Crowded House

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Crowded House
Crowded House 2007 während eines Auftritts im Londoner Hyde Park
Crowded House 2007 während eines Auftritts im Londoner Hyde Park
Allgemeine Informationen
Genre(s) Rock
Gründung 1985
Auflösung 1996
Neugründung 2007
Website http://www.crowdedhouse.com
Gründungsmitglieder
Neil Finn
Bass, Gesang
Nicholas „Nick“ Seymour
Schlagzeug, Gesang
Paul Hester (1985–1994, 1996)
Aktuelle Besetzung
Gesang, Gitarre
Neil Finn (seit 1985)
Bass, Gesang
Nicholas „Nick“ Seymour (seit 1985)
Gitarre, Keyboard, Gesang
Mark Hart (seit 1993)
Schlagzeug
Matt Sherrod (seit 2007)
Ehemalige Mitglieder
Gesang, Gitarre, Keyboard
Tim Finn (1990–1991)
Schlagzeug
Peter Jones (1994–1996)

Crowded House ist eine australisch-neuseeländische Rock-Band um den Sänger-Songwriter Neil Finn. Die Band wurde 1985 gegründet, löste sich 1996 auf und feierte 2007 eine Reunion. Zu ihren größten Hits gehören die Singles Don’t Dream It’s Over (1986), Something So Strong (1987) und Weather With You (1992).

Bandgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Band formierte sich aus Mitgliedern der bekannten neuseeländischen Glitterrockgruppe Split Enz, einem ozeanischen Pendant zu den englischen Roxy Music. Sänger, Gitarrist und hauptsächlicher Songwriter war der Neuseeländer Neil Finn (* 1958), der Bruder des ehemaligen Bandleaders der Split Enz, Tim Finn (* 1952). Tim Finn hatte seinen jüngeren Bruder Neil einige Jahre zuvor zu Split Enz geholt und die Gruppe selbst 1983 verlassen. Neil, der nach dem Ausstieg seines Bruders de facto zum neuen Bandleader von Split Enz geworden war, gründete die neue Gruppe im Jahr 1985 nach der Auflösung von Split Enz im Dezember 1984 zusammen mit dem Split-Enz-Schlagzeuger Paul Hester (* 1959; † 2005) und dem Bassisten Nick Seymour (* 1959).

Das erste Album von Crowded House sollte auf Wunsch von Finn weit weniger elaboriert klingen als Split Enz und sich an den klaren Rock- und Songstrukturen US-amerikanischer Bands orientieren. Die Band nahm deswegen die Arbeit am Debütalbum in Los Angeles auf, wo es fertiggestellt und im Juni 1986 zuerst veröffentlicht wurde. Nach langer und zunächst erfolgloser Promotionarbeit in den USA und Europa kam der Durchbruch im Januar 1987 in Amerika, als die dritte Single Don’t Dream It’s Over Platz 2 der amerikanischen Billboard-Charts erreichte. Auch die vierte Single Something So Strong erreichte mit einem Platz 7 die US-Top-Ten.

Das im Juli 1988 erschienene zweite Album Temple of Low Men war dann weit weniger erfolgreich und brachte keinen Single-Hit hervor. Seitdem war ein schrittweises Nachlassen der Popularität in den USA bei gleichzeitigem Anstieg derselben in England und Kontinentaleuropa zu beobachten.

Vom im Juni 1991 veröffentlichten dritten Album Woodface, für das kurzzeitig Neils Bruder Tim zur Band gestoßen war, schaffte es im Februar 1992 die Single Weather with You in die Top Ten Großbritanniens und anderer Länder. In Australien und Neuseeland waren Crowded House Superstars. Im Jahr darauf wurde die Band als Live-Act des Jahres bei den Brit-Awards geehrt; Neil Finn wurde vom Q-Magazine zum Songwriter des Jahres gekürt. Das vierte Album, Together Alone, jetzt statt mit Tim Finn mit dem Multiinstrumentalisten Mark Hart, der u. a. bereits mit Supertramp gearbeitet hatte, wurde 1993 in einem Strandhaus am Karekare-Strand in der Nähe von Auckland aufgenommen und gilt bei vielen Fans und Kritikern zusammen mit Woodface als das beste der Band. Neil Finn erhielt mehrere Auszeichnungen für sein Songwriting.

Trotz des Erfolgs verließ Paul Hester Crowded House aufgrund von persönlichen Problemen Ende April 1994 und wurde durch den Deadstar-Trommler Peter Jones ersetzt, der die Band bei ihrem Auftritt auf dem Londoner Fleadh-Festival begleitete.

Einer durch Live-Auftritten wieder erheblich ansteigenden Popularität zum Trotz löste Neil Finn die Band im Sommer 1996 auf, während sie gerade ihr Greatest-Hits-Album promotete. Für das nachfolgende große Abschiedskonzert Farewell to the World vor dem Sydney Opera House, das von mehr als 100.000 Fans besucht wurde, kehrte sogar Paul Hester kurzzeitig zu Crowded House zurück, der auch bei den drei neuen Songs für das im Juni 1996 veröffentlichte Best-of-Album Recurring Dream mitwirkte.

2001 kam es noch einmal zu einer Quasi-Wiedervereinigung, als bei einem Soloauftritt Neil Finns auch Nick Seymour und Paul Hester für ein paar Songs auf die Bühne traten.

Der Suizid des an Depressionen leidenden Paul Hester im Jahr 2005 brachte die restliche Band wieder zusammen: Im Juni 2007 erschien das erste Studioalbum von Crowded House seit 1993 mit dem Titel Time on Earth, welches ursprünglich als Soloalbum von Neil Finn geplant gewesen war. Nachfolger von Paul Hester war Matt Sherrod, der bereits für Beck getrommelt hatte. Am 7. Juli 2007 traten sie im Rahmen der Live-Earth-Konzerte in Sydney auf. Im Oktober 2007 spielte die Band einige Konzerte in Deutschland und in der Schweiz. Ende 2010 veröffentlichte sie ihr sechstes Album Intriguer.

In Deutschland kennt man neben dem Radiohit Weather with You hauptsächlich Locked Out (aus dem Soundtrack des Films Reality Bites) und Don’t Dream It’s Over, das zwischenzeitlich von so unterschiedlichen Interpreten wie Sixpence None the Richer, Paul Young und der Star-Search-Siegerin Florence Joy gecovert wurde.

Stil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Musikalisch einzuordnen ist die Band in den Bereich Gitarrenrock. Finns Melodien sind ähnlich wie die der Beatles an Volkslieder angelehnt. Die Texte der Songs beschäftigen sich viel mit inneren Stimmungen, rechnen aber auch zuweilen satirisch mit Konsumkultur ab (vgl. Chocolate Cake auf Woodface 1991).

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[1][2][3][4][5][6][7][8] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US AustralienAustralien AU NeuseelandNeuseeland NZ
1986 Crowded House 44
(7 Wo.)
99 Silber
(1 Wo.)
12 Platin
(50 Wo.)
27 6-fach-Platin
(13 Wo.)
3
(50 Wo.)
1988 Temple of Low Men 57
(5 Wo.)
40
(19 Wo.)
1
(27 Wo.)
2
(24 Wo.)
1991 Woodface 26
(19 Wo.)
8 12
(11 Wo.)
6 Doppelplatin
(93 Wo.)
83
(17 Wo.)
2
(50 Wo.)
1
(58 Wo.)
1993 Together Alone 55
(9 Wo.)
4 Platin
(33 Wo.)
73
(7 Wo.)
2
(18 Wo.)
1
(33 Wo.)
1996 Recurring Dream - The Very Best Of 57
(8 Wo.)
43
(5 Wo.)
17
(10 Wo.)
1 4-fach-Platin
(91 Wo.)
1 13-fach-Platin
(68 Wo.)
1
(36 Wo.)
Greatest-Hits-Album
1999 Afterglow 18
(2 Wo.)
36 Gold
(2 Wo.)
30
(2 Wo.)
enthält B-Seiten und bisher Unveröffentlichtes
2006 Farewell to the World 43
(1 Wo.)
Livealbum
2007 Time on Earth 95
(1 Wo.)
89
(2 Wo.)
3 Silber
(5 Wo.)
46
(2 Wo.)
1 Platin
(12 Wo.)
2
(10 Wo.)
2010 Intriguer 79
(1 Wo.)
12
(3 Wo.)
50
(2 Wo.)
1
(5 Wo.)
3
(7 Wo.)
2010 The Very Very Best Of 49
(1 Wo.)
11 Doppelplatin
(20 Wo.)
12
(4 Wo.)
Greatest Hits

Singles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[1][2][3][4][5][6][7] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US AustralienAustralien AU NeuseelandNeuseeland NZ
1986 Mean to Me Erstveröffentlichung: 20. Juli 1986
1987 World Where You Live 65 Erstveröffentlichung: 1. August 1986
1986 Now We're Getting Somewhere 33
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1. September 1986
1986 Don’t Dream It’s Over 13
(13 Wo.)
25
(13 Wo.)
2 1
(20 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1. Oktober 1986
1987 Something So Strong 95
(1 Wo.)
7 3
(12 Wo.)
Erstveröffentlichung: Mai 1987
1988 Better Be Home Soon 59
(9 Wo.)
42 2
(18 Wo.)
2
(14 Wo.)
Erstveröffentlichung: 12. Juni 1988
1988 When You Come 27
(9 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1. September 1988
1988 Sister Madly 26
(4 Wo.)
Erstveröffentlichung: August 1988
1988 Into Temptation 38
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: 29. November 1988
1989 I Feel Possessed
1991 Chocolate Cake 69
(2 Wo.)
20
(10 Wo.)
7
(11 Wo.)
Erstveröffentlichung: 27. Mai 1991
1991 Fall at Your Feet 17
(8 Wo.)
75 31
(9 Wo.)
24
(7 Wo.)
Erstveröffentlichung: 4. August 1991
1992 Weather with You 23
(26 Wo.)
8
(20 Wo.)
7
(9 Wo.)
27
(8 Wo.)
9
(9 Wo.)
Erstveröffentlichung: 27. Februar 1992
1992 Four Seasons in One Day 26
(5 Wo.)
47
(2 Wo.)
33
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1992
1992 It's Only Natural 59
(10 Wo.)
24
(4 Wo.)
15
(9 Wo.)
31
(6 Wo.)
Erstveröffentlichung: Februar 1992
1993 Distant Sun 70
(10 Wo.)
19
(6 Wo.)
23
(9 Wo.)
5
(9 Wo.)
1993 Nails in My Feet 22
(4 Wo.)
34
(3 Wo.)
11
(4 Wo.)
1994 Locked Out 12
(5 Wo.)
1994 Fingers of Love 27
(4 Wo.)
1994 Private Universe 46
(1 Wo.)
1995 Together Alone 37
(4 Wo.)
1995 Pineapple Head 27
(3 Wo.)
50
(1 Wo.)
1996 Everything Is Good for You 10
(7 Wo.)
1996 Instinct 12
(5 Wo.)
17
(4 Wo.)
1996 Not the Girl You Think You Are 20
(3 Wo.)
37
(3 Wo.)
41
(1 Wo.)
1996 Don't Dream It's Over (Re-Issue) 25
2007 Don't Stop Now 41
(2 Wo.)
34
(5 Wo.)
2007 She Called Up
2007 Pour le Monde 51
(1 Wo.)
2010 Saturday Sun
2015 Help is Coming 88
(1 Wo.)

Videos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2006: Farewell to the World (AU: 3-fach-Platin)
  • 2002: Dreaming – The Videos (AU: Doppelplatin)

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Chartplatzierungen Deutschland
  2. a b Chartdiskografie Österreich
  3. a b Chartportal Schweiz
  4. a b Crowded House in den Official UK Charts (englisch)
  5. a b US-Charthistorie
  6. a b Chartdiskografie Australien
  7. a b Chartdiskografie Neuseeland
  8. Auszeichnungen: UK US AU

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]