Cyberhouse

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Sitz des Cyberhouse in der U-Boot-Halle (Tor 1)

Cyberhouse, auch bekannt als Hanomag Tor 1, in Hannover im Stadtteil Linden-Süd war einer der bekanntesten Technoclubs im norddeutschen Raum. Der Club existierte von 1993 bis 1998 in der U-Boot-Halle auf dem ehemaligen Hanomag-Gelände.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Namenszusatz Hanomag Tor 1 leitet sich ab von der entsprechenden Tornummerierung. Das Cyberhouse war in der so genannten „U-Boot-Halle“ (Halle 1) beheimatet. Die Halle deren Tragwerk ursprünglich als U-Boot-Fertigungshalle in der Nordwerft der Kriegsmarinewerft Wilhelmshaven vorgesehen war, daher als „U-Boot-Halle“ bezeichnet, wurde 1943 errichtet. Im Bereich von Tor 2 befand sich der Music Circus. Der gleiche Betreiber eröffnete am Tor 4 später den BPM-Club, der als After-Hour-Club genutzt wurde. In den Räumlichkeiten des BPM-Clubs fand später der Roseclub sein Zuhause. Die beiden Haupttore 1 und 2 der Halle befinden sich an den gegenüberliegenden Stirnseiten, weitere Tore an den Längsseiten.

Hanomag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Insolvenz der Hanomag in den 1980er Jahren wurde die Halle von der Music Circus GmbH (Werner Schrage) ab Ende der 1980er Jahre für die Diskothek Music Circus genutzt. Diese befand sich ursprünglich in einem Zirkuszelt auf dem Schützenplatz Hannover. Dort musste sie aber aufgrund von Anwohnerbeschwerden wegen Lärmbelästigung weichen. Die vorhandenen Zirkuszelte wurden einfach in der Halle aufgebaut und schufen so einen variablen Veranstaltungsraum. Die Zelte wurden durch kleinere Zelte oder durch von Zäunen begrenzte, offene Gänge verbunden. Die Infrastruktur war schlecht. Oft fiel der Strom aus. Beheizt wurden die Hallen durch große mobile Ölheizgebläse, die sich in Überseecontainern befanden. Aufgrund fehlender Wartung waren die Heizungen oft defekt, froren im Winter ein oder rußten stark. Die Sanitäranlagen wurden schlecht bis gar nicht gereinigt.

Beginn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reincarnation-Rave 1998

Anfang der 1990er wurden mit mäßigem Erfolg erste Techno-Partys veranstaltet. Im Jahre 1993 schwappte die Technowelle auch nach Hannover über, sodass Ende des Jahres mit dem Ende des Kinogebäudes Weltspiele die ersten großen Partys im Tor 1 (vorher im Ernst-Winter-Saal) stattfinden konnten. In den Jahren 1994 und 1995 wurden die Partys immer besser besucht. Im Verlauf der Technowelle wurden die Technopartys immer größer, sodass im Verlauf der Reincarnation Parade 1996 bis zu 15.000 Technobegeisterte in der U-Boot-Halle auf dem Hanomag-Gelände tanzten. Aufgrund der Drogenproblematik und der zunehmenden Gewalt auf dem Hanomag-Gelände wurde ab dem Jahre 1997 Minderjährigen der Zutritt auf das Gelände verboten und Ordnungsstrafen von 2.500 D-Mark für jeden sich dort nach 24 Uhr aufhaltenden Minderjährigen angedroht. Im Dezember 1998 wurde den Veranstaltern vor den letzten beiden geplanten Partys (Christmas Mega Rave und Forcing) die Konzession von der Stadt Hannover entzogen. Gerüchten zufolge soll sich ein Drogenlabor im Kellergewölbe des Bauwerks befunden haben. Bis heute ist unklar, ob das unterirdische Labyrinth zur Drogenherstellung oder -lagerung missbraucht wurde.

DJs und Raves[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannte DJs und Live-Acts, die während dieser Zeit im Cyberhouse/Hanomag und im BPM Club sowie im Rose Club auftraten, waren u. a.:

Resident-DJs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einer der Resident-DJs war Jens Schwan (Hohmann), der auch für die Grafik der Wände verantwortlich zeichnete, und einen eigenen House Room innerhalb der Halle beschallte. Heute lebt er in Berlin und ist Chefredakteur von The Clubmap und Mitorganisator des Zugs der Liebe. Andere Resident-DJs waren:

  • MNEX
  • Revil O (aka Key Kid)
  • Daniel Ortega (House)
  • Maik T.B.
  • Akim
  • Asem Shama
  • K-Vee
  • Crazee
  • Jorge
  • ClarkyClark (aka Andreas Clark + Mr. Clark)
  • Dj Struwe
  • Roggy
  • LJ Unix
  • Moonshadow (Strictly Breakbeat)
  • DJ Andreas B.
  • Q-Trax
  • DJ Quincy
  • Tana
  • Moni B
  • Limit K
  • Amok Dee
  • Rodd-Y-Ler

Raves[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannte Raves, die während dieser Zeit im Cyberhouse/Hanomag stattfanden, waren u. a.:

  • Happy House Jam I-III
  • Clashback
  • Oxidizing Rave
  • Dove of Peace
  • Licht und Liebe
  • Uforia
  • Clarky´s Housemannskost
  • Illegal
  • Oster Mega Rave
  • Christmas Mega Rave
  • Nas.a Unicorne & Prodigy
  • Loveland
  • Forcing
  • Oxygen
  • Offizieller Reincarnation Rave
  • Dinomotion
  • Explosion
  • X-Culture
  • Revil O Birthdayraves
  • Struwes Birthday Party
  • Strictly Breakbeat

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten: 52° 21′ 26,8″ N, 9° 42′ 54,9″ O