CrypTool

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CrypTool
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E-Learning-Programm für Kryptologie
Basisdaten
Maintainer Bernhard Esslinger
Entwickler - TU Darmstadt
- Uni Duisburg-Essen
- Uni Kassel / Angewandte Informationssicherheit
- Uni Siegen
Aktuelle Version 1.4.30
(August 2010)
Aktuelle Vorabversion CT 1.4.31 Beta 6b (Oktober 2013)
CT 2.0 Beta 10 (Oktober 2013)
JCT 1.0 RC7 (Dezember 2013)
Betriebssystem CT1: Windows und Linux (über WINE);
CT2: nur Windows;
JCT: Windows, Linux und MacOS
Kategorie E-Learning, Kryptologie, Verschlüsselungssoftware
Lizenz Apache License v2.0
Deutschsprachig ja
www.cryptool.org

CrypTool ist ein Open-Source-Projekt. Hauptresultat ist die freie Lern-Software CrypTool, die die Konzepte der Kryptographie und der Kryptoanalyse erfahrbar macht.

Funktionen[Bearbeiten]

Es sind über 200 Algorithmen implementiert.[1] Diese können mit eigenen Daten und Parametern effizient ausgeführt werden. Die grafische Benutzeroberfläche und die umfangreiche Online-Hilfe machen es dem Nutzer (auch „Anfängern“) leicht, kryptologische Verfahren kennenzulernen. Erläutert werden sowohl die meisten klassischen Verfahren als auch moderne Verfahren wie asymmetrische Kryptographie (RSA, ECC), digitale Signaturen, Hybrid-Verschlüsselung, homomorphe Verschlüsselung oder das Diffie-Hellman-Schlüsselaustauschverfahren. Viele Verfahren sind visualisiert.
Zusätzlich gibt es ein paar didaktische Spiele, und eine interaktive Anleitung, die in die Primzahlen und in die elementare Zahlentheorie einführt.

Verwendung[Bearbeiten]

Verwendung findet CrypTool sowohl in der Lehre an Hochschulen, im Unterricht an Schulen als auch in der Ausbildung in Firmen und Behörden oder in Fortbildungskursen wie TISP oder CISSP.

Die CrypTool-Software wird in einem Open-Source-Projekt entwickelt. Ursprünglich wurde sie von deutschen Firmen und Hochschulen entwickelt, inzwischen kommen die rund 60 Mitwirkenden aus der ganzen Welt. Zuwendungen in Form von Software-Plugins kamen z. B. von Universitäten oder Schulen aus den folgenden Städten: Belgrad, Berlin, Bochum, Brisbane, Darmstadt, Dubai, Duisburg-Essen, Eindhoven, Hagenberg, Jena, Kassel, Klagenfurt, Koblenz, London, Madrid, Mannheim, San Jose, Siegen, Utrecht, Warschau.

Das Ziel von CrypTool ist, das Verständnis der Benutzer für Kryptologie zu erhöhen, die darunterliegenden Konzepte zu erläutern und die Benutzer für IT-Bedrohungen zu sensibilisieren.

Sprachen und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Das Programm ist in Deutsch, Englisch, Polnisch, Spanisch und Serbisch verfügbar. Eine griechische Version ist in Arbeit.

CrypTool wurde international als E-Learning-Software ausgezeichnet: TeleTrusT Special Award 2004, EISA 2004, IT Security Award NRW 2004 und Ausgewählter Ort 2008 in „Deutschland – Land der Ideen“ 2008.[2] Weltweit wird das Paket zur Zeit allein von der CrypTool-Seite über 6000 mal pro Monat heruntergeladen (knapp über 50 % die englische Version).

Entwicklung, History, Roadmap[Bearbeiten]

CrypTool wird seit 1998 entwickelt. Aktuelle Release-Version von CrypTool 1 ist die Anfang August 2010 freigegebene Version 1.4.30. Diese läuft auf den Windows-Betriebssystemen.

Das Projekt CrypTooLinux[3] arbeitet an einer Portierung von CrypTool 1.x auf Linux, kommt aber nur sehr langsam voran.

Dagegen machen die zwei Projekte, die seit 2007 die neu designten Nachfolger jeweils als Pure-Plugin-Anwendungen entwickeln, große Fortschritte und publizieren regelmäßig neue stabile Betaversionen:

  • CrypTool 2.0[4][5] (entwickelt in C# / .NET)
    setzt das Konzept der visuellen Programmierung für kryptographische Prozesse um. Im Moment sind über 100 Krypto-Funktionen in CT2 enthalten.
  • JCrypTool 1.0[6][7] (entwickelt mit Java / Eclipse / RCP)
    läuft unter Windows, MacOS und Linux, und hat sowohl eine dokumenten- als auch eine funktionsorientierte Perspektive. Im Moment sind über 100 Krypto-Funktionen in JCT enthalten.
Ein CrypTool 2.0 Workspace mit einem Brute-Force-Angriff auf einen eingeschränkten AES

Lehrerportal[Bearbeiten]

Außerdem gehört zum CrypTool-Projekt ein Lehrerportal,[8] das Lehrern den Austausch von Lehrmaterial zum Thema Kryptologie erleichtern soll.

CrypTool-Online[Bearbeiten]

Ebenfalls zum CrypTool-Projekt gehören die Webseiten CrypTool-Online[9] und CrypTool-Mobil[10], die Interessierten die Möglichkeit bieten, Verschlüsselungsverfahren gleich im Browser bzw. im Smartphone (mittels JavaScript) auszuprobieren, ohne Software herunterzuladen und installieren zu müssen. Hier wird versucht, das Thema für Einsteiger und junge Leute ansprechend und einfach aufzubereiten.

MysteryTwister C3 (MTC3)[Bearbeiten]

Ebenfalls zum CrypTool-Projekt gehört der 2010 gestartete internationale Krypto-Wettbewerb,[11] der aktuell über 150 Aufgaben rund um (alte und neue) Verschlüsselungsverfahren anbietet. Außerdem enthält die MTC3-Webseite ein moderiertes Forum, Benutzerstatistik und eine Hall-of-Fame. Die Aufgaben reichen von einfachen Rätseln für Einsteiger bis zu mathematischen Herausforderungen aus der modernen Kryptoanalyse für Forscher und Experten. Inzwischen engagieren sich über 3000 registrierte Benutzer an der Lösung der Aufgaben.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Algorithmen: Funktionen in verschiedenen CrypTool-Versionen In einer Tabelle werden alle implementierten Verfahren aufgelistet. Die Liste kann anhand von Kategorien, Suchbegriffen und den CT-Versionen eingeschränkt werden.
  2. CrypTool Auszeichnungen
  3. CrypTooLinux: CrypTooLinux-Projekt, Portierung von CT 1.x auf Linux.
  4. CrypTool 2.0: Entwicklerseite des CrypTool 2.0-Projektes Die Betaversion wird über Nightly Builds ständig aktualisiert bereitgestellt.
  5. CrypTool 2.0: Facebook-Seite des CT2-Projekts
  6. JCrypTool 1.0: GitHub-Projekt zu JCrypTool 1.0 Die Betaversion wird über Weekly Builds ständig aktualisiert bereitgestellt.
  7. JCrypTool 1.0: Webseite des JCT-Projekts
  8. Lehrerportal: Lehrerportal
  9. Onlineversion für Browser: CrypTool-Online,
  10. Onlineversion für Smartphones: CrypTool-Mobil
  11. MysteryTwister C3 (MTC3): Internationaler Krypto-Wettbewerb „MysteryTwister C3“ (MTC3)