Corps Alemannia Wien zu Linz

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Alemannias Wappen

Das Corps Alemannia Wien zu Linz ist eine Studentenverbindung an der Universität Linz und anderen Linzer Hochschulen. Es gehört dem Kösener Senioren-Convents-Verband an, ist pflichtschlagend und farbentragend. Die Mitgliedschaft ist ausschließlich männlichen Studenten vorbehalten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gegründet wurde das Corps Alemannia am 17. November 1862 in Wien von Studenten des Polytechnikums als technische Verbindung. Zum Ende ihres ersten Jahrzehnts und mit Aufnahme von Beziehungen zu anderen gleichgesinnten Bünden in Brünn, Graz und Innsbruck erklärte sich Alemannia von einer Burschenschaft zum Corps, mit vorwiegend deutschstämmigen, aber auch aus anderen Nationalitäten des Kaisertums Österreich kommenden Mitgliedern, mit „Liebe zum Vaterland und dem angestammten Herrscherhaus“.

Bis zum Ende der Monarchie war den meisten österreichischen Corps die Aufnahme in den KSCV verwehrt. Allerdings hatten die Innsbrucker Corps den bereits genehmigten Aufnahmeantrag 1888 zurückgezogen und wurde Gothia 1898 in den KSCV aufgenommen. Die übrigen Corps aus Österreich, Böhmen und Mähren wurden erst nach dem Zerfall von Österreich-Ungarn und dem Entstehen der Republik Deutschösterreich aufgenommen. Schon 1914 hatten die Corps Joannea, Vandalia Graz und Suevia Prag die Aufnahme beantragt. Mit Austria Prag, dem SC zu Brünn (Marchia, Austria, Frankonia), Teutonia Graz, dem SC zu Leoben (Montania, Schacht) und dem SC zu Wien (Saxonia, Alemannia, Posonia, Symposion) wurden sie beim oKC 1919 in den KSCV aufgenommen.

Nachdem trotz Widerstandes bereits 1935 die deutschen Korporationen aufgelöst und ihre Mitglieder in den NS-Studentenbund eingegliedert worden waren, trat dies nach dem Anschluss Österreichs auch für Alemannia in Kraft.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der KSCV 1950 in Westdeutschland neu gründen. Auch die Corps in Österreich durften, vom Vereinsgesetz sanktioniert, rekonstituieren. Alemannia tat dies im März 1952 mit reaktivierten Alten Herren. Die offizielle Wiedereröffnung wurde mit dem 90. Stiftungsfest im Mai 1953 nachgefeiert.

Alemannia war 1960 das erste österreichische Vorortcorps und stellte für den Senioren-Convent zu Wien den Vorsitzenden des oKC. Mit der 68er-Bewegung blieb in Wien der Nachwuchs aus. Nach sieben Jahren Pause für den aktiven Corpsbetrieb von 1974 bis 1981 beschlossen einige verbliebene Mitglieder am 10. Oktober 1981 Wien zu verlassen und, unterstützt vom Oberösterreichischen Corpsphilisterverband, an der 1966 gegründeten Johannes Kepler Universität Linz neu zu beginnen, wo das Corps seitdem besteht.

Das Corps gehört zum schwarzen Kreis. Es sieht sich in der Verpflichtung, alte studentische Sitten zu bewahren, insbesondere die Mensur.

Couleur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Farben sind von jeher schwarz-blau-gold, die Farbe der Biedermeiermütze ist seit 1864 blau.

Bekannte Mitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Geburtsjahr geordnet

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Arthur Schnitzlers Traumnovelle hat die Hauptfigur eine nächtliche Begegnung mit einer Gruppe von „blauen Alemannen“ und wird von einem von ihnen angerempelt.[1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Robert Spulak von Bahnwehr: Geschichte der aus den Jahren 1859-1884 stammenden Wiener Couleurs, Selbstverlag, Wien 1914, S. 141-149
  • Walter Rabe: 100 Jahre Corps Alemannia Wien. Corps Alemannia Wien III, Wien 1962

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Corps Alemannia Wien zu Linz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Project Gutenberg: Traumnovelle (Kapitel 3)