Cordt von Brandis

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Dieser Artikel befasst sich mit dem Offizier Cordt von Brandis (1888–1972). Zum Generalleutnant (1874–1945) siehe Cordt von Brandis (General).
Hauptmann Hans-Joachim Haupt, Oberstleutnant Georg von Oven, Hauptmann Cordt von Brandis (rechts)

Cordt von Brandis (* 4. Oktober 1888 in Eimbeckhausen; † 11. Juni 1972 in Barendorf) war ein deutscher Offizier und Freikorpsführer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brandis trat am 19. Juni 1908 nach dem Besuch der Kadettenanstalten Naumburg und Groß-Lichterfelde als Leutnant in das Infanterie-Regiment „Großherzog Friedrich Franz II. von Mecklenburg-Schwerin“ (4. Brandenburgisches) Nr. 24 in Neuruppin ein. Mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs kam er mit seinem Regiment zunächst an der Westfront zum Einsatz und wurde dort am 4. September 1914 zum Chef der 1. Kompanie ernannt. In der Folgezeit wurde Brandis mehrfach verwundet und übernahm nach seiner Gesundung und Beförderung zum Oberleutnant am 25. Februar 1915 die 8. Kompanie. Nach der zwischenzeitlichen Verlegung nach Serbien an die Ostfront trat das Regiment Anfang 1916 wieder an der Westfront vor Verdun an.

Bekannt wurde Brandis, als er am 14. März 1916 mit Hans-Joachim Haupt den Orden des Pour le Mérite für die Erstürmung und Verteidigung des Fort Douaumont erhielt. Anlässlich des Falls dieser Festung wurden im damaligen Deutschland die Kirchenglocken geläutet.

Am 1. Juli 1917 folgte seine Versetzung zum Stab der Heeresgruppe Deutscher Kronprinz und am 18. August 1917 seine Beförderung zum Hauptmann. Kurz darauf ernannte man ihn zum Kommandeur des II. Bataillons seines Stammregiments, das er bis Kriegsende führen sollte. Nach Rückführung in die Heimat und Demobilisierung bildete er im Januar 1919 bei Neuruppin das nach ihm benannte Freikorps Brandis. Dieses war ein verstärktes Bataillon, das sich aus drei Schützenkompanien, einer MG-Kompanie und einer Batterie 10,5 cm Haubitzen zusammensetzte.[1] Es war die folgenden Monate im Baltikum im Einsatz. Durch seine Weigerung auf die Vereidigung auf Reichswehrminister Gustav Noske schied Brandis am 31.  März 1920 aus dem Militärdienst aus.

Stattdessen kolonisierte er in den 1920er Jahren ein Hofgut im Rhinluch bei Ruppin. 1934 war er beim Aufbau des Reichsarbeitsdienstes beteiligt. Trotz weltanschaulicher Ähnlichkeiten trat er jedoch nicht in die NSDAP ein. Ab 1936 engagierte er sich bei den deutschen Siedlern in Ostafrika, wo sein Bruder einen Hof bewirtschaftete. Dort wurde er 1940 von den Engländern verhaftet. Die Zeit des Zweiten Weltkriegs verbrachte er bis 1947 in verschiedenen britischen Internierungslagern in Südafrika.

Am 27. August 1939, dem sogenannten Tannenbergtag, erhielt Brandis den Charakter als Major verliehen.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deckblatt des Luchhof – „…mit 25 Strichzeichnungen von Erich R. Döbrich
  • Die Stürmer vom Douaumont. Traditions-Verlag, Berlin 1934; Scherl, Berlin 1917
  • Der Sturmangriff. Kriegserfahrungen eines Frontoffiziers. Chef des Generalstabes des Feldheeres, 15. September 1917
  • Die vom Douaumont. Das Ruppiner Regiment 24 im Weltkrieg Berlin. Verlag Tradition W. Kolk, 1930
  • Von Läusen, Kohldampf und Etappenhengsten. Traditions-Verlag Kolk, Berlin 1932.
  • Der Kriegsstarke. Ernstes und Heiteres aus Krieg und Frieden. Verlag Tradition Wilhelm Kolk, Berlin 1932
  • Der Luchhof. Kolk & Co., Berlin 1934
  • Baltikumer. Schicksal eines Freikorps. Traditions-Verlag Kolk & Co, Berlin (1939).
  • Afrika … heute! Mit den Augen des Siedlers und Soldaten gesehen. Traditions-Verlag Kolk & Co., Berlin 1939
  • Vor uns der Douaumont. Druffel 1966

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl-Friedrich Hildebrand, Christian Zweng: Die Ritter des Ordens Pour le Mérite des I. Weltkriegs, Band 1: A–G. Biblio Verlag, Osnabrück 1999, ISBN 3-7648-2505-7, S. 184–185.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Harold J. Gordon Jr.: Die Reichswehr und die Weimarer Republik, Verlag für Wehrwesen Bernard & Graefe, Frankfurt am Main 1959, S. 33