Corippo

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Corippo
Wappen von Corippo
Staat: Schweiz
Kanton: Tessin (TI)
Bezirk: Bezirk Locarnow
Kreis: Kreis Verzasca
BFS-Nr.: 5102i1f3f4
Postleitzahl: 6631
Koordinaten: 708017 / 121470Koordinaten: 46° 14′ 10″ N, 8° 50′ 20″ O; CH1903: 708017 / 121470
Höhe: 563 m ü. M.
Fläche: 7,7 km²
Einwohner: 12 (31. Dezember 2017)[1]
Einwohnerdichte: 2 Einw. pro km²
Website: www.corippo.ch
Corippo, Verzascatal.JPG

Karte
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Corippo ist eine politische Gemeinde im Verzascatal. Sie gehört zum Kreis Verzasca, Bezirk Locarno des Kantons Tessin in der Schweiz. Corippo ist die nach Zahl der Einwohner kleinste politische Gemeinde der Schweiz. Der Dorfkern wurde 1975 unter Denkmalschutz gestellt und als beispielhaft ausgezeichnet.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Haufendorf liegt auf 552 m ü. M. im Taleinschnitt am rechten Ufer des Flusses Verzasca, am nördlichen Ende des Stausees Lago di Vogorno, 7 km nordwestlich der Station Gordola der Linie Bellinzona-Locarno der Gotthardbahn.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf wurde 1224 erstmal als Culipo erwähnt, dann wurde Corippo 1822 eine unabhängige Gemeinde. Da die wichtigste Erwerbsquelle der Einwohner, die Viehhaltung, durch die Knappheit der landwirtschaftlichen Ressourcen eingeschränkt war, verringerte sich die Anzahl der ständigen Einwohner seit Mitte des 19. Jahrhunderts stetig.[2]

Seit 1883 ist das Dorf durch eine Strasse erschlossen. Vorher wurde das Vieh über Saumpfade zum Überwintern in die Magadinoebene getrieben.

Die sich für die Erhaltung des Dörfchens einsetzende Stiftung Corippo 1975 plante nach 40 Jahren vergeblicher Bemühungen, das Dorf als Erstwohnsitz attraktiver zu machen, ab 2017 das Dorf in ein "Albergo diffuso" umzuwandeln, ein "verstreutes Hotel". Zuvor war die Idee eines REKA-Dorfes an den zu grossen benötigten Anpassungen gescheitert.[3] Das Projekt erhielt dafür den Hotel Innovation Award 2017 von Gastrosuisse. Im Juli 2018 war das erste Zimmer bereit und im Frühjahr 2019 sollte nach der Restaurierung weiterer Rustici während des Herbsts der Betrieb starten.[4] Nach der Betriebsaufnahme soll auch der alte Dorfbackofen restauriert werden sowie die Mühle am Dorfbach unterhalb der Siedlung. Das Dorf war auch 2018 nicht an eine Abwasserreinigungsanlage angeschlossen, sondern verwendete eine Sickergrube, welche bei einem Vollbetrieb mit 10 Zimmern und 25 Betten wohl schon an ihre Belastungsgrenze kommen könnte.

Die Gemeinden im Tal hatten 2018 den Beschluss gefasst, sich zusammenzuschliessen. Im Jahr 2020 wird der Beschluss vollzogen. Eine vorherige Abstimmung war am Ortsteil Riazzino gescheitert, welcher als Überbleibsel der Wanderweidewirtschaft in der Magadinoebene liegt, aber politisch zu Lavertezzo gehört.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1795 1850 1900 1950 2000[5] 2005 2006 2010 2012 2014 2016 2018
Einwohner 269 294 196 73 22 17 18 12 12 13 14 12

