Cordia africana

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Cordia africana
Cordia africana02.jpg

Cordia africana

Systematik
Asteriden
Euasteriden I
Familie: Raublattgewächse (Boraginaceae)
Unterfamilie: Cordioideae
Gattung: Kordien (Cordia)
Art: Cordia africana
Wissenschaftlicher Name
Cordia africana
Lam.

Die Cordia africana ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Kordien (Cordia) in der Familie der Raublattgewächse (Boraginaceae). Sie ist im tropischen Afrika heimisch.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erscheinungsbild und Blatt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cordia africana ist ein laubabwerfender, schnellwüchsiger Baum, der Wuchshöhen bis zu 25 Metern erreicht. Der Baumstamm verzweigt sich meist einige Meter über dem Boden. Die Baumkrone ist weitausladend. Die Rinde ist grau bis dunkelbraun mit flachen Rissen. Vor allem beiden jungen Zweigen ist die Rinde teilweise bis deutlich behaart. Die meist wechselständig angeordneten Laubblätter sind (1,5 bis 10,5) meist 2 bis 10 Zentimeter lang gestielt. Die einfachen, steif ledrigen Blattspreiten sind bei einer Länge von 6 bis 21 Zentimeter und einer Breite von 4 bis 16,5 Zentimeter eiförmig bis breit-eiförmig, manchmal auch elliptisch bis fast kreisförmig mit fast spitzer oder herzförmiger und oft asymmetrischer Spreitenbasis sowie gerundetem und plötzlich kurz spitzzulaufendem oder manchmal spitzem oberen Ende. Der Blattrand ist glatt oder nur leicht gekerbt. Die Blattunterseiten sind bräunlich behaart. Es sind fünf bis sieben, auf der Blattunterseite erhabene, Seitennerven auf jeder Seite des Mittelnerves vorhanden.

Blütenstand und Blüte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blütenstand und Blüte

Die Blüten stehen in breiten, schirmrispigen Blütenstände zusammen. Der Blütenstiel ist etwa 1 Millimeter lang.

Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die ledrigen Kelchblätter sind zu einer 7 bis 9 Millimeter langen und an der Öffnung 4 bis 7 Millimeter breiten Röhre verwachsen, die drei bis fünf Kelchzähne besitzt und manchmal in zwei Kelchlippen aufspaltet. Die 17 bis 21, manchmal bis zu 24 Millimeter langen und weißen Kronblätter sind trichterförmig verwachsen mit einer 15 bis 19, manchmal bis 22 Millimeter langen Kronröhre und 1,5 bis 3,0 Millimeter langen sowie 10 bis 13 (bis zu 15) Millimeter breiten Kronlappen. Die Staubblätter sind 3 bis 5 Millimeter von der Basis der Blütenkrone entfernt angesetzt. An einem 7 bis 10 Millimeter langen Staubfaden sitzt ein 2 bis 2,5 Millimeter langer Staubbeutel. Die süß duftenden Blüten bieten Bienen reiche Nahrung. Der kahle, oberständige Fruchtknoten ist bei einer Länge von etwa 2 Millimeter und einem Durchmesser von etwa 1,5 Millimeter eiförmig. Der Griffel ist 13 bis 18 Millimeter lang und gabelt sich in 7 bis 12 Millimeter Entfernung vom Fruchtknoten auf, der Bereich mit Narbengewebe ist 1,5 Millimeter lang.

Frucht und Samen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die relativ kleine und bei Reife gelbliche bis dunkelbraune Steinfrucht ist bei einer Länge von etwa 12 Millimeter und einem Durchmesser von etwa 8 Millimeter eiförmig bis ellipsoid oder verkehrt-eiförmig und läuft in eine kurze Spitze aus. Die Frucht ist an der Basis von einem behaarten Becher (dem Blütenkelch) umschlossen und enthält meist ein bis zwei, seltener bis zu vier Samen. Das Fruchtfleisch ist essbar.

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Heimat der Cordia africana liegt im tropischen bis subtropischen Afrika. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Äthiopien und Sudan über Kenia, Tansania, Uganda, Burundi, Ruanda, Zaire, Guinea und Nigeria nach Süden bis Angola, Malawi, Mosambik, Sambia, Simbabwe und in den Norden des südafrikanischen Transvaal. Zum Verbreitungsgebiet gehört auch ein Vorkommen im Jemen auf der arabischen Halbinsel.

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Cordia africana liefert ein wertvolles Nutzholz, das relativ beständig gegen Termiten- und Pilzbefall ist. Es wird unter anderem für Möbel, Werkzeugstiele und Wasserbehälter sowie im Außenbau für Fensterrahmen eingesetzt. Das Holz ist hellbraun bis braun. Die Rohdichte (frisch) beträgt 750 kg/m³, die Rohdichte (HF 12 %) 410 kg/m³.[1] Es wird auch als Brennholz genutzt.

Rinde und Wurzeln finden auch medizinische Anwendung.

Cordia africana wird teilweise gezielt als Schattenbaum für landwirtschaftliche Kulturen von Feldfrüchten wie Mais angepflanzt.[2]

Taxonomie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Illustration von Adolf Engler

Die Erstveröffentlichung von Cordia africana erfolgte 1792 durch Jean-Baptiste de Lamarck in Tabl. encycl., 1, S. 420. Lange Zeit war stattdessen jedoch das Synonym Cordia abyssinica R.Br.[3] in Gebrauch. Beginnend mit Georg Cufodontis im Jahre 1961 verwendeten auch andere Botaniker wie Heine 1963, Taton 1971 und Troupin 1982/1985 den Namen Cordia africana.[4] Ein weiteres Synonym ist Cordia holstii Gürke[5].

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.sudeck.de/species/cordia.htm
  2. Diriba Nigusie Debele, 2006: Crop Yield Assessment in Traditional Cordia Africana Lam. - Tree Intercrop Based Farms in West Wellega.
  3. Salt, Voy. Abyss. app. lxiv. 1814
  4. A. M. Warfa: Cordia africana Lam. (Boraginaceae), the Correct Name for Bruce's "Wanzey". In: Taxon. Band 37, Nr. 4, November 1988, S. 961–963, doi:10.2307/1222119 (erste Seite bei JSTOR).
  5. H. G. A. Engler: Pflanzenw. Ost-Afrikas C, 1895, S. 335.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Cordia africana – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien