Condictio

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Die condictio (lat.: Rückforderung) ist eine Klage des römischen Rechts aus ungerechtfertigter Bereicherung. Aus der condictio hat sich das heute in Deutschland geltende Bereicherungsrecht der §§ 812 ff. BGB entwickelt. Die condictio bietet gemeinhin die Möglichkeit, zu Unrecht Erlangtes vom Bereicherten zurückzufordern (zu kondizieren).

Ursprung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entstanden ist die condictio aus dem Rechtskreis des mutuum. Da nicht jede von der Rechtsordnung vorläufig zugelassene Vermögensverschiebung endgültigen Bestand erlangen sollte, gewährte ein hingegebenes Darlehen Rückforderungsansprüche.[1] Diese sollten gegebenenfalls klagbar sein. Die condictio aus mutuum geht wie die aus Stipulation oder Litteralvertrag auf die altrömische Legis actio per condictionem zurück und verlangte als strengrechtliche Klage Adäquanz der Maße von Zuwendung und Rückforderung.[2] Aus diesem Grund war die condictio stets auf einer bestimmten Summe (certam pecuniam dari) oder das für eine bestimmte Sache erlangte (aliam certam rem dari) gerichtet. Die Klageformel im Formularprozess war dadurch gekennzeichnet, dass der Verpflichtungsgrund nur abstrakt bezeichnet war (Si paret oportere, falls jener verpflichtet ist). Die condictio eignete sich daher zur Anwendung auf eine Vielzahl von Verpflichtungsfällen. Später wurde die Prozessformel noch durch die condictio incerti auf solche Fälle erweitert, in denen dasjenige, was der Kläger herausverlangte, nicht eindeutig zu beschreiben war.

Einzelne Kondiktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Je nach dem Grund der Bereicherung unterscheidet das Römische Recht verschiedene Kondiktionen:

Daneben haben sich weitere, sogenannte postklassische Kondiktionen entwickelt:

Kondiktion und Bereicherungsrecht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das moderne Bereicherungsrecht hat sich aus dem System der condictiones entwickelt, weist aber im Vergleich zu jenen etliche Unterschiede auf. So kann nach römischen Recht stets die „certa res“ herausverlangt werden, während das heutige deutsche Bereicherungsrecht den Einwand zulässt, der Schuldner sei nicht mehr im Besitz der Bereicherung (sog. Entreicherung, vgl. § 818 Abs. 3 BGB und Art. 62 OR).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Heinrich Honsell: Römisches Recht. 5. Auflage, Springer, Zürich 2001, ISBN 3-540-42455-5, S. 159 f.
  2. Herbert Hausmaninger, Walter Selb: Römisches Privatrecht, Böhlau, Wien 1981 (9. Aufl. 2001) (Böhlau-Studien-Bücher) ISBN 3-205-07171-9, S. 270–275.