Mac OS

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Copland (Betriebssystem))
Wechseln zu: Navigation, Suche
Logo des Mac OS

Mac OS [mæk oʊˈɛs] ist der Name des Betriebssystems des US-amerikanischen Unternehmens Apple für deren hauseigene Macintosh-Computer, der zwischen 1997 und 2012 für die jeweilig aktuelle Version verwendet wurde. Der Begriff ist abgeleitet von Macintosh Operating System, einer Bezeichnung, die so niemals verwendet wurde.

Im Gegensatz zu den anderen gängigen Betriebssystemen wie Windows und Linux-Distributionen schreiben die Lizenzbedingungen von Mac OS vor, das System nur auf den Computern von Apple zu verwenden. Abgesehen von nie veröffentlichten internen Entwicklungen von Apple waren die einzigen Ausnahmen verschiedene lizenzierte Mac-Clones, die in den 1990er Jahren hergestellt wurden.

Mac OS[Bearbeiten]

Mac OS ist ein eingetragenes Markenzeichen, das eine Reihe GUI-basierter Betriebssysteme der Apple Inc. (zuvor Apple Computer Inc.) für deren Macintosh-Computersysteme bezeichnet.

Das Betriebssystem, das später von Apple als „Mac OS“ bezeichnet wurde, war ein integraler Bestandteil der Systemsoftware des 1984 erschienenen Macintosh-Rechners. Zu dieser Zeit wurde es lediglich „System“ oder „System Software“ genannt. Es war eine abgespeckte Version des Systems, das für den vorangegangenen aber wirtschaftlich erfolglosen Rechner Apple Lisa entwickelt worden war.

System 7.5.1 war das erste Version mit integriertem Mac-OS-Logo (einer Variante des originalen Happy-Mac-Symbols, das beim Einschalten angezeigt wird). Der Name „Mac OS“ wurde erstmals bei Mac OS 7.6, der Betriebssystemaktualisierung für System 7.5.5, verwendet. Der Nachfolger von System bzw. Mac OS, das eigenständig entwickelte Mac OS X, verwendete den Namen weiter. Erst mit OS X Mountain Lion alias „Mountain Lion“ wurde „Mac OS“ im Namen fallen gelassen.

Betriebssysteme, die den Namen „Mac OS“ tragen:

Mit Mac OS X Lion (Version 10.7 von Mac OS X) wurde das Betriebssystem bereits als „OS X“ beworben und die Server-Version heißt bereits OS X Server 1.0 (ohne „Mac“ im Namen). Ab OS X Mountain Lion (Version 10.8) heißt das Betriebssystem offiziell „OS X“ und gibt dies bei einem Klick auf „Über diesen Mac“ an. Als Grund für das Entfernen von „Mac“ im Namen gelten die Varianten des Betriebssystems für Apple TV, iPod, iPhone und iPad neben der ursprünglichen Variante für Macintosh-Computer. Da das Betriebssystem nicht mehr nur auf Macs läuft sollte es auch nicht mehr „Mac OS“ genannt werden. Beim Apple TV der 1. Generation wurde eine leicht modifizierte Version von Mac OS X verwendet, bei iPod, iPhone und iPad sowie ab Apple TV der 2. Generation heißt das Betriebssystem iOS (ursprünglich iPhoneOS und iPadOS) bzw. tvOS (basiert auf iOS) und hat mit Darwin dieselbe Basis und denselben Kernel wie Mac OS X bzw. OS X.

Systemsoftware[Bearbeiten]

Jahrelang hat Apple die Existenz des Betriebssystems absichtlich heruntergespielt, um die Macintosh-Systeme benutzerfreundlicher erscheinen zu lassen und um sich von anderen Personal Computern und deren Betriebssystemen abzugrenzen. Ein großer Teil dieser frühen Systemsoftware wurde direkt im ROM gespeichert. Diese Vorgehensweise hatte in Zeiten von teurem RAM den Vorteil, dass nicht alle Komponenten in den aktiven Arbeitsspeicher geladen werden mussten und dennoch sofort zur Verfügung standen, da die Programme im ROM jederzeit und schneller als von den damals üblichen Disketten und Festplatten abrufbar waren. Auch war so die begrenzte Speicherkapazität von Disketten (englisch Floppy Disks) nicht durch Teile des Betriebssystems belegt und konnte rein für Programme und Daten genutzt werden. Die ersten Macs wurden ohne Festplatte ausgeliefert.

