Corleonesi

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Die Corleonesi (Famiglia di Corleone) sind ein Mafia-Clan der sizilianischen Cosa Nostra mit Hauptsitz in der berüchtigten Mafia-Hochburg Corleone.

Unter der Führung von Salvatore „Totò“ Riina kämpften sich die stark unterschätzten, oft von anderen etablierten Mafia-Clans als i viddani („Die Bauern“) bezeichneten Corleonesi während des zweiten großen Mafiakriegs an die Spitze der Cosa Nostra.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick über Corleone

Ursprünge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ursprünge der traditionellen Mafia aus Corleone reichen weit bis zum Ende des 19. Jahrhunderts zurück. Zu dieser Zeit organisierten sich die armen Landarbeiter und Kleinbauern Siziliens unter der Führung der jungen Sozialistischen Partei Italiens. Das Zentrum der Bewegung war Corleone, und die Parole lautete: „Das Land gehört dem, der es bearbeitet.“ Aufgrund dessen wurden sogenannte Gabellotti (Gutsverwalter) von zumeist adligen Großgrundbesitzern mit allen Vollmachten ausgestattet, um ihr Land und ihre Güter vor aufständischen Bauern und Briganten zu schützen. Die Gabellotti pachteten auch Land der Großgrundbesitzer und verpachteten es weiter an die Bauern vor Ort. Als Wächter und Aufseher sorgten sie auf den Plantagen für Sicherheit, zwangen aber die Bauern gleichzeitig zur Abgabe des „pizzu“, einem Teil ihrer Ernte. Es war die erste Form von Schutzgeldzahlung. Die Gabelloti wurden im Lauf der Zeit immer mächtiger, eigneten sich Polizeiaufgaben an und stellten ihre eigenen Schutztruppen. Ihre Macht sicherten sie durch Androhung von Gewalt. Dieses Phänomen entstand auf ganz Sizilien, wie nun auch in Corleone, und so entstand nach und nach ein kriminelles Netzwerk, die Mafia.[1]

Salvatore Cutrera war Ende des 19. Jahrhunderts ein mutmaßlicher Boss der Gegend, dessen Hauptaktivitäten unter anderem im Vieh-Diebstahl lagen. Man verkaufte das Vieh oder erpresste gegen eine Gebühr die früheren Besitzer.[2] Zu seinen untergebenen gehörten auch Bernardo Terranova und dessen Stiefsohn Giuseppe „Peter“ Morello, der im Jahr 1892 mit seiner Familie nach New York City auswanderte und als Gründer der Morello-Familie gilt, welche heute als Vorläufer der Genovese-Familie bekannt ist.[3] Zu dieser Zeit wurde Giuseppe „Piddu“ Battaglia (mutmaßlicher Onkel von Morello[4]) das neue Oberhaupt des Clans.

Im Jahr 1915 wurde Bernardino Verro, der erste sozialistische Bürgermeister von Corleone und Anführer der örtlichen Bauernbewegung, von einem Mafia-Killer mit 11 Schüssen niedergestreckt und ermordet.[5] Verros Memoiren zufolge wurde er allerdings im Jahr 1893 in Corleone zu seinem eigenen Schutz sogar Mitglied einer Mafia-Gruppe namens „Fratuzzi“ (kleine Brüder). In seinen Memoiren beschrieb er später das Initiationsritual.[6]

1920 wurde Battaglia durch Salvatore Cutreras Neffen Michelangelo Gennaro ersetzt. Vier Jahre später wurde Angelo Gagliano das neue Oberhaupt. Gagliano wurde auch für den Mord an Bernardino Verro beschuldigt, wurde aber freigesprochen.[7] Am 7. Juli 1930 wurde Gagliano im Alter von 68 Jahren von unbekannten Angreifern ermordet und die neue Führung des Clans übernahm Calogero Lo Bue. Im Jahr 1943 starb Lo Bue eines natürlichen Todes. Danach galt Gaglianos Neffe Michele Navarra als neues Oberhaupt.[8]

Navarra-Ära[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dr. Michele Navarra

Seit den 1920er Jahren wurden die Mitglieder der sizilianischen Mafia stark von Benito Mussolini verfolgt. Nachdem die Alliierten im Sommer 1943 auf Sizilien gelandet waren und die Insel vom Faschismus befreit hatten, konnte Navarra, der neue Chef der Familie, die Familien-Aktivitäten wieder im vollen Umfang aufnehmen. Die US-Armee gestattete Navarra im Jahr 1943, italienische Militärfahrzeuge, die während der Invasion zurückgelassen worden waren, zu übernehmen. Dadurch konnte er ein ertragreiches Transportunternehmen aufbauen.[9]

Navarra war Präsident des Bauernverbandes von Corleone, Treuhänder der Bauerngewerkschaft, Aufseher des Krankenversicherungswesen in der Region sowie Aufsichtsrat der staatlichen Eisenbahngesellschaft, eines Tuberkulosezentrums und einer Krankenversicherung für Kleinbauern. Navarra war auch eng mit der christdemokratischen Partei Italiens, der Democrazia Cristiana, verbunden. Wie die gesamte Cosa Nostra nahm er dem Kommunismus gegenüber eine feindliche Haltung ein und verhinderte, dass Gewerkschaften in Corleone Fuß fassen konnten.[10]

Corleone war in der Mitte des 20. Jahrhunderts eine Stadt mit hoher Gewalttätigkeit. Zwischen 1944 und 1948 wurden über 150 Morde registriert.[11] Von 1953 bis 1961 verlor Corleone 1,5 Prozent der Bevölkerung durch Bandenmorde. In dieser Zeit wurden 52 Morde sowie 22 versuchte Morde innerhalb Corleones verzeichnet, dazu kommen noch die Opfer der „Lupara Bianca“. Im Nachkriegs-Sizilien war eine Gegend nördlich von Corleone auch als das Todesdreieck berüchtigt. Die Eckpunkte dieses Dreiecks bilden die Städte Casteldaccia, Altavilla Milicia sowie Bagheria und Corleone.[12]

Übernahme durch Liggio[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luciano Liggio (1974)

Am 2. August 1958 wurde Michele Navarra ermordet.[13] Dem Mord vorhergegangen war ein Konflikt zwischen dem aufstrebenden machthungrigen Luciano „Lucianeddu“ Liggio und dem etablierten Patriarchen Navarra. Im dem auf die Ermordung Navarras folgenden Krieg eliminierten Liggio und seine Anhänger systematisch Navarras Gefolgsleute. Corleone wurde infolge der andauernden Gewalt als der „Grabstein“ bekannt.[14] Auf die Zeitung L’Ora wurde ein Bombenanschlag verübt, nachdem sie drei Tage zuvor einen Artikel über Liggio und seine Anhänger mit der Überschrift „Pericoloso“ (gefährlich) veröffentlicht hatte.

Von 1964 bis 1969 war Liggio inhaftiert. Seine bisherige rechte Hand, der berüchtigte Salvatore „Totò“ Riina, wurde während dieser Zeit zum stellvertretenden Boss ernannt. 1969 wurde Liggio unter zweifelhaften Umständen vor Gericht freigesprochen und tauchte unter.

Beim Massaker in der Viale Lazio am 10. Dezember 1969, mit dem ein Schlussstrich unter den Ersten Mafiakrieg gezogen wurde, zeigte sich Liggios Macht in der sizilianischen Cosa Nostra: Zwei seiner besten Attentäter, Bernardo „Zu Binnu“ Provenzano und Calogero Bagarella, gehörten dem Killerkommando an, das Michele Cavataio umbrachte.[15] Liggio war danach neben Stefano Bontade und Gaetano Badalamenti einer der drei Bosse, die im Triumvirat die Cosa Nostra provisorisch bis 1974 leiteten, ebenso war er danach Mitglied der wiedererrichteten Kommission, dem regulären „Senat“, in dem die wichtigsten Bosse tagten. Liggio weitete seine Aktivitäten nun auch auf das italienische Festland aus und errichtete in Bologna, Rom, Neapel und Mailand Dependancen der Corleonesi.

Nachdem Liggio 1974 in Mailand erneut verhaftet worden war,[16] bestimmte er Riina und Provenzano zu seinen gemeinsamen Nachfolgern. Riina sollte als erster der neue Boss der Corleoneser werden und nach zwei Jahren von Provenzano abgelöst werden. Riina gab dieses Amt jedoch nicht mehr ab; Provenzano erklärte sich damit einverstanden. Provenzano galt seither als Riinas rechte Hand.