Corippo ist mit nur noch 12 ständigen Einwohnern (Stand Juli 2018)[6] die kleinste Gemeinde der Schweiz. In der Gemeinde leben 7 Männer und 5 Frauen, ein Einwohner war nichtschweizerischer Staatsangehörigkeit.[7] Trotzdem hält das Mini-Gemeinwesen an seiner 1822 errungenen Selbstständigkeit fest.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Corippo wird durch eine schmale Nebenstrasse erschlossen, die kurz vor dem nördlichen Ende des Lago di Vogorno über die Verzasca führt. Diese zweigt zwischen Vogorno und Lavertezzo von der hier Via Valle Verzasca genannten Strasse ab, die das Verzascatal bis Sonogno erschliesst. Der Flugplatz Locarno liegt rund 30 Minuten Fahrzeit entfernt wenig östlich von Locarno in der Magadinoebene.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorfbild ist im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) als schützenswertes Ortsbild der Schweiz von nationaler Bedeutung eingestuft.[8]

  • Pfarrkirche Santa Maria del Carmine[9][10][11]
  • Piazza del mercato[12]
  • Betkapelle della Crosetta[9][10]
  • Oratorium Madonna delle Grazie im Ortsteil Novei[9][10]

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fondazione Corippo[13]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Michael Silacci (* 1953) (Bürgerort Corippo), ein Schweizer Weinunternehmer, Direktor der Opus One Winery in Napa County[14]

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Thomas Amsler, Dieter Herrmann, Knut Lohrer, Ulfert Weber und andere: Corippo Bauaufnahme an der TH Stuttgart 1959, Krämer Stuttgart 1984, ISBN 3-7828-1484-3.
  • Thomas Amsler, Dieter Herrmann, Knut Lohrer, Ulfert Weber und andere: Corippo: Junge Schweizer und Deutsche zeichnen, fotografieren und beschreiben den alte Bergdorf Corippo im Tessin. Koch, Stuttgart 1959[15].
  • Pier Giorgio Gerosa: Un microterritorio alpino – Corippo dal Duecento all’Ottocento. Armando Dadò editore, Locarno 1992.
  • Simona Martinoli und andere: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Bellinzona 2007, S. 229–230.
  • Daniela Pauli Falconi: Corippo. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 2003.
  • Elfi Rüsch: Distretto di Locarno IV. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Bern 2013, S. 42–51.
  • Celestino Trezzini: Corippo. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz, Band 2, Cavadini_Daegerlen., Attinger, Neuenburg 1921, S. 624.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Corippo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach Jahr, Kanton, Bezirk, Gemeinde, Bevölkerungstyp und Geschlecht (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 31. August 2018, abgerufen am 30. September 2018.
  2. Daniela Pauli Falconi: Corippo. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  3. Die kleinste Schweizer Gemeinde wird zum Hotel. In: SWI swissinfo.ch. (swissinfo.ch [abgerufen am 9. August 2017]).
  4. Johannes Ritter: Verlassen am Hang. Neues touristisches Konzept für die kleinste Gemeinde der Schweiz. FAZ, 30. Mai 2018, abgerufen am 5. Juni 2018.
  5. Daniela Pauli Falconi: Corippo. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 2003.
  6. Helmut Stalder: Hokuspokus im Geisterdorf | NZZ. In: Neue Zürcher Zeitung. (nzz.ch [abgerufen am 13. Juli 2018]).
  7. Corippo (Distretto di Locarno, Ticino, Schweiz) - Einwohnerzahlen, Grafiken, Karte, Lage, Wetter und Web-Informationen. Abgerufen am 13. Juli 2018.
  8. Liste der Ortsbilder von nationaler Bedeutung, Verzeichnis auf der Website des Bundesamts für Kultur (BAK), abgerufen am 10. Januar 2018.
  9. a b c Simona Martinoli und andere: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Bellinzona 2007, S. 229–230
  10. a b c Elfi Rüsch: Distretto di Locarno IV. Bern 2013, S. 42–51.
  11. Kirche Santa Maria del Carmine auf ethorama.library.ethz.ch/de/node
  12. Piazza del mercato auf ethorama.library.ethz.ch/de/node
  13. Fondazione Corippo (italienisch) auf fondazionecorippo.ch/fondazione/ (abgerufen am: 5. Januar 2018.)
  14. Michael Silacci (italienisch) auf ti.ch/can/oltreconfiniti (abgerufen am 6. November 2016).
  15. Thomas Amsler und andere: Corippo: Junge Schweizer und Deutsche zeichnen, fotografieren und beschreiben den alte Bergdorf Corippo im Tessin.