Zum Starten war dennoch eine Systemdiskette erforderlich. Nur ein Modell der Macintosh-Reihe war je allein aus dem ROM bootbar: der Macintosh Classic von 1991. Die Architektur dieser „System Software“ erlaubte ein komplett grafisches Betriebssystem ohne einen Kommandozeilen-Modus. Abstürzende Programme und sogar Hardwarefehler wie das Fehlen von Laufwerken wurden dem Benutzer grafisch über Kombinationen von Symbolen (englisch Icons), Hinweisfenstern, Knöpfen, dem Mauszeiger und der markanten Bitmap-Schrift Chicago kommuniziert.

Eine wohl nicht unbeabsichtigte Nebenerscheinung war, dass das Betriebssystem fest mit der Hardware verschmolzen war. Die „System Software“ hing von diesem Kern-System im Mainboard-ROM ab. Dieser Umstand half später sicherzustellen, dass es nur von Apple-Computern oder lizenzierten Klonen (mit den kopierrechtlich geschützten ROMs von Apple) ausgeführt werden konnte. Aktualisierungen für das Betriebssystem wurden von Apple-Händlern bis System 6 kostenlos auf Disketten verteilt.

Mit steigender Speicherkapazität und Leistungsfähigkeit war es jedoch irgendwann nicht mehr möglich, ein modernes grafisches Betriebssystem allein (oder in großen Teilen) im ROM zu halten und zu aktualisieren. Ab den ersten PowerPC-G3-Systemen war daher fast das gesamte Betriebssystem auf der Festplatte abgespeichert. Auf dem physischen ROM des Mainboard verblieb nur noch ein aus lizenzrechtlichen Gründen notwendiger Teil, ohne den Mac OS weiterhin nicht funktionierte. Der Inhalt des ROM wird von System 7 und Mac OS u.a. dazu genutzt, herauszufinden, auf welchem Macintosh-Modell es läuft. Während Aktualisierungen bis System 6 kostenlos waren, wurden Versionen ab System 7 als separate, kostenpflichtige Produkte vertrieben. Diese neuen Macintosh-Computer wurden von Apple als englisch „New World“ (übersetzt: „neue Welt”) bezeichnet, während die ältere Generation, bei der noch wesentliche Teile des Systems im ROM abgespeichert waren, als englisch „Old World“ (übersetzt: „alte Welt“) bezeichnet wurden. Zudem wurde kurz darauf auf Open Firmware umgestellt.

System (1984–1996)[Bearbeiten]

Hauptartikel: Mac OS (bis 9)

Das frühe Macintosh-Betriebssystem bestand aus zwei Teilen: dem „System“ und dem „Finder“, jedes mit eigener Versionsnummer und in Assembler sowie in Pascal programmiert.

Das klassische „System“ fällt vor allem durch das Nichtvorhandensein einer Kommandozeile auf – die Anwenderschnittstelle ist also vollständig grafisch. Berühmt für seine gute Benutzbarkeit und sein kooperatives Multitasking wurde es jedoch für das Fehlen der Unterstützung von Speicherschutz (Arbeitsspeicher) und seine Anfälligkeit für Konflikte zwischen Betriebssystemerweiterungen (zum Beispiel Gerätetreiber) kritisiert.

Manche Erweiterungen konnten nicht zusammen funktionieren oder funktionierten nur, wenn sie in bestimmter Reihenfolge geladen wurden. Beim Macintosh wurde ursprünglich das Macintosh File System (MFS) verwendet, welches keine Unterordner erlaubte und daher auch als flaches Dateisystem bezeichnet wird. Es wurde 1984 eingeführt und bereits 1985 durch das Hierarchical File System (HFS), einem (wie der Name sagt) hierarchischen Dateisystem mit echtem Verzeichnisbaum, ersetzt. Beide Dateisysteme sind zwar kompatibel, allerdings brachten die neuen HFS-Funktionen Probleme beim Datenaustausch mit anderen Nicht-Mac-Dateisystemen.

