Contagion (Film)

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Filmdaten
Deutscher Titel Contagion
Originaltitel Contagion
Produktionsland Vereinigte Staaten,
Vereinigte Arabische Emirate
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2011
Länge 106 Minuten
Altersfreigabe FSK 12[1]
JMK 12[2]
Stab
Regie Steven Soderbergh
Drehbuch Scott Z. Burns
Produktion Michael Shamberg
Stacey Sher
Gregory Jacobs
Musik Cliff Martinez
Kamera Steven Soderbergh
(als Peter Andrews)
Schnitt Stephen Mirrione
Besetzung

Contagion (engl. für „Ansteckung“) ist ein Thriller aus dem Jahr 2011 des Regisseurs Steven Soderbergh, der eine Pandemie eines tödlichen Virus thematisiert.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitch Emhoffs zweite Ehefrau Beth kehrt von einer Dienstreise aus Asien zurück. Sie hustet zunächst, dann sieht sie verschwommen und bricht später zu Hause zusammen. Sie wird ins Krankenhaus gebracht, wo sie stirbt. Auch Clark, ihr Sohn aus erster Ehe, stirbt, während ihr Mann Mitch bei ihr im Krankenhaus ist. Er selbst wird in Quarantäne genommen, erweist sich aber später als immun. Seine Tochter aus erster Ehe war nicht im Haus, als ihre Stiefmutter ankam, und erkrankt deshalb nicht. Es ist nicht klar, ob Mitchs Immunität an seine Tochter vererbt wurde.

Als eine Epidemie ausbricht, begibt sich die weltweite medizinische Gemeinde auf die Suche nach einem Heilmittel. In Atlanta treffen sich Mitarbeiter des Department of Homeland Security mit Dr. Ellis Cheever von den Centers for Disease Control and Prevention (CDC), weil sie einen Biowaffenanschlag über das Thanksgiving-Wochenende befürchten. Cheever beauftragt Dr. Erin Mears damit, die Ausbreitungsgeschichte des Erregers zu ermitteln und die Kontaktpersonen festzustellen. Nebenbei haben die Mediziner die Kontrolle der zunehmenden Panik zur Aufgabe, die sich schneller als das Virus selbst verbreitet. Alan Krumwiede versucht, die Besucherzahlen seines Blogs zu steigern, indem er das unwirksame homöopathische Präparat „Forsythia“ als Heilmittel benennt.

Als sich das Virus schließlich weltweit ausbreitet, versuchen gewöhnliche Menschen den Kampf ums Überleben aufzunehmen. Währenddessen rückt der Zerfall des Gemeinwesens immer näher. Geschäfte und Häuser werden geplündert.

Dr. Mears infiziert sich und stirbt.

Inzwischen gelingt es, das Virus zu isolieren, zu analysieren und sogar nachzuzüchten. Dabei zeigt sich, dass das Virus Sequenzen des Erbguts von Schweine- und von Fledermausviren beinhaltet. Damit ist der Weg beschritten, um einen Impfstoff herzustellen. Die Mengen reichen jedoch nicht aus, um schnell eine große Anzahl von Menschen zu impfen. So kommt es überall auf der Welt zu Entführungen und Erpressungen, um eher an Impfstoff zu gelangen.

In den USA werden die Impftermine mit einer Tombola verlost.

Krumwiede wird vom Department of Homeland Security verhaftet, kommt aber wieder frei, als Leser seines Blogs die Kaution stellen.

Mitch Emhoff hat seine Tochter von allen Menschen isoliert gehalten. Nach der Impfung darf sie sich wieder mit ihrem Freund treffen.

Zum Ende des Films sieht man eine kurze Szene, die den Beginn der Epidemie erklärt. Eine Fledermaus wird von einem Bulldozer des amerikanischen Bergbauunternehmens, bei dem Beth Emhoff arbeitet, aufgeschreckt. Die Fledermaus fliegt mit einem Stück Banane in die Halle eines Schweinezüchters und lässt es dort fallen. Ein Schwein frisst das Bananenstück und wird später vom Küchenchef eines Casinos gekauft. Der Küchenchef bereitet das Schwein zu, wäscht sich aber nicht die Hände, bevor er Beth Emhoff im Casino die Hand gibt.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Produktion des Filmes erhielt Soderbergh Unterstützung von den Centers for Disease Control and Prevention (CDC), einer US-amerikanischen Behörde zum Schutz der öffentlichen Gesundheit.

Deutliche Anleihen und einige Parallelitäten zeigt der Film zur realen SARS-Pandemie aus dem Jahr 2002 und 2003.

Kinostart in den USA war am 9. September 2011, in Deutschland am 20. Oktober 2011. Die Produktionskosten betrugen nach Angaben des Regisseurs 60 Millionen US-Dollar.[3] Gefilmt wurde unter anderem in Atlanta, Chicago, Minneapolis, Dubai, Japan, der Schweiz, Großbritannien, Brasilien, Russland, Malaysia, Hongkong und San Francisco.

