Döbeln

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Dieser Artikel behandelt die Stadt Döbeln in Sachsen, zum Adelsgeschlecht Döbeln siehe Döbeln (Adelsgeschlecht).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Döbeln
Döbeln
Deutschlandkarte, Position der Stadt Döbeln hervorgehoben
Koordinaten: 51° 7′ N, 13° 7′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Mittelsachsen
Höhe: 168 m ü. NHN
Fläche: 91,56 km²
Einwohner: 24.034 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 262 Einwohner je km²
Postleitzahl: 04720
Vorwahl: 03431
Kfz-Kennzeichen: FG, BED, DL, FLÖ, HC, MW, RL
Gemeindeschlüssel: 14 5 22 080
Stadtgliederung: 38 Ortsteile/9 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Obermarkt 1
04720 Döbeln
Webpräsenz: www.doebeln.de
Oberbürgermeister: Hans-Joachim Egerer (CDU)
Lage der Stadt Döbeln im Landkreis Mittelsachsen
Altmittweida Augustusburg Bobritzsch-Hilbersdorf Brand-Erbisdorf Burgstädt Claußnitz Döbeln Dorfchemnitz Eppendorf Erlau (Sachsen) Flöha Frankenberg/Sa. Frauenstein (Erzgebirge) Freiberg Geringswalde Großhartmannsdorf Großschirma Großweitzschen Hainichen Halsbrücke Hartha Hartmannsdorf (bei Chemnitz) Königsfeld (Sachsen) Königshain-Wiederau Kriebstein Leisnig Leubsdorf (Sachsen) Lichtenau (Sachsen) Lichtenberg/Erzgeb. Lunzenau Mittweida Mühlau (Sachsen) Mulda/Sa. Neuhausen/Erzgeb. Niederwiesa Oberschöna Oederan Ostrau (Sachsen) Penig Rechenberg-Bienenmühle Reinsberg (Sachsen) Rochlitz Rossau (Sachsen) Roßwein Sayda Seelitz Striegistal Taura Waldheim Wechselburg Weißenborn/Erzgeb. Zettlitz Zschaitz-Ottewig SachsenKarte
Über dieses Bild
Blick über die Döbelner Altstadt zum Obermarkt und Rathaus

Döbeln ist eine Große Kreisstadt im sächsischen Landkreis Mittelsachsen. Sie ist auch als Stiefelstadt bekannt.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Döbeln liegt im Mittelsächsischen Hügelland in einem weiten Talkessel der Freiberger Mulde, ungefähr in der Mitte des Dreiecks zwischen den sächsischen Metropolen Chemnitz, Dresden und Leipzig. Die Umgebung ist geprägt durch das Muldental und die umliegende hügelige Landschaft. Die Landeshauptstadt Dresden ist etwa 50 km entfernt, Chemnitz etwa 40 km, Leipzig 70 km und Berlin etwa 200 Kilometer. Döbeln hat zwei Autobahnabfahrten an der A14 Döbeln Nord und Döbeln Ost.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Angrenzende Gemeinden sind Großweitzschen (Landkreis Mittelsachsen), Zschaitz-Ottewig (Landkreis Mittelsachsen), Lommatzsch (Landkreis Meißen), Nossen (Landkreis Meißen), die Städte Hartha, Roßwein und Waldheim (alle Landkreis Mittelsachsen).

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Döbeln gliedert sich in eine traditionelle Innenstadt, deren zentraler Teil auf der Muldeninsel liegt und von zwei Flussarmen der Freiberger Mulde umschlossen ist.

Ortsteile

  • Ortschaft Mochau
    • Beicha
    • Choren
    • Dreißig
    • Geleitshäuser
    • Gertitzsch
    • Gödelitz
    • Großsteinbach
    • Juchhöh
    • Kleinmockritz
    • Leschen
    • Lüttewitz

  • Maltitz
  • Markritz
  • Meila
  • Nelkanitz
  • Petersberg
  • Präbschütz
  • Prüfern
  • Schallhausen
  • Simselwitz
  • Schweimnitz
  • Theeschütz

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Döbeln um 1650

Die Region um Döbeln war seit dem 8. Jahrhundert slawisch, durch Sorben, besiedelt.[2] Der Name kommt vom altsorbischen Wort Doblin, das sich vom Namen einer Person, Dobl, herleitet.[3]

Die Anfänge einer deutschen Herrschaft im 10. Jahrhundert und einer sich später anschließenden Besiedlung werden mit den Liudolfingern (auch Ottonen genannt), insbesondere mit Heinrich I., in Zusammenhang gebracht.

Nach 929 wurde eine ehemalige slawische Wallanlage auf dem Burgberg in eine deutsche Befestigung Burg Döbeln umgebaut, als Mittelpunkt eines Burgwards, der zur Mark Meißen gehörte. Am Fuße des Burgberges gab es eine Siedlung, aus der später die Stadt Döbeln entstand (1350: civitas). Einer Urkunde Kaiser Ottos II. aus dem Jahr 981 ist zu entnehmen, dass er die Burg Doblin und das umliegende Land dem Kloster Memleben schenkte; es geht hier um die große Region zwischen der Zschopau und der Großen Striegis.[4] Das ist die erste urkundliche Erwähnung von Döbeln (981).[5][6]

Schon in slawischer Zeit existierte hier ein zentralörtliches Herrschaftszentrum im Gau Daleminze. Mit der deutschen Besiedlung wurden deutsche "Verwaltungsstrukturen" (Lehnsherrschaft, Christentum mit seinen Institutionen: Pfarrsystem, Amtskirche) übernommen.[7] Die deutsche Besiedlung des Ortes entwickelte sich vermutlich um 1200 zur kommunal verfassten Stadt (mit bestimmten eigenen Rechten).

So wird im Jahr 1350 ein selbständiger districtus Döbeln genannt, 1378 werden Burg und Stadt erwähnt. 1567 wird von einem wüsten Amtsschloßberg berichtet. Die Gründe sind nicht bekannt, im Jahr 1588 wurde das bis dahin existierende Amt Döbeln in das Amt Leisnig integriert.[8] Das offensichtlich seit längerer Zeit verfallende Schloss wurde nicht mehr gebraucht und wurde zur Gewinnung von Baumaterial genutzt. Ab 1730 wurde auch der Bergfried abgebrochen und zwischen 1867 und 1869 mussten die letzten Reste der Burg Döbeln der Schloßbergschule weichen.

Zu Füßen des Berges steht noch immer die Nicolaikirche, deren Vorgängerbau wahrscheinlich um 1230 entstand. Nach einem Brand im Jahr 1333 wurde eine dreischiffige Basilika errichtet, die 1479 in eine dreischiffige Hallenkirche umgebaut wurde.[9]

Nach neuen Erkenntnissen wurde Döbeln im Jahr 1429 nicht von den Hussiten heimgesucht, 1450 jedoch durch die Böhmen des Georg von Podiebrad zerstört. Große Pestepidemien erlebte Döbeln in den Jahren 1439, 1463, 1474, 1507, 1515, 1584–1586, 1611–1626, 1637 und 1643. In der Stadt kam es zudem immer wieder zu schweren Stadtbränden (1333, 1419, 1429, 1456, 1488, 1523, 1611 und 1730), sodass kaum Bauten aus alter Zeit erhalten blieben. Das Handwerk der Stadt entwickelte sich bis zum 17. Jahrhundert stetig: Tuchmacher, Leineweber und Hutmacher waren hier ansässig.

Der Ortsteil Pommlitz war 1699–1700 von Hexenverfolgung betroffen. Hans Ernst von Seydewitz, Erbherr auf Pommlitz, geriet unter dem Vorwurf des Besitzes eines Poltergeistes in einen Hexenprozess.[10]

Im 3. Schlesischen Krieg (Siebenjähriger Krieg) kam es mit dem Gefecht bei Döbeln zur einzig bekannten militärischen Auseinandersetzung in der direkten Umgebung der Stadt Döbeln. Nachdem sich preußische und österreichische Truppen schon seit dem Herbst 1761 an der Freiberger Mulde zwischen Technitz und Niederstriegis eingegraben hatten, brachen am frühen Morgen des 12. Mai 1762 die Preußen unter Prinz Heinrich von Preußen auf der ganzen Linie durch die österreichischen Stellungen. Der Tag endete mit einem vollständigen Sieg Prinz Heinrichs, es wurde eine große Anzahl an österreichischen Gefangenen gemacht, darunter der Oberbefehlshaber General von Zedtwitz.

Freiberger Mulde in Döbeln (1908)

Im 19. Jahrhundert ging aus der alten Tuchmacherei die Tuchfabrikation hervor. Die letzte Tuchfabrik Döbelns beendete vor Weihnachten 1902 mit Produktionseinstellung ihre Existenz. 1846 entstand außerdem die Zigarrenfabrikation. 1847 erreichte die Chemnitz-Riesaer Eisenbahn von Riesa aus die Stadt, die Fortsetzung der Verbindung nach Chemnitz konnte jedoch erst 1852 eröffnet werden. Im Jahr 1868 folgte die Linie Dresden – Döbeln – Leipzig. Seitdem ist der Döbelner (Haupt-)Bahnhof ein Keilbahnhof. Des Weiteren brachte die Industrialisierung die Schmalspurbahn Oschatz–Mügeln–Döbeln (ab 1884), die Döbelner Straßenbahn (ab 1892, heute historischer Pferdebahn-Betrieb), die Mühlenbahn Großbauchlitz (1905) und die Schmalspurbahn Wilsdruff-Döbeln (um 1911) hervor.

Am 6. Mai 1945 wurde die fast unversehrte Stadt von der Roten Armee besetzt.

Beim Hochwasser im August 2002 wurde die historische Innenstadt, die auf einer Insel der beiden Flussarme der Freiberger Mulde liegt, völlig überflutet und viele Häuser zerstört. Die Muldeninsel und die anderen überfluteten Gebiete sind mittlerweile restauriert. Im Juni 2013 war die Stadt erneut von einem Hochwasser ähnlichen Ausmaßes betroffen.

Am 1. August 2008 verlor Döbeln im Zuge der Kreisgebietsreform seine Funktion als Kreisstadt und erhielt in diesem Zusammenhang den Status Große Kreisstadt. Der ehemalige Landkreis Döbeln gehörte zum Regierungsbezirk Leipzig, der aktuelle Landkreis Mittelsachsen jedoch bis zur Bildung der Landesdirektion Sachsen zum 1. März 2012 zu Chemnitz.

Urkundlich belegte Namensformen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

981: castella Doblin

1197: Isenhardus, Walterus de Dobelin

1200: Laudo de Dobelin

1204: Hageno de Dobelin

1288: Dobelyn

1332: Do((e))belin

1449: Dobelein

1554: Dobeln

1590 : Döbeln

Der Name Döbeln geht auf einen Personennamen dobl(a) oder dobel(a) zurück. Vergleichbare Wortstämme in slawischen Sprachen bedeuten stark, fähig, auch gut.[11]

Gedenkstätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche in Technitz mit Gräbern im Zweiten Weltkrieg Gefallener
Kraftwerk an der Zschopau in Limmritz

Die Dörfer Keuern, Kleinbauchlitz und Sörmitz wurden 1922 nach Döbeln eingemeindet.[12] Die Dörfer Großbauchlitz und Zschackwitz folgten 1932.[12] Im Jahr 1950 wurden Gärtitz (mit Pommlitz), Masten und Zschäschütz (mit Bormitz) eingemeindet, 1967 Nöthschütz und 1974 Oberranschütz.[13][14] Technitz kam 1994 hinzu.[13][15] Im Jahr 2011 folgte Ebersbach,[15] 2013 Teile der Gemeinde Ziegra-Knobelsdorf. Zum 1. Januar 2016 wurde die Nachbargemeinde Mochau nach Döbeln eingemeindet.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1960 31. Dezember)[16][17]:

Bevölkerungsentwicklung

1694 bis 1946

  • 1694: 1.300
  • 1834: 5.677
  • 1859: 10.078
  • 1875: 10.969
  • 1880: 11.802
  • 1890: 13.892
  • 1910: 19.627
  • 1925: 22.508
  • 1933: 24.714
  • 1939: 25.339
  • 1946: 28.841[18]

1950 bis 1998

  • 1950: 31.037[19]
  • 1955: 30.271
  • 1956: 29.877
  • 1960: 28.904
  • 1964: 28.641
  • 1981: 26.812
  • 1984: 26.998
  • 1986: 27.706
  • 1990: 27.112
  • 1995: 25.046
  • 1997: 24.396
  • 1998: 24.045

1999 bis 2006

  • 1999: 23.610
  • 2000: 23.128
  • 2001: 22.653
  • 2002: 22.201
  • 2003: 21.816
  • 2004: 21.365
  • 2005: 21.236
  • 2006: 20.943

2007 bis 2013

  • 2007: 20.726
  • 2008: 20.527
  • 2009: 20.337
  • 2010: 20.242
  • 2011: 21.077
  • 2012: 21.897
  • 2013: 21.699
  • 2014: 21.516

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2014[20]
Wahlbeteiligung: 46,5 %
 %
40
30
20
10
0
36,0 %
17,7 %
7,5 %
14,2 %
10,1 %
6,2 %
1,6 %
1,9 %
4,8 %
WfDL
FWvDL
FWgEb
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Rathaus Döbeln

Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 verteilen sich die 26 Sitze des Gemeinderat folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

Partei / Liste Sitze
CDU 10
Die Linke 4
FDP 2
SPD 5
Wir für Döbeln 3
FWV Döbeln 1
NPD 1

Zusätzlich gehört dem Gemeinderat der Oberbürgermeister an, der auch den Vorsitz führt.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: In Gold eine silberngefugte schwarze Zinnenmauer mit drei geschlossenen goldenen Toren; auf der Mauer drei verschiedengestaltige schwarze Türme mit je zwei übereinander stehenden goldenen Fensteröffnungen, roten Dächern und goldenen Knäufen; zwischen den Türmen je eine rechtswehende rote Fahne.

Symbolik: Die Mauer stellt die ehemalige mittelalterliche Stadtbefestigung dar. Die Stadttore symbolisieren das Ober-, Nieder- und Staupitztor. Der mittlere höhere Turm soll wohl auf die Burg hinweisen. Das Wappen ist seit 1992 in dieser Form gültig. Das vorhergehende gleichaussehende Wappen, gültig von 1894 bis 1992, hatte lediglich blaue Türme.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Döbeln unterhält Städtepartnerschaften mit

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jacobikirche

Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Döbeln befindet sich eine Spielstätte des Mittelsächsischen Theaters, in der bis 2008 auch ein Jugendtheater („Jugendtheater Döbeln e.V.“) beheimatet war.

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Stadtmuseum wurde 1997 im Turm des Rathauses am Obermarkt untergebracht. Das Deutsche Pferdebahnmuseum wurde 2009 eröffnet.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Döbeln zeichnet sich durch viele restaurierte Bürgerhäuser im Stadtzentrum aus. Das Rathaus am Obermarkt wurde 1912 erbaut. Sehenswert sind auch der Schloßberg auf der Muldeninsel und die mit Hochaltar und Mirakelmann ausgestattete spätgotische Stadtkirche St. Nicolai, deren historischer Ursprung bis in das Jahr 1230 reicht. Zu weiteren interessanten Bauten gehört der sogenannte Rotunda-Bau oder Kuppelbau am Ende der Burgstraße, der 1937/1938 für die Metall- und Lackwarenfabrik Johannes Großfuß nach einem Entwurf des Architekten Wilhelm Kreis errichtet wurde und auf Grund seiner klaren Architektur bemerkenswert ist. Auf dem Staupitzberg, einer Erhebung am Stadtrand von Döbeln, befindet sich der unter Denkmalschutz stehende sogenannte Holländerturm, der im Jahre 1900 als Aussichtsturm errichtet wurde. Seinen Namen verdankt der 30 Meter hohe Turm einer an diesem Platze ehemals vorhandenen Holländerwindmühle. Neben dem Eingang zum früheren Oberfriedhof steht an der Dresdner Straße (B 175) ein königlich sächsischer Postmeilenstein aus der Zeit von 1859 bis 1865.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der „Stiefelstadt Döbeln“ gibt es regelmäßig Stiefelfeste, bei denen regelmäßig auch Stiefelparaden abgehalten werden. Einmal im Jahr wird die Stiefelkönigin gewählt. Weiterhin gibt es seit 2001 in der Stadt den von Vinzenz Wanitschke geschaffenen Stiefelbrunnen.[21] „Stiefelstadt“ wird Döbeln wegen des bis 1996 größten historischen Riesenstiefels der Welt genannt, der mit einer Höhe von rund 4,60 Metern im Jahr 1925 von Döbelner Schuhmachern zum 600-jährigen Jubiläum ihrer Innung angefertigt wurde. 1937 wurde er Eigentum der Stadt Döbeln und stand im Rathaus bzw. im Stadtmuseum Wappenhenschstift. Häufig war er Hauptattraktion bei Feierlichkeiten in vielen Städten, so auch zum Leisniger Heimatfest 1957. Nach seiner "letzten Reise" zur 850-Jahr-Feier der Stadt Zwickau 1968 blieb der Stiefel anschließend als Leihgabe im Kreismuseum Burg Mildenstein. Nach insgesamt 53 Jahren Aufenthalt auf Burg Mildenstein in Leisnig wurde er am 29. März 2010 auf dem Flur der 2.Etage des Döbelner Rathauses aufgestellt. Nach der Restaurierung des Riesenstiefels ist er seit 2012 im großen Sitzungssaal des Rathauses zu finden.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptbahnhof

Am Döbelner Hauptbahnhof kreuzen sich die Bahnstrecken Leipzig-Coswig und Chemnitz-Elsterwerda, die je Richtung jeweils im Stundentakt von DB Regio bedient werden. Durch Döbeln führen die B 169 und die B 175. Die Stadt ist auch über die Autobahnanschlussstellen Döbeln-Nord und Döbeln-Ost (beide an der A 14) und Hainichen Döbeln (A 4) zu erreichen.

In den Jahren 1892 bis 1926 betrieb die Döbelner Straßenbahn AG eine 2,5 km lange Strecke als Pferdebahn vom Hauptbahnhof bis in die Innenstadt. Ein etwa 500 m langer Streckenabschnitt in der Innenstadt ist wieder aufgebaut worden. Seit Juni 2007 verkehrt dort zu besonderen Anlässen wieder eine Pferdebahn.

Krankenhaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Krankenhaus ist ein Haus der Regelversorgung mit 195 Betten. 1993 wurde es privatisiert, 2010 übernahm der Chefarzt das Haus.[22]

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den öffentlichen Einrichtungen zählen ein Kino, eine Bibliothek, ein Stadtmuseum, eine Musikschule und einige weitere kulturelle Einrichtungen.

Ehemalige Garnison[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1887 war Döbeln Garnisonsstadt für die Sächsische Armee, Reichswehr, Wehrmacht und Nationale Volksarmee. Mit der Schließung der Paul-Rockstroh-Kaserne durch die Bundeswehr endete 1991 die Geschichte der Garnison Döbeln.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entsprechend dem Beschlusse der Stadtverordnetenversammlung 473/24/92 aus dem Jahre 1992 wurden folgende Ehrenbürgerschaften bestätigt:

  • 1992: Johann Friedrich Wappenhensch, Justitiar
  • 1992: Dr. Christian Beßler, Chirurg
  • 1981: Otto Simon, Widerstandskämpfer
  • 1895: Otto von Bismarck, Reichskanzler
  • 1992: Friedrich Wilhelm Oehmichen, Reichstagsabgeordneter (verliehen 1874)
  • 1992: Johann Gottlieb Böttger, Stadtverordneter
  • 1992: August Julius Clemen, Stadtrat
  • 1992: Carl Schmidt, Stadtverordneter
  • 1992: Otto Johnsen, Stadtverordnetenvorsteher
  • 1992: Ernst Heinrich Thiele, Bürgermeister
  • 1992: Heinrich Otte Wilsdorf, Stadtverordneter
  • 1992: Carl Friedrich Lorenz, Stadtrat
  • 1992: Theodor Ehrlich, Stadtrat
  • 1992: Franz Richter, Kommerzienrat
  • 1992: Paul von Beneckendorf und von Hindenburg, Reichspräsident
  • 1992: Robert Tümmler, Kommerzienrat
  • 1992: Dr. Zieger, Stadtrat
  • 1992: Wilhelm Berthold, Obmann der Stadtverordneten
  • 1992: Otto Rost, Bildhauer
  • 1992: Bernhard Kretzschmar, Grafiker
  • 1992: Theodor Kunzemann, Bürgermeister
  • 1992: Carl Schlegel, Kaufmann
  • 1992: Adam Ebert, Bankier
  • 1992: Louis Sturm, Fabrikant

In Döbeln geboren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gustav Hey (1847–1916), Lehrer und Konrektor am Realgymnasium von Döbeln
  • Hermann Groine (1897–1941), seit 1931 NSDAP-Kreisleiter in Döbeln

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Brigitte Abend, Ursula Resack: Porträts aus dem Landkreis Döbeln. Band 1, Regio PR-Verlag, Dresden 2002, ISBN 3-932367-12-X.
  • Cornelius Gurlitt: Döbeln. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 25. Heft: Amtshauptmannschaft Döbeln. C. C. Meinhold, Dresden 1903, S. 11 ff.
  • Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Sachsen II, Regierungsbezirke Leipzig und Chemnitz, München 1998, ISBN 3-422-03048-4, S. 190 - 197

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Döbeln – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Döbeln – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2015 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Karlheinz Blaschke: Geschichte Sachsens im Mittelalter. Berlin 1991, ISBN 3-372-00076-5, S. 43ff.
  3. Ernst Eichler und Hans Walther: Sachsen. Alle Städtenamen und deren Geschichte, Faber und Faber Verlag, Leipzig 2007, ISBN 978-3-86730-038-4, S.53
  4. MGH DD Otto II. 195. Digitalisat.
  5. In der Übersetzung heißt es: "Wir (übergeben) einige Burgen und Ortschaften unsers Besitzes im slawischen Gebiet, nämlich Doblin und Hwoznie, im Gau Daleminze (...) dem von Uns gestifteten und erbauten Kloster Memleben." Das Kloster bestand nur bis zum Jahr 1015, der Besitz wurde an das Kloster Hersfeld an der Fulda überwiesen. In der Fachliteratur spricht man vom Hersfelder Eigen oder vom Hersfelder Lehen.
  6. Max Kästner, Johannes Schiller: Zwischen Chemnitz und Freiberg, Ein Heimatbuch für Schule und Haus, Der Heimatboden und seine Besiedlung, Frankenberg 1928, S. 34
  7. Genauer wäre hier bis etwa 1000 n. Chr. ostfränkisch statt deutsch zu sagen.
  8. Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas 1790. Gumnior Chemnitz, 2009, ISBN 978-3-937386-14-0, S. 58.
  9. Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Sachsen II, Regierungsbezirke Leipzig und Chemnitz, München 1998, ISBN 3-422-03048-4, S 190ff.
  10. Manfred Wilde: Die Zauberei- und Hexenprozesse in Kursachsen, Köln, Weimar, Wien 2003, S. 509.
  11. Ernst Eichler, Hans Walther (Hrsg.): Historisches Ortsnamenbuch von Sachsen. Band I, Berlin 2001, ISBN 3-05-003728-8, S. 188f.
  12. a b Das Sachsenbuch, Kommunal-Verlag Sachsen KG, Dresden, 1943.
  13. a b Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  14. Verzeichnisse der seit Mai 1945 eingemeindeten Gemeinden und Nachweis über die Aufgliederung der selbständigen Gutsbezirke und Staatsforstreviere, 1952, Herausgeber: Ministerium des Innern des Landes Sachsen
  15. a b Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Gebietsänderungen
  16. Datenquelle ab 1998: Statistisches Landesamt Sachsen
  17. Döbeln im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  18. Volkszählungsergebnis vom 29. Oktober 1946.
  19. Volkszählungsergebnis vom 31. August 1950.
  20. Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2014
  21. www.stiefelbrunnen.de
  22. Artikel der Sächsischen Zeitung zum Eigentümerwechsel beim Krankenhaus