Im Dezember 1994 wurde durch den damaligen CEO Michael Spindler ein Markt für autorisierte Mac-Clones geöffnet. Der Vertrag sah vor, dass andere Hersteller Mac-kompatible Computer verkaufen durften, auf denen System 7 lauffähig war. Die Hoffnung war, dass durch den Verkauf von preiswerteren Mac-Clones die Verkaufszahlen insgesamt weiter ansteigen würden. Per Vertrag hatte Apple mit jedem verkauften Klon pauschal 50 US-Dollar mitverdient. Die Rechnung ging jedoch nicht auf, da einerseits 1995 das nunmehr konkurrenzfähige PC-Betriebssystem Windows 95 auf den Markt kam – und Apple mit System 7 nicht mehr die alleinige einfach zu bedienende grafische Benutzeroberfläche anbot – und andererseits die Mac-Klone im eigenen Markt für geringere Absatzzahlen sorgten. Wurden 1995 noch 4,5 Millionen Macs verkauft, so waren es 1996 nur noch 4 Millionen und 1997 nur noch 2,8 Millionen.[1]

Ende 1996 wurde NeXT von Apple übernommen und Steve Jobs als Interims-CEO eingesetzt. Eine seiner ersten Tätigkeiten war es das Klon-Programm zu beenden. Da Apple die Kontrolle über das Betriebssystem hatte, wurde es ab System 7.6 in Mac OS 7.6 umbenannt und es wurde versucht, die Klone auf das Niedrigpreissegment unter 1000 US-Dollar zu beschränken und die Lizenzkosten pro verkauftem PC zu erhöhen. Als die Mac-Klon-Hersteller die neuen Bedingungen nicht akzeptierten, wurde das geplante Mac OS 7.7 kurzerhand als Mac OS 8.0 herausgebracht. Das beendete schlagartig den Markt für Mac-Clones, da der Vertrag spezifisch „System 7“ lizenzierte.

Weiterentwicklung und Nachfolger[Bearbeiten]

Das bis dahin einfach als „System“ bezeichnete Betriebssystem der Macintosh-Computer, wie es seit 1984 ständig weiterentwickelt wurde, wies einige konzeptionelle Mängel auf, die man nur durch eine Neuentwicklung beheben konnte. Das System unterstützte weder präemptives Multitasking, Mehrbenutzerbetrieb, Speicherschutz noch dynamische Speicherverwaltung und galt deshalb als instabil und technisch veraltet. Apple hatte daher im Laufe der Zeit verschiedene Projekte gestartet, um ein neues Betriebssystem, das diese Schwächen und Mängel beheben sollte, zu entwickeln.

Projekt Pink[Bearbeiten]

1988 wurde das Projekt Pink in Angriff genommen.[2] Pink hatte ein vollständig objektorientiertes Betriebssystem zum Ziel. Mitte 1991 gelang es Apple, die Firma IBM von seiner damaligen Entwicklung zu überzeugen, weshalb die gemeinsame Tochterfirma Taligent gegründet wurde, um Pink als TalOS zu vollenden. Bald merkte man aber, dass der Markt abseits von Apple kein neues Betriebssystem brauchte, weshalb Pink bzw. TalOS in die Laufzeitumgebung TalAE, Taligent Application Environment, später auch CommonPoint genannt, umgewandelt wurde. 1995 stieg Apple komplett aus der Entwicklung aus und übergab Taligent (TalAE) vollständig an IBM.[2] Somit blieb das Problem eines veralteten Betriebssystems bei Macintosh-Computern weiterhin bestehen.

Projekt Star Trek[Bearbeiten]

Bereits 1985, nachdem Steve Jobs Apple nach einem Streit mit John Sculley verlassen hatte, gab es die Idee für ein Projekt, welches das Apple-Betriebssystem auf x86-Hardware portieren sollte. Doch erst 1992 wurde das Projekt, das den Codenamen „Star Trek“ trug, wieder aufgenommen, nachdem Novell an Apple herangetreten war, um ein konkurrenzfähiges Betriebssystem zum damals erstmals kommerziell erfolgreichen grafischen PC-Betriebssystem Windows 3.0 von Microsoft zu entwickelt.

