Dähne-Pokal

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„Silberner Turm“ in der Geschäftsstelle des DSB. Alle Sieger bis 1990 sind darauf verewigt. Auf den Zinnen steht DER SILBERNE TURM, auf der Bauchbinde DEUTSCHER SCHACHBUND.

Dähne-Pokal ist die offizielle Bezeichnung für die Deutsche Pokal-Einzelmeisterschaft im Schach. Der Gewinner des Dähne-Pokals qualifiziert sich für die Deutsche Einzelmeisterschaft.

Entstehung und Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Emil Dähne 1968
„Silberner Turm“ mit Bodenplatte und speziell angefertigte Transportkiste mit der alten Postadresse des DSB.

Der Pokalwettbewerb wurde zunächst als „Caissa-Sport-Magazin-Pokal“ am 15. April 1948 von dem Sportjournalisten und Schachmeister Paul Tröger initiiert.[1]

Die Idee, den im Fußball populären Pokalgedanken aufs Schach zu übertragen, geht auf die Augsburger „Arbeitsgemeinschaft“ der Zeitschrift Caissa zurück. Gesucht wurde ein Mittel, den Schachsport stärker zu popularisieren. Daher sollte auch den vielen schwächeren Schachspielern eine sportliche Chance der Teilnahme eingeräumt werden.

Das Turnier wurde von Caissa und dem Nürnberger Sportmagazin veranstaltet, die einen „Deutschen Schachpokal“ aussetzten. Sieger dieses ersten Pokalturniers war Lothar Schmid, der am 4. März 1950 in Wiesbaden die Finalpartie gegen Walter Niephaus gewann.[2]

Mehr als 1800 Spieler beteiligten sich an diesem Wettbewerb, aus dem später der Dähne-Pokal entstand.

Am 7. Oktober 1951 stiftete der Präsident des Deutschen Schachbundes, Emil Dähne, einen Silbernen Turm für den Bundessieger.

Nach Dähnes Tod (1968) wurde das Pokalturnier durch die Mitgliederversammlung des DSB am 1. Mai 1971 in Dähne-Pokal umbenannt.[3] Seit 1952 wird dem Pokalgewinner die Teilnahme an der Deutschen Einzelmeisterschaft garantiert.

Austragungsmodus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gespielt wird nach dem K.-o.-System. Auf Bundesebene nehmen 32 Spieler teil – die 14 mitgliederstärksten Landesverbände dürfen je zwei Teilnehmer melden, die drei mitgliederschwächsten (2004/05 waren dies Mecklenburg-Vorpommern, Saarland und Bremen) sowie der Blindenschachbund je einen. Die Durchführung der Landeswettbewerbe wird durch die entsprechenden Landesturnierordnungen geregelt. Während es in den kleineren Landesverbänden üblich ist, dass jeder Interessent direkt am Landeswettbewerb teilnehmen darf (außer in den Stadtstaaten ist dies beispielsweise auch in Schleswig-Holstein der Fall), sind in den größeren Landesverbänden zunächst regionale Qualifikationsturniere vorgesehen. So finden in Nordrhein-Westfalen zunächst Wettbewerbe auf Bezirksebene statt, es treten die Bezirkssieger auf Verbandsebene gegeneinander an, dann die Verbandssieger auf Landesebene. Eine Turnierpartie entscheidet über das Weiterkommen, im Remisfalle werden zwei Blitzpartien gespielt (bis 1980 wurde die Turnierpartie mit entgegengesetzten Farben wiederholt), wenn danach der Sieger noch nicht feststeht, werden weitere Blitzpartien gespielt, und es entscheidet die nächste Gewinnpartie.

Für die führenden Schachmeister und Titelträger wird die Attraktivität des Pokalwettbewerbs durch den Austragungsmodus eingeschränkt, da für einzelne Partien längere Reisen erforderlich sind.[4] Das Turnier erstreckt sich in der Regel über den Jahreswechsel hinweg. Seit dem Spieljahr 1972/73 wird in der Siegerliste des Deutschen Schachbundes[5] das Folgejahr, in dem die Schlussrunden ausgespielt wurden, als Austragungsjahr genannt.

Siegerliste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siegerehrung 2016 in Halle (Saale)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alfred Diel: Schach in Deutschland. Festbuch aus Anlaß des hundertjährigen Bestehens des Deutschen Schachbundes e. V. 1877–1977. Rau, Düsseldorf 1977, S. 186. ISBN 3-7919-0167-2
  2. Frank Große: „In Memoriam Dr. Paul Tröger (1913-1992)“, Artikel bei Chessbase, 12. Januar 2009 (mit Bild des damaligen Siegerpokals und der von Emil Joseph Diemer kommentierten Finalpartie)
  3. Deutsche Schachzeitung, Juni 1971, S. 181.
  4. Otto Borik und Joachim Petzold: Meyers Schachlexikon. Meyers Lexikonverlag, Mannheim 1993, S. 210 (Eintrag „Pokalwettbewerb“). ISBN 3-411-08811-7
  5. Gravuren/Plaketten (bis 1990) auf dem Pokal (Angaben von Frank Hoppe); Klaus Lindörfer: Schachlexikon. Geschichte. Theorie und Spielpraxis von A-Z, Orbis Verlag, München 1991, S. 350f. ISBN 3-572-02734-9. In der DSB-Festschrift (Alfred Diel, Festbuch aus Anlaß des hundertjährigen Bestehens des Deutschen Schachbundes e. V. 1877–1977. Rau, Düsseldorf 1977) werden die Gewinner der Spieljahre 1961/62 bis 1971/72 abweichend bereits dem Folgejahr zugeordnet; siehe ferner die aktuelle Aufstellung auf der DSB-Website.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dähne-Pokal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien