Cowspiracy

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Filmdaten
OriginaltitelCowspiracy: The Sustainability Secret
ProduktionslandVereinigte Staaten
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr2014
Länge91 Minuten
Stab
RegieKip Andersen
Keegan Kuhn
ProduktionKip Andersen
Keegan Kuhn
Besetzung

Cowspiracy: The Sustainability Secret ist ein Dokumentarfilm aus dem Jahr 2014, produziert von Kip Andersen und Keegan Kuhn. Der Film behandelt den Einfluss der Viehwirtschaft auf die Umwelt. Kernaussage des Filmes ist, dass die weltweite Fleisch- und Fischindustrie einen weit größeren Einfluss auf Klima und Umwelt schädigende Treibhausgase habe, als sämtliche anderen Abgasemissionen zusammengenommen. Der Film beschäftigt sich mit der Frage, warum diese Hypothese kaum oder gar keine Beachtung bei führenden Umweltorganisationen findet. Die Standpunkte von Umweltorganisationen zu diesem Thema werden explizit beleuchtet, darunter Greenpeace, Sierra Club, Surfrider Foundation und Rainforest Action Network.[1][2][3][4]

Der Film entstand durch Crowdfunding auf Indiegogo durch 1.449 Förderer, die insgesamt 117.092 US$ beigetragen haben.[5] Der Förderbetrag übertraf das selbstgesteckte Ziel um mehr als das Doppelte (217 %). Dies ermöglichte so die Synchronisierung in Spanisch und Deutsch sowie die Untertitelung mit mehr als zehn weiteren Sprachen, unter anderem auch mit russischen und chinesischen Untertiteln.[6] Vorführungen sind lizenziert durch den Verleiher und über Tugg.[7]

Am 15. September 2015 hatte ein neuer Zusammenschnitt dieses Dokumentarfilms seine Weltpremiere auf Netflix. Leitender Produzent war dabei Leonardo DiCaprio.[8]

Eine Präsentation und Podiumsdiskussion im Zusammenhang mit diesem Dokumentarfilm fand am 2. Dezember 2015 im EU-Parlament statt.[9]

Titel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim Titel Cowspiracy handelt es sich um eine Wortkreuzung aus den englischen Wörtern cow (Kuh) und conspiracy (Verschwörung).

Personen[10][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Der Film ist gespickt mit Zahlen und Fakten, kommt aber ohne Zeigefinger aus. Gegen Ende wird die Botschaft etwas gar durchsichtig und einseitig – nur der Veganismus kann die ökologische Apokalypse abwenden –, aber wie Anderson einen dahinführt, ist kurzweilig und äusserst erhellend. Und Humor hat er auch.“

Eine der Kernthesen des Films, dass Viehhaltung mit ihren Nebeneffekten mehr als die Hälfte der weltweiten Treibhausgasemissionen verursachen würde, steht in deutlichem Widerspruch zum Stand der Wissenschaft. Der fünfte Sachstandsbericht des Weltklimarats kommt zu dem Ergebnis, dass im Jahr 2010 die Treibhausgasemissionen aus Land- und Forstwirtschaft und den damit verbundenen Landnutzungsänderungen, zum Beispiel aus Rodung von Wäldern, insgesamt für etwas weniger als ein Viertel aller Treibhausgasemissionen verantwortlich waren, Viehhaltung für einen Teil davon.[12] Jüngere Übersichtsarbeiten aus den Jahren 2015 und 2017 beziffern den Anteil der Viehhaltung an den gesamten Treibhausgasemissionen auf etwa 15 %.[13][14]

Als Quelle für die These des Films wird ein Bericht des Worldwatch Institute (WI) aus dem Jahr 2009 angeführt.[15][16] Wissenschaftler des Food and Climate Research Network (FCRN) der University of Oxford und der Union of Concerned Scientists erklären die Differenz mit einem methodisch fragwürdigen Vorgehen im WI-Bericht. So wird dort CO2 aus der Atmung der Tiere mit einberechnet – ein unübliches Vorgehen, denn dieses CO2 stammt aus Futterpflanzen und befindet sich bereits im Kohlenstoffkreislauf; es wird ihm nicht, wie fossiles CO2, neu hinzugefügt und führt also zu keinen höheren Treibhausgaskonzentrationen.[12][14][17] Zudem wird Methan im WI-Bericht und Film dreifach höher als üblich gewichtet; die gegenüber CO2 kurze Verweildauer von Methan in der Atmosphäre wird nicht berücksichtigt.[17]

Die dem Film zugrunde liegenden Annahmen seien umfassend widerlegt, so resümiert das FCRN.[14],S.28 Sowohl der Weltklimarat als auch die Union of Concerned Scientists nennen die Reduzierung des Fleischkonsums eine dennoch wichtige Klimaschutzmaßnahme.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cowspiracy erhielt den Publikumspreis auf dem südafrikanischen Eco Film Festival 2015[18] und den Preis für den besten ausländischen Film beim zwölften Festival de films de Portneuf sur l'environnement.[19]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ellen Kanner: Meatless Monday – 'Cowspiracy:' The One Thing No One Talks About. Huffington Post. 4. August 2014. Abgerufen am 15. April 2015.
  2. Animal Agriculture: A Neglected Agent of Global Warming?. Abgerufen am 15. April 2015.
  3. Cowspiracy. In: Village, 19. Februar 2015. Abgerufen am 15. April 2015. 
  4. Burgers Are Ending the World, Says Cowspiracy. In: SF Weekly, 25. Juni 2014. Abgerufen am 15. April 2015. 
  5. Kampagnenseite auf Indiegogo. Abgerufen am 15. April 2015.
  6. Alison Homewood: Beware Cowspiracy – and the spread of the vegan virus -- New Internationalist. In: New Internationalist.
  7. Cowspiracy auf Tugg. Abgerufen am 15. April 2015.
  8. Exclusive: Interview With Directors Of ‘Cowspiracy: The Sustainability Secret’ On Netflix, A Controversial New Documentary. In: Decider, 27. August 2015. Abgerufen am 28. August 2015. 
  9. Präsentation und Podiumsdiskussion im EU-Parlament. Abgerufen am 2. Dezember 2015.
  10. IMDB.
  11. Bettina Weber: Die Verschwörung der Fleischesser. Basler Zeitung, 19. März 2015; abgerufen am 12. April 2016.
  12. a b P. Smith u. a.: Agriculture, Forestry and Other Land Use (AFOLU). In: Climate Change 2014: Mitigation of Climate Change. Contribution of Working Group III to the Fifth Assessment Report of the Intergovernmental Panel on Climate Change. 2014, 11.1 – 11.3.
  13. Mario Herrero: Livestock and the Environment: What Have We Learned in the Past Decade? In: Annual Review of Environment and Resources. Band 40, Nr. 1, Januar 2015, S. 177–202.
  14. a b c T. Garnett, C. Godde, A. Muller, E. Röös, P. Smith, I. J. M. de Boer, E. zu Ermgassen, M. Herrero, C. van Middelaar, C. Schader und H. van Zanten: Grazed and Confused? Ruminating on cattle, grazing systems, methane, nitrous oxide, the soil carbon sequestration question – and what it all means for greenhouse gas emissions. Hrsg.: FCRN, University of Oxford. 2017 (org.uk [PDF; 6,1 MB]).
  15. The Facts. In: cowspiracy.com. Abgerufen am 15. September 2016.
  16. Robert Goodland und Jeff Anhang: Livestock and Climate Change: What if the key actors in climate change were pigs, chickens and cows? Hrsg.: Worldwatch Institute. 2009.
  17. a b Doug Boucher: Movie Review: There’s a Vast Cowspiracy about Climate Change. Union of Concerned Scientists, 10. Juni 2016; abgerufen am 15. September 2016.
  18. Cowspiracy Wins Audience Choice Award. In: The South African Eco Film Festival, 9. April 2015. Abgerufen am 15. April 2015. 
  19. Le FFPE récompense les films gagnants de la 12e édition. In: Festival de films de Portneuf sur l'environnement, 27. April 2015. Abgerufen am 27. Oktober 2015. 

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]