Crotone

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Crotone
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Crotone (Italien)
Crotone
Staat: Italien
Region: Kalabrien
Provinz: Crotone (KR)
Koordinaten: 39° 5′ N, 17° 7′ OKoordinaten: 39° 5′ 0″ N, 17° 7′ 0″ O
Höhe: m s.l.m.
Fläche: 179,8 km²
Einwohner: 62.178 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 346 Einw./km²
Stadtviertel Papanice, Apriglianello, Carpentieri, Cipolla, Farina, Gabella Grande, Iannello, Maiorano, Margherita
Angrenzende Gemeinden Cutro, Isola di Capo Rizzuto, Rocca di Neto, Scandale, Strongoli
Postleitzahl: 88900
Vorwahl: 0962
ISTAT-Nummer: 101010
Volksbezeichnung: Crotonesi
Schutzpatron: San Dionigi (9. Oktober)
Website: Crotone

Crotone (in der Antike Kroton) ist eine italienische Provinzhauptstadt im Südosten des Landes mit 62.178 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2015). Stadt und Provinz Crotone liegen in der Region Kalabrien am Ionischen Meer nahe dem Golf von Tarent.

Lage und Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt hatte 1992 etwa 60.000 Einwohner; am 31. Mai 2005 lebten hier 60.503 Einwohner. Die Stadtteile sind Papanice, Apriglianello, Carpentieri, Cipolla, Farina, Gabella Grande, Iannello, Maiorano und Margherita.

Die Nachbargemeinden sind Cutro, Isola di Capo Rizzuto, Rocca di Neto, Scandale und Strongoli.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Crotone
Münze aus Kroton, ca. 480-460 v. Chr.
Statuette im Museo Archeologico in Crotone

Vorgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Boden des heutigen Crotone befand sich bereits seit der mittleren Bronzezeit (ab dem 15./14. Jahrhundert v. Chr.) eine - eventuell zunächst aus mehreren, später zusammengewachsenen Dörfer gebildete - Siedlung. Ausgrabungen brachten verschiedene Schichten zu Tage, die belegen, dass die Siedlung bis in die frühe Eisenzeit (9./8. Jahrhundert v. Chr.) bestand. Fragmente Mykenischer Keramik, die auch zur Datierung einzelner Siedlungsphasen von Bedeutung sind, zeugen vom Handel mit Griechenland im 13. und im 12. Jahrhundert v. Chr. (Keramik der Zeitstufen SH III B und III C). Des Weiteren fanden sich - neben eindeutig einheimischen Artefakten - auch Gefäße, die der sogenannten Pseudominyschen Keramik zugeordnet werden.[2]

Griechisch-römische Antike[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der griechischen Mythologie wurde die Stadt von Alemons Sohn Myskelos am Grab des verstorbenen Helden Kroton gegründet.

Das antike Kroton wurde Ende des 8. Jahrhunderts v. Chr. von achäischen Griechen nahe dem heutigen Stadtzentrum gegründet und entwickelte sich zu einer reichen Polis. Es war Teil der so genannten Magna Graecia. 12 Kilometer südöstlich von Kroton liegt die Landspitze Capo Colonna, das antike Lakinion mit seinem Heraheiligtum, bekannt als Versammlungsstätte des Italiotischen Bundes, eines Zusammenschlusses der griechischen Städte gegen die Italiker. In Kroton soll der berühmte Zeuxis im Tempel der Hera ein Bildnis der Helena, Idealbild weiblicher Schönheit, geschaffen haben, indem er die fünf schönsten Jungfrauen zum Modell nahm, weil vollendete Schönheit in der Natur an einer einzigen Person nicht vorkomme. Viele berühmte Athleten der antiken Olympischen Spiele, darunter der berühmte Ringer Milon, stammten aus Kroton. Um 530 v. Chr. ließ sich der Philosoph Pythagoras in Kroton nieder und gründete die Gemeinschaft der Pythagoreer. Bereits im 5. Jahrhundert v. Chr. erfreute sich die medizinische Schule von Kroton großer Berühmtheit; schon im späten 6. Jahrhundert gehörte der aus Kroton stammende Demokedes zu den prominentesten Ärzten des griechischen Kulturkreises. Diodor berichtet, dass es 318/17 zu einer Stasis in der Polis kam, in deren Verlauf zahlreiche Bürger, die von ihren Feinden aus der Stadt verbannt worden waren, bei dem Versuch, Kroton gewaltsam einzunehmen, getötet wurden. Die Stadt geriet schließlich 277 v. Chr. im Zuge des Pyrrhuskrieges unter römische Oberherrschaft. 215 fiel sie während des Hannibalkrieges zeitweilig von Rom ab, wurde hierfür später bestraft und 194 durch die Ansiedlung römischer Veteranen zur colonia. In der Folgezeit verlor die Stadt langsam ihren griechischen Charakter und büßte auch ihre ökonomische Relevanz ein, einzig der Hafen blieb bedeutend.

Mittelalter und Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

982 wurde Kaiser Otto II. von den Sarazenen in der Schlacht am Kap Colonna bei Crotone vernichtend geschlagen.

Nach der Schlacht von Civitate wurde Crotone von den Normannen eingenommen. Mit dem Normannenreich fiel auch Crotone 1194 an die Staufer. Von 1282 bis 1860 gehörte Crotone zum Königreich Neapel bzw. zum Königreich beider Sizilien. Doch waren die Könige weit weg; als deren Lehnsmänner übten Adelsfamilien eine fast unbeschränkte Herrschaftsgewalt aus, so in Crotone und dessen Umland, in der so genannten Markgrafschaft Crotone (Marchesato di Crotone bzw. Marchesato crotonese) seit 1390 die Familie Ruffo.[3]

1992 wurde die Provinz Crotone von der Provinz Catanzaro getrennt.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Crotone verfügt über einen Hafen und ist ein Handelszentrum für landwirtschaftliche Produkte. Außerdem sind chemische Fabriken ansässig. Zu den herausragenden Gebäuden der Stadt gehören eine Kathedrale und eine Burg aus dem 16. Jahrhundert. Crotone hat einen Flughafen (Aeroporto S. Anna di Crotone).

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • GriechenlandGriechenland Giannitsa, Griechenland, seit 2010
  • PortugalPortugal Porto, Portugal, seit 2010
  • DeutschlandDeutschland Hamm, Deutschland, seit 2013

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fulvio Mazza (Hrsg.): Crotone. Storia, cultura, economia (= Le città della Calabria. Bd. 2). Rubbettino Editore, Soveria Mannelli 1992, ISBN 88-7284-121-6.
  • Andrea Pesavento: La città immaginaria. Crotone nel Viceregno dalla rinascita verso la crisi. Grafiche Basso, Bassano del Grappa 1985.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Crotone – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2015.
  2. Zusammenfassend zur Vorgeschichte Crotones: Marco Bettelli: Italia meridionale e mondo miceneo. Ricerche su dinamiche di acculturazione e aspetti archeologici, con particolare riferimento ai versanti adriatico e ionico della penisola italiana., Florenz 2002, S. 32.
  3. Andrea Pesavento: Alle origini della provincia di Crotone (da Nicola Ruffo, primo marchese di Crotone, alle fallite rivolte autonomistiche di Antonio Centelles). In: La Provincia KR. Nr. 1–7, 1996, online.