Cornelius Nepos

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Modernes Phantasieporträt des Cornelius Nepos

Cornelius Nepos (* um 100 v. Chr.; † nach 28 v. Chr.) war ein römischer Geschichtsschreiber und Biograph.

Nepos, der aus Oberitalien (Gallia cisalpina) stammte und dem Ritterstand angehört haben dürfte, war befreundet mit dem neoterischen Dichter Catull, der ihm seine Gedichtsammlung widmete, Marcus Tullius Cicero und dessen Vertrauten Titus Pomponius Atticus.

Von seinen zahlreichen Werken (u. a. Geschichtsdarstellungen und eine Erdbeschreibung) sind uns nur einige Biographien aus De viris illustribus erhalten, nämlich die über die nichtrömischen Feldherren sowie die zum Buch der lateinischen Historiker gehörigen über Cato den Älteren und Atticus.

In den Nepos-Handschriften ebenfalls überliefert sind ferner zwei Fragmente eines Briefes der Cornelia, der Mutter der Gracchen, in denen sie ihren Sohn Gaius Sempronius Gracchus heftig angreift. Die Echtheit des Briefes ist allerdings umstritten.

Wegen ihres schlichten Stils waren und sind die Werke des Nepos eine verbreitete Schullektüre.

Neben Fragmenten sind folgende Lebensgeschichten erhalten: Miltiades; Themistokles; Aristeides; Lysander; Pausanias; Kimon; Alkibiades; Thrasybulos; Konon; Dion; Iphikrates; Chabrias; Timotheos; Datames; Epaminondas; Pelopidas; Agesilaos; Eumenes; Phokion; De regibus; Timoleon; Hamilkar; Hannibal; M. Porcius Cato; T. Pomponius Atticus.

Ausgaben und Übersetzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter K. Marshall (Hrsg.): Cornelii Nepotis Vitae cum fragmentis, Leipzig 1977.
  • Cornelius Nepos: De viris illustribus/Biographien berühmter Männer. Lateinisch/Deutsch, hrsg. und übers. von Peter Krafft und Felicitas Olef-Krafft, Stuttgart 1993.
  • Cornelius Nepos: Berühmte Männer/De viris illustribus. Lateinisch - Deutsch, hrsg. und übers. von Michaela Pfeiffer und Rainer Nickel, Düsseldorf 2006.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Michael von Albrecht: Geschichte der römischen Literatur von Andronicus bis Boethius und ihr Fortwirken. Band 1. 3., verbesserte und erweiterte Auflage. De Gruyter, Berlin 2012, ISBN 978-3-11-026525-5, S. 402–412
  • Sabine Anselm: Struktur und Transparenz. Eine literaturwissenschaftliche Analyse der Feldherrnviten des Cornelius Nepos. Steiner, Stuttgart 2004, ISBN 3-515-08478-9.
  • Joseph Geiger: Cornelius Nepos and Ancient Political Biography. Steiner, Stuttgart 1985, ISBN 3-515-04414-0.
  • Heinrich Heidenreich: Nepos (Cornelius Nepos). In: Christine Walde (Hrsg.): Die Rezeption der antiken Literatur. Kulturhistorisches Werklexikon (= Der Neue Pauly. Supplemente. Band 7). Metzler, Stuttgart/Weimar 2010, ISBN 978-3-476-02034-5, Sp. 537–548.
  • Otto Schönberger: Cornelius Nepos. Ein mittelmäßiger Schriftsteller. In: Das Altertum. Band 16, 1970, S. 153–163.
  • Rex Stem: The Political Biographies of Cornelius Nepos. University of Michigan Press, Ann Arbor 2012, ISBN 978-0-472-11838-0.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]