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Attraktiv mit einem Star-Ensemble besetzt, dabei aber kühl und distanziert erzählt, setzt der Thriller nicht auf die Mechanismen eines Katastrophenspektakels oder auf drastischen Körperhorror, sondern schockiert durch die Glaubwürdigkeit und wissenschaftliche Akkuratesse des geschilderten Szenarios.“

„Wir vernetzen uns zu Tode: Der furiose Virus-Schocker „Contagion“ zeigt, wie rasant sich Krankheiten in Zeiten der Globalisierung verbreiten. Trotz großer Stars wie Kate Winslet oder Matt Damon überzeugt der Film als Gemeinschaftswerk.“

David Kleingers – Der Spiegel[5]

„Rasant und effizient kann Soderbergh erzählen, wie sich die Epidemie ausbreitet, wie die Gegenmaßnahmen vom Center for Disease Control in Atlanta und von der Weltgesundheitsorganisation WHO in Genf organisiert werden. Er hat das weit wuchernde Geflecht der Erzählstränge fest im Griff, und doch gelingt es ihm kaum, wirkliche Anteilnahme hervorzurufen.“

Rainer Gansera – Süddeutsche Zeitung[6]

„[…] tut es dem Film gut, dass beide Kommunikatoren der Krise ambivalente Charaktere sind, bei denen das Gemeinwohl seine liebe Not hat, sich gegen persönliche Interessen zu behaupten. Börsenspekulationen mit Pharma-Aktien gehören ebenso zu dieser facettenreichen Horrorvision wie Verschwörungstheorien und obskure Wundermittel. […] Der Intellektuelle Soderbergh ist nicht gerade als Sentimentalist bekannt, und auch hier schützt ihn sein kühler Kopf vor dem Allzu-Plakativen. Normalerweise sind Katastrophenfilme voller herzzerreißender Sterbe- und Abschiedsszenen. Soderbergh zeigt lieber, wie sich zwei Helfer darüber unterhalten, wann ihnen die Leichensäcke ausgegangen sind.“

Daniel Kothenschulte – Berliner Zeitung[7]

„[…] ist es schlicht beeindruckend, wie gut Soderbergh sein Handwerk versteht. Er gibt dem Genre mit großer Eleganz, was es braucht, und kann dabei auf den üblichen mythologischen Schmalz von klassen-, rassen- und geschlechterübergreifender Versöhnung in der Not verzichten. Mit chirurgischer Präzision zieht seine Kamera die Bewegung ihrer Protagonisten nach und nimmt das zwischenmenschliche Wechselgeld in den Blick. Begrüßungen, Verabschiedungen, weitergereichte Touchpads, Haltegriffe in der U-Bahn. Kleinigkeiten, die unser soziales Leben bestimmen und jetzt den Weg des Krankheitserregers markieren. Was den Menschen ausmacht, seine Sehnsucht nach Nähe und Berührung, wird zur Übermittlungsroute des tödlichen Keims. Das ist im Kern das Drama von „Contagion“. Und das ist, nun ja, berührend.“

Birgit Glombitza – Die Tageszeitung[8]

„Wie sein passend gewählter elektronischer Soundtrack ist Soderberghs Thriller nah dran am Zeitgeist und der Gegenwart. So ist ‚Contagion‘ zudem auch ein überaus globalisierter Film, der anhand der immer wieder ins Bild gerückten Weltkarten, den vielen Schauplätzen von Hongkong über London bis Chicago und der raschen Ausbreitung des Krankheitserregers über Kontinente hinweg noch einmal verdeutlicht, wie sehr die moderne Welt ineinander greift: Mit der Pest an Bord alleine vor Madagaskar liegen, das war gestern.“

Christian Horn – Fluter[9]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW) verlieh dem Film das Prädikat wertvoll.[10]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für Contagion. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, September 2011 (PDF; Prüf­nummer: 129 564 K).
  2. Alterskennzeichnung für Contagion. Jugendmedien­kommission.
  3. Wie erklärt sich ein Kinoflop, Mr Soderbergh?, FAZ.net vom 2. März 2012
  4. Contagion. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins, abgerufen am 2. März 2017.
  5. Filmkritik Der Tod kommt mit dem Touchscreen vom 20. Oktober 2011
  6. Filmkritik Klinisch kalt genießen wir die Katastrophe vom 20. Oktober 2011
  7. Filmkritik Mutierte Schweinegrippe vom 18. Oktober 2011
  8. Filmkritik Ein Virus kennt keine Moral vom 20. Oktober 2011
  9. Welt in Angst vom 20. Oktober 2011
  10. Pressetext der FBW