Courage-Preis

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Der Courage-Preis wird im Rittersaal des Schlosses Iburg verliehen
Verleihung des Courage-Preises 2010 an Peter Maffay, rechts Gerd Schöwing
Auftritt von Petruța Küpper bei der Preisverleihung 2010

Der Courage-Preis ist ein Preis, der in der niedersächsischen Stadt Bad Iburg (Landkreis Osnabrück) an Personen und Einrichtungen verliehen wird, die sich in besonderer Weise um das Gemeinwohl verdient gemacht haben.

Komitee Courage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verliehen wird der Preis vom Verein „Komitee Courage Bad Iburg e. V.“ Der Preis ist mit 5000 Euro dotiert und wird jährlich Ende September vergeben. Das „Komitee Courage“ besteht seit 1995; Initiator und Vereinsehrenmitglied ist der Bad Iburger Kaufmann Gerd Schöwing. Zum ersten Mal wurde der Courage-Preis 1996 verliehen. Die ersten drei Preisträger erhielten eine Anstecknadel in Form des Buchstabens C, seit der vierten Preisverleihung erhalten sie eine zunächst von dem Wallenhorster Künstler Lutz Sundorf und jetzt von dem Osnabrücker Künstler Volker-Johannes Trieb gestaltete Skulptur.

Vor der Preisverleihung im Rittersaal von Schloss Iburg findet die Eintragung der Preisträgerin/des Preisträgers ins Goldene Buch der Stadt Bad Iburg statt, gefolgt von „Iburger Friedensbrot und Friedenswein“ und einer Podiumsdiskussion „Gespräch am Kamin“ im Bankettsaal des Schlosses zu einem ebenso interessanten wie wichtigen Thema; nach der Verleihung gibt es den „Iburger Fisch-Schmaus“.

An den Podiumsgesprächen nehmen Personen aus Politik, Kultur, Gesellschaft und Wirtschaft teil, so im Jahr 1998 der Journalist Michel Friedman und Tilman Zülch (Gesellschaft für bedrohte Völker), 2001 Hellmuth Karasek, Literaturkritiker und Hochschullehrer, 2003 Christian Wulff, damals Ministerpräsident des Landes Niedersachsen, 2004 Rudolf Seiters, ehemaliger Bundesinnenminister und Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, 2006 Ursula Engelen-Kefer (DGB) oder 2009 Asfa-Wossen Asserate, Unternehmensberater und Autor.

Prominenteste Preisträgerin war im Jahr 2009 Königin Silvia von Schweden, die 1999 die World Childhood Foundation gründete. Die Laudatio hielt der Vorjahrespreisträger Richard Oetker.[1][2] Der Preisträger des Jahres 2010, Peter Maffay, enthüllte auf dem Hanseplatz in Bad Iburg eine Stele, die an die Gründung des Komitees Courage 1995 und das Ziel des Preises erinnert.[3] Die Laudatio auf Maffay hielt Franz Müntefering. Erster Preisträger war 1996 Harry Jahns (* 24. März 1933 in Łódź), der von 1949 bis 1954 die Niedersächsische Heimschule Iburg im Schloss Iburg besuchte, dort ab 1970 als Lehrer tätig war und die Schlosskonzerte ins Leben rief.

