Krodel (Malerfamilie)

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Die Malerfamilie Krodel ist ein zum Umkreis des Lucas Cranach zählender Zweig einer vor 1500 in Weimar ansässigen Humanistenfamilie.

Wolfgang Krodel der Ältere ist 1528 bis 1563 in Schneeberg nachgewiesen, sein Bruder Martin Krodel um 1539. Das Geburtsdatum von Wolfgang Krodel d. Ä. ist nicht überliefert. Berücksichtigt man aber, dass er am 5. Januar 1563 in Schneeberg bestattet wurde und seine drei frühesten erhaltenen Gemälde auf das Jahr 1528 datieren, lässt sich sein Geburtsjahr mit hoher Wahrscheinlichkeit auf um 1500 eingrenzen.[1] Wie bereits Junius 1921 feststellte, deuten zahlreiche Indizien darauf hin, dass Krodel sein Handwerk durch Lucas Cranach d. Ä. erlernte;[2] vermutlich zwischen ca. 1525 und 1528. Spätestens ab diesem Jahr wird er als selbstständiger Maler in seiner Geburtsstadt Schneeberg im Erzgebirge tätig gewesen sein.

Die Werkstatt des Wolfgang Krodel setzte Mat(t)hias Krodel (1550–1605) fort, dann dessen Söhne Mat(t)hias († 1601) und Wolfgang. Wolfgang Krodel d. Ä. hat zahlreiche Werke geschaffen, die motivisch denen von Lucas Cranach dem Älteren gleichen. Besonders eng orientierte er sich am Wittenberger Meister bei dem Bildpaar Gesetz und Gnade, das er 1542 signierte (Klosterkirche und Sakralmuseum St. Annen, Kamenz). Als eines seiner Hauptwerke gilt der reformatorische Altar der St. Wolfgangskirche in Schneeberg. Weitere seiner Werke befinden sich u.a. im Kunsthistorischen Museum in Wien. Mathias Krodel der Ältere führte den 1586 von Abraham von Einsiedel gestifteten Altar der Kirche von Syhra sowie den Altar der Burgkapelle der Burg Schönfels an der Pleiße aus.[3]

In Torgau war Markus Krodel Erzieher des Sohnes vom Martin Luther. Seinen Briefwechsel mit Katharina von Bora dokumentiert das Buch Katharina von Bora. Geschichtliches Lebensbild von D. Albrecht Thoma, Berlin 1900.[4]

In Schneeberg erinnert die Wolfgang-Krodel-Straße an diese Familie, auf dem dortigen Marktplatz befand sich bis 2005 außerdem auch der Krodel-Brunnen.[5]

In neuer Zeit erlangten der Mitbegründer der Münchner Sezession Paul Eduard Crodel, der Glasmaler Charles Crodel sowie seine Frau, die Malerin Elisabeth Crodel, größere Bedeutung.

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wilhelm Junius: Die erzgebirgische Künstlerfamilie Krodel. Ein Beitrag zur Geschichte der Cranach-Schule. In: Monatshefte für Kunstwissenschaft. 1921, S. 253–261.
  • Gustav Sommerfeldt: Vom sächsischen Kunstbetrieb des 16. Jahrhunderts (die Maler Matthias und Wolfgang Krodel; der Rüstmeister Johann Schukowski in Dresden). In: Neues Archiv für Sächsische Geschichte. Band 41, 1920, S. 131–134 und Band 43, 1922, S. 258–265.
  • Sören Fischer (Hrsg.): Gesetz und Gnade: Wolfgang Krodel d. Ä., Lucas Cranach d. Ä. und die Erlösung des Menschen im Bild der Reformation, Publikation zur gleichnamigen Sonderausstellung des Sakralmuseums St. Annen vom 31. März bis 28. Mai 2017, mit Beiträgen von Thomas Binder, Sören Fischer, Ingo Sandner und Kai Wenzel, Kleine Schriften der Städtischen Sammlungen Kamenz, Band 8, Kamenz 2017, ISBN 978-3-910046-66-5.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Krodel family – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sören Fischer: Das Kamenzer Bildpaar "Gesetz und Gnade" – Zwischen Fegefeuer, Erlösung und Papstkritik. In: Sören Fischer (Hrsg.): Gesetz und Gnade: Wolfgang Krodel d. Ä., Lucas Cranach d. Ä. und die Erlösung des Menschen im Bild der Reformation. Kamenz 2017, ISBN 978-3-910046-66-5, S. 29.
  2. Wilhelm Junius: Die erzgebirgische Künstlerfamilie Krodel. Ein Beitrag zur Geschichte der Cranach-Schulen in Monatshefte für Kunstwissenschaft. In: Monatshefte für Kunstwissenschaft. 1921, S. 253.
  3. http://www.westsachsen.de/lichtentanne/burg-schoenfels/burg/kapelle.html
  4. http://www.classicistranieri.com/deutsch/1/2/6/3/12636/12636.txt Project Gutenberg E-Book
  5. http://www.freundeskreis-stadtarchiv.net/krodels.pdf R. Schumann: Die Künstlerfamilie Krodel. Schneeberger Stadtanzeiger 49/2003