Convoy

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Filmdaten
Deutscher TitelConvoy
OriginaltitelConvoy
ProduktionslandUSA
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr1978
Länge106 Minuten
AltersfreigabeFSK 16
Stab
RegieSam Peckinpah
DrehbuchBill L. Norton
ProduktionRobert M. Sherman
MusikChip Davis
KameraHarry Stradling jr.
SchnittGraeme Clifford,
Garth Craven,
John Wright
Besetzung

Convoy ist ein Roadmovie von Sam Peckinpah aus dem Jahr 1978, das den Trucker als modernen Cowboy darstellt. Der Film basiert grob auf dem gleichnamigen Country-Song von C. W. McCall aus dem Jahr 1976.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbildung der auf Rubber Ducks Truck angebrachten metallenen Kühlerfigur einer Ente

Der Trucker Martin Penwald, CB-Rufname „Rubber Duck“ (Gummiente), ist auf einer einsamen Landstraße in Arizona unterwegs und trifft dabei auf die gutaussehende Fotografin Melissa, unterwegs in einem Jaguar E-Type. Um zu flirten fahren sie nebeneinander her, wobei Rubber Duck einen Streifenwagen im Gegenverkehr übersieht und diesen beinahe rammt. Er wird daraufhin von dem Polizisten gestoppt und zur Rede gestellt, Melissa hält in einiger Entfernung an. Rubber Duck kann einer Strafe jedoch entgehen, indem er dem Polizisten weismacht, Melissa würde nackt am Steuer sitzen, worauf dieser sofort ihre Verfolgung aufnimmt und sie flüchtet. Wenig später triff Rubber Duck auf dem Highway seine Kollegen mit den Rufnamen „Spider Mike“ und „Love Machine“ (aufgrund der luxuriösen Innenausstattung seines Trucks – später „Pig Pen“ (Schweinestall) genannt, da er eine Ladung Schweine transportiert). Sie werden von dem korrupten Sheriff Lyle Wallace in eine Falle gelockt, als dieser sich am Funkgerät als Trucker Kollege ausgibt und sie verleitet, die Geschwindigkeitsbegrenzung zu überschreiten. Kurz darauf werden sie von ihm in seiner „Radarfalle“ zur Kasse gebeten. Dabei stellt sich heraus, dass er und Rubber Duck alte Bekannte sind und die beiden eine Hassliebe verbindet. Als die drei Trucker kurze Zeit später in einem Truck Stop essen, folgt ihnen Lyle Wallace, der wegen seiner fiesen Art auch „Dirty Lyle“ genannt wird. Im Autohof treffen sie auch auf Melissa, die mit ihrem Jaguar nach einer Panne liegengeblieben ist. Nach einer kleinen Provokation seitens der Trucker über CB-Funk will der rassistisch eingestellte Lyle Wallace (in der deutschen Synchronisation von den Truckern meist als „Bulle“ tituliert) erneut Ärger machen und den dunkelhäutigen Kollegen Spider Mike wegen Landstreicherei einsperren, da er aufgrund des vorherigen Strafzettels pleite ist. Auch der Umstand, dass Spider Mike's Frau hochschwanger ist und er zur Geburt seines Kindes zuhause sein muss, interessiert Lyle Wallace nicht. Nach einem Wortgefecht widersetzt sich Spider Mike schließlich der Festnahme und schlägt den Sheriff nieder. Als zwei weitere Polizisten im Restaurant auftauchen und die Trucker verhaften wollen, lassen diese sich das nicht gefallen. Es kommt zu einer wilden Schlägerei mit der Polizei, in deren Verlauf noch weitere anwesende Trucker eingreifen und die beiden Polizisten schließlich k. o. geschlagen werden.

