Crazy Frog

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
„Crazy Frog“ in Sydney
„Crazy Frog“ in Sydney
Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben[1][2]
Crazy Hits
  DE 6 15.08.2005 (18 Wo.)
  AT 2 14.08.2005 (13 Wo.)
  CH 4 
Gold
Gold
21.08.2005 (26 Wo.)
  UK 5 
Gold
Gold
06.08.2005 (8 Wo.)
  US 19 10.09.2005 (12 Wo.)
Crazy Hits – Crazy Christmas Edition
  UK 75 24.12.2005 (2 Wo.)
More Crazy Hits
  DE 17 28.07.2006 (9 Wo.)
  AT 6 28.07.2006 (9 Wo.)
  CH 14 30.07.2006 (11 Wo.)
  UK 64 08.07.2006 (1 Wo.)
  US 40 09.09.2006 (7 Wo.)
Singles[1]
Axel F
  DE 3 30.05.2005 (23 Wo.)
  AT 2 12.06.2005 (23 Wo.)
  CH 1Template:Infobox Chartplatzierungen/Wartung/NR1-Link
Platin
Platin
29.05.2005 (42 Wo.)
  UK 1Template:Infobox Chartplatzierungen/Wartung/NR1-Link
Platin
Platin
04.06.2005 (17 Wo.)
  US 50 
Gold
Gold
20.08.2005 (7 Wo.)
Popcorn
  DE 35 09.12.2005 (9 Wo.)
  AT 19 11.12.2005 (13 Wo.)
  CH 6 13.11.2005 (23 Wo.)
  UK 12 03.09.2005 (8 Wo.)
Jingle Bells / U Can’t Touch This
  UK 5 24.12.2005 (5 Wo.)
We Are the Champions (Ding A Dang Dong)
  DE 10 30.06.2006 (11 Wo.)
  AT 4 30.06.2006 (14 Wo.)
  CH 5 02.07.2006 (20 Wo.)
  UK 11 10.06.2006 (6 Wo.)
Last Christmas
  UK 16 23.12.2006 (3 Wo.)
Crazy Frog in the House
  DE 22 19.01.2007 (9 Wo.)
  AT 17 19.01.2007 (9 Wo.)
  CH 19 21.01.2007 (10 Wo.)

Crazy Frog (deutsch: „Verrückter Frosch“) ist eine Animationsfigur, die im gleichnamigen Werbespot für einen Klingelton der damaligen Firma Jamba! Anfang der 2000er Jahre vorkam. Das Werbevideo setzte auf der Computeranimation The Annoying Thing (deutsch: „Das nervige Ding“) des Schweden Erik Wernquist auf. Die Animation begleitete die Nachahmung des Geräusches eines Moped-Zweitaktmotors durch Daniel Malmedahl. Der dazugehörige Jingle und anbindende Songs erreichten Chartpositionen in vielen Ländern; der Crazy-Frog-YouTube-Kanal belegt Platz 4 der meistabonnierten deutschen YouTube-Kanäle (Stand April 2022).

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Crazy Frog ist ein anthropomorpher Frosch, der einen offenen weißen Motorradhelm, eine Lederjacke und eine Windschutzbrille trägt. Der Frosch hat ferner Schwimmhäute und asymmetrische große Augen sowie einen uneindeutigen, aber diskutierten Genitalbereich, der seit 2006 zensiert ist.[3]

Die Figur imitiert das Fahren und währenddessen die Geräusche eines Motorrads. Mit dem „Losfahren“ des nicht vorhandenen Gefährts schwebt der Frosch fort und hinterlässt Abgase. Die Figur verschwindet danach mit großer Geschwindigkeit in der Ferne.

Ursprung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1997 versuchte der 17 Jahre alte Schwede Daniel Malmedahl verschiedene Motorgeräusche nachzuahmen. Seine Freunde erkannten sein Talent und veröffentlichten eine Version der Imitationen auf einer Internetseite. Bald wurden die Medien auf dieses Talent aufmerksam, sodass Daniel Malmedahl seine Künste in einer Fernsehshow darbot.[4]

Von da an verbreitete sich das Stück in Peer-to-Peer-Netzwerken unter dem Namen „2taktare“, was der schwedische Ausdruck für „Zweitakter“ ist, und wurde schnell in diverse Flash-Animationen eingearbeitet, wodurch es sich vermehrt über das Internet verbreitete. Die bekannteste Animation namens „Insanity test“ (engl. für Verrücktheitstest) verlangte vom Zuseher – der auf einen Formel-1-Wagen blickte – nicht zu lachen, während das Stück abgespielt wurde; ansonsten gelte der Zuseher als verrückt.

2003 beschloss Erik Wernquist dazu eine 3D-Animation („The Annoying Thing“) zu entwerfen, die er auf seiner Webseite präsentierte und die Quelle des Klingeltons dort als „anonym“ angab. Er bewarb sich erfolgreich beim Animationsstudio „Kaktus Film“. Als Daniel Malmedahl davon erfuhr, kontaktierte er Erik Wernquist, der ihm daraufhin eine Entschädigung für die Nutzung seines Stückes zahlen musste. Ein Jahr später wurden schließlich externe Firmen auf das nervige Ding aufmerksam und wollten es für Marketingzwecke nutzen. Eine von ihnen war Jamba.[5]

Klingelton[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jamba! erwarb 2004 die Lizenz zum Vertrieb der Animation als Klingelton vom Vorbesitzer VeriSign. In diversen Medien wurde anhand der Animation unter dem neuen Titel „The Crazy Frog“ der zugehörige Klingelton „Axel F“ beworben. Es wird geschätzt, dass die Firma allein mit diesem Klingelton 15 Millionen Euro Gewinn erzielt hat.

In Anlehnung an diese Kampagne wurden zahlreiche ähnliche animierte Kampagnen gestartet.

Nach der ersten Version, bei der er nach Zweitaktmotor-Geräuschen mit Abgasen verschwindet, und der zweiten Version („Axel F.“ mit Geräuschen) folgte im Juli 2005 die nächste Froschanimation, der „Popcorn Mix“, bei dem der Crazy Frog in einer Disco Platten auflegt und am Ende auch eine im Mund hat. Vom dritten Video des Crazy Frogs gibt es zwei Versionen: den oben beschriebenen „Popcorn Mix“ und das „Madagascar“-Filmlied „I Like to Move It“. Das Video ist bei beiden gleich, jedoch singt „Crazy Frog“ zwei verschiedene Titel.

Kontroverse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gegen die Werbekampagne „Crazy Frog“, wie schon gegen andere Kampagnen zur Werbung für Klingeltöne – bevorzugt auf Musiksendern –, wurden zahlreiche Beschwerden laut. Ende 2005 wurde in Großbritannien 338 Kunden Schadensersatz zugesprochen, da Hinweise auf Klingelton-Abos zu kurz und lediglich in kleiner Schrift in der Fernsehwerbung des Anbieters erschienen. Die Summe muss allerdings der Service-Provider mBlox abtreten. Dennoch erreichten Verarbeitungen der Thematik (siehe Abschnitt Veröffentlichungen) nicht geringe Verkaufszahlen. Die Mitglieder der britischen Band Coldplay sagten, dass sie dem Frosch am liebsten einen Schenkel abtrennen und essen würden, da aufgrund des Crazy Frogs Coldplays Single Speed of Sound nicht auf Platz 1 der britischen Charts stieg.

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Track „Crazy Frog – Axel F.“, ursprünglich vom Produzententeam Andreas Dohmeyer/Matthias Wagner/Mark Wippersteg/Simon Hornung alias „Off-cast Project“ produziert und später vom Mülheimer Produzententeam Reith/Kroll/Raith alias „Bass Bumpers“ (Bump Recordings) durch den „Zweitakt“-Sound erweitert, wurde am 23. Mai 2005 in England auf Gusto Records veröffentlicht. Hierfür wurde der „Zweitakt“-Sound mit dem Thema des Film-Musikstückes „Axel F“ (Beverly Hills Cop) von Harold Faltermeyer kombiniert. Am 30. Mai 2005 erreichte der „Crazy Frog“ Platz 1 in den britischen Charts. In der englischen Presse wurde der vermeintliche Untergang der abendländischen Kultur gesehen und zum Boykott und zum Verbot des Amphibiums aufgerufen. Der Frosch landete in der Folgezeit europaweit in den Top Ten und in einigen Ländern (Belgien, Irland u. a.) auf Platz 1. Das Album Crazy Hits wurde anschließend veröffentlicht. Darauf sind sowohl bekannte als auch neue Stücke wie Pinocchio oder Whoomp.

Eine Neuauflage der Animation in Kombination mit dem Stück Axel F wurde hergestellt von „Kaktus Film“ und Erik Wernquist, dem Produzenten der ersten Animation „The Annoying Thing“. Das aus der Neuproduktion hervorgegangene Musikvideo mit dem Titel „Axel Frog“ beinhaltet die bekannte Figur, die von einem Kopfgeldjäger gejagt wird, weil sie die nervigste Figur auf der Welt sei (Anlehnung an engl.: „the annoying thing“ - übersetzt: „das nervende Ding“).

Im Dezember 2005 kam in Deutschland das Videospiel für den Game Boy Advance „Crazy Frog Racer feat. The Annoying Thing“ auf den Markt. Außerdem wurden die Spiele „Crazy Frog Racer“ für PC, PlayStation 2, Nintendo DS und Game Boy Advance und „Crazy Frog Racer 2“ 2006 für PC und PlayStation 2 veröffentlicht.

Erst 2009 wurde das Video auf YouTube hochgeladen. Bis zu seinen ersten 500 Millionen Aufrufen brauchte es über sieben Jahre; nach weiteren acht Monaten wurde die Marke von einer Milliarde erreicht. 2018 erreichte es durchschnittlich zwei Millionen Aufrufe pro Tag.[5] Ende 2019 hatte das Video über 2,5 Milliarden Aufrufe.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2005: Crazy Hits
  • 2006: More Crazy Hits
  • 2009: Best of Crazy Hits
  • 2009: Everybody Dance Now

Singles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Videoalben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2010: Crazy Frog Presents Crazy Video Hits (enthält alle Musikstücke und Musikvideos von Crazy Frog)

Auszeichnungen für Musikverkäufe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Goldene Schallplatte

  • Australien Australien
    • 2005: für das Album Crazy Hits
    • 2005: für die Single Jingle Bells
    • 2005: für die Single Popcorn
  • Belgien Belgien
    • 2005: für das Album Crazy Hits
    • 2006: für die Single We Are the Champions (Ding A Dang Dong)
  • Danemark Dänemark
    • 2005: für die Single Axel F
    • 2006: für das Album More Crazy Hits[6]
  • Frankreich Frankreich
    • 2005: für das Album Crazy Hits
    • 2006: für die Single We Are the Champions (Ding A Dang Dong)
    • 2007: für das Album More Crazy Hits
  • Neuseeland Neuseeland
    • 2005: für die Single Jingle Bells
    • 2007: für das Album More Crazy Hits
  • Polen Polen
    • 2006: für das Album Crazy Platinum Collection

Platin-Schallplatte

  • Danemark Dänemark
    • 2005: für das Album Crazy Hits[7]
  • Finnland Finnland
    • 2005: für das Album Crazy Hits
  • Neuseeland Neuseeland
    • 2006: für die Single Popcorn
  • Schweden Schweden
    • 2005: für die Single Axel F
    • 2005: für das Album Crazy Hits

2× Platin-Schallplatte

  • Australien Australien
    • 2005: für die Single Axel F
  • Belgien Belgien
    • 2005: für die Single Axel F
  • Kanada Kanada
    • 2006: für das Album Crazy Hits
  • Neuseeland Neuseeland
    • 2005: für die Single Axel F
  • Polen Polen
    • 2006: für das Album Crazy Hits
  • Portugal Portugal
    • 2005: für das Album Crazy Hits[8]

3× Platin-Schallplatte

  • Neuseeland Neuseeland
    • 2006: für das Album Crazy Hits

Diamantene Schallplatte

  • Frankreich Frankreich
    • 2005: für die Single Axel F
    • 2005: für die Single Popcorn

Anmerkung: Auszeichnungen in Ländern aus den Charttabellen bzw. Chartboxen sind in ebendiesen zu finden.

Land/RegionAus­zeich­nung­en für Mu­sik­ver­käu­fe
(Land/Region, Auszeichnungen, Verkäufe, Quellen)
Gold record icon.svg Gold Platinum record icon.svg Platin Diamond record icon.svg Diamant Ver­käu­fe Quel­len
 Australien (ARIA) Gold record icon.svg 3× Gold3 Platinum record icon.svg 2× Platin2 0! D 245.000 aria.com.au
 Belgien (BEA) Gold record icon.svg 2× Gold2 Platinum record icon.svg 2× Platin2 0! D 150.000 ultratop.be
 Dänemark (IFPI) Gold record icon.svg 2× Gold2 Platinum record icon.svg Platin1 0! D 64.000 ifpi.dk
 Finnland (IFPI) 0! G Platinum record icon.svg Platin1 0! D 31.414 ifpi.fi
 Frankreich (SNEP) Gold record icon.svg 3× Gold3 0! P Diamond record icon.svg 2× Diamant2 1.375.000 infodisc.fr snepmusique.com
 Kanada (MC) 0! G Platinum record icon.svg 2× Platin2 0! D 200.000 musiccanada.com
 Neuseeland (RMNZ) Gold record icon.svg 2× Gold2 Platinum record icon.svg 6× Platin6 0! D 105.000 nztop40.co.nz
 Polen (ZPAV) Gold record icon.svg Gold1 Platinum record icon.svg 2× Platin2 0! D 50.000 bestsellery.zpav.pl
 Portugal (AFP) 0! G Platinum record icon.svg 2× Platin2 0! D 40.000 Einzelnachweise
 Schweden (IFPI) 0! G Platinum record icon.svg 2× Platin2 0! D 80.000 sverigetopplistan.se
 Schweiz (IFPI) Gold record icon.svg Gold1 Platinum record icon.svg Platin1 0! D 60.000 hitparade.ch
 Vereinigte Staaten (RIAA) Gold record icon.svg Gold1 0! P 0! D 500.000 riaa.com
 Vereinigtes Königreich (BPI) Gold record icon.svg Gold1 Platinum record icon.svg Platin1 0! D 700.000 bpi.co.uk
Insgesamt Gold record icon.svg 16× Gold16 Platinum record icon.svg 22× Platin22 Diamond record icon.svg 2× Diamant2

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Chartquellen: DE AT CH UK US
  2. US-Alben: The Billboard Albums von Joel Whitburn, 6th Edition, Record Research 2006, ISBN 0-89820-166-7.
  3. Crazy Frog can keep his ding-ding di-di-ding ASA says (engl.) bei brandrepublic.com, abgerufen am 27. Februar 2015.
  4. Der Crazy Frog-Sound? Das ist meine Schuld bei news.bbc, abgerufen am 27. Februar 2015.
  5. a b Denise Fernholz: Der Crazy Frog macht pro Tag immer noch zwei Millionen Klicks! Wer von euch war das?! In: Der Stern. 14. Juni 2018, abgerufen am 26. November 2020.
  6. Gold für More Crazy Hits in Dänemark (Memento vom 3. Oktober 2006 im Internet Archive)
  7. Guld og platin i 2005. (Memento vom 11. Juni 2007 im Internet Archive) pladebranchen.nu, abgerufen am 22. April 2022 (dänisch).
  8. 2× Platin für Crazy Hits in Portugal (Memento vom 20. November 2010 im Internet Archive)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]