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Constanze Mozart

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Constanze Mozart im Jahr 1782, Porträt von ihrem Schwager Joseph Lange
Die Söhne Carl Thomas und Franz Xaver Wolfgang Mozart. Gemälde von Hans Hansen (1769–1828)

Maria Constanze Caecilia Josepha Johanna Aloisia Mozart, geborene Weber (* 5. Januar 1762 in Zell im Wiesental; † 6. März 1842 in Salzburg) war eine österreichische Sopranistin und Nachlassverwalterin der Werke ihres Ehemannes Wolfgang Amadeus Mozart. Sie war die Cousine von Carl Maria von Weber.

Constanze Mozart war die dritte von vier Töchtern von Franz Fridolin Weber und Maria Cäcilia Cordula Stamm. Die Familie lebte seit Juli 1764 in Mannheim, wo der Vater Bassist und Kopist am Theater war und die zweitälteste Schwester Aloisia Koloratursopranistin. Dort lernten sich Mozart und Constanze Weber 1777 kennen. Mozart verliebte sich aber zunächst in ihre Schwester Aloisia. 1781 traf Mozart die inzwischen nach Wien übersiedelte Familie Weber wieder. Aloisia hatte inzwischen Joseph Lange geheiratet. In Wien wohnte Mozart eine Zeit lang bei den Webers, musste jedoch „wegen des Geredes der Leute“ die Wohnung wechseln.[1]

Am 4. August 1782[2] heirateten die beiden mit Dispens vom dreimaligen Aufgebot. Nach Mozarts Briefen zu urteilen, war es eine glückliche Ehe. Sie habe ihm die Inspiration gegeben, die er für seine Kompositionen brauchte. Mehrere Werke sind für sie geschrieben, darunter die Sopranpartie der Großen c-Moll-Messe, die sie bei der Uraufführung in der Salzburger Peterskirche singen sollte. Sie begleitete ihn auch auf den meisten seiner Reisen.

Während ihrer Ehe mit Mozart war Constanze in acht Jahren sechsmal schwanger, was ihre Kräfte derart auslaugte, dass sie immer wieder ans Bett gefesselt war. Von den Kindern Raimund Leopold (1783), Carl Thomas (1784–1858), Johann Leopold (1786), Theresia (1787), Anna (1789) und Franz Xaver Wolfgang (1791–1844) starben vier als Säuglinge. Belastet war sie zudem durch häufige Umzüge und die Geldprobleme der letzten Jahre.

Constanze Mozart im Jahr 1802, Porträt von Hans Hansen

Nach Mozarts Tod 1791 stand Constanze alleine mit ihren beiden Kindern und den Schulden ihres Mannes da. Um sich und die Kinder durchzubringen, veranstaltete sie gemeinsam mit ihrer Schwester Aloisia mehrere Benefizkonzerte und 1795/96 eine Konzertreise mit Mozarts Werken. Am 23. Mai 1795 kündigte sie in der Wiener Zeitung auch eine „Pränumeration auf eine Opera Seria im Clavier-Auszuge von Mozart“ an, wobei die Vorbestellung in Wien bei der Musikalienhandlung Artaria & Co. oder bei der „unterzeichneten Wittwe selbst, in der Krugerstrasse beym blauen Säbel Nr. 1047 im 2ten Stock“ erfolgen konnte.[3] Die Kinder brachte sie auf das Landgut Vila Bertramka des befreundeten Ehepaares Josepha und Franz Xaver Duschek bei Prag. Die in ihrem Besitz befindlichen Autographe verkaufte sie nicht sofort. Sie vergab die Publikationsrechte an den Verlag Breitkopf & Härtel, bat aber um Rücksendung. Nachdem Verhandlungen über einen Verkauf mit diesem Verlag gescheitert waren, veräußerte sie zur Jahreswende 1799/1800 den Nachlass für 3.150 Gulden an den Offenbacher Komponisten und Musikverleger Johann Anton André. „Es ist also maßgeblich ihr zu verdanken, daß Wolfgangs Autographe nicht in aller Welt verstreut sind.“[4]
Zehn Jahre später, 1809, heiratete Constanze in Preßburg den dänischen Legationssekretär und Diplomaten Georg Nikolaus Nissen, mit dem sie 1810 nach Kopenhagen übersiedelte. Zwischen 1820 und 1824 bereiste das Ehepaar Deutschland, bevor es im August 1824 nach Salzburg zog. Spätestens hier begannen sie gemeinsam die Arbeit an einer der ersten Biografien über W. A. Mozart. Sie konnten dabei auf zahlreiche Briefe aus der Familienkorrespondenz zurückgreifen, die Mozarts Schwester Maria Anna ihnen überlassen hatte.[5] Nissen starb 1826. Constanze gab die Biografie posthum 1828 heraus.[6]

Angeblich Constanze Mozart 1840
Grabstein von Constantia Nissen im Innenhof des Sankt-Sebastiansfriedhofs in Salzburg

