Czarnków

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Czarnków
Wappen von Czarnków
Czarnków (Polen)
Czarnków
Czarnków
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Großpolen
Powiat: Czarnków-Trzcianka
Fläche: 9,70 km²
Geographische Lage: 52° 54′ N, 16° 34′ O52.916.566666666667Koordinaten: 52° 54′ 0″ N, 16° 34′ 0″ O
Höhe: 50 m n.p.m
Einwohner: 11.175
(30. Jun. 2014)[1]
Postleitzahl: 64-700
Telefonvorwahl: (+48) 67
Kfz-Kennzeichen: PCT
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DW 174: Drezdenko-Krzyż Wielkopolski
DW 178: Wałcz-Trzcianka
DW 181: Drezdenko-Czarnków;
Schienenweg: Piła-↔ Bzowo Goraj
Nächster int. Flughafen: Posen-Ławica
Gmina
Gminatyp: Stadtgemeinde
Fläche: 9,70 km²
Einwohner: 11.175
(30. Jun. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 1152 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 3002011
Verwaltung (Stand: 2015)
Bürgermeister: [2]
Adresse: ul. Rybaki 3
64-700 Czarnków
Webpräsenz: www.czarnkow.pl



Czarnków [ˈʧarnkuf] (deutsch Czarnikau) ist Kreisstadt des Powiat Czarnkowsko-Trzcianecki (Kreis Czarnikau-Schönlanke) und eine Landgemeinde in Polen.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Die Stadt liegt an der Netze (Noteć), etwa vierzig Kilometer südlich der Stadt Schneidemühl (Piła). (Schneidemühl)

Geschichte[Bearbeiten]

Czarnikau nordwestlich der Stadt Posen und südlich der Stadt Schneidemühl auf einer Landkarte der Provinz Posen von 1905 (gelb markierte Flächen kennzeichnen Gebiete mit seinerzeit mehrheitlich polnischsprachiger Bevölkerung).

Gegründet wurde Czarnków im 10. oder 11. Jahrhundert. Es war eine Veste der Pommern, die um 1100 einem Herrn Gnevomir gehörte. Um die Burg hatte sich bereits eine kleine Ansiedlung gebildet. Um 1107 oder 1108 wurde die Veste von dem polnischen Herzog Boleslaw III. Schiefmund unter Einsatz von Belagerungsmaschinen angegriffen und überwältigt.[3] 1244 bis 1407 war der Ort Sitz eines Burgvogtes. Das Stadtrecht erhielt der Ort im Jahre 1369. Vom 13. Jahrhundert bis in die erste Hälfte des 17. Jahrhunderts war Czarnków im Besitz der zum Adelsgeschlecht der Nalecz gehörenden Adelsfamilie Czarnkowski. Daher hat die Stadt auch heute noch dasselbe Wappen wie das Adelsgeschlecht der Nalecz. 1647 wurde eine katholische Pfarrschule eröffnet.

Im Rahmen der Ersten Teilung Polen-Litauens 1772, mit der die Wiedervereinigung Ostpreußens und Westpreußens einherging, kam die Stadt mit dem Netzedistrikt zu Preußen. Zum Zeitpunkt der Inbesitznahme befanden sich die zumeist mit Stroh- oder Schindeldächern versehenen Häuser der Stadt in einem äußerst schlechten Zustand; nachdem 1776 ein Teil der Stadt abgebrannt war, ließ Friedrich der Große auf Staatskosten solidere Häuser erbauen.[4] Die Ortschaft gehörte bis 1920 zum Deutschen Reich. Czarnikau war Kreisstadt für den Landkreis Czarnikau in der Provinz Posen.

Als Czarnikau 1920 der neugegründeten Zweiten Polnischen Republik zugeschlagen wurde, verblieben die nördlich der Netze gelegenen Häuser, bislang Czarnikau Abbau genannt, bei Deutschland. Sie erhielten den neuen Namen Deutsch Czarnikau und wurden in den neugegründeten Netzekreis in der Grenzmark Posen-Westpreußen eingegliedert.[5] Deutsch Czarnikau wurde 1937 in Scharnikau umbenannt.

1939 bis 1945 war Czarnków südlich der Netze von den Deutschen besetzt, die die Stadt 1940 ebenfalls in Scharnikau umbenannten und in den Reichsgau Wartheland eingliederten.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs besetzte am Anfang des Jahres 1945 die Rote Armee die Region. Bald darauf wurde die Stadt der Verwaltung der Volksrepublik Polen übergeben. Am 27. Februar 1945 wurde bereits die Schule wieder eröffnet. Soweit noch Deutsche in der Stadt waren, wurden diese in der darauf folgenden Zeit von der örtlichen polnischen Verwaltungsbehörde vertrieben.