Preisträger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Preisträger Grund der Ehrung Thema des „Gesprächs am Kamin“
1996 Harry Jahns, Künstlerischer Leiter der Schlosskonzerte Bad Iburg Für seine Verdienste um die „Schlosskonzerte Bad Iburg[4] „Toleranz – nur ein Ideal?“
1997 Jürgen Großmann, Manager und Unternehmer Für seinen Einsatz zur Sicherung des Stahlstandorts Georgsmarienhütte „Verantwortung tragen, Vorbild sein – der schmale Grad zwischen Anerkennung und Neid“
1998 Franz-Josef Bode, Bischof von Osnabrück Als Vorsitzender der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz für seinen Einsatz gegen die Jugendarbeitslosigkeit „Basis für den Frieden: Verständnis und Versöhnung“
1999 Uschi Glas, Schauspielerin Als Schirmherrin der Patientenschutzorganisation Deutsche Hospiz Stiftung „Moral und Macht – eine Verpflichtung auf dem Prüfstand“
2000 Hans-Dietrich Genscher, Politiker Als Architekt des neuen Europa und Anwalt des Ausgleichs zwischen Ost und West „Wer an die Zukunft glaubt, verändert die Gegenwart“
2001 Sabine Christiansen, Journalistin und Produzentin Für ihren Einsatz für notleidende Kinder, etwa als UNICEF-Botschafterin „Den Wandel werten, nicht den Wertewandel beklagen“
2002 Dagmar Schipanski, Wissenschaftlerin und Politikerin Für ihr Engagement zur Förderung des Bildungs- und Wissenschaftsstandortes Deutschland „Hoffnung hat viele Gesichter“
2003 Joachim Gauck, Theologe, erster Bundesbeauftragter der BStU Für seinen Beitrag zur Wiederversöhnung „Gewalt – ein Ethos unserer Zeit?“
2004 Dagmar Berghoff, Hörfunk- und Fernsehmoderatorin Als Schirmherrin von terre des hommes „Stolz sein auf Deutschland?!“
2005 Gyula Horn, ehemaliger Ministerpräsident Ungarns Für die Entscheidung 1989 als Außenminister, die Grenze nach Österreich zu öffnen „Menschlichkeit im Wandel der Zeit“
2006 Die Bürger der Stadt Leipzig, stellvertretend an Christian Führer und Siegfried Grötsch, Nikolaikirche Für Mut und gewaltlose Demonstrationen, die den Grundstein für die Wiedervereinigung legten „Früher war alles besser – vor allem die Zukunft“
2007 Ulrike Folkerts, Schauspielerin Einsatz für „burundikids e. V.“ und das Aktionsbündnis Landmine.de „Es gibt keine Probleme – nur Aufgaben“
2008 Richard Oetker, Unternehmer Einsatz für den Weißen Ring „Das gute Beispiel ist die einzige Möglichkeit, andere zu beeinflussen“
2009 Königin Silvia von Schweden Gründerin der World Childhood Foundation „Wenn die Zukunft keine Antwort weiß, hilft ein Blick in die Vergangenheit!?“
2010 Peter Maffay, Musiker Für seinen Einsatz zum Schutz traumatisierter Kinder und Jugendlicher „In uns muss brennen, was in anderen zünden soll“
2011 Iris Berben, Schauspielerin Für ihren Kampf gegen Rechtsextremismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit „Nur wer den Blick hebt, sieht keine Grenzen“
2012 Marietta Slomka, Journalistin Für ihr soziales Engagement und den Einsatz für das Kinderhospiz Bethel „Die Macht der Medien – Gefahr oder Segen?“
2013 Ullrich Kasselmann, Hofbesitzer und Pferdezüchter Für sein soziales Engagement wie „Reiten gegen den Hunger“ „Wer kein Ziel hat, kann auch nicht ankommen“
2014 Reinhold Messner, Extrembergsteiger Für sein Engagement als Umweltbewahrer, Natur- und Menschenfreund „Höchstleistung als Maxime – wo bleibt der Mensch?“
2015 Michael Stich, Tennisspieler Für sein Engagement in seiner Stiftung gegen HIV und AIDS „Datenspeicherung – Chance, Schutz oder Bedrohung für uns?“
2016 Katja Riemann, Schauspielerin Für ihr vielfältiges und beständiges soziales Engagement „Niedrigzins – Stimulanz für die Konjunktur oder Gefahr für den Wirtschaftsstandort?“
2017 Eckart von Hirschhausen, Arzt und Komiker Für sein außergewöhnliches Engagement und Wirken als Arzt und medizinischer Kabarettist, u. a. mit seiner Stiftung Humor hilft Heilen

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gerd Schöwing (Hrsg.): Nur Profile hinterlassen Spuren... – couragierte, prominente und interessante Zeitgenossen in Wort und Bild. Bad Iburg 2009 ISBN 978-3-933998-33-0

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Cornelia Mönster, Stefanie Adomeit: Die Königin der Kinder In: Neue Osnabrücker Zeitung vom 17. Oktober 2009
  2. Schwedens Königin Silvia erhält Auszeichnung In: Hamburger Abendblatt vom 16. Oktober 2009
  3. Stefanie Adomeit: Mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein In: Neue Osnabrücker Zeitung vom 18. September 2010, S. 9
  4. Schlosskonzerte Bad Iburg