Coriolis (Satellit)

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Coriolis (P98-2)
Coriolis (P98-2)
Typ: Wettersatellit
Land: Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Betreiber: US Air Force USAF
COSPAR-ID: 2003-001A
Missionsdaten
Masse: 817 kg
Start: 6. Januar 2003, 14:19 UTC
Startplatz: VAFB, SLC-4W
Trägerrakete: Titan-II (23)
Flugdauer: 3 Jahre (ursprünglich geplant)
Status: im Orbit, aktiv
Bahndaten
Umlaufzeit: 101,5 min
Bahnneigung: 98,7°
Apogäumshöhe 846 km
Perigäumshöhe 825 km

Coriolis (oder auch P98-2) ist die Bezeichnung eines experimentellen Wettersatelliten, der von der US Air Force und dem Office of Naval Research (ONR) im Rahmen des Space Test Programs betrieben wird. Er wurde nach der 1775 entdeckten Corioliskraft benannt.

Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Satellitenteil WindSat bei Tests
Start von Coriolis auf einer Titan-II-Trägerrakete

Der Satellit wurde auf der Basis des LEOStar-3-Satellitenbusses von Spectrum Astro gebaut. Er wurde entwickelt, um zwei von der Regierung zur Verfügung gestellte Experimentnutzlasten in einer dreijährigen Testmission zu benutzen. Diese sind:

Eine Besonderheit des Coriolis-Satelliten sind die extrem niedrige Niveaus elektromagnetischer Interferenz in Zusammenarbeit mit dem hochempfindlichen WindSat-Radiometer. Außerdem zeichnet ihn eine Systemstabilität, die 30 Umdrehungen pro Minute standhält, aus.

Der WindSat-Teil erzeugt mit seinem Radar die Daten für den Downlink, während das SMEI Informationen mit seinen drei optischen Kameras sammelt. Befehle und Informationen werden kontinuierlich über eine etwa 1 MB breite Schnittstelle an das Raumfahrzeug übertragen. Daten werden im Massenspeicher gespeichert und anschließend mit bis zu 51,2 Mbit pro Sekunde im X-Band an die Bodenstation übermittelt.

Missionsverlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Coriolis wurde im Juli 2001 an das NRL geliefert, um den Satelliten auf Vibration zu testen. Zur gleichen Zeit wurde die Integration des WindSat-Experiments in das Raumfahrzeug durchgeführt. Der Satellit wurde am 6. Januar 2003 an Bord einer Titan-II-Trägerrakete in einen mittelhohen Erdorbit gestartet. Nach über 14 Jahren, was die ursprünglich geplante Lebensdauer deutlich übertrifft, ist er noch immer aktiv.

Weitere Mission[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Nachbildung des WindSat-Experiments sollte 2018 auf einer Falcon-9-Rakete an Bord von ORS 6 gestartet werden. Dieser Plan wurde im Mai 2018 abgesagt.[1]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gunter Krebs: ORS 6 (COWVR). In: Gunter's Space Page. 24. Oktober 2018, abgerufen am 13. Dezember 2018 (englisch).