Coscurita

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Gemeinde Coscurita
Coscurita – Kirche von Bordejé
Coscurita – Kirche von Bordejé
Wappen Karte von Spanien
Wappen fehlt
Hilfe zu Wappen
Coscurita (Spanien)
Finland road sign 311.svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: KastilienleonKastilien und León Kastilien und León
Provinz: Soria
Comarca: Comarca de Almazán
Koordinaten 41° 26′ N, 2° 29′ WKoordinaten: 41° 26′ N, 2° 29′ W
Höhe: 964 msnm
Fläche: 54,96 km²
Einwohner: 87 (1. Jan. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 1,58 Einw./km²
Postleitzahl: 42216, 42217, 42223
Gemeindenummer (INE): 42068 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine

Coscurita bezeichnet einen Ort und eine Gemeinde (municipio) mit 87 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Süden der Provinz Soria in der Autonomen Gemeinschaft Kastilien-León. Zur Gemeinde gehören auch die Weiler Bordejé, Centenera del Campo, Neguillas und Villalba. Die katholische Kirchengemeinde gehört zum Bistum Osma-Soria.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Coscurita liegt in der von Felsen und Hügeln durchsetzten Hochebene im Süden der Provinz Soria in einer Höhe von ca. 960 Metern ü. d. M. Die Entfernung zur nördlich gelegenen Provinzhauptstadt Soria beträgt ca. 43 Kilometer (Fahrtstrecke). Der kleine aber historisch bedeutsame Ort Almazán liegt nur etwa neun Kilometer in nordwestlicher Richtung entfernt.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1960 1970 1981 1991 2001 2010
Einwohner 636 389 214 166 141 112

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hatte die Gemeinde konstant zwischen 600 und 770 Einwohner. Die zunehmende Mechanisierung der Landwirtschaft und der daraus resultierende Verlust an Arbeitsplätzen haben in hohem Maße zu dem deutlichen Rückgang der Bevölkerung in den letzten Jahrzehnten beigetragen.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde lebte jahrhundertelang ausschließlich vom Getreideanbau (Gerste und Weizen), der hauptsächlich für die Selbstversorgung betrieben wurde; auch Viehhaltung (Schafe, Ziegen, Hühner) fand in geringem Maße statt. Der Ort Barca diente als merkantiles, handwerkliches und kulturelles Zentrum für die inzwischen zumeist verschwundenen Weiler und Einzelgehöfte in seiner Umgebung. Heute spielt die Landwirtschaft immer noch die wichtigste Rolle, doch sind auch geringfügige Einnahmen aus dem Tourismus (Vermietung von Ferienwohnungen) zu verzeichnen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der arabisch-maurischen Eroberung entvölkerten sich weite Gebiete im Norden der Iberischen Halbinsel. Im 10. Jahrhundert begann unter dem kastilischen Grafen Gonzalo Téllez die in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts unter Alfons VI. vollendete Rückeroberung (reconquista) Altkastiliens, die in der Einnahme der etwa 250 Kilometer weiter südwestlich gelegenen Stadt Toledo im Jahr 1085 ihren vorläufigen Höhepunkt fand. In dieser Zeit wurde Barca von Siedlern aus dem christlichen Norden neu- oder wiederbesiedelt (repoblación).

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Coscurita

Die Pfarrkirche (Iglesia de San Cristóbal) ist ein einschiffiger Bau aus dem 16. Jahrhundert mit einem in der Barockzeit erneuerten Glockengiebel. Bei einer Restaurierungsmaßnahme des Jahres 1914 wurde der Eingang von der Südseite auf die Westseite verlegt.

Bordejé

Die – mit Ausnahme der Ecksteine – gänzlich aus Bruchsteinen (mampostería) erbaute einschiffige Pfarrkirche San Martín von Bordejé ist ein schönes Beispiel ländlicher Sakralarchitektur, die keinerlei Stilmerkmale erkennen lässt. Während das niedrige fensterlose Langhaus, der etwas erhöhte Vierungsbereich und die gerade schließende Apsis aus dem 13./14. Jahrhundert stammen könnten, ist der robuste Westturm mit seinem tiefenräumigen Glockengiebel dem 19. Jahrhundert zuzuordnen. Der Eingang zur Kirche befindet sich – wie in der Region üblich – auf der Südseite und ist durch einen Vorbau vor den Unbilden des Wetters geschützt. Der insgesamt gedrungen wirkende Bau kommt ohne seitliche Abstützungen der Außenwände (Strebepfeiler) aus. In der Vorhalle ist eine – im Norden der Iberischen Halbinsel eigentlich nur im Baskenland anzutreffende – scheibenförmige Grabstele mit kleinem Sockel vermauert.

Neguillas

Auf einer felsigen Anhöhe befinden sich die noch etwa zwei Meter hohen Überreste eines Wachturms (atalaya), der aufgrund seines vergleichsweise exakt bearbeiteten Steinmaterials jedoch eher der mittelalterlich-christlichen Zeit zugeordnet werden muss.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).