Cuito (Fluss)

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Cuito
Kuito
Einzugsgebiet des Okavango

Einzugsgebiet des Okavango

Daten
Lage Angola
Flusssystem Okavango
Abfluss über Okavango → Okavangodelta
Quelle im Westen der Provinz Moxico
12° 41′ 14″ S, 18° 21′ 47″ O
Mündung an der Grenze Angola/Namibia in den Okavango (Cubango)Koordinaten: 18° 1′ 42″ S, 20° 47′ 31″ O
18° 1′ 42″ S, 20° 47′ 31″ O

Länge 1000 km
Mittelstädte Cuito Cuanavale
Zusammenfluss von Cuito (von oben) mit Okavango -18.02780320.791889

Zusammenfluss von Cuito (von oben) mit Okavango Welt-Icon

Der Cuito (Schreibweise auch Kuito) ist ein etwa 1.000 Kilometer langer Nebenfluss des Okavango in Angola. Er entspringt im regenreichen Hochland von Bié in einem See östlich des Cubango und fließt zunächst als Wildbach in südlicher Richtung zum Kalahari-Becken. Der Fluss durchquert die Provinz Cuando Cubango und fließt in seinem Unterlauf in südöstlicher Richtung mit Mäandern durch Flussauenwiesen und Gebiete mit wasserabsorbierendem Torf und Sand, die seine Fließgeschwindigkeit hemmen, um an der Grenze zu Namibia mit dem schneller fließenden Cubango zusammenzutreffen. Beide Flüsse vereinigen sich dort zum Okavango.

Die schwer zugängliche Quellregion des Cuito war lange Zeit kaum erforscht, insbesondere wegen des Bürgerkriegs in Angola, durch den im Hochland auch nach Ende des Konflikts 2002 viele Landminen verblieben sind. Im Jahr 2015 unternahm erstmals eine von National Geographic geleitete südafrikanische Expedition den Versuch, den Cuito in seiner ganzen Länge von seiner Quelle bis zur Mündung in den Okavango zu untersuchen. Dabei soll auch Bewusstsein für diese Region und deren touristische Potenziale geschaffen werden. Der Flusslauf ist bisher weitgehend unberührt und spielt eine wichtige Rolle bei der Versorgung des Okavangodeltas, einer der bedeutendsten Feuchtregionen Südwestafrikas.[1]

Bei der Stadt Cuito Cuanavale am Zusammenfluss der Flüsse Cuito und Cuanavale kam es in der Zeit 13. Januar bis 23. März 1988 zur Schlacht von Cuito Cuanavale, der größten Schlacht in Afrika seit 1943. Damals standen sich tausende angolanischer, südafrikanischer, kubanischer und namibischer Soldaten gegenüber.[2] In deren Verlauf kamen fast 20.000 Soldaten ums Leben.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. David Quammen: Inside the Mission to Save Africa’s Okavango Delta. In: National Geographic, November 2017.
  2. Hans-Georg Schleicher: Cuito Cuanavale: „Ein Sieg über Pretorias Apartheid“. In: Neues Deutschland, 19./20. April 2008; Battle of Cuito Cuanavale 1988. In: South African History Online, 30. Mai 2011; Ronnie Kasrils: Cuito Cuanavale, Angola. In: Monthly Review, 1. April 2013; Keith Somerville: It’s 30 years since Cuito Cuanavale. How the battle redefined southern Africa. In: The Conversation, 29. Mai 2017.