Condor (Flugzeug)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Condor IV/3 in der Flugwerft Schleißheim
Condor IV im Landeanflug

Der Condor war ein Segelflugzeug in Holzbauweise, das in den einsitzigen Versionen I bis III in den 1930er-Jahren und als doppelsitziger Condor IV von 1951 bis 1954 gebaut wurde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Condor wurde Ende 1931 von Heini Dittmar als Leistungssegler unter Rückgriff auf die Fafnir-Rumpfzeichnungen konstruiert und von ihm in 2000 Arbeitsstunden unter Verwendung von Material der RRG-Abteilung Flugtechnik gebaut. Das Einfliegen erfolgte durch seinen Bruder Edgar kurz vor dem Rhönwettbewerb 1932, bei dem dann Heini mit dem Condor Sieger der Juniorenklasse im Übungswettbewerb wurde.[1]

Neben den einsitzigen Varianten Condor II und III entwickelte und baute Heini Dittmar nach dem Zweiten Weltkrieg eine doppelsitzige Version Condor IV mit einem im Schwerpunkt liegenden hinteren Sitz, auf 18 Meter vergrößerter Spannweite und höhergesetztem Höhenruder. Eine Acrylglashaube überspannte beide Sitze.[2]

Eine kleine Serie entstand bei den Lizenznehmern Ferdinand Schmetz in Herzogenaurach (fünf Condor IV/2 mit DFS-Bremsklappen) und Alexander Schleicher (sieben Condor IV/3 mit nach oben und unten ausfahrenden Schempp-Hirth-Bremsklappen). Schleicher betrieb erfolgreich die Musterzulassung durch die Prüfstelle für Luftfahrtgerät (PfL). Nachbauten entstanden in Argentinien als Condor IV/4.[3]

Einige Exemplare des Condor IV wurden allerdings auch als Versuchsträger für neue Entwicklungen verwendet; beispielsweise wurden an ein Exemplar Wölbklappen angebaut und durch Hanna Reitsch erprobt. Dieses Exemplar befindet sich im Besitz des Luftsportvereins Wipperfürth. Ein Condor IV befindet sich am Flugplatz des Osnabrücker Vereins für Luftfahrt in Achmer. Weitere Condor IV sind in der Flugwerft Schleißheim und dem Deutschen Segelflugmuseum auf der Wasserkuppe ausgestellt.

Konstruktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Condor ist ein Hochdecker in Holzbauweise. Die Tragflächen werden bei den ersten drei Versionen von Streben gestützt, beim Condor IV fehlen diese. Die Tragflächen haben in Rumpfnähe einen Knick nach oben. Das Fahrwerk besteht bei allen Versionen aus einer Kufe und einem abwerfbaren Rad für den Start und Transport am Boden.

Technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kenngröße Condor I[2] Condor II[2] Condor III[2] Condor IV/3[3]
Konstruktionsjahr 1932 1935 1938
Besatzung 1 2
Länge 7,65 m 7,70 m 7,60 m 8,44 m
Spannweite 17,26 m 17,24 m 18,0 m
Tragflächenprofil Gö 532 Gö 532 (innen)
NACA 0012 (außen)
Flügelfläche 16,20 m² 21,2 m²
Flügelstreckung 18,4 15
Startmasse 310 kg 330 kg 325 kg 358 kg
max. Startmasse 520 kg
Flächenbelastung 19,12 kg/m² 19,75 kg/m² 10,82 kg/m² 24,5 kg/m²
Höchstgeschwindigkeit 180 km/h 170 km/h
Mindestgeschwindigkeit 50 km/h 60 km/h
Geringstes Sinken 0,65 m/s 0,6 m/s 0,7 m/s
Gleitzahl 26 28 31 bei 80 km/h

Erhaltene Flugzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Condor IV/3 ist in der Flugwerft Schleißheim ausgestellt,[4] ein weiterer befindet sich im Deutschen Segelflugmuseum.[5]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schleicher Condor – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Peter Riedel: Vom Hangwind zur Thermik. Erlebte Rhöngeschichte 1927–1932. 1. Auflage. Motorbuch Verlag, Stuttgart 1984, ISBN 3-87943-981-8, S. 178.
  2. a b c d Georg Brütting: Die berühmtesten Segelflugzeuge. 1. Auflage. Motorbuch Verlag, Stuttgart 1970, S. 58 f., 181.
  3. a b Peter F. Selinger: Rhön-Adler. Hrsg.: Alexander Schleicher GmbH. 3., berichtigte und ergänzte Auflage. 2015, ISBN 978-3-00-048851-1, S. 53–57.
  4. Flugwerft Schleißheim: Condor IV, abgerufen am 26. August 2017
  5. Liste der im Deutschen Segelflugmuseum ausgestellten Segelflugzeuge