Crotone

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Crotone
Vorlage:Infobox Gemeinde in Italien/Wartung/Wappen fehltKein Wappen vorhanden.
Crotone (Italien)
Crotone
Staat: Italien
Region: Kalabrien
Provinz: Crotone (KR)
Koordinaten: 39° 5′ N, 17° 7′ O39.08333333333317.1166666666678Koordinaten: 39° 5′ 0″ N, 17° 7′ 0″ O
Höhe: m s.l.m.
Fläche: 179,8 km²
Einwohner: 59.342 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 330 Einw./km²
Stadtviertel Papanice, Apriglianello, Carpentieri, Cipolla, Farina, Gabella Grande, Iannello, Maiorano, Margherita
Angrenzende Gemeinden Cutro, Isola di Capo Rizzuto, Rocca di Neto, Scandale, Strongoli
Postleitzahl: 88900
Vorwahl: 0962
ISTAT-Nummer: 101010
Volksbezeichnung: Crotonesi
Schutzpatron: San Dionigi (9. Oktober)
Website: Crotone

Crotone (in der Antike Kroton) ist eine italienische Provinzhauptstadt im Südosten des Landes mit 59.342 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2012). Stadt und Provinz Crotone liegen in der Region Kalabrien am Ionischen Meer nahe dem Golf von Tarent.

Lage und Daten[Bearbeiten]

Die Stadt hatte 1992 etwa 60.000 Einwohner; am 31. Mai 2005 lebten hier 60.503 Einwohner. Die Stadtteile sind Papanice, Apriglianello, Carpentieri, Cipolla, Farina, Gabella Grande, Iannello, Maiorano und Margherita.

Die Nachbargemeinden sind Cutro, Isola di Capo Rizzuto, Rocca di Neto, Scandale und Strongoli.

Geschichte[Bearbeiten]

Crotone
Münze aus Kroton, ca. 480-460 v. Chr.
Statuette im Museo Archeologico in Crotone

Altertum[Bearbeiten]

Nach der griechischen Mythologie wurde die Stadt von Alemons Sohn Myskelos am Grab des verstorbenen Helden Kroton gegründet.

Das antike Kroton wurde Ende des 8. Jahrhunderts v. Chr. von achäischen Griechen nahe dem heutigen Standort gegründet und entwickelte sich zu einer reichen Stadt. Es war Teil der Magna Graecia. 12 Kilometer südöstlich von Kroton liegt die Landspitze Capo Colonna, das antike Lakinion mit seinem Heraheiligtum, bekannt als Versammlungsstätte des Italiotischen Bundes, eines Zusammenschlusses der griechischen Kolonisatoren gegen die Italiker. In Kroton soll der berühmte Zeuxis im Tempel der Juno ein Bildnis der Helena, Idealbild weiblicher Schönheit, geschaffen haben, indem er die fünf schönsten Jungfrauen zum Modell nahm, weil vollendete Schönheit in der Natur an einer Person nicht vorkomme. Viele berühmte Athleten der antiken Olympischen Spiele, darunter der berühmte Ringer Milon, stammten aus Kroton. Um 530 v. Chr. ließ sich der Philosoph Pythagoras in Kroton nieder und gründete die Gemeinschaft der Pythagoreer. Bereits im 5. Jahrhundert v. Chr. erfreute sich die medizinische Schule von Kroton großer Berühmtheit; schon im späten 6. Jahrhundert gehörte der aus Kroton stammende Demokedes zu den prominentesten Ärzten des griechischen Kulturkreises. Die Stadt fiel 277 v. Chr. in römischen Besitz.

Mittelalter und Neuzeit[Bearbeiten]

982 wurde Kaiser Otto II. von den Sarazenen in der Schlacht am Kap Colonna bei Crotone vernichtend geschlagen.

Nach der Schlacht von Civitate wurde Crotone von den Normannen eingenommen. Mit dem Normannenreich fiel auch Crotone 1194 an die Staufer. Von 1282 bis 1860 gehörte Crotone zum Königreich Neapel bzw. zum Königreich beider Sizilien. Doch waren die Könige weit weg; als deren Lehnsmänner übten Adelsfamilien eine fast unbeschränkte Herrschaftsgewalt aus, so in Crotone und dessen Umland, in der so genannten Markgrafschaft Crotone (Marchesato di Crotone bzw. Marchesato crotonese) seit 1390 die Familie Ruffo.[2]

1992 wurde die Provinz Crotone von der Provinz Catanzaro getrennt.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Crotone verfügt über einen Hafen und ist ein Handelszentrum für landwirtschaftliche Produkte. Außerdem sind chemische Fabriken ansässig. Zu den herausragenden Gebäuden der Stadt gehören eine Kathedrale und eine Burg aus dem 16. Jahrhundert. Crotone hat einen Flughafen (Aeroporto S. Anna di Crotone).

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Dom mit einer byzantinischen Madonna
  • Kastell
  • Museo Archeologico Nazionale di Crotone

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

  • GriechenlandGriechenland Giannitsa, Griechenland, seit 2010
  • PortugalPortugal Porto, Portugal, seit 2010
  • DeutschlandDeutschland Hamm, Deutschland, seit 2013

Literatur[Bearbeiten]

  • Fulvio Mazza (Hrsg.): Crotone. Storia, cultura, economia (= Le città della Calabria. Bd. 2). Rubbettino Editore, Soveria Mannelli 1992, ISBN 88-7284-121-6.
  • Andrea Pesavento: La città immaginaria. Crotone nel Viceregno dalla rinascita verso la crisi. Grafiche Basso, Bassano del Grappa 1985.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Crotone – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2012.
  2. Andrea Pesavento: Alle origini della provincia di Crotone (da Nicola Ruffo, primo marchese di Crotone, alle fallite rivolte autonomistiche di Antonio Centelles). In: La Provincia KR. Nr. 1–7, 1996, online.