Contagion (Film)

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Film
Deutscher TitelContagion
OriginaltitelContagion
ProduktionslandVereinigte Staaten,
Vereinigte Arabische Emirate
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr2011
Länge106 Minuten
AltersfreigabeFSK 12[1]
JMK 12[2]
Stab
RegieSteven Soderbergh
DrehbuchScott Z. Burns
ProduktionMichael Shamberg
Stacey Sher
Gregory Jacobs
MusikCliff Martinez
KameraSteven Soderbergh
SchnittStephen Mirrione
Besetzung

Contagion (engl. für „Ansteckung“) ist ein Thriller aus dem Jahr 2011 des Regisseurs Steven Soderbergh, der eine Pandemie eines tödlichen Virus thematisiert.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitch Emhoffs zweite Ehefrau Beth kehrt von einer Dienstreise aus Asien nach Minneapolis zurück, nachdem sie sich bei einem Zwischenstopp in Chicago mit einem ehemaligen Liebhaber getroffen hat. Sie wirkt gesundheitlich angeschlagen, hat Fieber und Hustenanfälle. Kurz nachdem sich ihr Bewusstsein eingetrübt hat, erleidet sie einen Kollaps und wird von Mitch ins Krankenhaus gebracht, wo sie stirbt. Auch Clark – ihr Sohn aus erster Ehe – stirbt, während Mitch bei Beth im Krankenhaus ist. Mitch wird in Quarantäne genommen, erweist sich aber später als immun gegen den Erreger, an dem Beth – gemäß Verdachtsdiagnose der Ärzte – gestorben ist. Jory, Mitchs Tochter aus erster Ehe, war nicht im Haus, als Beth von der Dienstreise nach Hause kam, und erkrankt deshalb nicht. Im Folgenden hält Mitch Jory zuhause unter Quarantäne.

Als eine Pandemie ausbricht, veranlasst die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Suche nach einem Impfstoff. In Atlanta treffen sich Mitarbeiter des Department of Homeland Security mit Dr. Ellis Cheever von den Centers for Disease Control and Prevention (CDC), weil sie einen Biowaffenanschlag über das Thanksgiving-Wochenende befürchten. Cheever beauftragt Dr. Erin Mears damit, nach Minneapolis zu fliegen und alle Personen aufzuspüren, die Kontakt mit Beth hatten. Dabei infiziert sie sich und stirbt. Währenddessen reist Dr. Leonora Orantes, Epidemiologin von der WHO, nach Asien, um dort die Ausbreitungsgeschichte des Erregers zu ermitteln. Nebenbei machen es sich die Mediziner zur Aufgabe, die rasant um sich greifende Panik in der Bevölkerung unter Kontrolle zu bringen. Sie gehen davon aus, dass eine Person von zwölf der Weltbevölkerung mit einer Sterblichkeitsrate von 25–30 % infiziert sein wird.

Der Blogger und Verschwörungstheoretiker Alan Krumwiede versucht, die Besucherzahlen seines Blogs zu steigern, indem er das unwirksame homöopathische Präparat „Forsythia“ als Heilmittel anpreist.

Während sich das Virus weltweit ausbreitet, werden mehrere Städte unter Quarantäne gestellt, was zu Hamsterkäufen, Plünderungen und Gewalt führt.

Inzwischen gelingt es Dr. Ally Hextall, das Virus zu isolieren, zu analysieren und nachzuzüchten. Dabei zeigt sich, dass es Erbgut von Schweine- und von Fledermausviren beinhaltet. Damit lässt sich nun ein Impfstoff herstellen, doch die Mengen reichen nicht aus, um schnell eine große Anzahl von Menschen zu impfen. So kommt es überall auf der Welt zu Entführungen und Erpressungen, um eher an Impfstoff zu gelangen. Auch Dr. Orantes wird entführt und gegen eine Lieferung Impfstoff freigelassen, die sich jedoch als Placebo herausstellt. In den USA werden die Impftermine in einer Tombola verlost. Krumwiede wird vom Department of Homeland Security verhaftet, kommt aber wieder frei, als Leser seines Blogs die Kaution stellen. Nachdem Jorys Freund eine Impfung erhalten hat, darf sie sich wieder mit ihm treffen.

Abschließend zeigt eine Szene den Beginn der Pandemie. Eine Fledermaus wird von einem Bulldozer des amerikanischen Bergbauunternehmens aufgeschreckt, bei dem Beth arbeitet. Die Fledermaus fliegt mit einem Stück Banane in die Halle eines Schweinezüchters und lässt es dort fallen. Ein Schwein frisst das Bananenstück und wird später vom Küchenchef eines Casinos gekauft. Der Küchenchef bereitet das Schwein zu, wäscht sich aber nicht die Hände, bevor er Beth im Casino die Hand gibt.

Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Produktion des Filmes erhielt Soderbergh Unterstützung von den Centers for Disease Control and Prevention (CDC), der US-amerikanischen Behörde zum Schutz der öffentlichen Gesundheit.

Die Produktionskosten betrugen nach Angaben des Regisseurs 60 Millionen US-Dollar.[3] Gefilmt wurde unter anderem in Atlanta, Chicago, Minneapolis, Dubai, Japan, der Schweiz, Großbritannien, Brasilien, Russland, Malaysia, Hongkong und San Francisco.[4]

Der Film weist deutliche Parallelen zu den realen Pandemien SARS (2002 und 2003) und COVID-19 (2020) auf.

Veröffentlichung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kinostart in den USA war am 9. September 2011, in Deutschland am 20. Oktober 2011.[3]

Im Zuge der Coronavirus-Pandemie von 2019 und 2020 erhielt der Film erneute Aufmerksamkeit und wurde im Zuge der Verbreitung des Virus' der zweitgefragteste Film von Warner Bros. Entertainment. Er gehört seither zu den meistaufgerufenen Filmen der Streaminganbieter.[5][6]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieser Abschnitt besteht nur aus einer listenhaften Sammlung von Zitaten aus Filmkritiken. Stattdessen sollte eine zusammenfassende Darstellung der Rezeption des Films als Fließtext erfolgen, wozu auch markante Zitate gehören können, siehe dazu auch die Ausführungen in der Formatvorlage Film.

„Attraktiv mit einem Star-Ensemble besetzt, dabei aber kühl und distanziert erzählt, setzt der Thriller nicht auf die Mechanismen eines Katastrophenspektakels oder auf drastischen Körperhorror, sondern schockiert durch die Glaubwürdigkeit und wissenschaftliche Akkuratesse des geschilderten Szenarios.“

„Wir vernetzen uns zu Tode: Der furiose Virus-Schocker ‚Contagion‘ zeigt, wie rasant sich Krankheiten in Zeiten der Globalisierung verbreiten. Trotz großer Stars wie Kate Winslet oder Matt Damon überzeugt der Film als Gemeinschaftswerk.“

David Kleingers – Der Spiegel[8]

„Rasant und effizient kann Soderbergh erzählen, wie sich die Epidemie ausbreitet, wie die Gegenmaßnahmen vom Center for Disease Control in Atlanta und von der Weltgesundheitsorganisation WHO in Genf organisiert werden. Er hat das weit wuchernde Geflecht der Erzählstränge fest im Griff, und doch gelingt es ihm kaum, wirkliche Anteilnahme hervorzurufen.“

Rainer Gansera – Süddeutsche Zeitung[9]

„[…] tut es dem Film gut, dass beide Kommunikatoren der Krise ambivalente Charaktere sind, bei denen das Gemeinwohl seine liebe Not hat, sich gegen persönliche Interessen zu behaupten. Börsenspekulationen mit Pharma-Aktien gehören ebenso zu dieser facettenreichen Horrorvision wie Verschwörungstheorien und obskure Wundermittel. […] Der Intellektuelle Soderbergh ist nicht gerade als Sentimentalist bekannt, und auch hier schützt ihn sein kühler Kopf vor dem Allzu-Plakativen. Normalerweise sind Katastrophenfilme voller herzzerreißender Sterbe- und Abschiedsszenen. Soderbergh zeigt lieber, wie sich zwei Helfer darüber unterhalten, wann ihnen die Leichensäcke ausgegangen sind.“

Daniel Kothenschulte – Berliner Zeitung[10]

„[…] ist es schlicht beeindruckend, wie gut Soderbergh sein Handwerk versteht. Er gibt dem Genre mit großer Eleganz, was es braucht, und kann dabei auf den üblichen mythologischen Schmalz von klassen-, rassen- und geschlechterübergreifender Versöhnung in der Not verzichten. Mit chirurgischer Präzision zieht seine Kamera die Bewegung ihrer Protagonisten nach und nimmt das zwischenmenschliche Wechselgeld in den Blick. Begrüßungen, Verabschiedungen, weitergereichte Touchpads, Haltegriffe in der U-Bahn. Kleinigkeiten, die unser soziales Leben bestimmen und jetzt den Weg des Krankheitserregers markieren. Was den Menschen ausmacht, seine Sehnsucht nach Nähe und Berührung, wird zur Übermittlungsroute des tödlichen Keims. Das ist im Kern das Drama von „Contagion“. Und das ist, nun ja, berührend.“

Birgit Glombitza – Die Tageszeitung[11]

„Wie sein passend gewählter elektronischer Soundtrack ist Soderberghs Thriller nah dran am Zeitgeist und der Gegenwart. So ist ‚Contagion‘ zudem auch ein überaus globalisierter Film, der anhand der immer wieder ins Bild gerückten Weltkarten, den vielen Schauplätzen von Hongkong über London bis Chicago und der raschen Ausbreitung des Krankheitserregers über Kontinente hinweg noch einmal verdeutlicht, wie sehr die moderne Welt ineinander greift: Mit der Pest an Bord alleine vor Madagaskar liegen, das war gestern.“

Christian Horn – Fluter[12]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW) verlieh dem Film das Prädikat „wertvoll“.[13]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für Contagion. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, September 2011 (PDF; Prüf­nummer: 129 564 K).
  2. Alterskennzeichnung für Contagion. Jugendmedien­kommission.
  3. a b Wie erklärt sich ein Kinoflop, Mr Soderbergh?, FAZ.net vom 2. März 2012
  4. Drehorte in der IMDb
  5. Corona und kein Ende: Plötzlich ist Steven Soderberghs „Contagion“ ein Hit, abgerufen am 9. März 2020
  6. ‘Contagion,’ Steven Soderbergh’s 2011 Thriller, Is Climbing Up the Charts, abgerufen am 9. März 2020
  7. Contagion. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 2. März 2017.Vorlage:LdiF/Wartung/Zugriff verwendet 
  8. Filmkritik Der Tod kommt mit dem Touchscreen vom 20. Oktober 2011
  9. Filmkritik Klinisch kalt genießen wir die Katastrophe vom 20. Oktober 2011
  10. Filmkritik Mutierte Schweinegrippe vom 18. Oktober 2011
  11. Filmkritik Ein Virus kennt keine Moral vom 20. Oktober 2011
  12. Welt in Angst (Memento vom 9. November 2013 im Internet Archive) vom 20. Oktober 2011
  13. Pressetext der FBW