Corps Rhenania Würzburg

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Corps Rhenania Würzburg
Wappen
Land
Hochschule
Stiftung
SC
Band
Corpsburschenband des Corps Rhenania Würzburg
Zirkel
   Zirkel Rhenania Würzburg.jpg
Wahlspruch
Amicus pectus, hosti frontem!
Korporationsverband
Anschrift
Huttenschlösschen
97072 Würzburg
Website

Das Corps Rhenania Würzburg ist eine farbentragende und pflichtschlagende Studentenverbindung im Kösener Senioren-Convents-Verband (KSCV), einem der ältesten Dachverbände deutscher Studentenverbindungen.

Rhenania praktiziert seit der Gründung das sogenannte Toleranzprinzip. Dies umfasst die politische, religiöse und ethisch-moralische Einstellung/Ausrichtung jedes Einzelnen, der Mitglied werden will - ohne Rücksicht auf seine Herkunft.

Die Corpsmitglieder werden Rheinländer genannt.

Coleur[Bearbeiten]

Rhenania hat die Farben Marineblau-weiß-korrianderrot mit goldener Perkussion. Dazu wird eine weiße Mütze getragen. Die Rheinländerfüchse tragen ein Fuchsenband in weiß-korrianderrot mit silberner Perkussion. Der Wahlspruch ist Amico pectus, hosti frontem! (deutsch: „Dem Freund die Brust, dem Feind die Stirn“)

Geschichte[Bearbeiten]

Das „Huttenschlösschen“, Corpshaus der Rhenania Würzburg seit 1884
Huttenschlösschen 1910, Blick von der Gartenseite
Chargierte zu Pferd, Aufzug zur Neueinweihung des Huttenschlösschens, Juli 1905

Gestiftet wurde das Corps am 23. Januar 1842 von vierzehn Studenten der Julius-Maximilians-Universität. Zehn waren Corpsstudenten und Mitglieder der Corps Franconia München, Rhenania Gießen, Rhenania Heidelberg, Rhenania Bonn, Starkenburgia, Suevia Heidelberg, Palatia Heidelberg und Guestphalia Heidelberg. Treibende Kraft war Ludwig Munzinger (Jurist), Angehöriger der Franconia München und später Ehrenmitglied der Rhenania.

Bis 1857 kam die große Mehrzahl der Rheinländer aus der Rheinpfalz.

1924 und 1961 stellte das Corps mit Fritz Höpker und Hans-Heinrich Strobel die Vorsitzenden der Kösener Congresse.

Corpshaus[Bearbeiten]

Rhenanias Corpshaus liegt in der Würzburger Sanderau. Im November 1884 kaufte das Corps das 1720 für den Würzburger Fürstbischof Christoph Franz von Hutten erbaute barocke Huttenschlösschen in Würzburg, das noch heute als Corpshaus genutzt wird. Rhenania verfügt damit über das älteste Corpshaus in Deutschland. Aufgrund der Mainkaierhebung wurde 1902 das komplette Gebäude abgebaut und um 90° gedreht.

Das Haus wurde bei dem Bombenangriff auf Würzburg am 16. März 1945 von einer einzelnen Bombe getroffen und brannte bis auf die Grundmauern aus. Nach dem Krieg wurde das Schlösschen von Hand der Corpsbrüder wieder aufgebaut und 1952 feierliche eingeweiht.

Haltung 1944[Bearbeiten]

Würzburg war im Zweiten Weltkrieg die Hochburg der Waffenstudenten. Ein Höhepunkt der subversiven Traditionspflege war der gemeinsame Kommers aller (heimlich bestehenden) schlagenden Studentenverbindungen am 17. Juli 1944 auf dem Corpshaus der Rhenania Würzburg. Wenn auch unter strengster Geheimhaltung, war das eine besondere Provokation; denn zur selben Zeit feierte die Deutsche Studentenschaft in Anwesenheit des Reichsstudentenführers Gustav Adolf Scheel ihr 25-jähriges Bestehen mit einer Großkundgebung – nur zwei Straßenzüge weiter.[1]

„Über hundert Vertreter der einzelnen Verbindungen in Band und Mütze an den langen weißgedeckten Tischen in unserem Saal, das war ein herrliches farbenprächtiges Bild, das aller Herzen höher schlagen ließ. Knaup eröffnete den Kommers mit einer kurzen gelungenen Ansprache und trank das erste Glas Bier auf das Wohl unserer gemeinsamen Sache. … Es ist vielleicht absurd, Vergleiche zwischen dem Kommers auf unserem Haus und der Großkundgebung der Reichsstudentenführung zu ziehen. Es gehört eine große Portion Überzeugung vom eigenen Wert dazu, Opposition gegen eine numerisch tausendfache Überlegenheit zu machen. Aber diese Überzeugung vom eigenen Wert haben wir und werden darin immer sicherer, je mehr Kundgebungen und Proklamationen die Reichsstudentenführung veranstaltet. Wir haben die Stirn zu behaupten: auf der einen Seite (der Führung) ist das Wort, die Phrase, auf unserer Seite ist die Tat.“

Hans Dörrie [2]

Huttenfete[Bearbeiten]

Die Huttenfete findet jedes Semester auf dem Huttenschlösschen statt. Sie ist seit mehr als 20 Jahren ein fester Bestandteil des Würzburger Studentenlebens. Die Party ist eine der letzten verbliebenen Verbindungspartys und ist mittlerweile die größte in Würzburg. Die Veranstaltung wird komplett von den Aktiven des Corps organisiert und durchgeführt. Seit 2012 findet sie unter dem Motto „I LOVE HUTTENFETE“ in der dritten Woche des Semesters statt.

Auswärtige Beziehungen[Bearbeiten]

Hauptartikel: Verhältnisvertrag und Kösener Kreise

Rhenania Würzburg gehört zum grünen Kreis.

Träger der Klinggräff-Medaille[Bearbeiten]

Mit der Klinggräff-Medaille des Stiftervereins Alter Corpsstudenten wurden ausgezeichnet:

  • Karsten Sassenscheid (1997)
  • Matthias Bockmeyer (2008)

Bedeutende Corpsmitglieder[Bearbeiten]

Robert Rieder Pascha

In alphabetischer Reihenfolge

Literatur[Bearbeiten]

  • Rolf-Joachim Baum et al. (Hrsg.): Studentenschaft und Korporationswesen an der Universität Würzburg 1582–1982., Würzburg 1982, S. 257–260.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mitteilung des Teilnehmers Hans Dörrie (dem Vater von Doris Dörrie) im März 2014
  2. Rolf-Joachim Baum: Die Würzburger Bayern, Teil 2. Corpsgeschichte in Bildern. Vögel, München 1985, S. 312

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Corps Rhenania Würzburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien