Cowboys & Aliens (Film)

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Filmdaten
Deutscher Titel Cowboys & Aliens
Originaltitel Cowboys & Aliens
Cowboys & Aliens logo.svg
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2011
Länge 118 Minuten
Altersfreigabe FSK 12[1]
JMK 12[2]
Stab
Regie Jon Favreau
Drehbuch Roberto Orci,
Alex Kurtzman,
Damon Lindelof,
Mark Fergus,
Hawk Ostby,
Steve Oedekerk,
Scott Mitchell Rosenberg
Produktion Brian Grazer,
Ron Howard,
Alex Kurtzman,
Roberto Orci,
Damon Lindelof,
Scott Mitchell Rosenberg
Musik Harry Gregson-Williams
Kamera Matthew Libatique
Schnitt Dan Lebental,
Jim May
Besetzung

Cowboys & Aliens (Originaltitel: Cowboys & Aliens) ist ein US-amerikanischer Science-Fiction-Film mit Western-Anleihen (sog. Weird West) von Regisseur Jon Favreau aus dem Jahr 2011. Er basiert auf dem Comic Cowboys & Aliens von Scott Mitchell Rosenberg. Er kam am 29. Juli 2011 in die US-amerikanischen Kinos, wurde auf dem Filmfestival in Locarno präsentiert und startete in Deutschland am 25. August 2011.

Handlung[Bearbeiten]

In der abgelegenen Kleinstadt Absolution in Arizona taucht 1873 ein geheimnisvoller Fremder ohne Namen und ohne Gedächtnis auf, der eine ungewöhnliche Metallmanschette am Unterarm trägt. Er hat eine Bauchverletzung, welche von Pater Meacham behandelt wird. Bei einer Auseinandersetzung, die er mit Percy Dolarhyde, dem schießwütigen Sohn des örtlichen Rinderbarons führt, wird der Hilfssheriff angeschossen, worauf Percy von Sheriff John Taggart verhaftet wird. Dieser findet anhand eines Steckbriefs heraus, dass der Fremde der gesuchte Verbrecher Jake Lonergan ist, und verhaftet ihn daraufhin ebenfalls.

Unterdessen wird eine der Herden des Rinderbarons und Bürgerkriegsveteranen Woodrow Dolarhyde, der heimlich „Colonel“ genannt wird, wie aus dem Nichts durch eine Explosion vernichtet; von den begleitenden drei Cowboys sind zwei verschwunden, dem dritten unterstellt Dolarhyde Sabotage und die Schuld an dem Vorfall. Da tauchen Percy Dolarhydes Begleiter auf und berichten von der Verhaftung Percys, worauf der Rinderbaron mit einigen Männern in die Stadt reitet, um „den Sheriff zur Vernunft zu bringen“.

Der Sheriff hat inzwischen die beiden Häftlinge in eine Kutsche verfrachtet, um sie dem Richter in Santa Fe zu überstellen. In diesem Moment erreicht Woodrow Dolarhyde mit seinen Männern die Stadt. Er fordert den Sheriff auf, ihm seinen Sohn und Jake Lonergan, welcher eine seiner Postkutschen ausgeraubt hatte, zu übergeben. Kurz bevor es zum Konflikt kommt, tauchen am Horizont merkwürdige Lichter auf, die sich schnell nähern.

Sie stellen sich als Flugobjekte heraus, welche sofort das Feuer eröffnen. Im wilden Durcheinander werden einige Menschen von einer lasso- oder angelähnlichen Vorrichtung gepackt, in die Luft gezogen und von den Flugobjekten fortgeschleppt, darunter auch Sheriff Taggert und Percy Dolarhyde. Plötzlich wird Lonergans Armmanschette aktiv; sie leuchtet und offenbart eine Art holografisches Display. Lonergan kann sich aus der Kutsche befreien und schafft es mit der Manschette ein Fluggerät abzuschießen und so den Angriff zu stoppen. Der Pilot des Wracks ist zunächst unauffindbar, wird dann als nichtmenschliche Silhouette in einem Gebäude gesichtet und kann schließlich entkommen.

Am nächsten Morgen wird die Spur des Piloten verfolgt. Nach anfänglichem Zögern reitet auch Lonergan mit, nachdem ihm klar geworden ist, dass die Dämonen, wie die Angreifer genannt werden, bereits in der Vergangenheit für das Verschwinden seiner Freundin Alice verantwortlich sind. Nach einem langen Ritt verlieren sie die Spur im starken Regen. Die Gruppe findet einen kopfüber liegenden Mississippidampfer (500 Meilen fernab von einem Fluss, wie es der Colonel anmerkt) und sucht darin Unterschlupf für die Nacht. Hier kommt es zu einigen Begegnungen zwischen den Männern. Der Colonel schenkt dem kleinen Emmett ein Messer, und Meacham versucht, Doc das Schießen beizubringen.

