Corchorus

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Corchorus
Illustration der Langkapseligen Jute (Corchorus olitorius)

Illustration der Langkapseligen Jute (Corchorus olitorius)

Systematik
Rosiden
Eurosiden II
Ordnung: Malvenartige (Malvales)
Familie: Malvengewächse (Malvaceae)
Unterfamilie: Grewioideae
Gattung: Corchorus
Wissenschaftlicher Name
Corchorus
L.

Corchorus ist eine Pflanzengattung in der Familie der Malvengewächse (Malvaceae). Die 40 bis 100 Arten kommen in tropischen und subtropischen Regionen vor.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erscheinungsbild und Blätter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Corchorus-Arten wachsen meist als einjährige oder ausdauernde krautige Pflanzen, Halbsträucher oder seltener Sträucher. Die oberirdischen Pflanzenteile besitzen oft einfache und sternförmige Haare (Trichome). Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind gestielt. Die einfachen, papierartigen Blattspreiten sind lanzettlich und 5 bis 15 cm lang. Die Blattränder sind gekerbt, gezähnt bis gesägt. Die Nebenblätter sind fadenförmig.

Blütenstände und Blüten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blüten stehen einzeln oder sind zu zweit bis fünft, selten bis zu acht in zymösen, doldigen oder traubigen Blütenständen zusammengefasst, die in den Blattachseln oder an den Zweigen zwischen den Blattachseln stehen. Es ist ein kurzer Blütenstandsschaft vorhanden. Es ist ein sehr kurzer bis höchstens kurzer Blütenstiel vorhanden. Manche Arten besitzen einen Außenkelch. Die kleinen, zwittrigen Blüten sind meist vier- bis fünfzählig, sind radiärsymmetrisch bis teilweise zygomorph. Es sind selten vier oder meist fünf freie Kelchblätter vorhanden. Die selten vier oder meist fünf freien Kronblätter sind gelb. Die acht bis zwanzig (selten bis zu 100) freien, fertilen Staubblätter sind manchmal asymmetrisch angeordnet. Zwei bis fünf Fruchtblätter sind zu einem oberständigen, zwei- bis fünfkammerigen Fruchtknoten verwachsen. Jede Fruchtknotenkammer enthält viele Samenanlagen. Der kurze Griffel endet in einer schild- oder scheibenförmigen, gewellten, kurz gelappten, gekerbten, gezähnten oder papillösen Narbe.

Früchte und Samen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die lineal-länglichen zylindrischen oder fast kugeligen, manchmal kantigen oder stacheligen Kapselfrüchte öffnen sich mit zwei bis fünf Klappen und enthalten viele hängend oder horizontal angeordnete Samen; sie können zwischen den Samen transversal septiert sein. Die Samen enthalten Endosperm und einen gekrümmten Embryo mit zwei dünnen, herzförmigen Keimblättern (Kotyledonen).

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gattung Corchorus wurde 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, 1, S. 529–530 aufgestellt. Als Lectotypus wurde 1929 durch N. L. Britton & Millspaugh in Bahama Fl., S. 262 Corchorus olitorius L. festgelegt.[1] Synonyme für Corchorus L. sind: Nettoa Baill., Oceanopapaver Guillaumin, Rhizanota Lour. ex Gomes. Die Gattung Corchorus L. wurde früher in die frühere Familie Tiliaceae gestellt; heute gehört sie in die Unterfamilie der Grewioideae innerhalb der Familie der Malvaceae.[2]

Blüte und behaarte vegetative Pflanzenteile von Corchorus aestuans
Corchorus hirtus
Corchorus trilocularis

Es gibt 40 bis 100 Corchorus-Arten (Auswahl):[2]

Jute von der Rundkapseligen Jute (Corchorus capsularis)
Geerntete Langkapselige Jute (Corchorus olitorius)

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Insbesondere die beiden Arten Rundkapselige Jute (Corchorus capsularis)[4] und Langkapselige Jute (Corchorus olitorius)[5] haben eine wirtschaftliche Bedeutung als Lieferant der Jutefaser. Das Hauptanbaugebiet ist das Ganges-Brahmaputra-Delta in Bangladesch.

Einige Arten werden beispielsweise in Westafrika als Blattgemüse genutzt. Die Blätter der Langkapseligen Jute (Corchorus olitorius) und der Rundkapseligen Jute (Corchorus capsularis) werden roh oder gegart gegessen. Junge Blätter werden als Salat gegessen, aber ältere Blätter werden gegart und als Gemüse gegessen. Sie enthalten relativ viele Proteine. Getrocknete Blätter können zum Andicken von Suppen oder zum Zubereiten eines Tees verwendet werden. Unreife Früchte werden als Gewürz von Salaten und Gemüse verwendet.[5][4] In der arabischen Küche werden die Blätter zu einem spinatähnlichen Gericht verarbeitet, der Molukhieh.

Die medizinischen Wirkungen der Langkapseligen Jute (Corchorus olitorius)[5] und der Rundkapseligen Jute (Corchorus capsularis)[4] wurden untersucht.

Aus den holzigen Pflanzenteilen der Langkapseligen Jute (Corchorus olitorius) und der Rundkapseligen Jute (Corchorus capsularis) werden Streichhölzer hergestellt.[5] [4]

Aus der Rundkapseligen Jute (Corchorus capsularis) wird Papier hergestellt.[4]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Corchorus bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis
  2. a b c d e f g h i j k Corchorus im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 14. Juni 2017.
  3. Barbara A. Whitlock, Kenneth G. Karol and William S. Alverson: Chloroplast DNA Sequences Confirm the Placement of the Enigmatic Oceanopapaver within Corchorus (Grewioideae: Malvaceae s.l., Formerly Tiliaceae). In: International Journal of Plant Sciences, Volume 164, No. 1, 2003, S. 35–41.
  4. a b c d e Corchorus capsularis bei Plants For A Future
  5. a b c d Corchorus olitorius bei Plants For A Future

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Corchorus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien