Dähre

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Dähre führt kein Wappen
Dähre
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Dähre hervorgehoben

Koordinaten: 52° 48′ N, 10° 55′ O

Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Altmarkkreis Salzwedel
Verbandsgemeinde: Beetzendorf-Diesdorf
Höhe: 53 m ü. NHN
Fläche: 78,72 km2
Einwohner: 1461 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 19 Einwohner je km2
Postleitzahl: 29413
Vorwahlen: 039031, 039039
Kfz-Kennzeichen: SAW, GA, KLZ
Gemeindeschlüssel: 15 0 81 095
Adresse der Verbandsverwaltung: Marschweg 3
38489 Beetzendorf
Website: www.gemeinde-daehre.de
Bürgermeister: Bernd Hane
Lage der Gemeinde Dähre im Altmarkkreis Salzwedel
Apenburg-WinterfeldArendsee (Altmark)BeetzendorfDähreDiesdorfGardelegenJübarKalbe (Milde)KlötzeKuhfeldeRohrbergSalzwedelWallstaweKarte
Über dieses Bild

Dähre ist eine Gemeinde im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.

Geografie

Das altmärkische Kirchdorf Dähre liegt 18 Kilometer südwestlich der Kreisstadt Salzwedel an der Salzwedeler Dumme.[2]

Gemeindegliederung

Als Ortsteile der Gemeinde sind ausgewiesen:[3]

Hans-Jochen-Winkel

Das Gemeindegebiet ist annähernd deckungsgleich mit dem „Hans-Jochen-Winkel“ bzw. „Hansjochenwinkel“, einer vor allem im 19. Jahrhundert populären Bezeichnung für den Landstrich in Grenzlage. Die Bezeichnung soll auf die vielen Männer mit den Vornamen „Hans-Jochen“ und „Hans-Joachim“ zurückzuführen sein.[4] Nach anderen Angaben stammt der Begriff von der preußischen Königin Luise, die ihn um 1810 angesichts dreier Hans-Jochens aus der Region prägte.[5] Die Forstbetriebsgemeinschaft mit Sitz in Dähre heißt bis heute „FBG Hans-Jochen-Winkel“.

Geschichte

Im Jahre 1220 wurde ein Henricus Prepositus de Dore erwähnt. Bereits 1223 wurde die Propstei Dähre genannt als ecclesia in Dore, als der Bischof Yso von Verden einen Gütertausch zwischen der Propstei und Lippold von Dore genehmigte.[6]

Die erste urkundliche Erwähnung des Dorfes erfolgte im Jahre 1308 als villa Doren, als der Kastellan Gottfried Knappe von Thünen dem Kloster Diesdorf Besitz verkaufte.[7]

Im Jahr 1362 überließ die Familie Buchmast (Bokmast) ihren Besitz in Dähre dem Kloster Diesdorf.

Im Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 wurde der Ort als Dore aufgeführt und gehörte den von dem Knesebeck.[8] In Dähre befand sich ein Kaland. Nordöstlich des Dorfes befand sich an der Dumme eine Wassermühle.

Eingemeindungen

Ehemalige Gemeinde Datum Detail
Wendischhorst, Gutsbezirk 01.10.1912 Eingliederung in die Landgemeinde Dähre[9]
Dähre, Gutsbezirk 17.10.1928 Eingliederung in die Landgemeinde Dähre[10]
Kleistau 01.04.1935 Eingemeindung in die Gemeinde Dähre[11]
Eickhorst 01.07.1950 Eingemeindung in die Gemeinde Dähre[12]
Hohendolsleben 01.07.1950 Zusammenschluss mit Siedendolsleben zur Gemeinde Dolsleben[12]
Siedendolsleben 01.07.1950 Zusammenschluss mit Hohendolsleben zur Gemeinde Dolsleben[12]
Dolsleben 01.01.1992 Eingemeindung in die Gemeinde Dähre[12]
Fahrendorf 01.01.1992 Eingemeindung in die Gemeinde Dähre[12]

Bildung der neuen Gemeinde Dähre

Durch einen Gebietsänderungsvertrag beschlossen die Gemeinderäte der Gemeinden Bonese (am 5. Mai 2008), Dähre (am 5. Mai 2008) und Lagendorf (am 8. Mai 2008), dass ihre Gemeinden aufgelöst und zu einer neuen Gemeinde mit dem Namen Dähre vereinigt werden. Dieser Vertrag wurde vom Landkreis als unterer Kommunalaufsichtsbehörde genehmigt und trat am 1. Januar 2009 in Kraft.[13][14]

Das Gemeindegebiet vergrößerte sich dadurch von 29,59 km² auf 78,73 km².

Einwohnerentwicklung

Gemeinde

Jahr Einwohner
1734 172
1774 380
1789 340
1798 350
1801 368
Jahr Einwohner
1818 405
1840 565
1864 627
1871 628
1885 595
Jahr Einwohner
1895 0687
1905 0731
1925 0855
1939 0978
1946 1326
Jahr Einwohner
1964 1056
1971 1006
1981 0915
1993 0829
2006 0921

Quelle:[15]

Ortsteil

Jahr Einwohner
2015 546
2018 536

Quelle:[16]

Bürgermeister

Im Oktober 2015 wurde Michael Olms (CDU) zum Bürgermeister gewählt.[17] Im September 2016 wurde Olms zum Bürgermeister der Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf gewählt.[18] Die dadurch notwendig gewordene Neuwahl gewann im Januar 2017 Bernd Hane.[19]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Die evangelische Kirche St. Andreas befindet sich an der Friedensstraße. 1903/04 erfolgten umfangreiche Erneuerungen, jedoch wurde ihr Turm 1939 nach einem Einsturz abgerissen.[20] Der freistehende Glockenträger nördlich der Kirche stammt aus den 1950er Jahren.

Religionen

Die evangelische Kirchengemeinde Dähre gehörte früher zur Pfarrei Dähre. Heute gehört sie zum Pfarrbereich Osterwohle-Dähre mit Sitz in Dähre und damit zum Kirchenkreis Salzwedel der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

Die katholische Kirche St Antonius von Padua befand sich an der Friedensstraße, hinter einem an der Straße gelegenen Wohnhaus. 1937 erwarb die katholische Kirche in Dähre ein Grundstück, zunächst fand der Gottesdienst in einem Zimmer des Wohnhauses statt. Anfang der 1950er Jahre wurde in der auf dem Grundstück befindlichen Scheune die Kirche eingerichtet. Von 1941 bis 1979 war Dähre Kuratie und hatte einen eigenen Geistlichen,[21] danach gehörte sie zur Pfarrei St. Laurentius in Salzwedel. 2015 wurde die Kirche geschlossen und kam in Privatbesitz. Seitdem finden katholische Gottesdienste im evangelischen Gemeinderaum statt.

Die Volkszählung in der Europäischen Union 2011 zeigte, dass von den 1541 Einwohnern der politischen Gemeinde Dähre rund 41 % der evangelischen Kirche und rund 5 % der römisch-katholischen Kirche angehörten.

Literatur

Weblinks

Commons: Dähre – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31. Dezember 2018 (PDF) (Fortschreibung) (Hilfe dazu).
  2. Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)
  3. Hauptsatzung der Gemeinde Dähre (PDF; 81 kB)
  4. Besondere Gebräuche und Meinungen im Hans-Jochen-Winkel, abgerufen am 11. Oktober 2015
  5. Königlicher Scherz. In: Altmark Zeitung, 25. Mai 2010; abgerufen am 11. Oktober 2015
  6. Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis: Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellschriften. Haupttheil 1. Band 16. Berlin 1859, S. 396 (Digitalisat).
  7. Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis: Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellschriften. Haupttheil 1. Band 16. Berlin 1859, S. 410 (Digitalisat).
  8. Johannes Schultze: Das Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 (= Brandenburgische Landbücher. Band 2). Kommissionsverlag von Gsellius, Berlin 1940, S. 411 (uni-potsdam.de).
  9. Regierungsbezirk Magdeburg (Hrsg.): Amtsblatt der Regierung zu Magdeburg. 1912, ZDB-ID 3766-7, S. 370.
  10. Regierungsbezirk Magdeburg (Hrsg.): Amtsblatt der Regierung zu Magdeburg. 1928, ZDB-ID 3766-7, S. 232.
  11. Regierungsbezirk Magdeburg (Hrsg.): Amtsblatt der Regierung zu Magdeburg. 1939, ZDB-ID 3766-7, S. 7.
  12. a b c d e Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7, S. 361 ff.
  13. StBA: Gebietsänderungen am 01.01.2009
  14. Gebietsänderungsvertrag zur Bildung einer neuen Gemeinde Dähre aus den Gemeinden Bonese, Dähre und Lagendorf zum 01.01.2009 und der Genehmigung des Altmarkkreises Salzwedel vom 24.06.2008. In: Altmarkkreis Salzwedel (Hrsg.): Amtsblatt für den Altmarkkreis Salzwedel. Jahrgang 15, Nr. 7/2008. General-Anzeiger Salzwedel, Salzwedel 16. Juli 2008, S. 119–122.
  15. Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark (Historisches Ortslexikon für Brandenburg, Teil XII). Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-8305-2235-5, S. 441.
  16. Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf: Einwohner der Ortsteile am 31. Dezember für die Jahre 2015 und 2018. 6. Juni 2019.
  17. stala.sachsen-anhalt.de
  18. volksstimme.de
  19. Bericht zur Wahl, abgerufen am 31. Mai 2017
  20. Thomas Hartwig: Alle Altmarkkirchen von A bis Z. Elbe-Havel-Verlag, Havelberg 2012, ISBN 978-3-9814039-5-4, S. 89.
  21. Johannes Werner: Chronik der kath. Pfarrei St. Lorenz zu Salzwedel. Salzwedel 2002