Ella Swenson bittet derweil Jake erneut um Hilfe, so wie sie es zuvor bereits in der Stadt getan hat. Jake versteht nicht, warum nur er helfen könnte. Durch das plötzliche Blinken von Jakes Armmanschette erkennen beide, dass der Pilot wohl in der Nähe sein muss. Der Pilot tötet Meacham und kann, bevor er Emmett angreifen kann, von Jake abgewehrt werden. Nachdem die Gruppe jetzt aber zum ersten Mal den Angreifer, ein furchterregendes klauenbewehrtes Ungeheuer, auch tatsächlich gesehen hat, flüchten die meisten der Männer. Am nächsten Morgen bleiben nur noch Jake, der Colonel, Nat, Emmett, Doc und Ella übrig, die weiter reiten und der Spur folgen.

In einer Schlucht trifft die Gruppe auf einige Banditen, die sich als Jakes frühere Bande entpuppen. Im Lager der Banditen kommt es dann zum Duell zwischen Jake und dem neuen Anführer der Bande, bei dem dieser durch Jakes Armmanschette getötet wird. Die kleine Gruppe versucht jetzt zu flüchten, wird aber von den restlichen Banditen verfolgt. Plötzlich und unerwartet werden alle von einigen Fluggeräten beschossen, und es werden auch wieder Leute entführt, darunter auch Ella. Jake schafft es, das libellenähnliche Fluggerät anzuschießen und sogar auf dieses zu springen, als es gerade einen kleinen Canyon durchfliegt. Über einem See gelingt es ihm, das Fluggerät zum Absturz zu bringen und so Ella zu befreien. Allerdings hat der Pilot des Fluggeräts ebenfalls überlebt und verletzt bei einem Angriff Ella schwer. Obwohl es Jake glückt, sie zurück zu den anderen zu bringen, verstirbt sie dort alsbald.

Die Gruppe wird kurz darauf von Indianern umzingelt und gefangengenommen. Im Lager der Indianer wird der Leichnam von Ella verbrannt, und die Indianer machen sich daran, die Gefangenen zu töten, da sie diese für das Auftauchen der „Dämonen“ verantwortlich machen. Plötzlich lodert das Feuer auf, und aus ihm entsteigt die „wiedergeborene“ Ella.

Jetzt wird klar, dass Ella auch eine Außerirdische ist, welche auf der Erde ist, um zu verhindern, dass mit den Menschen das gleiche passiert wie mit ihrem Volk. Sie erzählt, dass die „Dämonen“ Aliens auf der Suche nach Gold sind und die aufgehalten werden müssen, bevor sie Verstärkung rufen können und die Erde so dem Untergang geweiht wäre. Durch einen Schamanen kann Jake seine Gedächtnislücken schließen und erinnert sich, wo die Aliens zu finden sind. Er weiß jetzt auch, dass seine Freundin Alice von ihnen umgebracht wurde und wie er zu der Armmanschette gekommen ist. Er wurde von den Aliens ebenfalls entführt, auf ein Untersuchungsbett gefesselt, wo er sich aber befreien konnte, das Alien am Auge verletzte und dabei aus Versehen in die, vom untersuchenden Alien vorübergehend beiseite gelegte, geöffnete Armmanschette "fiel", die sich daraufhin fest um seinen Unterarm schloss. Zuvor musste er den gewaltsamen Tod seiner Freundin mitansehen, die in einem Untersuchungsbett neben ihm lag.

Nachdem Jake seine Banditenfreunde überzeugt hat, mitzukämpfen, greifen sie zusammen mit den Indianern das in der Erde halb verborgene Mutterschiff der Aliens an. Sie klettern am Mutterschiff empor und zerstören mit Dynamit die Plattform, auf der sich der Hangar der Fluggeräte befindet, so dass die Aliens nicht mehr aus der Luft angreifen können. Daraufhin stürmen einige Aliens aus dem Mutterschiff und greifen zu Fuß die Menschen an. Etliche Menschen werden getötet, darunter Nat. Emmett wird in einer kleinen Höhle fast von einem davorstehenden Alien ergriffen, kann es jedoch aus dem Versteck heraus mit seinem Messer töten.

