trincou
Jahr Einwohner


1962 391
1968 386
1975 352
1982 325
1990 376
1999 410
2007 488
2016 474

Quelle: INSEE[2]

Die Bevölkerungsentwicklung war in der Gemeinde Condat-sur-Trincou bis 1982 rückläufig. Seither sind die Zahlen im Vergleich zum Rest des Kantons überdurchschnittlich am Ansteigen.

Condat-sur-Trincou liegt bevölkerungsmäßig auf Platz 2 im Kanton Champagnac-de-Belair.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Dolmen Peyrelevade bei Fouret
  • Der Dolmen Peyrelevade und der Menhir in Fouret. Der Dolmen ist seit 1960 Monument historique.
  • Die romanische Ortskirche Saint-Étienne aus dem Zwölften Jahrhundert. Monument historique seit 1948.
  • Das Château de Condat, ein Schloss aus dem 13. und 15. Jahrhundert.
  • Das Château de Montplaisir, das Schloss, dessen Turm aus dem 15. Jahrhundert stammt, dessen Wohntrakt aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Es ist im Privatbesitz.
  • Das Château des Castillères, das im Privatbesitz befindliche Schloss aus dem 18. Jahrhundert.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Dronnetal an der Westgrenze der Gemeinde verläuft die D 83 von Brantôme nach Saint-Pardoux-la-Rivière. Das Côletal im Süden durchzieht die D 78 von Brantôme nach Saint-Jean-de-Côle. Der Ortskern selbst kann nur über Kommunalstraßen erreicht werden: von Champagnac-de-Belair im Nordwesten, von Villars im Nordosten, von Valade an der D 78 im Süden und von Chapelle-Faucher im Südosten. Den Osten des Gemeindegebietes durchquert die D 3 von Villars nach Agonac. Die Nord-Süd-verlaufenden Täler im Südteil der Gemeinde jenseits der Côle werden von der D 74 (nach Eyvirat und Saint-Front-d’Alemps) sowie von mehreren kleineren Kommunalstraßen durchzogen.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Website des Conseil général de la Dordogne mit den okzitanischen Gemeindenamen
  2. Condat-sur-Trincou auf der Website des Insee

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Condat-sur-Trincou – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien