Corona (Stephana)

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Die Heiligen Victor und Corona (Miniaturmalerei, Paris um 1480)

Die heilige Corona (Korona) oder auch Stephana (* um 160 in Ägypten oder Syrien; † 177) soll eine frühchristliche Märtyrin gewesen sein. Sie ist nach katholischer Betrachtung die Patronin des Geldes, der Fleischer und Schatzgräber.[1] Das Patronat in Geldangelegenheiten verdanke sie ihrem Namen, der auf deutsch „Krone“ bedeutet, eine Bezeichnung für verschiedene Währungen.[2]

Überlieferung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Der Überlieferung zufolge soll Corona zur Zeit der Christenverfolgungen das Martyrium im Alter von 16 Jahren gemeinsam mit dem ebenfalls heilig gesprochenen Soldaten Victor von Siena erlitten haben.[3] Während dieser gemartert wurde, soll die als Braut eines seiner Kameraden vermutete Corona ihn getröstet und ermutigt haben. Aus diesem Grund sei sie verhaftet und verhört worden. Schließlich soll sie von ihren Peinigern zwischen zwei herabgebogenen Palmen gebunden und beim Emporschnellen der beiden Palmen zerrissen worden sein.[3] Victor soll enthauptet worden sein. Andere Quellen berichten, dass Corona Victors Ehefrau gewesen sei.

Verehrung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gedenktag der hl. Corona ist der 14. Mai, gelegentlich auch der 20. Februar. Besondere Verehrung wird der Heiligen in Österreich und in Ostbayern zuteil, wo ihr verschiedene Wallfahrten gewidmet sind:

Auch im mittelalterlichen Bremer Dom, in den 965 Reliquien der Heiligen gebracht wurden, muss es einen bedeutenden Corona-Kult gegeben haben, wie hier gefundene Pilgerzeichen und drei Skulpturen im Dom nahelegen.[4] Ebenso verehrte sie Kaiser Otto III. (HRR), der nach seiner Kaiserkrönung im Jahre 996 Corona-Reliquien zusammen mit Reliquien des hl. Leopardus von Otricoli in Umbrien nach Aachen überführen ließ.[5] Beide Heilige wurden zu Konpatronen des Aachener Marienstiftes erhoben. Die Bleireliquiare aus dem frühen 11. Jahrhundert wurden 1843 wieder aufgefunden.[6] 1911 wurde deren Inhalt im neu geschaffenen Corona-Leopardus-Schrein des Aachener Doms eingebettet, der derzeit (März 2020) restauriert wird.[7]

Im Straßburger Münster stellt sie ein Bleiglasfenster des 14. Jahrhunderts in langem Kleid, mit Mantel und Schleier dar, die Märtyrerpalme in der Linken. Spätere Darstellungen zeigen sie, wie sie einem Bettler ein Geldstück reicht oder ein Geldkästchen in der Rechten hält.

Das Corona-Gebet, auch Kronengebet genannt, ist ein volksmagisches Ritual, das besonders im 17. und 18. Jahrhundert populär war und zum Aufspüren verborgener Schätze diente. Es findet sich in mehreren Zauberbüchern, darunter im 6. und 7. Buch Mose.[8] Die Schatzhebegebete wurden von vorgeblichen magischen Experten als vermeintlich sicheres Mittel zum Erlangen riesiger Reichtümer verkauft. Gerichtsprozesse der frühen Neuzeit, die sich mit magischer Schatzgräberei befassen, siedeln das Delikt meistenteils nicht in den Bereich der Magie an, sondern werten es als Betrug. Neben Corona war auch der heilige Christophorus ein beliebter Patron der Schatzsucher.[9]

Heillige Corona zwischen zwei Palmen (Pilgerzeichen aus Blei, um 1400)

Aus dem niederösterreichischen St. Corona am Wechsel ist auch das Wallfahrtslied Corona hoch erhoben aus diesem Erdental überliefert,[10] das auf die Melodie des Kirchenlieds Gelobt sei Jesus Christus in alle Ewigkeit[11] gesungen wird. Der Autor und die Entstehungszeit des Textes sind nicht bekannt.[10] Aus St. Corona am Wechsel wird auch von Anrufung um Standhaftigkeit im Glauben, bei Bitten gegen Unwetter und Miss­ernte und zur Abwendung von (Vieh-)Seuchen berichtet.[12][13] Dies wird auch im entsprechenden Artikel des Ökumenischen Heiligenlexikons[14] aufgegriffen, ist sonst in der Fachliteratur aber nicht belegt.[15][16] Die Angabe geht auf eine lokale Tradition in St. Corona am Wechsel zurück, der zufolge die Heilige von der bäuerlichen Bevölkerung dort gegen Viehseuchen angerufen wurde.[17][16]

Die Pfarrei St. Pankratius in Roding veröffentlichte während der Coronavirus-Pandemie 2019/20 eine Novene mit Anrufung der heiligen Corona.[18]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Heilige Corona – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Leopold Schmidt, Art. Corona. Religiöse Volkskunde, in: Lexikon für Theologie und Kirche 3, Freiburg 1959, 61.
  2. Rudolf Hindringer, Art. Corona, in: Lexikon für Theologie und Kirche III, Freiburg 1931, 51. Sowohl lateinisch corona wie altgriechisch stephanos bedeuten „Kranz, Krone“. Vgl. Stephan Lösch, Art. Stephan, in: Lexikon für Theologie und Kirche IX, Freiburg 1937, 796f.
  3. a b Bernhard Kötting, Art. Corona, in: Lexikon für Theologie und Kirche 3, Freiburg 1959, 61.
  4. Alfred Löhr: Die heilige Corona und ihre mittelalterlichen Darstellungen in Bremen. In: Bremisches Jahrbuch. Band 66. Bremen 1988, S. 47–58, hier S. ??.
  5. Helga Giersiepen: Die Inschriften des Aachener Doms. Reichert, Wiesbaden 1992, ISBN 3-88226-511-6, S. 14.
  6. Helga Giersiepen: Dom, Michaelskapelle. In: Inschriften.net. Abgerufen am 30. März 2020 (DI 31, Aachen Dom, Nr. 1).
  7. Robert Esser: Coronas Knochen liegen in der Schatzkammer. In: Aachener Zeitung. 18. März 2020, abgerufen am 30. März 2020 (hinter einer Paywall).
  8. Corona-Gebet. In: Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens. Band 2: C.M.B. – Frautragen. de Gruyter, Berlin 1930, Reprint 1987, ISBN 3-11-011194-2, Spalte 106–107 (Textarchiv – Internet Archive).
  9. Johannes Dillinger: Hexen und Magie. Campus, Frankfurt / New York 2007, ISBN 978-3-593-38302-6, S. 37 (Seitenvorschau in der Google-Buchsuche).
  10. a b Wallfahrtslied: Corona hoch erhoben aus diesem Erdental… In: Volksliedwerk.at. 13. März 2020, abgerufen am 30. März 2020.
  11. T. u. M.: Hildesheim 1736. Zitiert nach: Gotteslob: Katholisches Gebet- und Gesangbuch. Ausgabe für das Bistum Regensburg. Pustet, Regensburg 1975, Nr. 894, S. 970.
  12. Selbstdarstellung: Geschichte: Wallfahrtskirche St. Corona. In: pfarre-stcorona.at. März 2019, abgerufen am 30. März 2020.
  13. Sehenswürdigkeit: Pfarrkirche St. Corona. In: St-Corona-Wechsel.gv.at. 2020, abgerufen am 30. März 2020.
  14. Artikel: Corona im Ökumenischen Heiligenlexikon, abgerufen am 30. März 2020.
  15. Rudolf Gehrig: Die heilige Corona - Eine Patronin gegen Seuchen? In: Catholic News Agency. 26. März 2020, abgerufen am 31. März 2020.
  16. a b Klaus Graf: St. Corona ist Seuchenpatronin, echt jetzt? In: Archivalia-Blog. 18. März 2020, abgerufen am 30. März 2020.
  17. Severinus-Verein (Hrsg.): Die St. Corona-Capelle zu Kirchberg am Wechsel. In: Sonntags-Blatt. Wien 1856 (Seitenvorschau in der Google-Buchsuche).
  18. Domradio: Novene in Seuchenzeiten. 20. März 2020 (PDF: 150 kB, 6 Seiten auf domradio.de).