Corps Austria Brünn

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Austrias Wappen mit Paragraph 11

Das Corps Austria Brünn war eine Studentenverbindung an der Deutschen Technischen Hochschule Brünn. Sie stand zu Mensur und Couleur. 1919 wurde sie in den SC zu Brünn und damit in den Kösener Senioren-Convents-Verband (KSCV) aufgenommen

Couleur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Brünner Auster trugen ein Band mit den Farben hellblau–weiß–gold und goldener Perkussion. Dazu wurde im Wintersemester eine weiße Studentenmütze und im Sommersemester ein weißer Seidenstürmer getragen. Füchse trugen ein golden eingefasstes Band mit den Farben hellblau–weiß–hellblau.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Corps Austria Brünn wurde am 10. Dezember 1870[1] mit Unterstützung des Corps Marchia Brünn an der Deutschen Technischen Hochschule Brünn gestiftet. Am 23. März 1877 trat Austria Brünn dem Linzer Deputierten-Convent der österreichischen Corps als konstituierendes Mitglied bei, der sich 1878 in Melker Congress umbenannte. Am 1. November 1877 gründete es zusammen mit dem Corps Marchia Brünn den 1. Brünner SC. Am 18. Mai 1880 erfolgte die erste Suspension. In den Jahren 1885 und 1886 wurde die Mehrheit der Brünner Auster in das Corps Marchia Brünn aufgenommen.

Nachdem am 26. Juni 1919 Marchia und Frankonia den 2. Brünner SC nach dem Ersten Weltkrieg wiederbegründet hatten, wurde Austria am 5. Juli 1919 von diesen beiden Corps rekonstituiert und als drittes Corps in den SC aufgenommen. Am 20. September 1919 wurde der Brünner SC in den KSCV aufgenommen und Austria damit Kösener Corps. Aus politischen Gründen war es in der Tschechoslowakei nicht mehr möglich, den Namen Austria zu tragen. Austria nannte sich daher ab dem 21. November 1919 offiziell Corps Albia Brünn. Am 20. Dezember 1924 erfolgte die zweite Suspension des Corps. 1933 gründeten Austria und die anderen Corps in Brünn und Prag den Prager Senioren-Convents-Verband im HKSCV.

Der Altherrenverband wurde nach 1945 nicht reaktiviert. Der letzte Angehörige des Corps Austria Brünn starb nach 1996 in Trier. Austria gehörte keinem der Kösener Kreise an.

Brünner Auster[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Corps Austria Brünn, in: Michael Doeberl: Das akademische Deutschland. Band 2, Berlin 1931, S. 710.
  • Handbuch des Kösener Corpsstudenten in zwei Bänden, 6. Auflage, Würzburg 1985, Band 2, Kapitel 1, S. 15.
  • Norbert Koniakowsky: Corps Marchia Brünn 1865–1995, Trier 1995.
  • Otto Gerlach: Kösener Corpslisten 1930, Frankfurt am Main 1930, S. 198–199.
  • Lothar Selke: Die Technische Hochschule zu Brünn und ihr Korporationswesen. Europa Ethnica 2 (1975), S. 50–82; auch postum: Einst und Jetzt, Bd. 44 (1999), S. 71–112.
  • Hermann Kruse: Kösener Corpslisten 1996, Gesamtverzeichnis 1919–1996, Nürnberg–Fürth 1998, S. 40–41.
  • Paulgerhard Gladen: Geschichte der studentischen Korporationsverbände, Bd. 1, S. 29–34.
  • Paulgerhard Gladen: Die Kösener und Weinheimer Corps: Ihre Darstellung in Einzelchroniken. 1. Auflage. WJK-Verlag, Hilden 2007, ISBN 978-3-933892-24-9, S. 24.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Corps Austria Brünn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. E. H. Eberhard: Handbuch des studentischen Verbindungswesens. Leipzig, 1924/25, S. 184.