Cro-Mags

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Cro-Mags
Cro-mags-logo-475x134.jpg

Allgemeine Informationen
Herkunft New York (Vereinigte Staaten)
Genre(s) Hardcore
Gründung 1981 oder 1982, 1998
Auflösung 1994
Website www.cro-mags.com
Gründungsmitglieder
Bass
Harley Flanagan (1981–1993, 1999–2002)
Gitarre
Dave Stein
Schlagzeug
Dave Hahn 1981
Aktuelle Besetzung
Gesang (seit 2019), Bass
Harley Flanagan (1981–1996, 1999–2002, seit 2019)
Gitarre
Gabby Abularach (1991–1995, seit 2019)
Gitarre
Rocky George (1999–2001, 2002–2003, seit 2019)
Schlagzeug
Garry „G-Man“ Sullivan (1999, 2001–2003, seit 2019)
Ehemalige Mitglieder
Gitarre
Kevin „Parris“ Mitchel Mayhew (1982–1991, 1999–2001)
Gitarre
Doug Holland (1985–1989, 1991–1993, 1996–1999, 2001)
Gitarre
Rob Buckley (1989–1991, 1993–1995, 2001)
Gitarre
A.J. Novello (2008–2019)
Gitarre
Craig Setari
Gesang
Eric J. Casanova (1982–1984)
Bass
Franklin Rhi (2002–2003)
Schlagzeug
Petey Hines (1986–1989)
Schlagzeug
Dave Di Censo (1989–1995)
Schlagzeug
Ryan Krieger (1999–2001)
Gesang
John Joseph (1982/1984–1987, 1991–1999, 2002–2003, 2008–2019)
Schlagzeug
Maxwell „Mackie“ Jayson (1984–1986, 1996–1999, 2008–2019)

Cro-Mags ist eine US-amerikanische Hardcoreband aus New York und zählt zu den kommerziell erfolgreichsten Vertretern des New York Hardcore. Ihr musikalischer Stil ist durch britischen Oi-Punk sowie Thrash Metal beeinflusst. Der Bandname soll laut Harley Flanagan die Vorstellung von einem „modernen Cro-Magnon-Menschen“ hervorrufen, also einer Art postzivilisatorischem Menschentypus.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über Gründungsjahr und -besetzung der Band gibt es in der Literatur verschiedene Angaben, nicht zuletzt wegen unterschiedlicher Angaben der Bandmitglieder selbst. Einigkeit besteht darüber, dass neben Bassist Flanagan der Manager der Bad Brains, Dave Hahn, als Schlagzeuger und der Gitarrist von Even Worse, Dave Stein, zur Gründungsbesetzung gehörten. Als Gründungsjahr wird 1981[1] oder 1982[2] genannt, als Sänger John Joseph,[3] Eric Casanova oder der spätere Antidote-Sänger[4]. Die Band trat zunächst in häufig wechselnden Besetzungen auf. 1984 kam es dann zur bekanntesten Besetzung der Band. Rund um Flanagan, der sein Skinhead-Image nach einer Irland-Tournee mit seiner vorigen Band The Stimulators entwickelte, entstand ein Quartett mit John Joseph als Sänger, Parris Mayhew an der Gitarre und Mackie Jayson am Schlagzeug.[1]

1985 brachte dieses Quartett ein erstes Demotape in Umlauf. Die meisten der darauf enthaltenen Songs gelangten dann auf das 1986 erschienene Debütalbum The Age of Quarrel. Im Fahrwasser von Bands wie Slayer und Metallica wurde gerade Metal in den Vereinigten Staaten populär, und so kam es, dass die Cro-Mags – ganz Oi-untypisch instrumental versiert – mit Gruppen wie Motörhead und Megadeth auf Tour gingen. Die Band wusste sich stets sehr gut zu verkaufen. Harley Flanagan machte keinen Hehl daraus, dass er sich aus kommerziellen Überlegungen für John Joseph als Frontmann entschieden hatte. Die kommerzielle Orientierung und der Drang auf große Bühnen stellten freilich die Zugehörigkeit zum NYHC in Frage, der in seinem Wesen sozusagen eine Off-Major-orientierte 'Kleinkunst-Kultur' war und ist. Zur gleichen Zeit entdeckten die Cro-Mags, wie auch andere New Yorker Hardcorebands, die Hare-Krishna-Bewegung und übernahmen einige Aspekte für ihre eigene Weltsicht.[1]

Nach der Tour verließen jedoch Joseph und Jayson die Band. So dauerte es bis 1989, ehe das Nachfolgealbum, Best Wishes, veröffentlicht wurde. Flanagan hatte mittlerweile die Position des Sängers übernommen. Ein Plattenvertrag bei Century Media, die Rückkehr von Joseph zur Band und das Album Alpha Omega (1992) sollte eigentlich das Comeback bedeuten. Es folgte Near Death Experience (1993). Ein Jahr später gab es noch ein Live-Album namens Hard Times in an Age of Quarrels. Danach löste sich die Band auf, nachdem sich Joseph und Flanagan zerstritten hatten.[1] Zwischenzeitlich trat Biohazard-Gitarrist Bobby Hambel der Band bei, trat mit Cro-Mags u. a. auf dem Dynamo-Festival 1996[5] auf.

1998 organisierte John Joseph ein Benefizkonzert in New York, bei dem Sick of It All sowie Madball auftraten. Auch eine Besetzung der Cro-Mags trat auf. Währenddessen gründeten Harley Flanagan und Parris Mayhew die Band Samsara, bei der auch Rocky George (Suicidal Tendencies) spielte. Def Jam Recordings hatte die Rechte an einem Album der Band, doch verschob sich die Veröffentlichung mehrfach. Nach einem kurzen Streit bekam die Band die Rechte am Album zurück und veröffentlichte es unter dem Namen Cro-Mags auf dem eigenen Label "Cro Mags Recording". Anschließend kam es zu einer Namensstreitigkeit zwischen Flanagan und Joseph, so dass es mehrere Jahre zwei Bands mit dem Namen Cro-Mags gab. Nachdem jedoch Flanagan und Mayhew in Streit gerieten, existiert nur noch Josephs Besetzung, während Flanagan mit seiner Band Harley’s War aktiv ist. Im Juli 2012 mündete der Konflikt zwischen Flanagan und der Band in Tätlichkeiten, als ersterer während eines Musikfestivals in New York den damaligen Cro-Mags-Bassisten Mike Couls und eine weitere Person mit einem Messer verletzte.[6] Flanagan berief sich auf Notwehr; eine Anklage wurde später fallengelassen.[7]

2019 wurde ein langanhaltender Rechtsstreit beigelegt, bei dem es um die Namensrechte an der Marke Cro-Mags ging. Protagonisten waren Bandgründer Harley Flanagan sowie der langjährige Sänger John Joseph sowie Schlagzeuger Maxwell „Mackie“ Jayson, die den Bandnamen jeweils für sich beanspruchen wollten. Schließlich einigte man sich außergerichtlich, dass Flanagan den Namen ohne Zusatz führen darf und John Joseph mit seiner Band die Gruppe als Cro-Mags JM (für Joseph und Mackie).[8] Erste Veröffentlichung der Cro-Mags um Flanagan wurde die EP Don’t Give In, die in den Vereinigten Staaten über Victory Records und in Europa über Arising Empire erschien.[9] Noch im selben Jahr gingen die Cro-Mags als Vorband der fast in Originalbesetzung reformierten Misfits auf Tournee durch die Vereinigten Staaten.[10]

Stil und Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cro-Mags waren eine der ersten Bands, die (neben Agnostic Front) Metal-Elemente in ihren rohen Hardcore Punk aufnahmen. Doch diese Tatsache und die, dass die Band mit zahlreichen Metalgruppen wie Motörhead und Megadeth auftrat, sorgte auch für Konflikte innerhalb der Punkszene, die der Band kommerzielle Tendenzen vorwarfen. Des Weiteren wurde die Band vom Maximumrocknroll boykottiert, weil das Cover zu Age of Quarrel homophobe Tendenzen zeige.[1] Auch war es insbesondere Harley Flanagan, der zahlreiche konservative bis rechtsextreme Meinungen in Interviews äußerte. Unter anderem sollen, seiner Meinung nach, alle Homosexuellen deshalb AIDS bekommen, weil deren Art des Geschlechtsverkehrs nicht natürlich sei. Auf dem Album Best Wishes wurde ein Schlachthof mit den Konzentrationslagern des Dritten Reiches verglichen. Bei zahlreichen Konzerten kam es zu Protesten von SHARP-Skins, die der Band rechte Tendenzen unterstellten.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chartplatzierungen
(vorläufig)
Erklärung der Daten
Alben[11]
In the Beginning
  DE 58 26.06.2020 (…Template:Infobox Chartplatzierungen/Wartung/vorläufig/2020 Wo.)
  • 1986: The Age of Quarrel (Profile)
  • 1989: Best Wishes (Profile)
  • 1992: Alpha Omega (Century Media)
  • 1993: Near Death Experience (Century Media)
  • 2000: Revenge (Cro Mag)
  • 2019: Don’t Give In (EP, Arising Empire/Victory Records)
  • 2020: In the Beginning (Mission Two Entertainment)

Kompilationen und Livealben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1994: Hard Times in an Age of Quarrel (live) (erschienen bei Century Media)
  • 1999: Before the Quarrel (erschienen bei Cro Mag)
  • 2006: Twenty Years of Quarrel and Greatest Hits (erschienen bei Cro Mag)

DVDs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2011: The Final Quarrel: Live At CBGB 2001 (MVD Visual)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Matthias Mader: New York City Hardcore. The Way it was…. Berlin: I.P. Verlag Jeske/Mader GbR. 1. Auflage, Mai 1999, ISBN 3-931624-10-2, S. 67–70
  2. Steven Blush: American Hardcore. A Tribal History. 2. Auflage. Feral House, Port Townsend 2010, ISBN 978-0-922915-71-2, S. 212.
  3. Tony Rettman: New York Hardcore 1980-1990. 2. Auflage. Bazillion Points, New York 2015, ISBN 978-1-935950-12-7, S. 220.
  4. NoEcho.net: Louie Rivera (Antidote). Abgerufen am 30. September 2016.
  5. Headbanger's Ball: Headbanger's Ball 1996. In: https://www.youtube.com/watch?v=23cU41CYaHk&frags=pl%2Cwn. Headbanger's Ball, 25. Mai 1996, abgerufen am 24. Juni 2020 (englisch).
  6. Boweryboogie.com: CBGB Festival Responds to Last Night’s Webster Hall Stabbing. Abgerufen am 18. Januar 2016.
  7. Former Cro-Mags Bassist Won’t Be Charged in CBGB Fest Stabbing. Abgerufen am 18. Januar 2016.
  8. Cro-Mags legen Rechtsstreit um Namen bei. Visions.de, 23. April 2019, abgerufen am 27. Juli 2019.
  9. Cro-Mags - Don't Give In ::: Review (2019). Away From Life, 27. Juli 2019, abgerufen am 27. Juli 2019.
  10. AltPress.com: Cro-Mags: NYC Hardcore Icons Enter A New Age Of Harmony. Abgerufen am 19. August 2019.
  11. Chartquellen: Deutschland