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Dálnice 52

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Vorlage:Infobox hochrangige Straße/Wartung/CZ-D
Dálnice D52 in Tschechien
Dálnice 52
 Dálnice 52
Karte
Dálnice 52
Dálnice 52
Basisdaten
Betreiber: Ředitelství silnic a dálnic ČR
Gesamtlänge: 51 km
  davon in Betrieb: 17 km
  davon in Planung: 34 km

Kraj (Region):

Südmähren

Ausbauzustand: 2 × 2 Fahrstreifen + Standstreifen
D52 bei Pohořelice Richtung Wien
Straßenverlauf
(0)  Chrlice II D2 E65 152
Derzeit Übergang von S52
(10)  Rajhrad 425
(16)  Bratčice/Hrušovany
(23)  Pohořelice-sever 416
(26)  Pohořelice-jih S53
Derzeit Übergang auf S52
Ivaň
Perná 420
Mikulov-sever 414
Mikulov-jih S52
Grenzübergang Mikulov (CZ) - Drasenhofen (AT)
Weiter auf A5 E461Wien
  • In Bau
  • In Planung
  • Die Dálnice 52 (tschechisch für „Autobahn 52“) ist eine Autobahn in Tschechien und Teil der Europastraße 461. Sie soll im Endausbau und in Verbindung mit der österreichischen Nord/Weinviertel Autobahn A5 die Städte Brünn und Wien verbinden. Derzeit verläuft die D52 von der Anschlussstelle Rajhrad bis zur Anschlussstelle Pohořelice-Süd. Dort geht sie auf die Silnice I/52 über, welche über Mikulov zur Grenze mit Österreich bei Drasenhofen führt. Auf österreichischer Seite besteht derzeit über die Brünner Straße B7 bzw. über die Autobahn A5 Anschluss nach Wien.

    Sie ist zwischen Rajhrad und Pohořelice-sever (Ausfahrten 10 und 23) vignetten- bzw. mautpflichtig.[1]

    Planungsgeschichte

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    Nachdem die Tschechoslowakei durch das Münchner Abkommen im Oktober 1938 Gebiete an das Deutsche Reich abtreten musste, nötigte am 19. November 1938 die deutsche NS-Regierung der Regierung der ČSR die Zustimmung zum Bau einer „Durchgangsautobahn“ zwischen Breslau über Brünn nach Wien mit einem am 19. Dezember 1938 verkündeten Staatsvertrag ab.[2] Diese exterritoriale Reichsautobahn sollte vom Unternehmen Reichsautobahnen errichtet und betrieben werden. An den Anschlussstellen zum tschechoslowakischen Straßennetz waren Kontrollstellen und Zollhäuser vorgesehen. Die Autobahngrundstücke wurden aus dem tschechischen Staatsgebiet herausgelöst und sollten durch Zäune abgegrenzt werden. Der erste Spatenstich erfolgte am 11. April 1939. Die Arbeiten an der Reichsautobahn wurden auf einer Länge von 83,5 km, davon etwa 76 km auf dem Territorium des seit 16. März 1939 bestehenden „Protektorats Böhmen und Mähren“ aufgenommen. Südlich des vorgesehenen Autobahnkreuzes bei Brünn-Bosonohy bzw. Troubsko mit der Autobahn Prag – Jihlava – Brünn – slowakische Grenze war die Strecke über Ostopovice, Nebovidy u Brna, Želešice, Syrovice, Sobotovice nach Ledce u Židlochovic in Angriff genommen. Aufgrund der Entwicklung des Zweiten Weltkrieges wurden ab 1. August 1941 lediglich noch Maßnahmen durchgeführt, die der Sicherung des erreichten Baustandes dienten. Die Bauarbeiten wurden schließlich zum 30. April 1942 vollständig eingestellt. Einzelne Brückenbauwerke der Reichsautobahn waren südlich Brünn fertiggestellt und Erdarbeiten an der Trasse vorgenommen. Zur Fertigstellung von Abschnitten kam es nicht.[3][4][5]

    Nach dem Kriegsende war für die Tschechoslowakei die Fortsetzung der Arbeiten an der „Durchgangsautobahn“ zwischen Breslau, Brünn und Wien selbst für bestimmte Teilabschnitte nicht von Interesse. Das durch die Regierung der Tschechoslowakei 1963 beschlossene Autobahnnetz umfasste zwar eine Verbindung Svitavy – Brünn, die sich an die Reichsautobahnplanung anlehnte. Eine Weiterführung der Strecke südlich von Brünn nach Wien war jedoch nicht vorgesehen.[6] Allerdings wurde die Silnice I/52 südlich von Brünn als Ausfallstraße in den 1970er Jahren aus- und neugebaut. Die Genehmigung für den Bau einer Schnellstraße Rychlostní silnice 52 erfolgte durch den Beschluss Nr. 24 der Regierung der Tschechoslowakischen Sozialistischen Republik vom 29. Januar 1987 über den Ausbau des Autobahnnetzes bis 1995. Durch die Beschlüsse der Regierung der Tschechischen Republik Nr. 631 vom 10. November 1993 und Nr. 528 vom 16. Oktober 1996 wurde diese Entscheidung beibehalten.[7]

    Zwischen 1992 und 1997 fand der Bau der R 52 zwischen Rajhrad und Pohořelice statt. Dabei wurden etwa 6 Kilometer der ehemaligen Reichsautobahntrasse genutzt.[7] Der Abschnitt von Pohořelice zur Staatsgrenze sollte zunächst nur einbahnig mit der Möglichkeit einer späteren Ergänzung der 2. Fahrbahn entstehen. Für die grenzüberschreitende Strecke fanden auf österreichischer Seite ab 1997 Variantenuntersuchungen statt, die eine Grenzquerung bei Reinthal/Břeclav, Drasenhofen/Mikulov und Laa an der Thaya/Hevlín betrachteten. Die Studie empfahl die Führung über Drasenhofen bzw. Mikulov. Die tschechische Seite bevorzugte hingegen eine Trasse über Nový Přerov. Am 7. Mai 1999 fanden in Valtice Verhandlungen beider Staaten über die Linienführung statt. Es erfolgte eine grundsätzliche Einigung auf den Übergang bei Drasenhofen bzw. Mikulov. Am 19. August 1999 wurde das österreichische Bundesstraßengesetz angepasst und die Nordautobahn A 5 mit der Trasse Großebersdorf – Wolkersdorf – Staatsgrenze bei Drasenhofen geregelt. Die Regierung der Tschechischen Republik legte mit Beschluss Nr. 741 vom 21. Juli 1999 fest, dass eine Vereinbarung der beiden Länder zum konkreten Grenzübergang für den Weiterbau der R 52 südlich Pohořelice getroffen werden muss. 2000 wurde eine Studie in Auftrag gegeben, die verschiedene Trassenvarianten untersuchte. In Tschechien erhielt die Linienführung entlang der bestehenden Silnice I/52 und in Österreich die Alternative westlich Drasenhofen. Die gemeinsame Planung wurde in einem zwischenstaatlichen Abkommen vom 23. Januar 2009 vereinbart.[8]

    Zum 1. Januar 2016 wurde die bisherige Rychlostní silnice 52 zur Autobahn D 52 durch das Gesetz Nr. 268/2015 vom 15. September 2015 umklassifiziert.

    Die Planung einer „Westtangente Brno“ verband das Vorhaben der Dálnice 43/R 43 mit der R 52. Anknüpfend an einem bei Troubsko vorgesehenen Autobahnkreuz mit der D 1 waren 2003 mehrere Trassenvarianten der R 52 untersucht worden, die bei Modřice bzw. Rajhrad an die bereits fertig gestellten Abschnitte der R 52 anbinden sollten. Im Ergebnis wurden zwei Varianten für die R52 erarbeitet, die die Ausführung als Schnellstraße mit Querschnitt R 25,5 und einer Entwurfsgeschwindigkeit von 120 km/h in diesem Abschnitt vorsahen.[9] Das Projekt der Autobahn D 43 bzw. der Schnellstraße R 43 wurde aufgegeben. Stattdessen wird der Bau einer autobahnähnlichen Straßenverbindung als Silnice I/73 zwischen Staré Město (Dálnice 35) und Brünn verfolgt.[10] Eine Weiterführung der Trasse zur D 52 ist derzeit nicht mehr in Planung. Vielmehr soll die D 52 von der D 2 südlich Brünn abzweigen und bei Rajhrad an die Bestandsstrecke anbinden.

    Weiterer Ausbau

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    Die Umweltverträglichkeitsprüfung für den Abschnitt zwischen Pohořelice und der österreichischen Grenze wurde 2025 abgeschlossen. Die Bauarbeiten sollen von 2026 bis 2032 stattfinden und etwa 10 Milliarden Kronen (etwa 407 Millionen Euro) kosten.[11]

    Planungen und Bau der einzelnen Abschnitte haben folgenden Sachstand:

    Nr. des Abschnitts Abschnitt Länge Status Baubeginn Fertigstellung Querschnitt Entwurfs-
    geschwindigkeit
    Besonderheit
    (5201) Südtangente Brno und Erweiterung D2 05,315 km zuzüglich Ausbau D2 auf 4,167 km in Planung; Projektgenehmigung im Februar 2022 geplant: 2027 geplant: 2031 D27,5 130[12]
    5202 Rajhrad – Pohořelice 13,2 km unter Verkehr 1992 Dezember 1996 (1. Fahrbahn), 1997 (2. Fahrbahn) R26,5 120[13][14] Neubau Rasthof Smolín beidseitig geplant, Baubeginn voraussichtlich 2028, Fertigstellung 2029[15]
    5203 Umgehung Pohořelice 03,6 km unter Verkehr 1992 Dezember 1996 R26,5 120[13][14] mit südlicher Umgehung von Pohořelice, gewidmet als I/53
    5204 Pohořelice – Stausee Nové Mlýny 06,776 km in Planung; Umweltverträglichkeitsprüfung im Juli 2025 abgeschlossen geplant: 2027 geplant: 2029 D26 130[16]
    5205 Querung des Stausees Nové Mlýny 05,624 km in Planung; Umweltverträglichkeitsprüfung im Juli 2025 abgeschlossen geplant: 2029 geplant: 2031 D26 130[17] Führung mittels separatem Damm neben I/52 über den Stausee Nové Mlýny (Entscheidung vom September 2025)
    5206 Nové Mlýny – Staatsgrenze Tschechien/Österreich 10,715 km in Planung; Umweltverträglichkeitsprüfung im Juli 2025 abgeschlossen geplant: 2027 geplant: 2029 D26 130[18]

    Einzelnachweise

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    1. Karte der vignettenpflichtigen Strecken. Státní fond dopravní infrastruktury, abgerufen am 30. November 2025.
    2. Dokumente zur „Protektoratsstrecke“. Arbeitsgemeinschaft Autobahngeschichte (AGAB) e. V., abgerufen am 30. November 2025.
    3. Historische Entwicklung des Autobahnbaus auf dem Territorium der Tschechischen Republik. ceskedalnice.cz, abgerufen am 30. November 2025.
    4. Bauwerk Reichsautobahn. Breslau – Wien. Strecke 138. Arbeitsgemeinschaft Autobahngeschichte (AGAB) e. V., abgerufen am 30. November 2025.
    5. Klaus Hanisch: Ehrgeizige Pläne. Prager Zeitung, 15. Januar 2014, abgerufen am 30. November 2025.
    6. Michal Prášil: Dálnice 1967–2007. 40 let založení Ředitelství dálnic Praha znovuzahájení stavby dálnic v Československu, S. 12. 2007, abgerufen am 30. November 2025.
    7. a b Dálnice D 52 Brno - Rajhrad - Pohořelice - Mikulov - státní hranice ČR/Rakousko. Dalnice-Silnice.cz, abgerufen am 30. November 2025.
    8. Dálnice D52 (dříve rychlostní silnice R52). Abteilung für Raumplanung und Bauordnung des Regionalbüros der Region Südmähren, abgerufen am 30. November 2025.
    9. Trassenvarianten R43-R52. ceskedalnice.cz, abgerufen am 30. November 2025.
    10. Ředitelství silnic a dálnic ČR: Silnice I/73 Troubsko – Bořitov. Informační Leták, stav k 09/2025. September 2025, abgerufen am 30. November 2025 (tschechisch).
    11. Elena Hormann: Autobahn D52 nach Wien: Bau kann nächstes Jahr beginnen. In: LandesEcho. 24. Juli 2025, abgerufen am 31. Juli 2025.
    12. Dálnice D52. Brno, Jižní tangenta včetně zkapacitnění D2. Informační leták. Ředitelství silnic a dálnic ČR, September 2025, abgerufen am 9. November 2025.
    13. a b Dálnice D52 Brno – Pohořelice – Mikulov – Rakousko. Ředitelství silnic a dálnic ČR, Februar 2025, abgerufen am 8. November 2025.
    14. a b Dálnice D52 Brno – Pohořelice – Mikulov – Rakousko. ceskedalnice.cz, abgerufen am 9. November 2025.
    15. Dálnice D52. Odpočívka Smolín. Informační leták. Ředitelství silnic a dálnic ČR, August 2022, abgerufen am 9. November 2025.
    16. Dálnice D52. stavba 5204 Pohořelice – VN Nové Mlýny. Informační leták. Ředitelství silnic a dálnic ČR, September 2025, abgerufen am 8. November 2025.
    17. Dálnice D52. stavba 5205 Přechod VN Nové Mlýny. Informační leták. Ředitelství silnic a dálnic ČR, September 2025, abgerufen am 9. November 2025.
    18. Dálnice D52. stavba 5206 Nové Mlýny – st. hranice ČR/Rakousko. Informační leták. Ředitelství silnic a dálnic ČR, September 2025, abgerufen am 9. November 2025.
    Commons: Dálnice 52 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien