Cupressoideae

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Cupressoideae
Zwei Mittelmeer-Zypressen (Cupressus sempervirens)

Zwei Mittelmeer-Zypressen (Cupressus sempervirens)

Systematik
Abteilung: Gefäßpflanzen (Tracheophyta)
Unterabteilung: Samenpflanzen (Spermatophytina)
Klasse: Coniferopsida
Ordnung: Koniferen (Coniferales)
Familie: Zypressengewächse (Cupressaceae)
Unterfamilie: Cupressoideae
Wissenschaftlicher Name
Cupressoideae
Sweet

Cupressoideae ist eine Unterfamilie aus der Familie der Zypressengewächse (Cupressaceae). Ihr werden elf Gattungen zugeordnet. Vertreter dieser Unterfamilie findet man fast ausschließlich in der nördlichen Hemisphäre, nur das Areal des Ostafrikanischen Wacholders reicht bis in die Südhemisphäre.[1][2]

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Arten aus der Unterfamilie Cupressoideae wachsen als immergrüne Sträucher oder Bäume. Die jüngeren Blätter sind meist nadelförmig, während die älteren Blätter der meisten Arten schuppenförmig sind und den Zweigen anliegen. Sie stehen gegenständig oder selten in Dreierwirteln (bei mehreren Wacholder-Arten).[1][2]

Fast alle Vertreter sind einhäusig (monözisch), einzige Ausnahme bilden die Wacholder (Juniperus), bei denen es auch zweihäusige (diözische) Arten gibt. Die Zapfen sind sehr vielgestaltig und bilden eine sehr unterschiedliche Anzahl von Samen, von einem einzigen Samen pro Zapfen beim Sibirischen Zwerg-Lebensbaum und einigen Wacholder-Arten bis zu einigen Dutzend bei den Zypressen. Die meisten Zapfen der Cupressoideae verholzen zur Reife. Nur bei den Wacholder-Arten werden fleischige, beerenartige Zapfen ausgebildet[2], die sog. Wacholderbeeren, was im Zusammenhang mit der Ausbreitung durch Tiere, wie z. B. Vögel (Ornithochorie), steht.

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Unterfamilie Cupressoideae wurde 1826 von Robert Sweet in Sweet’s Hortus Britannicus: or a catalogue of plants cultivated in the gardens of Great Britain, arranged in natural orders ..., Seite 372 als "Subordo Cupressinae" aufgestellt, wobei er keine genaue Beschreibung angab. Diese erfolgte erst in einer von Sweets geschriebenen Reverenz an Louis Claude Marie Richards im September bis November 1826 erschienenes Werk Commentatio Botanica de Conifereis et Cycadeis, in welchem die Unterfamilie als Sektion Cupressinae geführt wird.[3]

Es gibt elf rezente Gattungen in der Unterfamilie Cupressoideae, wovon fünf monotypisch sind, also nur aus einer Art bestehen.[1]

  • Weihrauchzedern (Calocedrus): Es gibt vier Arten, drei in Ost-Asien, eine in Nord-Amerika[2]
  • Scheinzypressen (Chamaecyparis): Es gibt sechs Arten, vier in Ost-Asien, zwei in Nord-Amerika. Neuerdings zählen einige Autoren auch Fokienia hodginsii hierzu[2]
  • Zypressen (Cupressus), sind die Typusgattung für diese Unterfamilie. Es gibt je nach Artauffassung zwischen 17 und 33 Arten[2], die in Nord-Amerika, Europa, Nord-Afrika und Asien vorkommen
  • Fokienia, monotypisch (oder zu Chamaecyparis gestellt). Heimat: Ostasien[2]
  • Wacholder (Juniperus): Es gibt je nach Artauffassung zwischen 45 und 75 Arten[2] in Nord-Amerika, Europa, Afrika und Asien.
  • Microbiota, monotypisch (oder zur Gattung Platycladus gestellt)[2].
  • Platycladus, monotypisch (oder zwei Arten, dann inkl. Microbiota decussata = Platycladus decussata)[2]
  • Tetraclinis, monotypisch, verbreitet in Nordwest-Afrika, Südost-Spanien und auf Malta[2]
  • Lebensbäume (Thuja). Es gibt fünf Arten, zwei in Nord-Amerika, drei in Ost-Asien[2]
  • Thujopsis, monotypisch, Heimat: Japan[2]
  • Xanthocyparis[4]. Es gibt zwei Arten, eine in Nord-Amerika (Xanthocyparis nootkatensis), eine in Vietnam (Xanthocyparis vietnamensis). Verschiedene Autoren akzeptieren die erst im Jahr 2002 neu beschriebene Gattung nicht, sondern stellen die beiden Arten zu Cupressus[2]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Paul A. Gadek, Deryn L. Alpers, Margaret M. Heslewood, Christopher J. Quinn: Relationships within Cupresaceae senus lato: A combined morphological and molecular approach. In: American Journal of Botany. Volume 87, Nr. 7, 2000, S. 1044–1057 (englisch, PDF).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Paul A. Gadek, Deryn L. Alpers, Margaret M. Heslewood, Christopher J. Quinn: Relationships within Cupresaceae senus lato: A combined morphological and molecular approach. In: American Journal of Botany. Volume 87, Nr. 7, 2000, S. 1044–1057 (englisch, PDF).
  2. a b c d e f g h i j k l m n Armin Jagel, Veit Dörken: Morphology and morphogenesis of the seed cones of the Cupressaceae - part II. Cupressoideae. In: Bulletin of the Cupressus Conservation Project, Nummer 9, Band 4, Nr. 2, 20. October 2015, S. 51–78 (PDF)
  3. subfam. Cupressoideae. In: The International Plant Names Index. www.ipni.org; abgerufen am 24. Februar 2013 (englisch).
  4. Damon P. Little, Andrea E. Schwarzbach, Robert P. Adams, Chang-Fu Hsieh: The circumscription and phylogenetic relationships of Callitropsis and the newly described genus Xanthocyparis (Cupressaceae). In: American Journal of Botany. Volume 91, Nr. 11, 2004, S. 1872–1881 (englisch, PDF).