Herrschaft Riinas[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwar wurde Riina seit Anfang der 1970er Jahre per Haftbefehl gesucht, hielt sich jedoch versteckt und unternahm bald erste Schritte zur Erringung seiner Vorherrschaft innerhalb der Cosa Nostra.

Im Verlauf eines gnadenlosen Mafia-Krieges in den Jahren 1981 und 1982, in dem Hunderte Mafiosi starben, stiegen die Corleonesi zur führenden Mafia-Familie in Sizilien auf. Nachdem Riina kurz vor Weihnachten 1982 den palermitanischen Boss Rosario Riccobono und über 20 seiner Männer an einem einzigen Tag ermorden ließ, freute er sich darüber und geriet regelrecht in Euphorie: „Wir haben es sogar besser gemacht als die Amerikaner mit ihrem Valentinstag-Massaker!“[17]

Riina und Provenzano dominierten fortan die Cosa Nostra; beide saßen gleichzeitig auch in der sizilianischen Mafia-Kommission. Aufgrund des Drucks durch die Strafverfolgung begannen die Corleoneser einen Feldzug gegen den Staat. Über Jahre hinweg wurden Staatsanwälte, Richter, Politiker, Journalisten und auch unbeteiligte Zivilisten umgebracht.

Falcone (l.) und Borsellino (r.) auf Demonstrationsbannern: Ihr habt sie nicht ermordet, ihre Ideen gehen auf unseren Beinen weiter

Im Januar 1993 wurde Riina verhaftet und schließlich verurteilt, unter anderem wegen der Attentate auf Giovanni Falcone und Paolo Borsellino im Mai 1992.[18]

Obwohl Riina über zwanzig Jahre offiziell als „flüchtig“ galt, lebte er vermutlich die ganze Zeit in Sizilien und baute sich eine Machtstellung in der Mafia auf. Mehrere Jahre verbrachte er nachweislich in Palermo unter dem Schutz der Familie des palermitanischen Stadtviertels Noce. Es wird allgemein angenommen, dass dies nur möglich war, weil er aufgrund von Bestechung, Interessensverflechtungen und Einschüchterung aus der sizilianischen Regierung und der damals sehr einflussreichen Democrazia Cristiana Protektion genoss.

Das Phantom Provenzano[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bernardo Provenzano (1959)

Provenzano, der seit den 1960er Jahren im Untergrund lebte und von den Behörden per Phantombild gesucht wurde, wurde 1995, nach der Verhaftung von Leoluca Bagarella, dem Stellvertreter von Riina,[19] der neue Chef der Corleonesi und damit faktisch Capo dei Capi. Durch Provenzanos Führung konnte es verhältnismäßig ruhig um die sizilianische Mafia werden, da er sich bemühte, die Cosa Nostra aus den Schlagzeilen herauszuhalten und sie nach Kräften zu konsolidieren. Er konnte die Welle der Mafia-Abtrünnigen zum Stillstand bringen und er räumte der Betreuung von Gefangenen wieder ihre traditionell hohe Stellung auf der Prioritätenliste der Cosa Nostra ein.[14]

Immer wieder wechselte er die Verstecke und unter anderem hieß es, Provenzano habe sich als Bischof getarnt.[20] In seinen Unterschlüpfen gab es weder Computer noch Handys. Er kommunizierte ausschließlich über „Pizzini“ – kleine, eng beschriebene und bis auf Fingernagelgröße gefaltete Botschaften, in denen er seinen Adepten Anweisungen gab und die Fäden der Organisation fest in der Hand hielt.[21] Ein wichtiger Bestandteil seiner Familie war Carmelo Gariffo, Provenzanos Neffe und Stellvertreter.

Nach 43 Jahren auf der „Flucht“ wurde Bernardo Provenzano, im Alter von 73 Jahren, am 11. April 2006 zusammen mit einer weiteren Person von der italienischen Polizia di Stato in einem heruntergekommenen Schuppen („un casolare diroccato e isolato accanto una stalla e un caseificio“), etwa 2 km vom Stadtzentrum von Corleone entfernt, festgenommen.[22] Kurze Zeit nach der Festnahme von Provenzano wurde auch Carmelo Gariffo verhaftet. Der Gemeinderat der Stadt Corleone hat den Tag seiner Festnahme zum Gemeindefeiertag erklärt und vermochte einer Straße den Namen „Via 11 Aprile“ zu geben, um die Festnahme zu würdigen.[23]

Letzte Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Provenzanos Inhaftierung soll laut Medienberichten Rosario Lo Bue der neue Kopf der Corleonesi geworden sein. Laut Untersuchungen traf er seine Männer oft auf dem Land, während Tiere grasten und er im Namen Gottes Frieden predigte und Verse der Bibel rezitierte.[24] Er zog kilometerweit durch die Landschaft, um zu geheimen Treffen mit seinen Komplizen zu gelangen und der polizeilichen Überwachung zu entgehen.[25] Rosario ist der Bruder von Calogero sowie Onkel von dessen Sohn Giuseppe Lo Bue. Zusammen mit dem Bauern Bernardo Riina reichten sie vor Provenzanos Verhaftung dessen Botschaften in Form von Pizzini weiter und halfen ihm, weiter aus dem Schatten heraus zu agieren.[26] Während der Amtszeit von Lo Bue, so heißt es, soll es Unternehmungen seitens Giovanni Grizzaffi (Neffe von Totò Riina) und Antonino Di Marco gegeben haben, die Führung der Familie von Corleone zu übernehmen.[27] Nach einer großangelegten Operation im Jahr 2015 wurde der 62-jährige Rosario Lo Bue verhaftet und zu 15 Jahren Haft verurteilt.

Im Jahr 2011 verhafteten die Behörden Totòs Bruder Gaetano „Zio Tano“ Riina, der bereits seit den 1980er Jahren als Consigliere der Familie galt und nun beschuldigt wurde, an der Reorganisation der Familien der Cosa Nostra beteiligt gewesen zu sein.[28] Ebenso wurde ihm nachgesagt, dass er als neuer Boss von der Stadt Mazara del Vallo aus den Corleone-Clan gesteuert haben soll.[29] Ob man dieser Vermutung Glauben schenken darf, steht aber in Frage, da Rosario Lo Bue bis zu seiner Verhaftung als offizieller Boss der Corleonesi galt.

Im September 2016 wurden zwölf Männer festgenommen, die offenbar unter der Führung von dem im Jahr 2014 aus der Haft entlassenem Carmelo Gariffo versucht hatten, die kriminelle Herrschaft über den Bezirk neu zu organisieren. Die Ermittler hatten die Mafiosi in einem Büro im Stadion von Corleone abgehört und dabei von der Erpressung mehrerer Unternehmer aus dem Immobiliensektor mittels Zahlung des sogenannten pizzo erfahren. Zuvor wurde im August die Gemeindeverwaltung von Corleone wegen Mafia-Unterwanderung aufgelöst. Bis zur Auflösung der Gemeindeverwaltung kontrollierte die lokale Mafia die Müllentsorgung, den Mensabetrieb der Schule sowie die für die Eintreibung der Steuer zuständige Firma.[30]

Am 5. Juni 2017 verwarf ein Kassationsgericht ein früheres Urteil, mit dem ein Gesuch um Entlassung von Salvatore Riina abgelehnt worden war und begründete, dass Riina wie jeder Häftling das „Recht auf einen Tod in Würde“ habe. Ein Gericht in Bologna sollte nun entscheiden, ob Riina freikommen kann, unter Hausarrest gestellt oder in ein Krankenhaus eingeliefert werden soll, da er unter anderem an schweren Nieren- und Gehirnproblemen leidet und laut Kassationsgericht keine Gefahr mehr für die Allgemeinheit darstelle;[31] dies wurde jedoch abgelehnt.[32] Im November, wenige Monate später, verstarb er in der Krankenabteilung für Häftlinge in Parma, nachdem er zuvor mehrere Tage im künstlichen Koma gelegen hatte.[33]

Historische Führung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oberhaupt der Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nicht immer ist das Oberhaupt (Capofamiglia) einer Familie eindeutig zu identifizieren; insbesondere, wenn durch eine Haftstrafe ein anderes Familienmitglied in den Vordergrund rückt. Die Betrachtung von außen macht es nicht immer einfach, ein neues Oberhaupt als solches zu erkennen bzw. dessen genaue Amtszeit festzustellen. Außerdem scheint sich gewissermaßen ein Präsidialsystem durchzusetzen; d. h. das Oberhaupt verlagert seine Macht mehr auf einen sogenannten „acting boss“ und/oder „street boss“, die ihrerseits wiederum das Oberhaupt als solches weiter anerkennen, auch wenn es zum Beispiel in Haft sitzen sollte.

Zeitraum Name Spitzname Lebenszeit Todesursache Anmerkung
1880er–1893 Salvatore Cutrera 1835–????
1893–1920 Giuseppe Battaglia Piddu 1846–???? Onkel von Giuseppe „Peter“ Morello
1920–1924 Michelangelo Gennaro 1864–1924 Neffe von Salvatore Cutrera
1924–1930 Angelo Gagliano 1862–1930 am 7. Juli 1930 ermordet Onkel von Michele Navarra
1930–1943 Calogero Lo Bue 1887–1943 natürlicher Tod
1943–1958 Michele Navarra Il Padre nostro 1905–1958 am 2. August 1958 ermordet Auftraggeber: Luciano Liggio
1958–1974 Luciano Liggio Lucianeddu 1925–1993 Herzinfarkt 1964–1969 und 1974 bis zum Tod inhaftiert
1974–1995 Salvatore Riina Totò 1930–2017 natürlicher Tod 1993 bis zum Tod inhaftiert
1995–2006 Bernardo Provenzano Zu Binnu 1933–2016 Krebs 2006 bis zum Tod inhaftiert
2006–???? Rosario Lo Bue 1953–heute seit 2015 inhaftiert

Amtierender Boss (reggente)

  • 1964–1969: Salvatore „Totò“ Riina
  • 1993–1995: Leoluca Biagio Bagarella; beteiligt an der Ermordung von Paolo Borsellino / seit 1995 inhaftiert
  • 1996–2002: Carmelo Gariffo; 2006–2014 und seit 2016 inhaftiert[34]

Unterboss der Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Underboss (Sottocapo) ist die Nummer zwei in der Verbrecher-Familie, er ist der stellvertretende Direktor des Syndikats. Er sammelt Informationen für den Boss, gibt Befehle und Instruktionen an die Untergebenen weiter. In Abwesenheit des Bosses führt er die Organisation an.

Zeitraum Name Spitzname Lebenszeit Todesursache Anmerkung
1930–1943 Michele Navarra Il Padre nostro 1905–1958 am 2. August 1958 ermordet wurde 1943 Boss
1945–1957 Vincenzo Collura Mr. Vincent 1899–1957 am 24. Februar 1957 ermordet Neffe von Calogero Lo Bue
1957–1958 Luciano Liggio Lucianeddu 1925–1993 Herzinfarkt wurde 1958 Boss
1958–1974 Salvatore Riina Totò 1930–2017 natürlicher Tod wurde 1974 Boss
1974–1995 Bernardo Provenzano Zu Binnu 1933–2016 Krebs wurde 1995 Boss

Consigliere der Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf derselben Ebene wie der Underboss steht der Consigliere, der Berater der Familie. Er berät den Boss und den Underboss und hat dadurch einen beträchtlichen Einfluss und erhebliche Macht.

Zeitraum Name Spitzname Lebenszeit Todesursache Anmerkung
1974–1982 Luciano Liggio Lucianeddu 1925–1993 Herzinfarkt 1974 bis zum Tod inhaftiert
1982–???? Gaetano Riina Zio Tano 1933–heute seit 2011 inhaftiert

Weitere bekannte Mitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Name Spitzname Lebenszeit Todesursache Anmerkung
Calogero Bagarella 1935–1969 am 10. Dezember 1969 durch Michele Cavataio ermordet Bruder von Leoluca Bagarella, Schwager von Salvatore Riina
Giovanni Brusca U' Verru 1957–heute beteiligt an der Ermordung von Giovanni Falcone und Paolo Borsellino / seit 1996 inhaftiert

Filme und Dokumentationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1996: Mafia: Zeugen der Anklage; Dokumentarische Episode von der Fernsehsendung NZZ Format, über die Cosa Nostra.
  • 1999: Giovanni Falcone – Im Netz der Mafia; Film über den Mafiaverfolger Giovanni Falcone und Mafiosi wie Tommaso Buscetta, Salvatore Inzerillo und Luciano Liggio (gespielt von Gaetano Amato).
  • 2006: Das Phantom von Corleone; Dokumentarfilm über den seit 1963 untergetauchten Bernardo Provenzano, bevor dieser am verhaftet wurde.
  • 1999: Falcone – Im Fadenkreuz der Mafia (OT: Excellent Cadavers); Film über den Mafiaverfolger Giovanni Falcone und Mafiosi wie Tommaso Buscetta, „Totò“ Riina (gespielt von Victor Cavallo) und anderen.
  • 2006: Das Phantom von Corleone; Dokumentarfilm über den Aufstieg von- und der Suche nach Bernardo Provenzano, bevor dieser verhaftet wurde.
  • 2007: Die Mafia (OT: Inside the Mafia); die vierte Episode der Dokureihe, mit dem Titel Die Paten in der Klemme, handelt von John Gotti und „Totò“ Riina.
  • 2007: Der Boss der Bosse (OT: Il capo dei capi); Serie über das Leben von Salvatore Riina und seinen Aufstieg mit Bernardo Provenzano.
  • 2008: Der letzte Pate; Zweiteiliger Spielfilm über die letzte Zeit von Bernardo Provenzanos Flucht vor der Strafverfolgung.
  • 2013: Mörderische Gesellschaften – Eine Geschichte der Mafia; Zweiteilige Dokumentation von Arte, über Mafiaorganisationen Süditaliens.
  • 2015: Corleone – Ursprung der sizilianischen Mafia; Dokumentarfilm von Holger Hendricks, über Corleone und die Corleonesi.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bornpower – Die sizilianische Mafia – Die Beginne
  2. Mafia Genealogy – A family business
  3. Mafia Genealogy – Gay Liberation and the Mafia
  4. David Critchley: The Origin of Organized Crime in America : the New York City Mafia, 1891–1931 2008, ISBN 978-0-415-99030-1, S. 37–40.
  5. Città Nuova di Corleone – Verro, una vita contro la mafia
  6. Diego Gambetta: The Sicilian Mafia: The Business of Private Protection 1996, ISBN 978-0-674-80742-6, S. 263.
  7. Peter O. Chotjewitz: Malavita: Mafia zwischen gestern und morgen 1973, ISBN 978-3-462-00942-2
  8. Mafia Genealogy – If you give them an inch
  9. La Cosa Nostra Database – Michele Navarra
  10. Petra Reski – Mafia: Von Paten, Pizzerien und falschen Priestern
  11. Rolf Esser: Mord im Jugendstil 2016, ISBN 978-3-7323-8039-8
  12. Bornpower – Die sizilianische Mafia – Der Aufstieg von Corleone
  13. Spiegel Online – Der neue Herr
  14. a b Die Welt – Der Pate von Corleone: 43 Jahre war er untergetaucht, nun wurde Bernardo Provenzano festgenommen.
  15. Antimafia – Rassegna stampa N53
  16. NY Times – Luciano Liggio; Mafia Boss, 68
  17. John Follain: The last Godfathers. Hodder&Stoughton, London 2008, ISBN 978-0-340-97919-8, S. 147.
  18. L'Espresso – Totò Riina e Leoluca Bagarella, nella foto inedita il sorriso del male
  19. La Repubblica – In trappola il vicere' di cosa nostra
  20. Kurier – „Boss der Bosse“ in Haft gestorben
  21. Spiegel Online – Zum Tod des Mafia-Paten Provenzano
  22. Frankfurter Allgemeine – Provenzanos Versteck
  23. La Repubblica – Arrestato il nipote di Provenzano Era il 'segretario' del boss
  24. Live Sicilia – Sei condanne, 15 anni a Lo Bue
  25. The Telegraph – Italian police disrupt alleged Mafia plot to assassinate country's interior minister
  26. Panorama – Arrestati i „postini“ di Provenzano (Memento des Originals vom 1. Dezember 2017 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/archivio.panorama.it
  27. Giuseppe Lumia – Nipote di Riina designato leader, prossimo alla scarcerazione, non torni a Corleone
  28. La Repubblica – Mafia, in manette il fratello di Totò Riina “E’ il consigliere del clan di Corleone”
  29. Spiegel Online – Boss des Corleone-Clans gefasst
  30. OVB – Revolution im Mafia-Nest Corleone
  31. prosieben – Italiens berüchtigter Mafia-Boss Riina bald auf freiem Fuß?
  32. Frankfurter Allgemeine – Schlag gegen Cosa Nostra und ’ndrangheta
  33. Der Tagesspiegel – Einstiger Mafia-Boss Toto Riina im Gefängnis gestorben
  34. Telejato – Corleone: l’ombra di Riina e Provenzano dietro lo scioglimento del Comune