Coursera

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Coursera ist ein US-amerikanisches Unternehmen, das sich auf die Bereitstellung von Online-Weiterbildungskursen (Massive Open Online Courses) spezialisiert hat.

Geschäftsmodell[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Coursera erstellt selbst keine Kurse, sondern arbeitet hierfür mit Universitäten zusammen.[1] Sämtliche Inhalte werden von den Partneruniversitäten erstellt. Coursera verwaltet und streamt diese Inhalte.

Die Teilnahme an den Kursen ist unentgeltlich, jedoch wird für offizielle Zertifikate mit Identitätsüberprüfung ein Entgelt erhoben. Das Zertifikat muss innerhalb von 180 Tagen ab Zahlungsdatum erworben werden.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Coursera wurde im April 2012 von den Informatikprofessoren Andrew Ng und Daphne Koller von der Universität Stanford gegründet.[3] Von 2014 bis Juni 2017 war Rick Levin, ehemaliger Präsident der Yale University, geschäftsführender Vorstand (CEO).[4] Ihn ersetzte Jeff Maggioncalda.[5]

Im Februar 2017 hatte Coursera über 24 Millionen registrierte Benutzerkonten und bot mehr als 2000 Kurse an.[6] Zahlreiche Universitäten, vor allem in den USA, stellen Kurse auf Coursera bereit. Erste Partnerorganisationen waren das MIT und die Stanford University. In Deutschland sind die Technische Universität München und die Ludwig-Maximilians-Universität München beteiligt.

Kurse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kurse bestehen in der Regel aus mehreren Stunden an Videovorlesungen, kombiniert mit Leistungsüberprüfungen[7] in verschiedenen Formaten:

  • (unbewertete) Quizfragen in den Videos zur Selbstkontrolle,
  • automatisch korrigierte "Quizzes" mit Multiple-Choice-Fragen sowie Eingabefeldern für Zahlen, Formeln, Begriffe und Computer-Algorithmen, mit oder ohne Zeitlimit zur Bearbeitung,
  • von Mitstudenten (i.d.R. jeweils 3-5) bewertete komplexeren Aufgabenstellungen ("Peer Review"),
  • in manchen Kursen eine Abschlussklausur, i.d.R. in Form eines "Quiz",
  • in manchen Kursen Teilnahme an fachlichen Diskussionen in den Online-Foren des jeweiligen Kurses.

In vielen Kursen besteht die Möglichkeit, durch Erreichen einer Mindestpunktzahl in einer Kombination aus diesen Leistungsüberprüfungen ein Abschlusszertifikat zu erhalten, entweder als „Statement of Accomplishment“ (ohne Überprüfung der Identität des Studenten) oder als „ID-verified Certificate“, für das (gegen Bezahlung) eine Identitäts-Überprüfung mittels Lichtbildausweis, Webcam-Foto und persönlichem Tippmuster (durch wiederholtes Eintippen eines Bestätigungstexts, dass bei der Bearbeitung der Aufgaben akademische Ehrlichkeit gewahrt wurde) durchgeführt wird.[8] In manchen Kursen kann zusätzlich noch ein Zusatzprädikat (with distinction) zum Abschlusszertifikat erworben werden, indem in den Überprüfungen eine höhere Punkteschwelle als für das Standard-Zertifikat erreicht und/oder ein zusätzliches Projekt bearbeitet wird.

Da viele Kurse an das Niveau von herkömmlichen Universitäten angelehnt sind, werden erfolgreich absolvierte Coursera-Kurse von einigen US-Firmen als offizielle Weiterbildungsmaßnahmen anerkannt [9]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Unternehmen erhält einerseits Geld von den Teilnehmern und verkauft andererseits deren personenbezogene Daten an Dritte.
  • Im Dezember 2012 wurde bekannt, dass Firmen gegen Zahlung Informationen über besonders gut abschneidende Absolventen bekommen können, sofern diese dem zustimmen.[10]
  • Es gab Diebstähle der Nutzerdaten, da diese nicht ausreichend geschützt waren.[11]
  • Die Verträge mit den Universitäten sind geheim und dürfen nicht veröffentlicht werden.
  • Das Unternehmen nimmt Einfluss auf die Lehre und deren Inhalte. (Siehe auch: Akademische Freiheit)
  • Der Junior-Professor der Mathematik Paul-Olivier Dehaye verlangt seit Oktober 2014 nach EU-Recht die Herausgabe seiner personenbezogenen Daten. Doch das Unternehmen weigert sich, die kompletten Datensätze herauszugeben. März 2015 klagte Dehaye daher gegen das Unternehmen in New York.[11]
  • Der Technische Universität München und der Ludwig-Maximilians-Universität München wurde der Big Brother Award 2017 in der Kategorie „Bildung“ für „die Kooperation mit dem Online-Kurs-Anbieter Coursera“ verliehen.[12]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Courseras Partner-Institutionen (englisch) abgerufen am 29. Mai 2015
  2. Courseras Zahlungsbedingungen (englisch) abgerufen am 24. Feb. 2016
  3. Thomas L. Friedmann: Come the Revolution. In: New York Times. 15. Mai 2012. Abgerufen am 13. Juli 2013.
  4. Yale-Präsident wird Chef der Plattform Coursera
  5. https://www.bizjournals.com/sanjose/news/2017/06/14/coursera-ceo-jeff-maggioncalda-financial-engines.html. Abgerufen am 30. September 2017.
  6. http://www.cardrates.com/news/learn-finance-online-from-worlds-best-universities-with-coursera/ 27. Februar 2017, Abgerufen 6. Mai 2017
  7. Coursera-Hilfe: Assignments (englisch) abgerufen am 29. Mai 2015
  8. Coursera-Hilfe: Certificates and Course Credit abgerufen am 29. Mai 2015
  9. "How MOOCs are flattening corporate training and education" (englisch) abgerufen am 29. Mai 2015
  10. Jeffrey R. Young: Providers of Free MOOC's Now Charge Employers for Access to Student Data. In: Chronicle of Higher Education. 4. Dezember 2012. Abgerufen am 6. Dezember 2012.
  11. a b Der gläserne Student. Süddeutsche Zeitung, 2. Dezember 2015.
  12. https://bigbrotherawards.de/2017/bildung-lmu-tu-muenchen, Abruf=2017-05-06