Czerwionka-Leszczyny

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Czerwionka-Leszczyny
Wappen von Czerwionka-Leszczyny
Czerwionka-Leszczyny (Polen)
Czerwionka-Leszczyny
Czerwionka-Leszczyny
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Schlesien
Powiat: Rybnik
Fläche: 38,52 km²
Geographische Lage: 50° 9′ N, 18° 39′ OKoordinaten: 50° 9′ 0″ N, 18° 39′ 0″ O
Einwohner: 28.262
(30. Jun. 2015)[1]
Postleitzahl: 44-230 bis 44-238
Telefonvorwahl: (+48) 32
Kfz-Kennzeichen: SRB
Wirtschaft und Verkehr
Nächster int. Flughafen: Katowice
Gmina
Gminatyp: Stadt- und Landgemeinde
Gminagliederung: 6 Schulzenämter
Fläche: 115,00 km²
Einwohner: 41.953
(30. Jun. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 365 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 2412013
Verwaltung (Stand: 2007)
Bürgermeister: Wiesław Janiszewski
Adresse: ul. Parkowa 9
44-230 Czerwionka-Leszczyny
Webpräsenz: www.czerwionka-leszczyny.com.pl



Czerwionka-Leszczyny (deutsch Czerwionka-Leschczin) ist eine Stadt in Oberschlesien, Polen. Sie liegt nordöstlich von Rybnik beiderseits der Birawka und gehört dem Powiat Rybnicki in Woiwodschaft Schlesien an. Die Stadt entstand 1992 durch den Zusammenschluss der Städte Czerwionka und Leszczyny unter einem gemeinsamen Namen.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt gliedert sich in vier Stadtteile:

  • Czerwionka
  • Czuchów (Czuchow)
  • Dębieńsko (Dubensko)
  • Leszczyny (Leschczin)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Czerwionka[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Erwähnung des Dorfes stammt aus dem Jahre 1305. Seit 1327 gehörte es zum Territorium der böhmischen Krone. Czerwionka war zwischen 1521 und 1532 im Besitz der Piastenherzöge von Oppeln, nachdem deren Linie ausstarb, war der Ort bis 1788 Teil der Herrschaft Rybnik.

1742 gehörte das 12 km nordöstlich von Rybnik am rechten Ufer der Birawka gelegene Dorf zu dem Teil Oberschlesiens, den Österreich an Preußen abtreten musste.

Die Eisenerzlagerstätten bei Czerwionka wurden schon seit dem 17. Jahrhundert in geringem Umfang abgebaut. Bedeutung erlangte jedoch erst das 1783 errichtete fiskalische Frischfeuer, zu dem im Nachbarort Ciossek nach 1800 noch ein Hochofen und ein Walzwerk hinzu kamen.

Mit der Aufnahme der Steinkohlenförderung erlangte Czerwionka seine Blütezeit. Die seit 1792 betriebene Dubenskogrube (polnisch KWK Dębieńsko) ist nicht nur eines der ältesten, sondern auch eines der bedeutendsten Steinkohlenbergwerke Oberschlesiens.

Czerwionka gehörte seit 1818 dem Landkreis Rybnik an.

Im Jahre 1856 wurde Czerwionka an die Eisenbahn von Rybnik nach Orzesche angeschlossen.

Czerwionka war ein Zentrum der polnischen Aufstände unter Wojciech Korfanty zwischen 1919 und 1921. Die Gemeinde liegt in dem Teil Ostoberschlesiens, der 1922 zu Polen kam.

Mit dem Polenfeldzug 1939 wurde der Ort wieder Teil des Deutschen Reiches. Die Dubenskogrube wurde Teil der Bergwerksverwaltung Oberschlesien GmbH der „Reichswerke Hermann Göring“. Als sich zu Beginn des Jahres 1945 die Front näherte, wurde das Werk am 22. Januar evakuiert. Dabei wurden 292 zur Zwangsarbeit eingesetzte Häftlinge aus dem KZ Auschwitz erschossen und die Belegschaft floh nach Seitendorf (Zatonie) bei Hirschfelde in Sachsen.

Czerwionka war seit 1955 eine stadtartige Siedlung. In der Bergbau- und Industriegemeinde waren neben dem Hauptarbeitgeber, der Steinkohlenzeche Dębieńsko mit 4.202 Arbeitsplätzen (1958), auch eine Kokerei und ein Werk für Eisenbetonprodukte ansässig.

1962 erhielt Czerwionka Stadtrecht und wurde 1975 in die Nachbarstadt Leszczyny eingemeindet.

1992 wurden beide Städten unter gemeinsamer Bezeichnung wieder vereinigt.

Leszczyny (Leschczin)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie auch Czerwionka war Leszczyny ursprünglich eine alte polnische Ansiedlung, die nach 1250 in ein Dorf mit deutschem Recht umgewandelt wurde.

Im Jahre 1606 entstand die Schrotholzkirche von Leschczin.

1740 nahm in dem 8 km nordöstlich von Rybnik in den Wäldern zwischen der Raude und Birawka gelegenen Dorf eine Glashütte ihren Betrieb auf.

Erst mit der Entstehung des oberschlesischen Steinkohlenreviers erfuhr der bis dahin recht unbedeutende Ort seinen Aufschwung. Leschczin entwickelte sich zu einer Bergarbeitersiedlung für die aus Polen eingewanderten Arbeiter der umliegenden Steinkohlenzechen. Auch im Ort selbst stand eine Zeche im Betrieb, die jedoch keine größere Bedeutung hatte.

Leschczin gehörte seit 1818 zum preußischen Landkreis Rybnik. 1922 wurde der Ort ein Teil Polens und war administrativ weiterhin dem nun polnischen Powiat Rybnik zugeordnet. Zwischen 1939 und 1945 war Leschczin Teil des Deutschen Reiches.

Leszczyny war seit 1955 eine stadtartige Siedlung. 1962 erhielt auch Leszczyny Stadtrecht, die Nachbarstadt Czerwionka wurde 1975 eingemeindet.

1992 wurden beide Städten unter gemeinsamer Bezeichnung wieder vereinigt.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Czerwionka[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1784: 159 Einwohner
1825: 277
1905: 1.909
1931: 5.100
1961: 9.189
1970: 10.226

Leszczyny (Leschczin)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1784: 134 Einwohner
1825: 321
1905: 1.223
1931: 2.300
1961: 8.478
1970: 12.158

Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Holzkirche in Pallowitz (Palowice)

Die Stadt- und Landgemeinde Czerwionka-Leszczyny umfasst ein Gebiet von 115 km² mit mehr als 40.000 Einwohnern. Dazu gehören folgende Orte:

  • Bełk (Belk)
  • Czerwionka-Leszczyny
  • Książenice (Knizenitz)
  • Palowice (Pallowitz)
  • Przegędza (Przegendza)
  • Stanowice (Stanowitz)
  • Szczejkowice (Scheykowitz)

Städtepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Czerwionka-Leszczyny – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2015. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (ZIP-Ordner mit XLS-Dateien; 7,82 MiB), abgerufen am 28. Mai 2016.