Einwohnerzahlen
  • 1783: 1.432 (ohne Garnisonsangehörige), darunter 211 Juden, überwiegend evangelische Deutsche[4]
  • 1788: 1.231[3]
  • 1816: 1.995, darunter 868 Evangelische, 657 Katholiken und 470 Juden[3]
  • 1837: 3.124[3]
  • 1861: 4.120[3]
  • 2014: 11.175

Verkehr[Bearbeiten]

Czarnków hat einen Bahnhof an der südlich nur noch im Güterverkehr betriebenen und nördlich ganz stillgelegten Bahnstrecke Bzowo Goraj–Piła, weitere Halte waren in Osuch und Sarbia.

Partnerschaften[Bearbeiten]

Partnerstadt[Bearbeiten]

Rudolf Pieper (* 1935 nahe Czarnków), Bürgermeister in Gadebusch von 1990 bis 1994, wurde am 23. April 2010 in einer feierlichen Sondersitzung der Stadtvertretung von Czarnków zum Ehrenbürger der Stadt ernannt. Czarnków würdigt damit die Verdienste Piepers für die Verständigung und Freundschaft der mecklenburgischen Stadt Gadebusch mit der polnischen Stadt Czarnków.

Partnerschule[Bearbeiten]

In der Stadt geboren[Bearbeiten]

In alphabetischer Reihenfolge

Das Kreiskrankenhaus in Czarnków (Czarnikau)

Gmina[Bearbeiten]

Das Amtshaus der Gmina Czarnków

Die Landgemeinde Czarnków (zu der die Stadt Czarnków nicht gehört) umfasst eine Fläche von 347,98 km² und nimmt damit 19,23 % der Fläche des Powiat Czarnkowsko-Trzcianecki ein. Die Gemeinde zählt 11.298 Einwohner (Stand 30. Juni 2014).

Nachbargemeinden sind:

Die Landgemeinde Czarnków umfasst folgende Ortschaften:

Name deutscher Name
(1815–1919)
deutscher Name
(1939–1945)
Białężyn Belsin Belsin
Brzeźno Briesen 1939–1943 Briesen
1943–1945 Hohenbriesen
Bukowiec Buchwerder Buchwerder
Ciszkowo Ciszkowo
1904–1919 Cischkowo
1939–1943 Cischkowo
1943–1945 Kienrode
Gajewo Putzighauland Putzighauland
Gębice Gembitz Gembitz
Gębiczyn Gembitzhauland Gembitzhauland
Góra nad Notecią Guhren 1939–1943 Guhren
1943–1945 Netzguhren
Grzępy Friedrichsau Friedrichsau
Huta Althütte Althütte
Jędrzejewo Putzig Putzig
Komorzewo Grützendorf Grützendorf
Kuźnica Czarnkowska Hammer bei Schönlanke
1904–1919 Hammer
Hammer
Marunowo Fitzerie Fitzerie
Mikołajewo Mikolajewo
Pianówka Pianowka
Radolinek Floth Floth
Radosiew Radosiew
Romanowo Dolne Romanshof Untergemeinde 1939–1943 Romanshof Untergemeinde
1943–1945 Unterromanshof
Romanowo Górne Romanshof Obergemeinde 1939–1943 Romanshof Obergemeinde
1943–1945 Oberromanshof
Sarbia Sarben Sarben
Sarbka Gutsbezirk Sarben
1910–1919 Neusarben
Neusarben
Śmieszkowo Smieszkowo
1907–1919 Lindenheim
Lindenheim
Średnica Marienbusch Marienbusch
Walkowice Walkowitz 1939–1943 Walkowitz
1943–1945 Walkenschleuse
Zofiowo Sophienberg Sophienberg

Verweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Heinrich Wuttke: Städtebuch des Landes Posen. Codex diplomaticus: Allgemeine Geschichte der Städte im Lande Posen. Geschichtliche Nachrichten von 149 einzelnen Städten. Leipzig 1864, S. 459–460.
  • Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Zweiter Theil, welcher die Topographie von West-Preussen enthält. Kantersche Hofdruckerei, Marienwerder 1789, S. 112–113, Nr. 7).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Czarnków – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2014. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), archiviert vom Original am 7. Dezember 2014, abgerufen am 28. November 2014.
  2. Website der Stadt, Władze Samorządowe - Burmistrz Miasta, abgerufen am 23. Januar 2015
  3. a b c d e Heinrich Wuttke: Städtebuch des Landes Posen. Codex diplomaticus: Allgemeine Geschichte der Städte im Lande Posen. Geschichtliche Nachrichten von 149 einzelnen Städten. Leipzig 1864, S. 459–460.
  4. a b Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Zweiter Theil, welcher die Topographie von West-Preussen enthält. Kantersche Hofdruckerei, Marienwerder 1789, S. 112–113, Nr. 7).
  5. http://www.netzekreis.de/ortschaften/deutsch_czarnikau/deutsch_czarnikau.html