Cupra

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Cupra

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Rechtsform Sociedad anónima (Aktiengesellschaft)
Gründung 1985 (Seat Sport S.A.)
2018 (Seat Cupra S.A.U.)
Sitz Martorell, Spanien
Mitarbeiterzahl 35
Branche Automobilhersteller, Automobilindustrie
Website cupraofficial.com

Cupra (Eigenschreibweise: CUPRA) ist eine Marke der Seat Cupra S.A.U., eines in Martorell angesiedelten Tochterunternehmens des spanischen Automobilherstellers Seat.

Mit der Einführung der Marke Cupra wurden Anfang 2018 alle Aktivitäten im Motorsport unter der neuen Marke weitergeführt. Für die Tourenwagen Saison 2018 wurde der Rennwagen Cupra TCR präsentiert.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen seines Engagements im Automobilsport gründete Seat 1971 eine „Abteilung für Spezialfahrzeuge“. Auf internationaler Ebene gelang 1977 mit dem Seat 124 ein Achtungserfolg, als die Piloten Antonio Zanini und Salvador Cañellas senior beim Weltmeisterschaftslauf der prestigeträchtigen Rallye Monte Carlo die Plätze 3 und 4 belegten. Das Unternehmen wurde 1985 als Seat Sport gegründet und insbesondere für die Aktivitäten dieser Marke im Motorsport verantwortlich.[2]

Nachdem man hierbei zunächst vor allem am Rallyesport teilnahm, konzentrieren sich die Tätigkeiten in jüngerer Vergangenheit auf Rundstreckenrennen mit Tourenwagen. Zu den größten Erfolgen zählen der dreimalige Gewinn der Rallye-Weltmeisterschaft in der 2-Liter-Klasse mit dem Seat Ibiza Kit Car von 1996 bis 1998 sowie jeweils zwei Titel in der Konstrukteurs- und der Fahrerwertung der Tourenwagen-Weltmeisterschaft in den Jahren 2008 und 2009 mit dem Seat Leon.

Mit der Einführung der Marke Cupra wurden Anfang 2018 alle Aktivitäten im Motorsport unter der neuen Marke weitergeführt. Für die Tourenwagen Saison 2018 wurde der Rennwagen Cupra TCR präsentiert.[1]

Cupra (Fahrzeugmarke)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seat Leon Cupra R (2017 noch mit Seat-Logo)
Cupra E-TCR
Cupra Ateca
Heckansicht
Cupra Formentor
Heckansicht

Am 31. Januar 2018 gab die Seat S.A. bekannt, dass die offizielle Markteinführung am 22. Februar beginnen werde. Hierzu entwickelte Seat ein eigenständiges Logo, welches das Seat-Logo auf den Fahrzeugen ersetzt. Cupra soll neben Seat weitestgehend eigenständig geführt werden und bis 2023 den Fahrzeugabsatz verdoppeln.

Bisher bietet Seat die Modellreihe des Leon in verschiedenen Cupra-Versionen an. Auf dem Genfer Auto-Salon 2018 präsentierte Cupra mit dem Ateca das erste eigenständige Modell der Marke.[3] Außerdem zeigt die Marke mit dem Ibiza und dem Arona einen ersten Ausblick auf die Sportversionen, die noch als Studien präsentiert wurden.[4]

Zusätzlich wurde mit dem Cupra TCR, dem Nachfolger des Seat Leon Cup Racer[5] und dem Cupra E-TCR ein elektrisch angetriebener Konzept-Rennwagen präsentiert.[6]

Ein seriennahes Konzeptfahrzeug eines SUV-Coupés wurde auf dem Genfer Auto-Salon 2019 mit dem Cupra Formentor präsentiert. Das Serienmodell soll ab 2020 angeboten werden.[7]

Leon Ateca
2.0 TSI Cupra 300 2.0 TSI Cupra R 2.0 TSI Cupra 300
Bauzeitraum seit 02/2017 seit 11/2017 seit 12/2018
Motorkenndaten
Motorkennbuchstaben CJXC DNUE
Motorbaureihe VW EA888
Motorbauart und Zylinderanzahl R4-Ottomotor
Ventile 16
Gemischaufbereitung Direkteinspritzung
Motoraufladung Turbolader
Hubraum 1984 cm³
max. Leistung 221 kW (300 PS) bei 5500–6200/min 228 kW (310 PS) bei 5800–6500/min 221 kW (300 PS) bei 5300–6500/min
max. Drehmoment 380 Nm bei 1800–5500/min 380 Nm bei 1800–5700/min 400 Nm bei 2000–5200/min
Kraftübertragung
Antrieb, serienmäßig Vorderradantrieb Allradantrieb
Antrieb, optional Allradantrieb (nur ST)
Hinterachse Mehrlenkerachse
Getriebe, serienmäßig 6-Gang-Schaltgetriebe 7-Gang-DSG
Getriebe, optional 6-Gang-DSG 6-Gang-DSG
Messwerte
Höchstgeschwindigkeit 250 km/h 247 km/h
Beschleunigung, 0–100 km/h 5,7 s
[5,6 s]
(4,9 s)
5,8 s 5,2 s
Kraftstoffverbrauch auf 100 km (kombiniert) 6,9 l Super Plus
[6,8 l Super Plus]
(7,2 l Super Plus)
7,3 l Super Plus 7,4 l Super Plus
CO2-Emission (kombiniert) 158 g/km
[156 g/km]
(164 g/km)
170 g/km 168 g/km
Abgasnorm nach EU-Klassifikation Euro 6 Euro 6d-TEMP
  • Werte in eckigen [..] Klammern gelten für Fahrzeuge mit DSG.
  • Werte in runden (..) Klammern gelten für Fahrzeuge mit 4Drive (Allrad).

Cupra Racing (Motorsport)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rallye[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seat Cordoba WRC

Nach der Trennung von Fiat zu Beginn der 1980er Jahre entschloss sich Seat zu einem Neubeginn und gründete 1985 Seat Sport.

Zur siegreichsten Baureihe von Seat im Rallyesport auf Weltniveau entwickelte sich der Ibiza 6K. Mit dem Ibiza Kit Car gewann Seat Sport drei Jahre hintereinander (1996, 1997, 1998) die FIA Rallye-Weltmeisterschaft in der 2-Liter-Klasse.

Anlässlich der Rallye San Remo 1997 wurde bekanntgegeben, künftig auch in der höchsten Klasse des Rallyesports, der FIA Rallye-Weltmeisterschaft WRC, teilnehmen zu wollen. 1998 debütierte Seat Sport dann mit seinem ersten World Rally Car bei der Rallye Finnland. Doch der Seat Cordoba konnte an die Erfolge in der 2-Liter-Klasse nicht anknüpfen: Insgesamt erreichte Seat Sport in den WRC-Läufen mit Fahrern wie Harri Rovanperä, Toni Gardemeister und dem ehemaligen Rallye-Weltmeister Didier Auriol drei Podestplatzierungen, bevor man sich Ende 2000 aus dem internationalen Rallyesport zurückzog.

Tourenwagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seat Leon TDI in der WTCC
Seat Ibiza Kit Car

Seat Sport fertigt seit 2002 Tourenwagen, die in verschiedenen Rennserien an den Start gehen. Von 2003 bis 2009 trat Seat Sport auch selbst als Werksteam für Seat an. Darüber hinaus fungiert man bis heute als Lieferant für Privatteams sowie – in den Markenpokalen – als Serienausschreiber oder dessen Lieferant.

FIA-Wettbewerbe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seat Sport beteiligte sich ab 2003 mit dem Seat Toledo Cupra an der Tourenwagen-Europameisterschaft (ETCC). Dieser Wettbewerb wurde 2005 von der Tourenwagen-Weltmeisterschaft (WTCC) abgelöst; Seat Sport startete auch hier in den ersten Rennen ausschließlich mit dem Toledo Cupra, bevor beim Lauf in Oschersleben der Seat Leon WTCC debütierte.

Durch die hohe Karosserie hat der Wagen einen hohen Luftwiderstand. Ab 2007 setzte Seat auf 2,0-TDI-Dieselmotoren und konnte im Debütjahr bereits erste Erfolge feiern. Für die Saison 2008 entwickelte Seat den TDI des Leon 1P weiter. Dieser TDI hatte eine Leistung von 209 kW (284 PS) und besaß ein Drehmoment von 450 Nm. Dank dieser Weiterentwicklung gelang es Seat, die WTCC-Titel 2008 (Fahrer: Yvan Muller) und 2009 (Fahrer: Gabriele Tarquini) in der Fahrer- sowie der Teamwertung zu erringen. Auch nach dem werksseitigen Ausstieg Seats zur Saison 2010 ist der Leon 1P weiter in der Tourenwagen-Weltmeisterschaft vertreten – seit Mitte 2011 bevorzugt als Benziner-Variante mit 1,6-Liter-Turbo-Motor.[8]

WTCC-Rennfahrzeug 2006

Markenpokale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2002 rief Seat Sport mit dem Seat Leon Supercopa einen nationalen Markenpokal ins Leben, der zunächst nur in Spanien, später aber auch in anderen Staaten wie beispielsweise Deutschland ausgetragen wurde. Zudem gab es mit dem Seat Leon Eurocup von 2008 bis 2010 auch einen internationalen Markenpokal.

Seat Leon Supercopa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seat Leon „Supercopa“

Von 2004 bis 2011[9] veranstaltete Seat in Deutschland den Markenpokal Seat Leon Supercopa, der zunächst an den Beru-Top10-Wochenenden und später im Rahmenprogramm der DTM stattfand. Eine Saison bestand zuletzt aus acht Rennveranstaltungen mit einem Freien Training, einem Qualifikationstraining und je zwei Wertungsläufen à 30 Minuten. Es durften nur Seat Leons vom Typ „Supercopa“ eingesetzt werden.[10] Der Rennwagen hatte einen 2-Liter-Vierzylinder-Turbomotor, der 300 PS leistete.[11] Es nahmen 24 Wagen regulär an den Rennen teil. Zusätzlich gab es einen wechselnden VIP-Fahrer.

Weitere Serien dieses Namens gab bzw. gibt es in Spanien, Italien und Frankreich. Im Vereinigten Königreich existierte mit der Seat Cupra Championship eine Serie mit Seat-Leon-Cupra-Fahrzeugen. Außerdem wurden in Ungarn und der Türkei[12] Meisterschaften unter der Bezeichnung Seat Leon Cup ausgetragen.

Sieger des Seat Leon Supercopa Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Saison Fahrer
2004 DeutschlandDeutschland Sebastian Stahl
2005 DeutschlandDeutschland Thomas Marschall
2006 DeutschlandDeutschland Florian Gruber
2007 DeutschlandDeutschland Thomas Marschall
2008 DanemarkDänemark Nicki Thiim
2009 DeutschlandDeutschland Thomas Marschall
2010 SchwedenSchweden Andreas Simonsen
2011 DeutschlandDeutschland Elia Erhart

In der Serie startete der ehemalige Formel-1-Fahrer Nicolas Kiesa (2007), die ehemaligen DTM-Fahrer Peter Terting (2004), Stefan Neuberger (2006), Klaus Niedzwiedz (2006) und Christian Abt (2009) sowie der spätere DTM-Champion René Rast (2006) und der spätere Mercedes-DTM-Fahrer Felix Rosenqvist (2009). Auch mehrere Damen waren in der Serie am Start: Catharina Felser (2004), Christina Surer (2004–2011), Sabine Schmitz (2004), Kati Droste (2005, 2007), Margit Abt (2005), Vanina Ickx (2005), Gina-Maria Adenauer (2006), Cora Schumacher (2006), Sabrina Hungerbühler (2007), Nicole Müllenmeister (2008–2009, 2011) und Jasmin Rubatto (2009). Weitere bekannte Fahrer waren der Nordische Kombinierer Ronny Ackermann (2005), der Skispringer Sven Hannawald (2005–2007), der Musiker Rodrigo González (2006), der Schauspieler Axel Stein (2007) und der Koch Mario Kotaska (2010).

Seat Leon Eurocup[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seat Leon Eurocup in Oschersleben 2010

Von 2008 bis 2010 wurde außerdem der Seat Leon Eurocup ausgetragen, der im Rahmen der WTCC fuhr. In den Jahren 2008 und 2009 wurden die jeweiligen Wochenendsieger am darauffolgenden WTCC-Rennwochenende an das Steuer eines privaten Seats des Teams Sunred Engineering gesetzt; 2010 gab es stattdessen ein Preisgeld. Die Fahrzeuge wurden technisch verbessert; so hatten sie nun eine neue elektronische Schaltkontrolle, die die Gangwechsel schneller und sanfter machte.

Modelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Modelle hat Seat Sport bisher in verschiedenen Motorsportklassen unter anderem eingesetzt:

  • Seat Ibiza Bimotor Proto
  • Seat Ibiza 1.5 GLX Gr. B
  • Seat Marbella Proto
  • Seat Toledo Podium
  • Seat Toledo Sport
  • Seat Toledo Olimpico
  • Seat Toledo Supertourisme
  • Seat Toledo Marathon
  • Seat Ibiza Gr. N
  • Seat Ibiza Gr. A
  • Seat Ibiza Kit car
  • Seat Cordoba WRC
  • Seat Ibiza Junior Gr. A
  • Seat Cordoba WRC Evo 3
  • Seat Dakar TDI
  • Seat Ibiza TDI Gr. N
  • Seat Cordoba Silhouette
  • Seat Toledo GT
  • Seat Toledo Cupra ETCC
  • Seat Cupra GT
  • Seat Cupra GT
  • Seat Leon Supercopa
  • Seat Ibiza Proto 4x4
  • Seat Toledo WTCC
  • Seat Cordoba WRC Evo 3
  • Seat Leon Supercopa
  • Seat Leon WTCC
  • Seat Leon TDI WTCC
  • Seat Leon BTCC
  • Seat Leon TDI WTCC
  • Seat Leon TCR
  • Cupra TCR
  • Cupra E-TCR

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Seat Sport – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b fabio: SEAT launches CUPRA as its sporting and racing brand. Abgerufen am 7. März 2018 (britisches Englisch).
  2. Imposanter Auftritt von SEAT und CUPRA. (seat-mediacenter.de [abgerufen am 7. März 2018]).
  3. Neue Marke feiert Debüt mit Power-Kompakt-SUV. (auto-motor-und-sport.de [abgerufen am 22. Februar 2018]).
  4. Alle Infos zum Cupra Ibiza. (autobild.de [abgerufen am 22. Februar 2018]).
  5. Cupra Ateca (2018): Test, Preis, Bilder, Motor, PS – Seat Ateca mit 300 PS? Cupra Ateca! In: autobild.de. (autobild.de [abgerufen am 24. Februar 2018]).
  6. Genf 2018: Cupra e-Racer als Vorreiter. In: autosprint.ch. (autosprint.ch [abgerufen am 9. März 2018]).
  7. Uli Baumann: Cupra Formentor (2020): SUV-Coupé mit 300 PS. In: auto-motor-und-sport.de. 22. Februar 2019, abgerufen am 22. Februar 2019.
  8. Offiziell: Der Dieselmotor ist ab sofort außen vor. motorsport-aktuell.com, 9. Juli 2011, archiviert vom Original am 4. September 2012; abgerufen am 29. März 2012.
  9. IKmedia hat Benzin im Blut. team-marschall.com, 27. Januar 2012, abgerufen am 29. März 2012.
  10. Reglement 2008 (PDF; 1,5 MB)
  11. Mediaguide zur Saison 2008 (PDF; 2,9 MB)
  12. 3. dogusotomotiv.com.tr, abgerufen am 29. März 2012.