Novell war damals mit Netware der führende Entwickler von Netzwerksystemen und -software und sah sich durch den Erfolg von Microsoft Windows gefährdet. Bereits 1991 hatte Novell das von Digital Research entwickelte Betriebssystem DR-DOS samt der grafische Benutzeroberfläche GEM übernommen und wollte es zu einem modernen graphischen Betriebssystem, mit GEM als Alternative zu Windows und einem mit DR-DOS (später Novell DOS) mitgelieferten Netware Client, weiterentwickeln. Doch unter Digital Research war GEM schon einmal der Grund für eine Klage durch Apple gewesen, da es dem Macintosh-Betriebssystem zu ähnlich sah. Um eine Wiederholung einer solchen Klage zu vermeiden kontaktierte man Apple, um stattdessen deren Betriebssystem auf die Intel-x86-Architektur zu portierten. John Sculley, 1991 CEO von Apple, stimmte zu. Auch Intel war daran interessiert und steuerte 486-PCs für das Entwickler-Team bei.

Ab Sommer 1992 wurde von nur 18 Entwicklern System 7 auf x86 portiert und bereits Ende Oktober stand ein voll funktionsfähiger Prototyp zur Verfügung. Bei Apple war man erstaunt das eigene Betriebssystem auf einem IBM-kompatiblen PC laufen zu sehen. Da große Teile davon in Assembler (für den in Macintosh-Rechnern verwendeten Motorola 68000) geschrieben waren musste fast das gesamte Betriebssystem neu programmiert werden. Nur der Finder und viele Teile, die in Pascal geschrieben waren, konnten mit nur wenigen Änderungen weiterverwendet werden. Das Resultat war auf x86 source-code-kompatibel: Programme, die für den Macintosh (und dessen Betriebssystem „System“ auf der m68k-Architektur) geschrieben worden waren, hätten auf x86 neu kompiliert – hardwarenahe Programmierung jedoch komplett neu geschrieben werden müssen.

Bei Apple ergab sich nun einerseits die Situation, dass man auch Hardware verkaufen wollte und gerade mit IBM und Motorola eine Allianz zur PowerPC-Entwicklung gebildet hatte. Da wäre ein x86-Betriebssystem Konkurrenz aus dem eigenen Hause gewesen. Anderseits waren die PC-Hersteller nicht gewillt, einen guten Preis für das Betriebssystem zu zahlen, wenn es auf einem neuen PC vorinstalliert verkauft worden wäre. Microsoft hatte mit den Herstellern von PCs einen Vertrag abgeschlossen, bei dem mit jedem verkauften PC ein gewisser Betrag an Microsoft abzuführen war – egal, welches Betriebssystem nun vorinstalliert war. Aber auch die Software-Entwickler waren vorsichtig, da sie nicht wussten, wie viel Portierungsaufwand es bedeutet hätte, ihre Programme fit für den x86-Befehlssatz zu machen. In vielen Programmen waren Funktionen zur Beschleunigung hardwarenahe in 68k-Assembler geschrieben.

Zudem gab es 1993 an der Spitze von Apple einen Wechsel und Michael Spindler wurde neuer CEO. Unter ihm wurde ein Sparprogramm realisiert und, obwohl nach dem lauffähigen Prototyp von Star Trek das Team auf 50 Programmierer aufgestockt wurde, das gesamte Projekt schließlich im Juni 1993 eingestellt.[3]

Projekt Copland[Bearbeiten]

Copland
Basisdaten
Entwickler Apple
Aktuelle Version  ?
(1996)
Abstammung Copland
Lizenz proprietär
Sonstiges Entwicklung im Jahr 1997 eingestellt

Copland war der Projektname für ein von Grund auf neugeschriebenes Betriebssystem der Firma Apple, das die Nachfolge von System 7 antreten sollte; stattdessen wurde Letzteres zu Mac OS 8 weiterentwickelt. Namensgeber für das Projekt war der zeitgenössische Komponist Aaron Copland. Dieser Name war bewusst gewählt, um den Neuanfang zu verdeutlichen, da bis dato alle Versionen interne Projektnamen erhielten, die von klassischen Komponisten – wie Mozart oder Beethoven – stammten. Apple plante, im Jahr 1994 die ersten PowerPC basierten Macintosh-Computer mit dem Betriebssystem Copland auszurüsten. Das Ziel war ein System, das auf einem Microkernel (von Apple gerne als Nanokernel bezeichnet) aufbaut und endlich präemptives Multitasking und Speicherschutz beherrscht. Das ganze System sollte mehrbenutzerfähig sein und anders als System 7 nativ auf dem PowerPC-Prozessor arbeiten.[4]

Copland wurde im März 1994 gestartet. Zunächst war ein Veröffentlichungsdatum Ende 1995 geplant, das später auf Mitte 1996 und Ende 1997 verschoben wurde. Im November 1995 wurde eine Betaversion für Softwareentwickler veröffentlicht. Die Copland-Entwicklung, an der etwa 500 Entwickler arbeiteten und die insgesamt über 250 Mio. Dollar[5] kostete, war zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht fertig und hoffnungslos im Verzug. Apple musste die Macintosh-Benutzer und die Entwickler mit dem gealterten System 7 vertrösten. Gleichzeitig feierte Microsoft Windows 95 große Erfolge, und die ersten ernst zu nehmenden Linux-Distributionen tauchten auf dem Markt auf. Inspiriert von Microsofts Verschmelzung von MS-DOS und Windows 3.11 zu Windows 95, die nicht einmal ein Jahr Entwicklungszeit in Anspruch genommen hatte, beschloss man bei Apple im Jahr 1997, Copland zu stoppen und so viele Funktionen davon wie möglich in ein überarbeitetes System 7 zu integrieren. Die ersten Neuerungen aus dem Copland-Projekt flossen schon in Version 7.6 von Mac OS ein. In Mac OS 8.0 wurden zahlreiche weitere integriert.

Apple arbeitete zeitweise daran, Copland auf die x86-Plattform zu portieren, und zwar durch den Ersatz des Nukernels durch Mach 3 – eine Lösung, die auch gleich auf PowerPC-Prozessoren lauffähig gewesen wäre. Das Projekt wurde bei Apple insbesondere von Ike Nassi als Mac OS der Zukunft angesehen – es wurde jedoch eingestellt, kurz bevor Apple entschied, NeXT zu übernehmen und dessen Mach-basiertes Betriebssystem zu nutzen.

Viele Funktionen, die für Copland geplant waren, flossen später in das weiterentwickelte Mac OS ein, darunter:

Andere Funktionen, die für Copland geplant waren, wurden dank NeXTStep/OPENSTEP erst mit Rhapsody verwirklicht:

Mac OS (1997–2001)[Bearbeiten]

Der Grund, warum der Nachfolger von System 7.5.5 „Mac OS 7.6“ heißt, sind die Mac-Clones: die Benutzer sollten es mit Apple in Zusammenhang bringen, auch wenn sie einen Klon anderer Hersteller nutzten.[6] Diese sind auch der Grund, warum Mac OS 7.7 als Mac OS 8.0 auf den Markt kam. Tatsächlich ist Mac OS eine weitere Version von „System“, „Macintosh System“ oder „Systemsoftware“ – mit integrierten Entwicklungen aus dem nie fertig gestellten Betriebssystem Copland.

Die Versionen 8.0 bis 9.2.2 führten die Überführung von Copland-Techniken konsequent weiter fort und bereiteten den Weg für Apples nächste Betriebssystem-Inkarnation, die ebenfalls den Namen „Mac OS“ tragen sollte: Mac OS X.

Suche nach einem Nachfolger[Bearbeiten]

Nachdem es Apple nicht geschafft hatte, sein veraltetes Betriebssystem durch eine eigene Neuentwicklung zu ersetzen, suchte das Management fieberhaft nach einer modernen Alternative, die man entweder lizenzieren oder zukaufen wollte. So wurde neben BeOS, das bald zum Favoriten werden sollte, auch über Windows NT 4.0 nachgedacht. Sogar über die Wiederbelebung von Taligent (Projekt Pink) wurde nachgedacht. Parallel dazu wurde den Programmierern der Auftrag erteilt, so viele Funktionen des gescheiterten Betriebssystems Copland wie möglich in Mac OS zu überführen.