Jake und Ella betreten unterdessen das Mutterschiff der Aliens durch eine kleine Höhle, welche Jake nutzte, als er selbst den Aliens entkam. Sie finden die entführten Menschen, die wie hypnotisiert in ein Licht blicken. Nachdem das Licht zerstört ist, kommen die Menschen langsam wieder zu sich, können sich aber nur bruchstückhaft erinnern.

Ella möchte jetzt, nachdem die entführten Menschen gerettet sind, die Aliens aufhalten. Sie verlangt dafür die Armmanschette von Jake. Ella begibt sich ins Zentrum des Raumschiffs und verabschiedet sich von Jake, da sie sich für die Menschen opfern will. Jake, jetzt ohne seine mächtige Waffe am Unterarm, wird von einem Alien überwältigt und auf ein Untersuchungsbett gespannt, welches er schon von seiner Entführung kennt. Das Alien ist auch jenes, welches Jake bei seiner Flucht überwältigen und verletzen konnte und von dem er seine Armmanschette hatte. Dieser Alien will jetzt Jake wiederum aus Rache ein Auge ausstechen, wird aber im letzten Moment daran gehindert, als Colonel Woodrow Dolarhyde auf ihn schießt. Gemeinsam können die beiden das Alien töten und verlassen die Höhle.

Draußen haben in der Zwischenzeit die Menschen die Oberhand gewonnen, und die Aliens versuchen jetzt zu fliehen. Sie starten mit ihrem Mutterschiff und gewinnen schnell an Höhe. Ella hat es inzwischen in das Zentrum des Schiffes zur Energiequelle geschafft und löst mit der Armmanschette eine Explosion aus, durch die das gesamte Schiff zerstört wird.

Emmett hat seinen Großvater, Sheriff Taggert, wieder, der Colonel seinen Sohn Percy und Doc seine Frau Maria. Später in der Stadt versucht der Colonel, Jake zu überreden in der Stadt zu bleiben. Jake zieht es dennoch vor wegzureiten.

Hintergrund[Bearbeiten]

Produktion und Veröffentlichung[Bearbeiten]

Der Film wurde in Kalifornien in Universal City und Randsburg gedreht, weitere Aufnahmen entstanden in New Mexico in Abiquiú und Santa Fe.[3] Die Dreharbeiten begannen am 10. Juni 2010 und endeten 30. September 2010.[4] Die Produktionskosten wurden auf rund 163 Millionen US-Dollar geschätzt.[4] Cowboys & Aliens feierte seine Weltpremiere am 29. Juli 2011 in Kanada, Indien und USA.[5] In der Schweiz war der Film am 6. August 2011 beim Internationalen Filmfestival von Locarno zu sehen.[5] In Deutschland erfolgte der Filmstart am 25. August 2011.[5] Er spielte am Eröffnungswochenende in den USA 36,4 Millionen US-Dollar ein.[4] Insgesamt wurden in den USA 100,2 Millionen US-Dollar eingenommen, weltweit beliefen sich die Einnahmen auf über 174,8 Millionen US-Dollar.[4] Am 13. Januar 2012 wurde der Film von Paramount Home Entertainment in Deutschland auf DVD und Blu-ray Disc mit FSK 12-Freigabe veröffentlicht.

Zunächst war Robert Downey Jr. für die Rolle des Jake Lonergan vorgesehen, der sie aufgrund von sich überschneidenden Dreharbeiten jedoch ablehnen musste.[6] Daraufhin wurde diese Rolle an Daniel Craig vergeben, da dieser eine optische Ähnlichkeit zu Steve McQueen aufweist, der in dem Western Die glorreichen Sieben zu sehen war.[6] Daniel Craig empfahl die Besetzung der Rolle Ella mit Eva Green, nachdem die beiden an James Bond 007: Casino Royale zusammen gearbeitetet hatten.[6] Sie lehnte jedoch die Rolle ab, woraufhin diese an Olivia Wilde vergeben wurde.[6]

Der Regisseur Jon Favreau ist in einem Cameo-Auftritt auf einem Fahndungsplakat zu sehen.[6]

Marketing[Bearbeiten]

Regisseur Jon Favreau und die Hauptdarsteller von Cowboys & Aliens bei der San Diego Comic-Con 2010

Auf der San Diego Comic-Con 2010 stellte der Regisseur Jon Favreau zusammen mit den Hauptdarstellern das Filmprojekt vor.[7] Favreau erklärte, die Genres Western im Stil eines Sergio Leone und Science-Fiction-Film wie Alien oder Predator mischen zu wollen.[8]

Synchronisation[Bearbeiten]

Die deutschsprachige Synchronfassung wurde von der Film- & Fernseh-Synchron nach dem Dialogbuch von Jan Odle, der zugleich die Dialogregie führte, produziert.[9]

Darsteller Deutscher Sprecher[9] Rolle
Daniel Craig Dietmar Wunder Jake Lonergan
Harrison Ford Wolfgang Pampel Woodrow Dolarhyde
Olivia Wilde Maren Rainer Ella Swenson
Sam Rockwell Philipp Brammer Doc
Adam Beach Stefan Günther Nat Colorado
Paul Dano Roman Wolko Percy Dolarhyde
Clancy Brown Michael Brennicke Meacham
Walton Goggins Benedikt Weber Hunt
Abigail Spencer Jacqueline Belle Alice
Julio Cedillo Jan Odle Bronc
Noah Ringer Maximilian Belle Emmett Taggart
Kenny Call Erich Ludwig Greavey
Ana de la Reguera Solveig Duda Maria
David O’Hara Christian Weygand Pat Dolan
Toby Huss Tobias Lelle Roy Murphy

Kritik[Bearbeiten]

„Explosiver und kurzweiliger Genremix mit schlagkräftiger Starpower, dem etwas mehr Humor allerdings nicht geschadet hätte“

Cinema[10]

„Gutgelaunte Invasion von Science-Fiction-Motiven ins Western-Genre, die Figurentypen und Konfliktlinien des Western liebevoll-nostalgisch aufbaut, um sie mit Elementen des zeitgenössischen Effekte-Kinos zu konfrontieren, wobei sich der Film auf eine solide Spannungsdramaturgie, charismatische Figuren und eine bestechende Kameraarbeit verlassen kann.“

Lexikon des Internationalen Films[11]

„[Es erscheint …] zunächst rätselhaft, dass bis zur Fusion von Western und Science Fiction mehr als hundert Jahre verstreichen mussten. Doch wenn man den Film Cowboys & Aliens gesehen hat […] weiß man, warum: Die beiden Genres passen einfach nicht zusammen, so wie Menschen und Klingonen. Dabei hätte so ein Mash-Up von reitenden Männern und fliegenden Untertassen durchaus ein großer Spaß werden können, wie Tim Burton mit seiner Sci-Fi-Groteske Mars Attacks! bewiesen hat, wo die grünen Männchen am Ende zu Hillbilly-Musik zerplatzen. Doch Regisseur Jon Favreau meint es leider bitterernst, seine Verfilmung einer Graphic Novel von Scott Mitchell Rosenberg sollte ein genauso bollernder, ballernder, im großen Computereffekt-Spektakel endender Blockbuster werden wie seine Iron-Man-Filme. Was aber schiefging.“

Christian Schröder: Die Zeit[12]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Gary Wu und Lee Uren wurden 2012 für einen Annie Award in der Kategorie Animated Effects in a Live Action nominiert.[13] Scott Chambliss wurde im selben Jahr von der Art Directors Guild in der Kategorie Excellence in Production Design Award – Fantasy Film nominiert.[13] Der Stuntman Brian Brown erhielt im selben Jahr bei den Screen Actors Guild Awards eine Nominierung in der Kategorie Outstanding Performance by a Stunt Ensemble in a Motion Picture.[13]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung der FSK für Cowboys & Aliens vom August 2011 (PDF)
  2. Kennzeichnung der Jugendmedienkommission.
  3. Internet Movie Database: Drehorte
  4. a b c d Internet Movie Database: Budget und Einspielergebnisse
  5. a b c Internet Movie Database: Starttermine
  6. a b c d e Internet Movie Database: Hintergrundinformationen
  7. Marc Graser: Harrison Ford pleases Comic-Con crowds. Variety, 24. Juli 2010, abgerufen am 28. Juli 2011 (englisch).
  8. Michael Cieply: Question for Big Film: It’s Not a Comedy? The New York Times, 29. November 2010, abgerufen am 28. Juli 2011 (englisch): „Universal and DreamWorks have one of next summer’s most highly anticipated movies“
  9. a b Cowboys & Aliens in der Deutschen Synchronkartei, abgerufen am 27. Februar 2012.
  10. Cowboys & Aliens. In: Cinema. Abgerufen am 21. August 2011.
  11. Cowboys & Aliens. In: Lexikon des Internationalen Films. Abgerufen am 21. August 2011.
  12. ZEIT Online: Film "Cowboys & Aliens" – Spiel mir das Lied vom All
  13. a b c Internet Movie Database: Nominierungen und Auszeichnungen