Corona-Expertenrat der Bundesregierung

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Bundeskanzler Olaf Scholz hat am 10. Dezember 2021 die Mitglieder eines neuen Corona-Expertenrats zur Bekämpfung der COVID-19-Pandemie in Deutschland ernannt.[1]

Mitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das wissenschaftliche Expertengremium der Bundesregierung besteht aus 19 Mitgliedern:[2]

Aufgabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut Gesundheitsminister Karl Lauterbach soll die Bundesregierung die Pandemiebekämpfung stärker auf wissenschaftliche Expertise stützen. Es sei wichtig, sich von einem möglichst breiten Expertengremium beraten zu lassen. Für Lauterbach wird nach eigener Aussage die enge Zusammenarbeit mit diesen Wissenschaftlern Grundlage seiner Politik sein. Das Gremium trat erstmals virtuell am 14. Dezember 2021 zusammen und sollte seither im Wochenabstand tagen.[3]

Weitere Expertenräte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über ein Jahr zuvor, im November 2020, hat der gewählte, aber damals noch nicht amtierende US-Präsident Joe Biden in den USA einen Corona-Expertenrat ernannt, der aus zwölf Wissenschaftlern und Gesundheitsexperten bestand. Der Expertenrat (COVID-19 Advisory Board) bekam eine Dreierspitze aus Vivek Murthy, David A. Kessler und Marcella Nunez-Smith. Murthy war von 2014 bis 2017 oberster Gesundheitsbeamter der US-Regierung, Kessler, Chief Science Officer, leitete früher die Lebens- und Arzneimittelbehörde Food and Drug Administration (FDA) und Nunez-Smith ist Professorin an der Yale University wo sie unter anderem zur Gesundheitsförderung von marginalisierten Bevölkerungsgruppen forscht. Das Gremium wurde nach der Vereidigung Bidens am 20. Januar 2021 aufgelöst[4] und ging in dem White House COVID-19 Response Team auf.

Im April 2020 hatte die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen einen Expertenrat berufen. Dem ehrenamtlich tätigen Gremium gehörten unter anderem der ehemalige Verfassungsrichter Udo Di Fabio, der Markt- und Medienforscher Stephan Grünewald, Michael Hüther vom Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln, Claudia Nemat, Vorstandsmitglied der deutschen Telekom sowie der Virologe Hendrik Streeck und die Professorin für Ethik und Theorie der Medizin, Christiane Woopen, an. Nach 15 Monaten Digitalsitzungen wurde das Gremium aufgelöst und traf sich am 24. Juni 2021 zu seiner letzten Sitzung. Dieses 17. Treffen fand erstmals in Präsenz statt.[5]

Am 6. November 2020 hat der polnische Premierminister einen Corona-Beratungsausschuss eingesetzt, der aus 17 Teilnehmern bestand. Am 14. Januar 2022 sind 13 Mitglieder dieses Beratungsausschusses, allesamt Hochschullehrer, zurückgetreten, weil ihre Empfehlungen in der Corona-Krise von der polnischen Regierung nicht ausreichend berücksichtigt worden seien. Die medizinischen Berater warfen der Regierung vor, zunehmend das Verhalten von Teilen der Gesellschaft zu tolerieren, welche die von Covid-19 ausgehende Bedrohung und die Bedeutung der Impfung zur Bekämpfung der Pandemie leugnen. Auch Regierungsmitglieder und weitere hochrangige Mitarbeiter hätten die Risiken einer Corona-Infektion geleugnet.[6]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Scholz ernennt 19-köpfiges „Gremium“: Das sind die Corona-Berater des Bundeskanzlers. Focus, 11. Dezember 2021. Abgerufen am 12. Dezember 2021.
  2. Bundeskanzler Scholz beruft Expertengremium zur wissenschaftlichen Begleitung der Covid-19-Pandemie. Bundesregierung, 14. Dezember 2021, abgerufen am 7. Januar 2022.
  3. Meldungen zu Corona, Süddeutsche Zeitung, 12. Dezember 2021. Abgerufen am 12. Dezember 2021.
  4. Lev Facher: Biden dissolves Covid-19 panel that advised his transition. In: STAT. 20. Januar 2021. Abgerufen am 25. Januar 2021.
  5. Corona-Expertenrat nimmt Abschied und mahnt zur Vorsicht. WDR, 24. Juni 2021. Abgerufen am 12. Dezember 2021.
  6. PAP, polnisch, 14. Januar 2022. Abgerufen am 14. Januar 2022.