Cremlingen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Cremlingen
Cremlingen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Cremlingen hervorgehoben

Koordinaten: 52° 15′ N, 10° 39′ O

Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Wolfenbüttel
Höhe: 119 m ü. NHN
Fläche: 59,35 km2
Einwohner: 13.111 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 221 Einwohner je km2
Postleitzahl: 38162
Vorwahl: 05306
Kfz-Kennzeichen: WF
Gemeindeschlüssel: 03 1 58 006
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Ostdeutsche Str. 22
38162 Cremlingen
Website: www.cremlingen.de
Bürgermeister: Detlef Kaatz (SPD)
Lage der Gemeinde Cremlingen im Landkreis Wolfenbüttel
Sachsen-AnhaltBraunschweigLandkreis GoslarLandkreis HelmstedtLandkreis HildesheimLandkreis PeineSalzgitterAm Großen RhodeBarnstorf-WarleVoigtsdahlumVoigtsdahlumBaddeckenstedtBörßumBörßumBurgdorf (Landkreis Wolfenbüttel)CrammeCremlingenDahlumDahlumDenkteDettumDorstadtElbe (Niedersachsen)ErkerodeEvessenEvessenFlötheSchladen-WerlaHaverlahHedeperHeereHeereHeiningen (Niedersachsen)KissenbrückKneitlingenKneitlingenOhrumRemlingen-SemmenstedtRoklumSchöppenstedtSehldeSickteUehrdeVahlbergVeltheim (Ohe)WinnigstedtWittmarWolfenbüttelKarte
Über dieses Bild

Cremlingen ist eine Gemeinde im Landkreis Wolfenbüttel (Niedersachsen), östlich von Braunschweig. Cremlingen war Standort des Mittelwellensenders Braunschweig des Deutschlandfunks, der auch gelegentlich als Sender Königslutter bezeichnet wurde.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet liegt im Übergang zwischen Norddeutscher Tiefebene und mitteldeutschem Bergland.

Ortschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

SchulenrodeHemkenrodeAbbenrode (Cremlingen)GardessenKlein SchöppenstedtHordorf (Cremlingen)DestedtSchandelahCremlingen (Cremlingen)Weddel

(Quelle: Cremlingen[2])

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Historische Hofstelle in Hemkenrode

Vom Ostrand des Oberzentrums Braunschweig erstreckt sich die rund 60 Quadratkilometer große Gemeinde bis in den nordwestlichen Elm. Der Ort ist aus zwei Gemeinden zusammengewachsen, der Dorfgemeinde mit 65 und der Gutsgemeinde mit sieben Häusern. Die Endung ~ingen zeigt an, dass der Name bis etwa 500 entstanden ist. Die Siedlungsgeschichte ist allerdings weit älter, wie ein Urnengräberfeld am Ehlerberge südwestlich des Ortes belegt. 1302 wurde Cremlingen als „Cremlinge“ überliefert, während es im 14. Jahrhundert urkundlich als „Cremninge“ vorkam.

Vorteilhaft für die Entwicklung der Gemeinde war die Lage an der alten Handelsstraße, die im Mittelalter von Köln über Braunschweig nach Magdeburg führte. Hier wurde hauptsächlich mit Getreide gehandelt, das auch auf den Äckern Cremlingens angebaut wurde. Von der hiesigen Getreidewirtschaft profitierten besonders die Herren von Veltheim und das Kloster Riddagshausen, das 1308 zwei zehntfrei Hufen und eine Wort (Hof) erhielt. Dazu kam später Land derer von Veltheim als herzogliches Lehen. Die von Veltheim auf Destedt sind bis heute Besitzer des Rittergutes in Cremlingen. Land war auch vom Halberstädter Bischof als Lehen übertragen worden, auf dessen Diözesangebiet Cremlingen lag.

Thermalquelle

Kurz nach dem Beginn des 20. Jahrhunderts stieß die Mitteldeutsche Erdölbohrgemeinschaft in 410 Meter Tiefe auf eine Thermalquelle mit 34 °C warmem Wasser. Die Heilkraft wurde in der Presse ausgiebig diskutiert, und der Traum von einem Heilbad kam auf. In den 1930er Jahren versuchte der Cremlinger Arzt Ernst Matheis, den Badebetrieb zu organisieren – Pläne, die der Zweite Weltkrieg durchkreuzte. 1973 wurde das Gelände dem (jetzt aufgelösten) angrenzenden Standortübungsplatz zugeschlagen. Vergeblich versuchte man, die Quelle mit Sand abzudichten: Noch heute sprudeln stündlich etwa 7600 Liter ungenutzt in die Landschaft. Inzwischen hat die Naturschutzbehörde das Gebiet zum schützenswerten Biotop erklärt. Massive Einschnitte in die Landschaft ergaben sich mit dem Bau der „Weddeler Schleife“, der Autobahn A 39 und der Umgehungsstraße.

Fossilienfunde

Bereits der Ammonit im Wappen weist auf fossilienhaltige Gesteine in der Umgebung Cremlingens hin. Im Zuge von Erdarbeiten für einen Autobahn-Neubau entdeckte ein Sammler im Mai 2005 ein prähistorisches Skelett aus dem Mesozoikum, das sich als gut erhaltener Ichthyosaurus (Acamptonectes densus) herausstellte.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Cremlingen ist am 1. März 1974 als Einheitsgemeinde durch den gesetzlichen Zusammenschluss der ehemaligen selbstständigen Gemeinden Abbenrode, Cremlingen, Destedt, Gardessen, Hemkenrode, Hordorf, Klein Schöppenstedt, Schandelah, Schulenrode und Weddel entstanden. Am 1. März 1974 wurde Hötzum in die neue Gemeinde Sickte eingegliedert.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entwicklung
Jahr Einwohner
2007 12.739
2008 12.763
2009 12.816
2010 12.744
2011 12.899
2012 12.909
2013 13.000
2014 13.047
2015 13.056
2016 13.065
Jahr Einwohner
2017 13.053

Die Daten entstammen den Angaben des Statistischen Landesamtes Niedersachsen. Sie beziehen sich auf den 31. Dezember jedes Jahres.

Kirche St. Michael
Kirche St. Theresia vom Kinde Jesu

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelische Pfarrkirche in Cremlingen (Im Dorfe 13) wurde vom Archidiakon des Bannes Lucklum verwaltet. Ein Pfarrgeistlicher wird 1302 mit Lubertus quon-dam plebanus urkundlich greifbar. Der Turm mit Satteldach und achtseitiger Laterne und das Kirchenschiff zeigen spätromanische Spuren, während der Chor romanisch ist. Da das Patrozinium der Kirche nicht mehr bekannt war, erhielt sie 1963 den Namen St. Michael. Heute gehört die Kirchengemeinde Cremlingen zur Propstei Königslutter.

In Cremlingen befand sich von 1953 bis 2014 die katholische Kirche St. Theresia vom Kinde Jesu. Heute befindet sich im Ortsteil Weddel eine katholische Kirche.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalwahl 2016
Wahlbeteiligung: 68,87 % (+4,34)
 %
40
30
20
10
0
37,54 %
39,00 %
13,71 %
3,34 %
2,85 %
3,52 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2011
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
-2,31 %p
+0,56 %p
-1,09 %p
+0,35 %p
+1,31 %p
+2,17 %p

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat der Gemeinde Cremlingen besteht aus 30 Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für eine Gemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 12.001 und 15.000 Einwohnern.[4] Die 30 Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2016 und endet am 31. Oktober 2021.

Stimmberechtigt im Rat der Gemeinde ist außerdem der hauptamtliche Bürgermeister Detlef Kaatz (SPD).