1826 zog ihre verwitwete Schwester Sophie zu ihr und betreute sie bis zu ihrem Tod.[7] Am 8. März 1842 wurden die sterblichen Überreste Constanzes im Grab der Familie Nissen/Mozart auf dem Sankt-Sebastiansfriedhof in Salzburg beigesetzt.[8] Ihr Schwiegervater Leopold Mozart ist nicht in diesem Grab, sondern in der Kommunalgruft von Sankt Sebastian beerdigt.[9]

2005 wurde in Altötting eine Kopie einer angeblich aus dem Jahr 1840 stammenden Daguerreotypie wiedergefunden, auf der die 78-jährige Constanze gemeinsam mit der Familie des Komponisten Max Keller abgebildet sein soll.[10][11] Die Echtheit wurde angezweifelt, da die Daguerreotypie erst ein Jahr zuvor erfunden worden war und andere Freilicht-Gruppenbilder aus dieser Zeit nicht überliefert sind (Carl Ferdinand Stelzners Aufnahme des Hamburger Künstlervereins stammt aus dem Jahr 1843). Eine Untersuchung des Bayerischen Landeskriminalamts kam zu dem Ergebnis, dass etliche Merkmale im Gesicht der alten Dame auch auf früheren Porträts von Constanze zu finden seien.[12] Das Foto wurde wahrscheinlich von dem Burghauser Künstler Karl Klemens della Croce aufgenommen, einem Enkel Johann Nepomuk della Croces.[13]

2006 wurde die „musikalische Komödie“ Die Weberischen von Felix Mitterer, die die Geschichte von Constanze Mozart und ihrer Familie erzählt, von den Vereinigten Bühnen Wien uraufgeführt.

Heidi Knoblich veröffentlichte 2006 den biographischen Roman Constanze Mozart geb. Weber. Auf ihre Initiative hin wurde eine neue Beetrose des Zuchtbetriebs W. Kordes’ Söhne Constanze Mozart benannt und am 13. Juli 2012 von Gräfin Bettina Bernadotte auf diesen Namen getauft. Am 29. Juli wurde ein mit Constanze Mozart bepflanztes Beet im Stadtpark von Constanzes Geburtsort Zell feierlich enthüllt.[14][15]

Commons: Constanze Mozart – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Vergleiche Brief Wolfgang Amadé Mozarts an seinen Vater, 5. September 1781 (Bauer/Deutsch Nr. 621)
  2. Trauungsbuch - 02-074 | 01., Wien - St. Stephan | Wien, rk. Erzdiözese (östl. Niederösterreich und Wien) | Österreich | Matricula Online. Abgerufen am 25. Oktober 2017.
  3. Pränumeration auf eine Opera Seria im Clavier-Auszuge von Mozart. In: Wiener Zeitung, 23. Mai 1795, S. 22 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/wrz
  4. Eva Rieger: Nannerl Mozart. 2. Auflage. Frankfurt am Main, 1991, S. 31.
  5. Anja Morgenstern: Das Verhältnis zwischen den Schwägerinnen Constanze und Maria Anna Mozart. In: Eva Neumayr (Hrsg.): Maria Anna Mozart. Facetten einer Künstlerin. Wien 2019, S. 96.
  6. Georg Nikolaus von Nissen: Biographie W. A. Mozart’s. Hrsg.: Constanze, Wittwe von Nissen, früher Wittwe Mozart. Breitkopf und Härtel, Leipzig 1828, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10600192-7.
  7. Haibel (Haibl), Sophie. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Band 2, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1959, S. 148.
  8. Brief aus Salzburg. In: Allgemeine Wiener Musik-Zeitung / Wiener allgemeine Musik-Zeitung, 26. März 1842, S. 3 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/awm
  9. Siehe Anja Morgenstern: Das Verhältnis zwischen den Schwägerinnen Constanze und Maria Anna Mozart. In: Eva Neumayr (Hrsg.): Maria Anna Mozart. Facetten einer Künstlerin. Wien 2019, S. 100.
  10. Foto-Entdeckung: Mozart-Witwe Constanze ist im Bilde. In: Spiegel Online. 6. Juli 2006
  11. Constanze Mozart posiert für ein Foto. In: Kölner Stadt-Anzeiger. 19. Juli 2006
  12. Das Rätsel um das Constanze-Foto. In: Badische Zeitung. 1. März 2012
  13. Alfred Zeller: Frühe Fotografie in Altötting: 1840 bis 1934. Sutton Verlag GmbH, 2013, ISBN 978-3-95400-298-6 (google.de [abgerufen am 1. Januar 2020]).
  14. Rose "Constanze Mozart". In: Tourismus-BW. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 21. Oktober 2019; abgerufen am 12. Oktober 2019.
  15. Roswitha Frey: "Constanze Mozart" blüht auf in Zell. In: Badische Zeitung. 31. Juli 2012, abgerufen am 12. Oktober 2019.