BeOS[Bearbeiten]

Hauptartikel: BeOS

Als mit Be Incorporated über den Kauf von BeOS verhandelt wurde, war sich dessen CEO, Jean-Louis Gassée, sehr sicher, dass Apple mit dem Rücken zur Wand keine andere Möglichkeit haben werde als BeOS zu kaufen. Er trieb den Preis daher in die Höhe, weil er etwas hatte, was Apple wollte und dringend brauchte – gleichzeitig war allen klar, dass Apple die Zeit ausging, da System 7 hoffnungslos veraltet war und der PC mit Windows 95 technisch überlegen und kommerziell erfolgreicher war, während bei Apple die Verkaufszahlen rückläufig waren.

BeOS lief bereits auf den Power Macs von Apple und bot all das, was Apple mit Copland hatte erreichen wollen: es war technisch auf dem Stand der Zeit und bereits voll funktionsfähig. Be Incorporated war eigentlich als Hersteller von Hardware aufgetreten und hatte das Betriebssystem gemeinsam mit den als BeBox bezeichneten Computern verkauft. Doch der eigentliche Wert der Firma waren nicht die BeBoxen, sondern das Betriebssystem BeOS.

Für Apple war BeOS jedoch schon alleine deshalb nicht vollständig, weil es keine Kompatibilität zu bestehenden Anwendungen für System/Mac OS gab. Ein Resultat der Bemühungen, diese Kompatibilität herzustellen, ist SheepShaver: eine Virtualisierungsumgebung bzw. ein PowerPC-Emulator für BeOS, mit dem es möglich ist, das klassische System ab 7.5.2 bzw. Mac OS 7.6 bis 9.0.4 auf BeOS zu virtualisieren bzw. auf Nicht-PowerPC-Architekturen zu emulieren und bestehende Anwendungen somit weiter verwenden zu können. SheepShaver erschien jedoch erst 1998 als Shareware, später im Rahmen von BeDepot, und wurde nach dem Untergang von Be Incorporated unter der GNU General Public License veröffentlicht.

Als man sich nicht über den Preis für BeOS einigen konnte, suchte man bei Apple erneut nach weiteren Optionen. Dabei wurde auch der ehemalige Apple-Mitbegründer Steve Jobs und dessen Firma NeXT kontaktiert.

NeXTStep/OPENSTEP[Bearbeiten]

Hauptartikel: OPENSTEP

NeXT, von Steve Jobs gegründet, hatte ein funktionierendes modernes Betriebssystem und verkaufte es einzeln oder zusammen mit Hardware, war jedoch auf dem Markt nicht erfolgreich. Apple auf der anderen Seite hatte einen Kundenstock, aber kein modernes Betriebssystem. Nachdem Steve Jobs mit Gil Amelio telefoniert und ihm von BeOS abgeraten haben soll, einigten sich beide Firmen auf eine Übernahmen von NeXT durch Apple. 1996 wurde diese vollzogen, Be Incorporated ging damit leer aus. Steve Jobs selbst wurde interimsmäßiger CEO von Apple.

Neben vom neuen CEO eingeläuteten überarbeiteten Computer-Designs wie den iMacs (1998) und den iBooks (1999) wurde sofort an einer Überführung des Betriebssystems von NeXT, NeXTStep/OPENSTEP, in den Mac-OS-Nachfolger gearbeitet.

Projekt Rhapsody[Bearbeiten]

Hauptartikel: Rhapsody (Betriebssystem)

Unter dem Codenamen „Rhapsody“ (der auch bei der internen Versionsnummer angeführt wurde) wurde das Betriebssystem NeXTStep bzw. OPENSTEP zu Mac OS X[2] weiterentwickelt. Nicht wenige der im Copland-Projekt angestrebten Ziele konnte Apple erst mit Mac OS X verwirklichen.[4]

Bei Erscheinen von Mac OS 8 wurde bereits an Rhapsody gearbeitet. Das neue auf BSD basierende Unix-Betriebssystem musste erst auf die in Apple-Macintosh-Rechnern verwendete PowerPC-Architektur portiert werden. Es sollte ursprünglich die NeXTStep-typische Optik aufweisen, erhielt dann aber das Aussehen von Mac OS 8 im Platinum-Design und wurde erstmals als Mac OS X Server 1.0 veröffentlicht – nur für PowerPC, obwohl NeXTStep ursprünglich auch auf x86 und Rhapsody auf beiden Architekturen lief. Auf drängen diverser Hersteller von Dritt-Software wurden Kompatibilitätsschichten für Mac-OS-Anwendungen geschaffen. Schließlich erhielt es den Namen Mac OS X; wobei das X für die 10 steht, was das neue Betriebssystem namentlich als Nachfolger von Mac OS 9 kennzeichnete, zugleich aber auf die (unixoiden) Neuerungen hinweisen sollte. Mit der Public Beta wurde mit dem Aqua-Desktop ein eigenständiges Look and Feel eingeführt, das Mac OS X bis heute prägt.

Mac OS X (2000–2012)[Bearbeiten]

Hauptartikel: OS X

Ende 2000 wurden erste Power Macs mit vorinstalliertem Mac OS 9 und Mac OS X 10.0 ausgeliefert, Mac OS 9 allerdings blieb das Standard-Betriebssystem. Ab 2001, mit Mac OS X 10.0.3, war Mac OS X das Standardsystem. Ein mitgeliefertes Mac OS 9.1 oder 9.2 konnte durch den Benutzer nachinstalliert werden. Die letzte Version des klassischen Mac OS war Version 9.2.2.

Mac OS wurde in Form einer Kompatibilitätsumgebung namens Classic-Umgebung bis Mac OS X Tiger (10.4) weiter unterstützt. Eine ursprünglich „Blue Box“ genannte virtuelle Maschine erlaubt die Installation eines originalen Mac OS 9, welches als Applikation unter Mac OS X ausgeführt wird. Die Fenster der unter diesem System laufenden „klassischen“ Mac OS-Programme sind frei verschiebbar, der Schreibtischhintergrund des Mac OS ist dabei ausgeblendet. Diese Kompatibilitätsumgebung ermöglicht auch die Ausführung von 68k-Programmen, weil diese Möglichkeit als transparente Emulation in Mac OS für PowerPC enthalten ist und auch in der Virtualisierung funktioniert. Die Classic-Umgebung war ausschließlich auf PowerPC-basierten Macs nutzbar und wurde mit Mac OS X Leopard (10.5) eingestellt.

Die letzte Version von Mac OS X ist Lion (10.7), das 2011 veröffentlicht wurde und dessen letztes Update 10.7.5 am 4. Oktober 2012 erschien. Seit Mountain Lion (10.8), das am 25. Juli 2012 veröffentlicht wurde, heißt das Betriebssystem nur noch „OS X.“

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikibooks: Mac-OS-Kompendium – Lern- und Lehrmaterialien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Low End Mac: Apple Squeezes Mac Clones Out of the Market (englisch), Dan Knight, 25. Jänner 2014, abgerufen am 22. Oktober 2015
  2. a b c Mac OS X – History, kaipahl.de, zugegriffen: 20. Juli 2010
  3.  Owen W. Linzmayer: Apple Confidential 2.0: The Definitive History of the World's Most Colorful Company. No Starch Press, 1. Januar 2004, ISBN 9781593270100, 19, S. 299-232 (http://www.cnet.com/news/new-life-for-the-old-star-trek-project/, abgerufen am 6. Dezember 2015).
  4. a b Apple's Copland Project: An OS for the Common Man (englisch), Tom Hormby, 8. November 2005, lowendmac.com, zugegriffen: 21. Juli 2010
  5. Hoffnungsvolles Projekt: Copland, APPLE HISTORY – KAPITEL #10, - SEITE 2, macprime.ch, zugegriffen: 21. Juli 2010
  6. Low End Mac: System 7.5 and Mac OS 7.6: The Beginning and End of an Era (englisch), Tyler Sable, 27. Juni 2014, abgerufen am 22. Oktober 2015