Die letzte Kommunalwahl am 11. September 2016 ergab das folgende Ergebnis:[5]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Cremlingen ist Detlef Kaatz (SPD). Bei der letzten Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014 wurde er mit 50,5 % der Stimmen gewählt. Die Wahlbeteiligung lag bei 62,2 %.[6] Kaatz trat sein Amt am 1. November 2014 an und löste den bisherigen Amtsinhaber Günter Eichenlaub (CDU) ab, der nicht mehr kandidiert hatte.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappenbeschreibung: Das Wappen der Gemeinde zeigt im geteilten Wappenschild unten ein blaues Ammonshorn auf goldenem Grund, oben auf blauem Grund einen halben, steigenden goldenen Löwen mit roter Zunge und roten Krallen.[7]

Der Löwe stammt aus dem Wappen des früheren Landkreises Braunschweig, zu dem das Dorf Cremlingen und auch die anderen Dörfer der heutigen Gemeinde Cremlingen bis 1974 gehörten. Das blaue Ammonshorn verweist auf die Fossilienfunde von Ammoniten aus dem Kalksandsteingebirge Elm.

Die Flagge der Gemeinde ist blau-gelb.[7]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mehr als 500 Mitglieder der Gemeinde Cremlingen nehmen an einem CD-Projekt namens „Wie klingt Cremlingen?“ teil. In mehreren Dörfern der Gemeinde gibt es neben den traditionellen Chören mehrere Chöre, die sich moderner Musik verschrieben haben.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cremlingen ist Sitz des Telekommunikationsherstellers Auerswald[8]. Außerdem ist Cremlingen Sitz und Fabrikationsstandort der zur Halloren Schokoladenfabrik gehörenden Weibler Confiserie Chocolaterie GmbH. Diese betreibt dort einen Fabrikverkauf[9].

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Nähe von Cremlingen-Abbenrode betrieb die Deutsche Telekom AG seit 1962 eine große Sendeanlage für Mittelwelle, die das Programm des Deutschlandfunks ausstrahlte. Die Sendeanlage wurde am 31. Dezember 2015 stillgelegt und am 29. Januar 2018 per Sprengung abgerissen.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die BAB 39 bei Cremlingen

Im Bereich der Gemeinde gibt es die Bahnhöfe Schandelah und Weddel an der Bahnstrecke Braunschweig–Magdeburg; Weddel wird auch von Zügen in Richtung Wolfsburg angefahren („Weddeler Schleife“).

Durch das Gemeindegebiet führt die Bundesstraße 1, und seit Ende September 2006 besitzt Cremlingen eine gleichnamige Anschlussstelle an die A 39, die seit Anfang 2009 bis zum Autobahnkreuz Wolfsburg durchgängig befahrbar ist.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinz-Georg Keerl (* 7. Januar 1946 in Weddel; † 23. Februar 2011 in Reinbek), General der Bundeswehr
  • Manfred Trojahn (* 22. Oktober 1949 in Cremlingen), Komponist und Dirigent

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Cremlingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2018 (Hilfe dazu).
  2. Cremlingen / Einwohnerzahlen 01.01.2018@1@2Vorlage:Toter Link/www.cremlingen-online.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. auf cremlingen-online.de, abgerufen am 11. Juli 2018.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 267.
  4. Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) in der Fassung vom 17. Dezember 2010; § 46 – Zahl der Abgeordneten, abgerufen am 10. Januar 2015
  5. Zusammensetzung Gemeinderat Cremlingen, abgerufen am 29. Januar 2017
  6. Einzelergebnisse der Direktwahlen am 25. Mai 2014 in Niedersachsen (Memento des Originals vom 3. März 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.landeswahlleiter.niedersachsen.de, abgerufen am 10. Januar 2015
  7. a b Hauptsatzung der Gemeinde Cremlingen, abgerufen am 10. Januar 2015
  8. Website der Firma Auerswald, abgerufen am 25. April 2011 (Memento des Originals vom 6. Juni 2011 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.auerswald.de
  9. Website der Firma Weibler, abgerufen am 25. April 2011