Czechowice-Dziedzice

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Czechowice-Dziedzice
Wappen von Czechowice-Dziedzice
Czechowice-Dziedzice (Polen)
Czechowice-Dziedzice
Czechowice-Dziedzice
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Schlesien
Powiat: Bielsko-Biała
Fläche: 32,98 km²
Geographische Lage: 49° 55′ N, 19° 0′ OKoordinaten: 49° 54′ 46″ N, 18° 59′ 51″ O
Einwohner: 35.631
(31. Dez. 2016)[1]
Postleitzahl: 43-500 bis 43-503
Telefonvorwahl: (+48) 32
Kfz-Kennzeichen: SBI
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DanzigBielsko-Biała
WarschauWien
Nächster int. Flughafen: Katowice
Gmina
Gminatyp: Stadt- und Landgemeinde
Gminagliederung: 3 Schulzenämter
Fläche: 66,00 km²
Einwohner: 44.970
(31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 681 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 2402043
Verwaltung (Stand: 2007)
Bürgermeister: Marian Błachut
Adresse: pl. Jana Pawła II 1
43-502 Czechowice-Dziedzice
Webpräsenz: www.czechowice-dziedzice.pl



Wärmekraftwerk Czechowice-Dziedzice
Wohnsiedlung „Manhattan“
Erlöserkirche von 1998

Czechowice-Dziedzice [ʧɛxoˈvʲiʦɛ ʥɛˈʥiʦɛ] (deutsch Czechowitz-Dzieditz, auch Czechowitz-Dziedzitz, 1943–1945: Tschechowitz) ist eine polnische Industriestadt mit 35.000 Einwohnern im Powiat Bielski in der Woiwodschaft Schlesien.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sie liegt auf halbem Wege, jeweils acht Kilometer zwischen Pszczyna (Pleß) und Bielsko-Biała am rechten Ufer der Weichsel zwischen den Mündungen der Bialka (poln. Biała) und Lobnitz (poln. Wapienica).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt im Olsagebiet (auch Teschener Schlesien, polnisch Śląsk Cieszyński).

Der Ort wurde circa 1305 im Liber fundationis episcopatus Vratislaviensis (Zehntregister des Bistums Breslau) erstmals urkundlich als zwei Siedlungen erwähnt:[2][3][4]

„Item in Chothowitz theutonico fertones
Item in Chothowitz polonico decima more polonico, valet I) marcam“

Chotowitz theutonico (Deutsch Chotowice) wurde vermutlich auf Deutschen Recht (iure theuthonico) auf Grunde Chotowitz polonico (Polnisch Chotowice) gegründet, das wurde früher (es möchte schon hoche Zehnte zahlen) auf älteren traditionellen polnischen Recht (iure polonico) entstanden.[5] Im Jahre 1404 wurde das Dorf erstmals als Czechowicz[e] (staat Chatowice) erwähnt.[6] Beide Namen waren patronymisch mit typischen patronymischen Wortende -ice. Die erste Name (Chotowice) war abgeleitet vom Vorname Chot (≤ Chociemir, Chociesław) und die zweite vom Vorname Czech (≤ Czesław).[6] Der Grund für die Namensänderung ist nicht klar.

Die Pfarrei Czechowicz im Teschener Dekanat wurde im Peterspfennigregister des Jahres 1447 erwähnt.[7]

Dziedzice wurde erstmals im Jahr 1465 als Dziedzicz[e] erwähnt.[8] Der name Dziedzice ist auch patronymisch abgeleitet vom Vorname Dziad.[8]

Politisch gehörten sie ursprünglich zum Herzogtum Teschen, dieses bestand ab 1290 in der Zeit polnischen Partikularismus. Seit 1327 bestand die Lehensherrschaft des Königreichs Böhmen, seit 1526 gehörte es zur Habsburgermonarchie.

