Costedt

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Costedt
Koordinaten: 52° 13′ 45″ N, 8° 52′ 16″ O
Höhe: 48 m ü. NN
Fläche: 5,82 km²
Einwohner: 511 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 88 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1973
Postleitzahl: 32457
Vorwahl: 05731
Karte
Lage von Costedt in Porta Westfalica
Großer Weserbogen
Gut Rothenhoff

Costedt ist ein Ortsteil der Stadt Porta Westfalica im Kreis Minden-Lübbecke in Ostwestfalen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Costedt liegt südlich des Wiehen- und Wesergebirges und im großen Weserbogen. Costedt ist der kleinste Stadtteil der Stadt Porta Westfalica. Im Osten grenzt Costedt an den Stadtteil Holzhausen, im Norden und Westen, getrennt durch die Weser, an die Bad Oeynhausener Stadtteile Dehme und Rehme, sowie im Süden an den Ortsteil Vennebeck.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schon 1230, als der Name Costede zum ersten Mal in einer päpstlichen Urkunde erwähnt wurde, lagen die Bauernhöfe am Rande des kleinen Sporns, der sich in die Weseraue hineinschiebt. Die ehemals bischöflichen Tafelgüter wandelten sich im Laufe der Zeit zum heutigen Dorfkern einerseits und dem Rittergut Rothenhoff andererseits.

Das Rittergut ist eng mit der Militärgeschichte der letzten 400 Jahre verbunden. Beispielsweise wurde es zwischen 1945 und 1954 von den Engländern als Standort des Oberbefehlshabers der Britischen Rheinarmee genutzt. Als prominente Gäste weilten zu dieser Zeit unter anderem Prinzessin Margaret und Prinz Philip Herzog von Edinburgh, sowie Feldmarschall Bernard L. Montgomery und General Dwight D. Eisenhower auf dem Rittergut Rothenhoff.

Die Wirtschaftsgebäude und das Herrenhaus des Rittergutes stammen aus der Epoche der Bremer Kaufmannsfamilie Cäsar, die das Gut von 1822 bis 1915 besaß. Das Herrenhaus wurde als Neubau 1863 nach Plänen des königlichen Baumeisters Borring im spätklassizistischen Stil errichtet und mit einem englischen Landschaftspark ergänzt.

Vom Weserradweg aus kann man noch die alte Dorfstruktur erkennen und einen Blick auf das gepflegte Rittergut werfen.

Bis zur kommunalen Neugliederung am 1. Januar 1973 war Costedt eine selbstständige Gemeinde mit einer Gesamtfläche von rund 5,82 km² sowie 626 Einwohnern[2] und gehörte zum Amt Hausberge im Kreis Minden. Zurzeit (31. Dezember 2005) hat Costedt 471 Einwohner.

Archäologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etwa 350 m westlich des Ortskernes von Costedt wurde ein Gräberfeld der Römischen Kaiserzeit ergraben. Es umfasst 44 Gräber aus der Zeit zwischen etwa 150 und 260 n. Chr. Die Toten waren verbrannt beigesetzt worden, die meisten Beigaben mitverbrannt. Die Gräber dürften auf zwei Höfe zurückgehen, auf denen insgesamt etwa 18 Menschen lebten. Ein besonderer Fund ist ein Tongefäß, das außen mit feinen Ritzlinien verziert ist; man erkennt stark abstrahierte Darstellungen, vermutlich Sonne, Mond und einen Hirsch.[3] Das Gefäß befand sich im Juni 2009 in der Ausstellung im Museum für Archäologie in Herne.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Costedt gehört mit Möllbergen, Holtrup und Vennebeck zum Bezirksausschuss VII der Stadt Porta Westfalica. Vorsitzende ist Petra Kavanagh.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Naherholungsanlage Großer Weserbogen und die Wasserflächen der Altteiche sind sehenswert. Der Radfernweg Weserradweg führt durch den Stadtteil.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Einwohnerzahlen der Stadt Porta Westfalica abgerufen am 13. Januar 2016
  2. Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X, S. 118.
  3. Frank Siegmund: Das Gräberfeld der jüngeren Römischen Kaiserzeit von Costedt. Bodenaltertümer Westfalens 32. Philipp von Zabern, Mainz 1996

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]