CryptoKitties

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CryptoKitties (Deutsch etwa: Krypto-Kätzchen) ist ein Online-Spiel, das es Spielern erlaubt, verschiedene Arten von virtuellen Katzen zu kaufen und verkaufen sowie zu sammeln und züchten. Es verwendet die Blockchain Ethereum, gehandelt wird in der Kryptowährung Ether. Das Spiel stammt von der kanadischen Firma Axiom Zen bzw. Animoca Brands und kann seit dem 28. November 2017 gespielt werden.[1][2]

Spielinhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Spieler können Katzen nach dem Kauf miteinander paaren, wobei die Paarung wiederum Ether kostet. Jede Katze ist einmalig, kann nicht repliziert oder zerstört werden und hat unterschiedliche Eigenschaften, die sie an ihre Nachkommen weitergeben kann. Der Wert einer Katze hängt von ihren Eigenschaften ab und kann sich ändern. Katzen mit seltenen Genen oder mit hohem Alter etwa sind besonders teuer. Ziel des Spiels ist es, Katzen mit möglichst seltenen Eigenschaften zu erhalten. Gewinn kann der Spieler machen, indem er für das Paaren einer Katze mehr Geld einnimmt, als er für die Katze ursprünglich bezahlt hat.

Preise und Umsätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Preis einer Katze bewegte sich im Dezember 2017 umgerechnet zwischen 3,50 € und 100.000 €. Bis 4. Dezember 2017 belief sich der mit dem Spiel erzielte Umsatz auf circa 3 Millionen US-Dollar, bis 8. Dezember 2017 wurden circa 7 Millionen Euro für die virtuellen Tiere ausgegeben. Nach der ersten Woche machte der Traffic, der durch die Transaktionen mit Katzen entsteht, etwa 11 Prozent aller Transaktionen im Ethereum-Netzwerk aus. Wegen gestiegenen Traffics erhöhten die Entwickler die Kosten für die Geburt einer neuen Katze und für die Paarung von Katzen, eine Paarung kostete nach der Erhöhung 0,015 Ether (ca. 5,70 €).[3][4]

Bis Ende Dezember 2017 erhöhte sich die Anzahl der Benutzer-Anmeldungen auf der CryptoKitties-Webseite auf 180.000, diese Benutzer bezahlten für das Spiel umgerechnet etwa 20 Mio. US-Dollar.[5] Bis März 2018 wuchs die Zahl der Nutzer auf über 1,5 Millionen.[6]

Am 21. März 2018 erhielt CryptoKitties eine 12 Millionen US$ Venture Capital Finanzierung.[7]

Entstehungshintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einem Whitepaper nennen die Entwickler es als ein Ziel des Spiels, die komplexe Blockchain-Technik einer breiten Masse Menschen schmackhaft zu machen.[3]

Auf der Ethereum-Blockchain läuft CryptoKitties als Smart Contract. Jede Katze stellt in der Blockchain ein Token dar.[4]

Als Erscheinungstermin einer chinesischsprachigen Mobilversion des Spiels für das Betriebssystem iOS war der 16. Februar 2018 angekündigt.[1] Im August 2018 kündigte Animoca die Zusammenarbeit mit HTC an, um CryptoKitties auf Handys zu bringen.[8]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vom Preis jeder Transaktion fließen 3,75 % an die Entwickler des Spiels. Eine Woche, nachdem das Spiel erstmals gespielt werden konnte, hatten sie damit schon über 300.000 Euro eingenommen. Nach zwei Wochen war das Spiel bereits die erfolgreichste Anwendung im Ethereum-Netzwerk.[3]

Die New York Times bezeichnete CryptoKitties als „das erste große Blockchain-Spiel“.[5] Rezipienten, darunter das Webportal TechCrunch, verglichen das Spiel angesichts seiner Beliebtheit mit dem Trend um Beanie Babys in den 1990er Jahren.[9] Im deutschen Wired-Magazin meinte Johnny Haeusler zu dem Spiel: „CryptoKitties sind ein cleverer Mix aus Cryptowährung und Tamagotchi mit einer ordentlichen Prise Börsenhandel.“[10]

2018 widmet das ZKM CryptoKitties eine eigene Ausstellung.[11][12]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Laignee Barron: CryptoKitties is Going Mobile. Can Ethereum Handle the Traffic?, in: Fortune vom 13. Februar 2018, abgerufen am 3. März 2018
  2. http://www.proactiveinvestors.com.au/companies/news/190721/animoca-brands-one-of-the-asx-top-performers-in-2018-190721.html
  3. a b c Eike Kühl: Mein Leben als Kryptokatzenzüchter, in: Zeit online vom 8. Dezember 2017, abgerufen am 3. März 2018
  4. a b Björn Bohn: CryptoKitties erobern die Ethereum-Blockchain, in: heise online vom 4. Dezember 2017, abgerufen am 3. März 2018
  5. a b Nellie Bowles: CryptoKitties, Explained ... Mostly, in: The New York Times vom 28. Dez. 2017, abgerufen am 4. März 2018, Originalzitat: “the first big blockchain game”
  6. https://cryptoslate.com/cryptokitties-venture-funding/
  7. https://cryptoslate.com/cryptokitties-venture-funding/
  8. https://www.youtube.com/watch?v=6OnMeoFHT1g
  9. Fitz Tepper: People have spent over $1M buying virtual cats on the Ethereum blockchain, in: TechCrunch vom 3. Dez. 2017, abgerufen am 4. März 2018
  10. Johnny Haeusler: Johnny Haeusler über das Spiel mit den CryptoKitties, in: Wired (dt. Ausgabe) vom 5. Dez. 2017, abgerufen am 4. März 2018
  11. https://venturebeat.com/2018/08/28/cryptokitties-will-help-german-museum-explain-blockchain
  12. https://www.chepicap.com/en/news/3286/cryptokitties-at-german-art-exhibit-bringing-blockchain-to-life-.html