Die Entwicklung beider Orte zu Industriestandorten erfolgte um die Mitte des 19. Jahrhunderts. Dzieditz erhielt durch die Errichtung der Österreichischen Nordbahn von Wien nach Krakau in den Jahren 1847 bis 1855 eine Eisenbahnstation und wurde zum Ausgangspunkt für die Anschlussstrecken nach Bielitz (1855) und nach Kattowitz (1870). Um den bedeutenden Eisenbahnknoten zwischen dem preußischen Oberschlesien sowie Österreichisch-Schlesien und Galizien entstanden Ölraffinerien und ein Walzwerk für die oberschlesische Zinkproduktion, die an der Weichsel gute Ansiedlungsbedingungen vorfanden. Der namhafte sächsische Bleiwarenhersteller Jung & Lindig aus Freiberg errichtete hier eine Niederlassung. Da sich der Bahnhof auf der Flurgrenze zwischen beiden Dörfern befand, wuchsen diese recht bald zu einer Einheit zusammen.

1910 wurde im Mündungsbereich der Bialka in die Weichsel das Bergwerk Silesia aufgeteuft. Diese südlichste Steinkohlengrube des oberschlesischen Reviers lieferte ihre Kohle vorwiegend nach Wien.

Czechowitz und Dzieditz liegen auf dem Gebiet des ehemaligen schlesischen Herzogtums Teschen. Politisch gehörten diese Orte seit der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts zur Krone Böhmen, dann bis 1918 zum Kronland Österreichisch-Schlesien der Habsburgermonarchie. Bis zur Ersten Teilung Polens (1772) bildete der Fluss Biala als östliche Grenze von Czechowitz zugleich die Grenze zwischen dem Römisch-Deutschen Reich und Polen. 1920 wurde der Ort ein Teil Polens.

Zwischen 1939 und 1945 gehörten beide Orte dem deutschen Landkreis Bielitz an. Im Jahre 1940 wurden beide Orte vereinigt, wobei der Name des Ortes zunächst Czechowitz-Dzieditz, ab 1943 nur noch Tschechowitz lautete. Die Umbenennung in Weichselhammer war bereits vorbereitet, wurde aber nicht mehr durchgeführt.

Im Ort entstand ein Außenlager des KZ Auschwitz und im Jahre 1942 ein Aussiedlungslager für Polen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Zusammenschluss beibehalten. 1950 erhielt Czechowice das Stadtrecht. Im Jahre 1958 wurde der Name der Stadt in Czechowice-Dziedzice geändert.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Angaben vor 1940 beinhalten stets beide Orte)

Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt- und Landgemeinde Czechowice-Dziedzice umfasst ein Gebiet von 66 km², auf denen rund 43.000 Einwohner leben. Ihr gehören folgende Orte an:

Andere Orte:

  • Renardowice (Rennersdorf)

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt ist seit 1991 verschwistert mit Hiddenhausen in Nordrhein-Westfalen (Deutschland)

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Czechowice-Dziedzice – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2016. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF-Dateien; 5,19 MiB); abgerufen am 29. September 2017.
  2. Idzi Panic: Śląsk Cieszyński w średniowieczu (do 1528). Starostwo Powiatowe w Cieszynie, Cieszyn 2010, ISBN 978-83-926929-3-5, S. 297–299 (polnisch).
  3. Wilhelm Schulte: Codex Diplomaticus Silesiae T.14 Liber Fundationis Episcopatus Vratislaviensis. Breslau 1889, ISBN 978-83-926929-3-5, S. 110–112 (online).
  4. Liber fundationis episcopatus Vratislaviensis (la) Abgerufen am 24. August 2014.
  5. I. Panic, 2010, S. 401
  6. a b Robert Mrózek: Nazwy miejscowe dawnego Śląska Cieszyńskiego. Uniwersytet Śląski w Katowicach, 1984, ISSN 0208-6336, S. 51, 54—55 (polnisch).
  7. Registrum denarii sancti Petri in archidiaconatu Opoliensi sub anno domini MCCCCXLVII per dominum Nicolaum Wolff decretorum doctorem, archidiaconum Opoliensem, ex commissione reverendi in Christo patris ac domini Conradi episcopi Wratislaviensis, sedis apostolice collectoris, collecti. In: H. Markgraf (Hrsg.): Zeitschrift des Vereins für Geschichte und Alterthum Schlesiens. 27, Breslau, S. 361–372. Abgerufen am 21. Juli 2014.
  8. a b Robert Mrózek: Nazwy miejscowe dawnego Śląska Cieszyńskiego. Uniwersytet Śląski w Katowicach, 1984, ISSN 0208-6336, S. 63 (polnisch).