Cornelia Travnicek

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Cornelia Travnicek (2008)

Cornelia Travnicek (* 22. Jänner 1987 in St. Pölten) ist eine österreichische Schriftstellerin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit ihrer Schulzeit trat Cornelia Travnicek bei verschiedenen Literaturwettbewerben sowie durch Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften und Anthologien in Erscheinung. Im Jänner 2008 erschien ihr Prosadebüt „Aurora Borealis“, die Erzählung „Die Asche meiner Schwester“ folgte ein halbes Jahr später. Sie studierte an der Universität Wien Sinologie und Informatik. Im Frühjahr 2008 wurde sie für die Arbeit an ihrem dritten Buch mit dem Theodor-Körner-Förderpreis ausgezeichnet. Beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb 2012 errang sie den Publikumspreis[1]. Neben ihrer schriftstellerischen Tätigkeit arbeitet sie Teilzeit als Researcher in einem Zentrum für Virtual Reality und Visualisierung in Wien.[2]

Ihr Roman Chucks wurde 2015 von Sabine Hiebler und Gerhard Ertl mit Anna Posch als Mae verfilmt, die Autorin hat darin zwei Cameoauftritte. Beim Montreal World Film Festival 2015 wurde der Film mit dem Publikumspreis ausgezeichnet.[3]

2016 war Travnicek, die auch als Übersetzerin chinesischer Lyrik und Kurzprosa ins Deutsche arbeitet,[4] Teilnehmerin beim 3. Internationalen Jingdu Jurten-Forum für Poesie in Qinghai, Westchina[5].

Ihr dritter Roman Feenstaub lehnt sich märchenhaft-poetisch an die Geschichte von Peter Pan an und verwebt reale Ereignisse. Drei Burschen geraten in die Fänge eines Kinderhändlers, der sie misshandelt und als Taschendiebe ausgebeutet. Feenstaub dient dazu in der Stadt zu verschwinden, also vom Niemandsland an das andere Ufer des Flusses zu kommen, als Droge eingenommen, heißt es, dass man damit fliegen kann. Zuletzt fliegt Petru/Pierre tatsächlich im Flugzeug zurück wo er hergekommen ist, per Abschiebe-Flug, wird interpretiert.[6] Im Falter hieß es über den Roman, der 2020 auf der Shortlist zum Österreichischen Buchpreis stand[7]: "Mit diesem Roman könnte, nein, sollte es Travnicek wie Wolfgang Herrndorf mit 'Tschick' gelingen, alle Altersgruppen zu erreichen. [...] Vor allem ist die Qualität dieser Prosa zu loben. Wie Travnicek harten Realismus, Märchen und Bubenabenteuer verknüpft, ist gekonnt, triftig und spannend."[8]

Zu Travniceks Lieblingsbüchern zählt "Mein Name sei Gantenbein" von Max Frisch, da sie dadurch, laut eigener Aussage, verstanden hat, wie Literatur funktioniert. Musikalisch zählt Bob Dylan für sie zu den Top-3-Songwritern des 20. Jahrhunderts.[9]

Die Autorin lebt in Traismauer und Wien.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verfilmungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herausgeberin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • How I fucked Jamal, Milena (2010) (gemeinsam mit Mieze Medusa)

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 36. Tage der deutschsprachigen Literatur: Publikum wählte Cornelia Travnicek. In: ORF Kärnten. 2012, abgerufen am 29. Oktober 2021.
  2. Cornelia Travniceks eigener Webauftritt, abgerufen am 1. November 2015
  3. orf.at - "Chucks" goes Film. Artikel vom 25. September 2015, abgerufen am 11. September 2016.
  4. Cornelia Travnicek, Wien, Österreich, Zu Gast im LCB. Literarisches Colloquium Berlin, abgerufen am 29. Oktober 2021.
  5. Cornelia Travnicek: Im Grasland kommt die Welt zusammen. In: taz. Die Tageszeitung, Ausgabe 11131. 24. September 2016, abgerufen am 29. Oktober 2021.
  6. Cornelia Travniceks poetischer „Feenstaub“ orf.at, 7. April 2020, abgerufen am 7. April 2020.
  7. Shortlist 2020. Österreichischer Buchpreis, Hauptverband des Österreichischen Buchhandels, abgerufen am 29. Oktober 2021.
  8. Dominika Meindl: Dieses moderne Märchen ist die Härte. In: Falter 11 / 2020. 13. März 2020, abgerufen am 29. Oktober 2021.
  9. Interview mit Autorin Cornelia Travnicek. Abgerufen am 8. August 2020.
  10. „Aurora Borealis“, Rezension, literaturhaus.at, 29. Mai 2008, abgerufen am 6. August 2014
  11. Travniceks Roman «Chucks» Spätes Glück und frühes Leid, Rezension von Karl-Markus Gauss in der NZZ vom 11. Juli 2012, abgerufen am 19. Juli 2012