Da die Fahrer jetzt straffällig geworden sind, wollen sie möglichst schnell über die Staatsgrenze verschwinden; dazu bilden sie einen Konvoi. Rubber Duck führt den Konvoi an und nimmt Melissa in seinem Truck mit, wodurch sich beide in den folgenden Tagen näher kommen. Im Laufe der Verfolgungsjagd werden die Trucker zu weiteren Vergehen 'gezwungen'. Der Konvoi verursacht mehrere Verkehrsunfälle, in die auch einige Streifenwagen verwickelt werden, woraufhin das Polizeiaufgebot immer größer wird. Immer mehr Fernfahrer hören den Funkverkehr mit und schließen sich dem Konvoi an – aus dem Zwischenfall im Restaurant wird so ein riesiger Protestzug gegen die Behördenwillkür und die Arbeitsbedingungen der Fernfahrer. Als auch Straßensperren den Konvoi nicht aufhalten können und das Katz-und-Maus-Spiel zwischen Polizei und Fernfahrern zu eskalieren droht, sieht der zuständige Gouverneur eine ideale Gelegenheit, sich im Zuge des Wahlkampfes positive Publicity zu verschaffen und sich außerdem zusätzliche Wählerstimmen – nämlich die der Trucker – zu sichern. Spider Mike verlässt den Konvoi in Texas, um zu seiner Frau zu fahren, die kurz vor der Entbindung steht. Er wird jedoch von einem rassistischen Sheriff in einem texanischen Nest verhaftet, zusammengeschlagen und dann auf Geheiß von Lyle Wallace gefangen gehalten. Dieser will Spider Mike als Köder benutzen, um mit Rubber Duck abzurechnen. Während einer offiziellen Versammlung der Trucker mit dem Gouverneur bekommt Rubber Duck über das Stille-Post-Prinzip per CB-Funk davon Kenntnis und er macht sich auf, Spider Mike – notfalls mit Gewalt – aus der Hand der korrupten Polizei zu befreien. Obwohl er dabei keine Unterstützung möchte, folgen ihm einige der Trucker. Zusammen walzen sie mit ihren tonnenschweren Lastzügen den kleinen Ort nieder und befreien Spider Mike

Nach den Geschehnissen und den zahlreichen begangenen Straftaten, beschließt Rubber Duck zusammen mit einigen seiner Kollegen über die Grenze nach Mexiko zu gelangen und so einer strafrechtlichen Verfolgung zu entgehen. Der Konflikt gipfelt schließlich in einer offenen Konfrontation von Rubber Duck mit der geballten Staatsmacht in Form von Polizei und Nationalgarde auf einer Brücke über dem Rio Grande. Als er die Brücke und damit die Grenze überqueren will, gerät sein mit der explosiven Chemikalie Nitromannit beladener Truck unter heftigen Beschuss, u. a. auch durch einen in der Brückensperre verwendeten Flakpanzer, wodurch der Auflieger in einer gewaltigen Explosion zerstört wird und die Zugmaschine in den Fluss stürzt. Für Rubber Duck, der zunächst für tot gehalten wird, wird eine große Beerdigung organisiert, an der hunderte Trucker aus dem vorherigen Konvoi mit ihren Fahrzeugen teilnehmen. Rubber Ducks Sarg ist auf dem Sattelauflieger von Love Machine alias Pig Pen aufgebahrt. Als der Gouverneur die Trauerrede und die gesamte Beerdigung jedoch als Wahlkampfauftritt zweckentfremdet, verlässt Pig Pen angewidert seinen Platz, steigt in seinen Truck und fährt mit Rubber Ducks Sarg davon, worauf ihm alle anderen anwesenden Trucker mit Ihren Lastwagen folgen und nun einen neuen großen Konvoi bilden.

Die Schlusseinstellung zeigt Sheriff Wallace, wie er einem Bus des Kondolenzkonvois hinterherschaut. In der letzten Sitzreihe erkennt er Melissa und Rubber Duck, der verletzt überlebt hat. Alle drei beginnen herzlich zu lachen.

Soundtrack[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Soundtrack zum Film, auf dem unter anderem der Song Convoy von C. W. McCall sowie Lucille von Kenny Rogers enthalten ist, verkaufte sich etwa 3 Millionen Mal. Die Titelliste des Tonträgers nennt folgende Songs:

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film gewann 1980 die Goldene Leinwand.

Weitere Hinweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Peckinpah, der bis zu diesem Film überwiegend Western gemacht hatte, übertrug deren „Outlaw“- oder Räuber-und-Gendarm-Schwarzweißmalerei in das moderne Leben: Die Fronten von „Gut und Böse“ sind klar. Ein Mann gerät mit korrupten Autoritäten in Konflikt und wird unfreiwillig zum Anführer einer Revolte von kleinen Leuten. Die Truckfahrer nehmen hier den Platz von modernen Cowboys ein, wie dies auch in vielen zeitgenössischen Country- und Rock-Songs der Fall ist. Der Film war mit Produktionskosten in Höhe von (damals) 12 Millionen Dollar Peckinpahs teuerste Produktion.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Sam Peckinpah variiert und aktualisiert die Mythen des Western-Genres, wobei er mit den effektvollen Mitteln des Actionkinos ein pessimistisches Zeitbild entwirft. Der ‚amerikanische Traum‘ von Individualismus, Freiheit und Abenteuer erstickt unter den Konventionen von ‚Law and Order‘, gegen die auch anarchische Befreiungsversuche letztlich wirkungslos bleiben: Am Ende wird auch der Rebell vereinnahmt und als legendäre Heldenfigur der kommerziellen Nutzung unterworfen. Ein spannender, perfekt inszenierter Film vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Gewalt.“

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Convoy. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins, abgerufen am 4. Dezember 2016.